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Sarah lehnt an einer Wand. Sie ist blutverschmiert und scheint über etwas nachzudenken.

A Good Woman Is Hard To Find

In A Good Woman Is Hard To Find ist Sarah seit kurzem alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Ihr Ehemann kam unter mysteriösen Umständen ums Leben. Jetzt muss Sarah alles tun, um ihre Kinder zu beschützen. Gleichzeitig sehnt sie sich nach Antworten im Mordfall ihres Mannes. Überzeugt der Crime-Thriller von Abner Pastoll?

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TitelA Good Woman Is Hard To Find
Jahr2019
LandGroßbritannien
RegieAbner Pastoll
DrehbuchRonan Blaney
GenreCrime, Thriller, Drama
DarstellerSarah Bolger, Edward Hogg, Andrew Simpson, Jane Brennan, Caolan Byrne
Länge97 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihCapelight
Das Poster zeigt die Hauptfigur Sarah, wie sie in einem Blaumann und blutverschmiert eine nicht erkennbare Waffe über ihren Kopf hält.
Das Poster zu A Good Woman Is Hard To Find © Capelight Pictures

A Good Woman Is Hard to Find – Darum geht es

Sarah wohnt mit ihren zwei jungen Kindern in einer kleinen Wohnung. Von Tag zu Tag lebt sie quasi von der Hand in den Mund, doch das war nicht immer so: Eigentlich hatte Sarah einen Ehemann und treusorgenden Vater für ihre Kinder. Das alles änderte sich, als ihr Mann einem Mord zum Opfer fiel. Hinzu kommt, dass ihr kleiner Sohn die Tat mitangesehen hat und ein psychologisches Trauma davon getragen hat. Sarah tut alles, um herauszufinden wer ihren Mann getötet hat. Als hätte sie mit dem Status der alleinerziehenden Mutter noch nicht genug zu kämpfen, verschafft sich in einer verhängnisvollen Nacht ein Drogendealer Zutritt zu ihrer Wohnung. Er hat ihr Zuhause als sein Drogenversteck auserkoren. Nach und nach gleiten Sarah die Zügel aus der Hand und sie muss einige schwere Entscheidungen treffen.

Sarah steht aufgebrezelt vor einem unscharfen Hintergrund, der einen Nachtclub suggeriert. Die einzige Lichtquelle ist auf sie gerichtet.
Sarah im Club. © Capelight Pictures

Revenge Film – aber stylisch

Mal verhängnisvolles Drama, mal packender Revenge-Thriller. A Good Woman Is Hard to Find balanciert auf der Grenze zwischen diesen beiden Genres und macht das auch noch ausgesprochen gut. Während der Anfang des Films vor allem von der Beziehung zwischen Großmutter, Mutter und Kindern erzählt und sich mit den Schwierigkeiten der Armutsgrenze und denen einer alleinerziehenden Mutter befasst, verschiebt sich der Ton des Films immer weiter in Richtung stylischer Thriller. Grelle Neonfarben bemalen die Schauspieler und den Hintergrund und surreale Musik vernebelt dem Zuschauer die Sinne. Obwohl diese beiden Genres unterschiedlicher nicht sein könnten, meistert Abner Pastoll die Gratwanderung nahezu perfekt. Nicht zu unterschätzen sind dabei vor allem die Kameraarbeit und Bildkomposition von Richard C. Bell, der hier sein Spielfilmdebüt gibt.

Im Kinderzimmer liest Sarah ihren kleinen Kindern etwas vor. Die beiden liegen zugedeckt im Bett. Eine Lichterkette schmückt das Zimmer.
Sarah liest ihren Kindern etwas vor. © Capelight Pictures

Mütter und Kinder

Im Kern ist es aber trotzdem die Geschichte einer Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde. Die ihre Sprösslinge um alles in der Welt beschützen und aufziehen will. Es dauert keine fünf Minuten, bis der Film und die ausgezeichnete Leistung von Hauptdarstellerin Sarah Bolger es schaffen, den Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Selbst wenn Sarah (ebenfalls Name der Protagonistin) fragwürdige Entscheidungen trifft, muss man als unbeteiligter Beobachter fast beipflichtend nicken, denn die Figur ist so gut gezeichnet, dass man ihr vollends abkauft, für ihre Kinder alles zu tun. Man will sie dabei unbedingt als Siegerin hervortreten sehen. Nicht jede Schauspielerin, nicht jede Charakterzeichnung und nicht jedes Drehbuch vermögen es, so eindeutige Sympathie-Punkte zu setzen wie der Thriller von Abner Pastoll.

Sarah hat ihr Zimmer mit Plastikfolie zugedeckt. Sie trägt einen Blaumann und sitzt über etwas nicht erkennbaren. Ihr Gesicht ist blutverschmiert und sie hält einen Gegenstand in die Luft.
Sarah tut alles für ihre Familie. © Capelight Pictures

Gore mit zweifacher Bedeutung

Abner Pastolls Genre-Film beinhaltet einige Aspekte, die für zartbesaitete Zuschauer eventuell Grund zum Wegsehen sind. Anders als in vielen Horrorfilmen hat der blutige, brutale Aspekt hier aber mehr Bedeutung als einfach nur zu schocken. Natürlich ist das ein netter Nebeneffekt, aber wenn Sarah in einer Szene versucht, einem toten Mann den Arm abzusägen, dann hören wir die Knochen splittern, sehen das Blut spritzen und Sarah kotzen, als wären wir direkt neben ihr. Für manche mag diese Darstellung zu weit gehen, aber sie hilft dabei, den Zuschauer in Sarahs Lage zu versetzen. Nämlich die Lage einer Frau, der diese Tätigkeiten normalerweise auch fremder nicht sein könnten. Es kostet sie fast mehr Überwindung als sie aufbringen kann, die Aktion durchzuziehen, und Sound Design, Kamera und das ausgezeichnete Schauspiel von Sarah Bolger machen es möglich, dass wir als Zuschauer genauso empfinden.

Der Boss der Verbrecher starrt in A Good Woman Is Hard To Find erschrocken auf etwas. Er hat Blut im Gesicht
Leo Miller ist schockiert von etwas. © Capelight Pictures

Kurs auf Generisch

Das größte – und vielleicht einzige – Manko, das der Film mit sich bringt, ist die Zeichnung der Bösewichte, oder Antagonisten. Sarah nimmt es in dem Thriller mit einer Gang auf, die im Ort für Angst und Schrecken sorgt und hiesige Junkies mit Drogen versorgt. Im Fokus dieser Gang stehen zwei Handlanger und der Big Boss. Keiner dieser drei Gestalten wirkt auch nur ansatzweise interessant. Während die Handlanger generischer nicht sein könnten, hat man zumindest bei Leo Miller (gespielt von Edward Hogg), dem Kopf der Organisation, versucht, Wiedererkennungswert zu schaffen. Eine absurde Obsession mit der englischen Grammatik, Aussprache und Rechtschreibung reicht in meinen Augen aber nicht, um einen interessanten Gegenspieler zu der so wunderbar menschlichen Sarah zu schaffen. Als Charaktereigenschaft lässt man diesen „Tick“ vielleicht gerade noch so durchgehen.

Sarah steht im Baumarkt und sieht sich die Axtabteilung an. Sie hält eine Axt in der Hand in A Good Woman Is Hard To Find.
Sarah im Baumarkt. © Capelight Pictures

Unser Fazit zu A Good Woman Is Hard To Find

A Good Woman Is Hard to Find ist ein hoch stylischer, glaubwürdiger Rachethriller, gemischt mit realistischen, existenziellen Problemen des Alleinerziehens. Gut erzählt und realistisch rüber gebracht, sollte sich kein Genre-Fan diesen Film entgehen lassen. Auch wenn die Darstellung der Bösewichte dünn und nahezu klischeehaft ist, macht das Spiel von Sarah Bolger diesen Aspekt schon fast wieder nichtig. Zartbesaitete Zuschauer sollten an der ein oder anderen Stelle aber vielleicht wegsehen.

Abner Pastolls Revenge-Flick erscheint am 29.05.2020 auf DVD, Blu-ray und Streaming-Diensten.

Unsere Wertung:

 

 

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© Capelight Pictures

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