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Bruce Willis steht als Rex mit der Waffe in der Hand vor einem auf dem Boden liegenden, toten Kompagnon in 10 Minutes Gone

10 Minutes Gone

In 10 Minutes Gone suchen Action-Ikone Bruce Willis und TV-Star Michael Chiklis nach der Beute aus einem missglückten Bankraub und einem Verräter. Ob der Besetzungscoup überzeugen kann, erfahrt ihr bei uns!

Titel10 Minutes Gone
Jahr2019
LandUSA, Kanada
RegieBrian A. Miller
DrehbuchKelvin Mao, Jeff Jingle
GenreAction, Thriller
DarstellerBruce Willis, Michael Chiklis, Meadow Williams, Kyle Schmid, Tyler Jon Olson, Lidya Hull
Länge96 Minuten
FSKab 16 Jahren freigeben
VerleihTiberius Film
Michael Chiklis und Bruce Willis zieren das Cover von 10 Minutes Gone mit ernstem Blick
Blu-ray Cover zu 10 Minutes Gone © Tiberius Film

Worum geht’s bei 10 Minutes Gone?

Eigentlich sollte alles so einfach sein. Die Brüder Frank (Michael Chiklis) und Joe (Tyler Jon Olson) dringen mit drei anderen Gangstern in eine Bank ein. Der Coup war minutiös geplant, das Ziel ein kleines Kästchen aus einem Schließfach. Doch dann geht der Alarm los, die Polizei stellt die Täter vor dem Gebäude. Chaos bricht aus. Als Frank mit Joe flüchtet, wird er in einer Seitengasse niedergeschlagen. Seine Ohnmacht dauert nur kurz, doch Joe ist tot, das Kästchen weg.

Während Hintermann Rex (Bruce Willis) aus der Ferne zu retten sucht, was zu retten ist, sammelt Frank die Kellnerin Claire (Meadow Williams) ein, Joes langjährige Lebensgefährtin. Gemeinsam suchen sie nach den Partnern, und nach der Beute. Dabei versucht Frank, den Ablauf des Desasters zu rekonstruieren. Doch viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn Killerin Ivory (Lydia Hull) ist schon unterwegs, um alle losen Ende zu kappen…

Bruce Willis schaut ein wenig griesgrämig drein in 10 Minutes Gone
Was er hier wohl soll, scheint sich Mr. Willis zu fragen © Tiberius Film

Ein gelangweilter Star…

Dass Bruce Willis sich langsam auf seinen Altersruhestand vorbereitet und nur noch des Gehaltsschecks wegen vor die Kamera tritt, ist ein offenes Geheimnis. Und so verwundert es kaum, dass 10 Minutes Gone kein hochklassiges Star-Vehikel darstellt, sondern eher im Low-Budget Sektor einzuordnen ist. Wahrscheinlich war die Gage für den Star sogar der größte Posten auf der Rechnung für das wenig vereinnehmende Treiben auf dem Bildschirm. Dementsprechend agiert Willis auch nur auf Automatik, hat in seiner Rolle sicherlich auch nicht mehr als zwei oder drei Drehtage gehabt. Doch es ist schließlich schon sein dreizehnter, und bestimmt nicht letzter, Film für die Billigschmiede EFO Films gewesen. Das nennt man wohl “easy money”. Doch ein Bruce Willis punktet ja bekanntlich allein schon durch seine Anwesenheit, auch ohne Action.

Michael Chiklis kniet als Frank geschockt vor Tyler Jon Olson als sein toter Bruder Joe in 10 Minutes Gone
Wer hat meine Karriere gekillt und wann? © Tiberius Film

… und ein gesunkener Stern

Bei Michael Chiklis, in den 2000ern mit The Shield noch dicke im Serien-Geschäft, sieht das schon anders aus. Nach dem Aus der Serie 2009 konnte er nie wieder an dieses Stardom anschließen,  My Superhero Family wurde nach nur einer Staffel abgesetzt. Danach absolvierte er längere Gastrollen in Serien wie Vegas, American Horror Story und Gotham, im Kino konnte er nie wirklich Fuss fassen. Doch das Engagement bei solch einem minderwärtigen Action-Werk wie 10 Minutes Gone dürfte selbst für ihn ein Schritt weiter in die Vergessenheit sein. Dennoch merkt man ihm zumindest an, dass er bemüht ist, eine anständige Performance abzuliefern.

Lydia Hull entfernt sich als Killerin Ivory betont cool von einer Explosion in 10 Minutes Gone
Heißer Auftritt der eiskalten Killerin © Tiberius Film

10 Minutes Gone – Unweigerlich verlorene Zeit

Aber reden wir nicht um den heißen Brei herum, denn 10 Minutes Gone ist ganz großer Mist. Das Skript versucht dadurch, dass der Ablauf der Ereignisse während des Überfalls erst nach und nach in Rückblenden aufdeckt, Spannung aufbauen. Das Problem dabei ist freilich, dass sich dies dann eben nicht als überraschend und damit auch nicht als spannend erweist. Die Geschichte ist einfach abgedroschen, und wer nach 10 Minuten Laufzeit noch nicht auf des Rätsels Lösung gekommen ist, hat wahrscheinlich noch nie einen Thriller gesehen.

Daneben versucht sich der Film auch in der ein oder anderen Action-Sequenz. Vielleicht kann man ja hier punkten, wenn nicht schon mit einer intelligenten Geschichte? Doch auch hier enttäuscht der Film auf ganzer Linie. Denn zu den zahlreichen, aber billigen Schauplätzen gesellen sich wenige, schlecht instruierte Statisten, zudem stammen Mündungsfeuer und Einschüsse gut sichtbar aus dem Rechner. Regisseur Brian A. Miller gelingt es nicht, auch nur eine durchgehende Szenenabfolge der Action flüssig einzufangen, sodass sich durch den Schnitt schließlich ein hakliges Desaster ergibt.  Da passt es nur zu gut, dass die deutsche Fassung die dazu gehörenden Dialoge derart mies synchronisiert wiedergibt, dass einen die Ohren bluten. Einzig Manfred Lehmann als deutsche Stimme von Bruce Willis erreicht ein durchgehend professionelles Niveau.

Bruce Willis steht als Rex mit der Waffe in der Hand vor einem auf dem Boden liegenden, toten Kompagnon in 10 Minutes Gone
Er wird alt und braucht das Geld © Tiberius Film

Unser Fazit zu 10 Minutes Gone

Im Endeffekt handelt es sich also bei 10 Minutes Gone als ein liebloses, dilettantisches Fließbandprodukt, wie es die Firma EFO Films im Quartalstakt runterkurbelt. Als Verkaufsargument holt man sich für gutes Geld müde Altstars mit guten Name, in diesem Fall Bruce Willis. Dazu packt man einen abgehalfterten TV-Star, und schon ist es nicht mehr wichtig, wie es um die Qualität des Endprodukts bestellt ist. Die guten Namen werden es schon verkaufen. Dennoch ist es selten, dass das Ergebnis derart mies und langweilig ausfällt, wie es hier der Fall ist. Dagegen kann man jeden neuen Action-Film mit Steven Seagal schon fast als willkommene Abwechslung sehen.

10 Minutes Gone erscheint am 23. Januar 2020 im Stream und ab dem 6. Februar auf DVD und Blu-ray!

Unsere Wertung:

 

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© Tiberius Film

Thomas Hortian

Thomas, Jahrgang '76. Ich bin schon von kleinauf Filmfan, klapperte ab frühester Kindheit die drei Programme ab, weil meine Mutter keinen Videorekorder im Haus wollte. Ich war und bin aufgeschlossen für alles, aber mit den Jahren haben sich natürlich Vorlieben herausgebildet. Ich steh auf japanische Regisseure wie Kitano, Sabu, Miike und ganz doll Tsukamoto. Außerdem fahre ich voll auf klassische Horrorfilme der Hammer Films ab und bin Sammler italienischer Exploitation im Bereich des Giallo und Poliziesco.

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