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A Good Person

Normalerweise verbindet man mit Zach Braff vor allem Filme und Serien aus dem Comedy-Bereich. Mit A Good Person widmet er sich als Regisseur und Drehbuchautor einem tiefgründigen Drama. Dabei holte er sich Florence Pugh und Morgan Freeman als Hauptfiguren-Duo ins Boot. Ob der Film überzeugen kann, erfahrt ihr in unserer Review.

A GOOD PERSON | Official Trailer

Titel A Good Person
Jahr 2023
Land USA
Regie Zach Braff
Drehbuch Zach Braff
Genre Drama, Komödie
Darsteller Florence Pugh, Morgan Freeman, Celeste O’Connor, Molly Shannon, Chinaza Uche
Länge 128 Minuten
FSK tba
Verleih Sky Deutschland
Auf dem Key Art sind Florence Pugh auf einem Fahrrad und hinter ihr Morgan Freeman zu sehen. Rechts daneben steht in Großbuchstaben der Titel. Der Hintergrund ist hellblau.
Das Key Art von A Good Person. © Sky UK/Union Square Productions Inc.

Die Handlung von A Good Person

Nathan (Chinanza Uche) und Allison (Florence Pugh) könnten nicht glücklicher sein – sie scheinen seelenverwandt und planen gerade ihre Hochzeit. Aber als Allison mit ihrer zukünftigen Schwägerin in spe und deren Mann auf dem Weg zur Brautkleidanprobe ist, kommt alles ganz anders. Es ereignet sich ein dramatischer Autounfall, welchen Allison als einzige überlebt. Sie erholt sich zwar körperlich recht schnell von dem Unfall, seelisch bleiben allerdings verheerende Schäden. Schmerzmittel und andere Drogen helfen ihr kurzzeitig den Seelenschmerz zu mildern, aber dank ihrer Mutter (Molly Shannon) ist sie sich dennoch ihrer Probleme bewusst. Dementsprechend sucht sie Hilfe bei den Anonymen Alkoholikern, wo sie überraschenderweise Danny trifft, der beinahe ihr Schwiegervatergeworden wäre. Am liebsten würde Allison reiß aus nehmen und das Meeting direkt verlassen, aber Danny möchte ihr bei dieser Reise zur Seite stehen und sie unterstützen. Doch wird dieses Konstrukt gut gehen oder reißt es Allison zu sehr in ihre Erinnerung und den Schmerz des Verlustes zurück?

Von der Komödie zum Drama

Bei dem Namen Zach Braff denkt man vermutlich zuerst an den Arzt J.D. der Serie Scrubs. Aber nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Drehbuchautor weiß er zu begeistern. Beispielsweise mit dem 2017 erscheinen Film Abgang mit Stil kreierte er auch hinter der Kamera eine solide Komödie. Mit A Good Person lässt er nun aber den Humor in den Hintergrund rücken und widmet sich den ernsten Themen des Lebens. Daher ist sein neuestes Werk vor allem dominiert von Schmerz, Verlust und der (Drogen-)Sucht. Besonders spannend in diesem Zusammenhang ist die Titelwahl – so geht man auch der Frage auf den Grund, was eigentlich ein guter Mensch ist und ob jeder einer sein kann. Weiterhin geht es auch darum, seine eigenen Fehler einzusehen und sich selbst als Menschen zu akzeptieren, zu schätzen und auch zu lieben.

Das ist aber noch längst nicht alles, Braffs Motivation war auch die Opioid-Krise in Amerika. Somit wird gezeigt wie die Hauptfigur aufgrund ihres Unfalls Schmerzmittel bekommt und allmählich in die Sucht rutscht. Er wollte zeigen, wie schnell damit Leben zerstört werden können oder zusätzlicher Kummer in das Leben der Patienten gebracht wird. Ein Thema, dem sich auch die Serie Dopesick gewidmet hat.

Zu sehen ist Morgan Freeman als Danny. Er spielt mit einer Modelleisenbahn. Dabei trägt er ein kariertes Hemd, graues Haar und eine Brille.
Danny schwelgt in Erinnerungen © Sky UK/Union Square Productions Inc.

Spiel mit Emotionen

A Good Person schafft vor allem eins: Emotionen zu vermitteln. Besonders Florence Pugh ist brilliant in der Rolle der Allison. Ihr Kampf mit ihrem Gewissen wird so mitfühlbar nach außen gespiegelt, dass den Zuschauenden an so mancher Stelle wirklich ein Kloß im Halse stecken bleibt oder vielleicht sogar eine Träne über die Wange rollt. Als Vorbereitung auf ihre Rolle verbrachte Sie Zeit mit ehemaligen Drogensüchtigen, um sich besser in den Schmerz reinversetzen und ihre Gedanken nachvollziehen zu können.

Aber auch Morgan Freeman als Danny sei hier positiv erwähnt. Denn auch er kämpft mit einigen Problemen, die auch für Außenstehende mitreißend sind. Beispielsweise leidet auch er unter dem Verlust seiner Tochter (durch den Autounfall) und hat es nicht immer leicht bei der Erziehung seiner hinterbliebene Enkelin Ryan (Celeste O’Connor). Zudem machen beide Figuren im Laufe des Films eine schöne Entwicklung durch. Dadurch kann man vor dem Fernseher wunderbar mit den Figuren mitfiebern und -fühlen.

Übrigens waren Regisseur Zach Braff und Florence Pugh zum Zeitpunkt des Drehs noch ein Paar. Die Rolle der Allison wurde eigens für Pugh und ihre Fähigkeiten geschrieben und gemeinsam mit ihr weiterentwickelt. Beispielsweise schrieb Sie die zwei Songs, die ihr Charakter singt, selbst. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten beschlossen sie, getrennte Wege zu gehen. Vielleicht war genau diese herzliche Vertrautheit hilfreich für die Produktion dieses Films.

Unser Fazit zu A Good Person

Insgesamt zeigt Zach Braff sich mit diesem Film von seiner anderen Seite, wie vor einigen Jahren scho einmal mit Garden State. Seitdem hatte er sich wieder primär dem Comedy-Bereich verschrieben. Der Ausflug ins ernste Fach ist aber keinesfalls negativ. Er schafft es mit A Good Person ein hohes Pensum verschiedener Emotionen zu vermitteln und die Zuschauenden vor dem Bildschirm zutiefst zu berühren. Mit der Wahl der Hauptdarstellenden Florence Pugh und Morgan Freeman wird die Geschichte auf sehr hohem Niveau mit viel Herzblut und Liebe zum Detail getragen. Auch wenn der bekannte Braff-Humor hier etwas zurücksteckt, ist er dennoch nicht verschwunden. Somit gibt es trotz der ernsten Thematik auch den ein oder anderen Gag. Wer Dramen mag, die sich mit philosophischen Ansätzen beschäftigen, sollte unbedingt einen Blick auf den Film werfen.

A Good Person kann ab dem 27. April bei Sky und WOW gestreamt werden.

Unsere Wertung:

 

 

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© Sky Deutschland

Maria Nestroi

2 Kommentare

  • Also der Film fängt wirklich gut an, weil er realistisch und ehrlich den Schmerz des Verlusts und die mit einhergehenden Probleme aufzeigt. Allerdings nimmt der Film, ab ca. der Hälfte des Films einer derartige Wendung, dass ich dreimal den Film pausieren musste und mich zwingen musste, Ihn weiter zu schauen. Die meisten FIlme schaffen es nicht ein gutes Ende hinzubekommen, aber die zweite Hälfte vom Film ist schon derart hingeschissen, dass es mich dazu bewegt hat diese Filmkritik zu verfassen.
    Filmfehler und Schwachsinn
    1. Ryan verursacht überhaupt keine Probleme, außer dass Sie auf einer Party mal mit nem Typen rummachen will. Danny will den Jungen, der Ryan ins Bett gekriegt hat, daraufhin direkt mit einer Waffe abknallen lol. Vater der Überteibung. Und genau ab diesem Moment fängt der Film an, komplett unlogisch, unglaublich kitschich, unrealistisch und auf Deutsch gesagt einfach an beschissen zu werden. Weil ab dem Moment verliert Danny seine komplette Glaubwürdigkeit als Charakter, weil er als Sie gerade die Haus Party verlassen haben, aus Wut Allison komplett sachlich an den Kopf wirft, dass Sie alleine Schuld am Unfall und Tod seines Sohnes Sohnes gehabt hätte. Dies ergibt überhaupt keinen Sinn, da auf einer Schnellstraße oder Autobahn wirklich einfach der Bagger rückwärts auf die Straße gefahren ist, ob Sie da frühzeitiger gebremst hätte, hätte evtl einen Unterschied gemacht, trotzdem nicht Ihre Schuld, ein Bagger hat nicht einfach rückwärts auf die Autobahn zu fahren. Punkt. Davon abgesehen, war es nicht mal Dannys Idee auf die Party zu gehen, sondern Sie ist nur mitgegangen, weil Ryan Sie mit Ihrem Ex und seiner neuen Freundin konfrontiert hat, was Sie emotional komplett fertig gemacht hat und Sie sich verständlicherweise deshalb betäuben wollte. Danny der vorher im Film ganze Zeit gelassen und gut gezeigt wird, weil er Allison bei Ihren Problemen unterstützen will, wird in diesem Moment sein kompletter zu vor gezeigter Charakter zerstört, weil das anscheinend jetzt die Kernaussage und die Moral des Films ist. Akzeptiere einfach das du Schuld bist und das Problem und damit habe dann alle Ihren Frieden. Das ist wirklich extrem schwach, alleine das jetzt nur ein Schuldiger gesucht wird und der ist natürlich Allison, obwohl Sie im FIlm selbst, nur scheiße abbekommen hat, Sie ganze Zeit mit Ihren Problemen auf sich allein gestellt war und Sie dann auch noch dafür verantwortlich gemacht wurde. Und von dem Moment an, zeigt der Film dann in gefühlt paar Szenen die maximal eine Minute lang gehen, wie sich Ihr komplettes Leben von jetzt auf gleich wieder ins Bessere wendet, nur weil Sie selbst jetzt es einsieht, dass Sie Schuld an dem Unfall war. In der Realität, hätte Sie sich wahrscheinlich in diesem Moment wirklich eine Überdosis verpasst oder komplett aufgegeben oder abgerutscht. Selbst wenn Sie in Wirklichkeit wirklich ab dem Moment noch härter an sich gearbeitet hätte, damit es Ihr wieder besser geht, hätte der FIlm sich dafür viel viel mehr Zeit nehmen sollen, um diesen Entwicklungsprozess z.B in der Entzugsklinik zumindest stichpunktartig aufzuzeigen und nicht Papi sagt du warst ein böses Mädchen, ja du hast Recht Papi Ich war wirklich ein böses Mädchen, jetzt werde ich ein braves Mädchen und innerhalb von zwei MInuten haben wir unser kitschiges Happy End, welches irgendwelche 0815 Menschen, die nicht deep und kritisch hinterfragen können, wahrscheinlich glücklich stimmt, weil wie heißt es so schön Ende gut, alles gut ne. Dazu kommt noch zum Schluss die Erklärung einer moralischen Botschaft von Danny an Allison in einem Brief in der er Ihr Amor Fati erklärt, du sollst dein Schicksal lieben, auch wenn du es dir nicht selbst ausgesucht hast. Bei aller Liebe, wenn man für den Tod von zwei Menschen verantwortlich gemacht wird von dieser Person auch noch, dann noch erwartet wird, dass die Person sein Leben lieben soll, ist schon harter Käse und Bullshit, den man leidern nicht ernst nehmen kann. Der Film will auch einfach nur das Klischee erfüllen und aufzeigen Drogen sind schlecht und du sollst in diesem Leben ohne Drogen oder Alkohol oder irgendeine Art der Betäubung funktionieren und am besten noch das Leben lieben (nachdem du Schuld an dem Tod von zwei Menschen hast und setidem an dein ganzes Leben psychisch und physisch extrem beeinträchtigt wurde), auch wenn dir wirklich niemand an Familie oder Freunden dabei hilft, sondern von allen anderen erwartet wird, dass du dir selbst hilft. Der Film bekommt von mir 4/10 Punkte, da der Film spätestens ab der zweiten Hälfte moralisch die komplett falschen Ansichten vermittelt, wo denn eigentlich das Problem liegt und die Lösung für solch ein Problem aussieht. Das ist viel zu einfach vom Regisseur gedacht und ist sehr unbefriedigend, da die erste Häfte eine glaubwürdige Geschichte verspricht, die dann leider komplett ins Lächerliche gezogen wird, da die Veränderung wieder zu Ihrem alten Ich nicht nachvollziehbar in einer Minute wie aus Zauberhand dem Zuschauer präsentiert wird,was in WIrklichkeit wahrscheinlich Jahre an Zeit in Anspruch genommen hätte und selbst dann ist die Darstellung wie die Perfekte Danny kurz präsentiwert wird einfach zu überzogen. Zu mal nicht mal am Ende gezeigt wird, was Allison jetzt eigentlich für einen Job hat, oder die Ex von Ihrem Ex Freund wird im FIlm auch kein einziges mal mehr gezeigt, da wird leider einfach nur eine halbfertige Geschichte erzählt, die anfangs verspricht eine möglichst realischtische Geschichte zu erzählen, welche aber genau daran scheitert Ihre eigene Erwartung zu erfüllen, weil es dem Autor anscheinend wichtiger war ein Happy End am Ende zu zeigen, anstatt ein realitätstreues Ende.

    • Ich fand den Anfang persönlich etwas schwächer. Das wirkt alles so klischeehaft und wird so schnell abgehandelt, dass man sich emotional kaum drauf einlassen kann. Aber der Film will eigentlich die Zeit NACH der Tragödie erzählen und dann fand ich ihn doch sehr berührend bis zum Schluss.