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Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ist ein Science-Fiction-Film von Robert Rodriguez. Auf einem Manga beruhend, schuf Visionär James Cameron das Drehbuch und gab Rodriguez die Vorlage für ein futuristisch-animiertes Märchen der Sonderklasse. Kann der kämpfende Engel den Film in den Siebten Himmel hieven? Erfahrt es im Folgenden!

TitelAlita: Battle Angel
Jahr2019
ProduktionslandUSA
RegieRobert Rodriguez
DrehbuchJames Cameron, Laeta Kalogridis, Robert Rodriguez
GenreScience-Fiction, Abenteuer, Action, Romanze
DarstellerRosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly, Mahershala Ali, Ed Skrein, Jackie Earle Haley, Keean Johnson, Jorge Lendeborg Jr., Lana Condor, Idara Victor, Jeff Fahey, Eiza González, Derek Mears, Leonard Wu, Casper Van Dien, Jamie Landau, Marko Zaror, Rick Yune, Hugo Perez, Billy Blair
Länge122 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
Verleih20th Century Fox
Das Kinoplakat zu Alita: Battle Angel ©20th Century Fox
Das Kinoplakat zu Alita: Battle Angel ©20th Century Fox

Auch die Engel essen Orangen – Die Handlung von Alita: Battle Angel

Die Erde im Jahre 2563: 300 Jahre sind seit dem großen Krieg, bekannt als “The Fall” vergangen. Der Planet ist verwüstet und die Gesellschaft aufgespalten. Auf einem Schrottplatz findet Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) die Überreste eines weiblichen Cyborgs mit einem intakten Gehirn. Er nimmt sie mit in seine Praxis, ergänzt sämtliche fehlenden Teile und gibt ihr den Namen Alita (Rosa Salazar). Diese hat keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit und ist darum bemüht, sich in der neuen Welt zurechtzufinden; auch Orangen stellen dabei ein absolutes Novum dar. Dabei lernt sie Hugo (Keean Johnson) kennen, der sie in die Regeln von Motorball einführt; ein Spiel auf Leben und Tod.





Nachdem Alita erfahren hat, dass ihre Ursprünge womöglich in Zalem, einer Himmelsstadt der Oberen und ein Relikt aus der Zeit vor dem Krieg, hat, setzt sie alles daran, sich zu dieser empor zu bewegen. Dabei macht sie Entdeckungen, die ihren Weg verändern werden: nicht nur ihr Ziehvater birgt Geheimnisse, sondern auch ihre neue Liebe. So macht sich Alita auf, die kriminellen Machenschaften der Stadt zu untersuchen und ihren Erfolg beim Motorball zu ihrem Vorteil zu nutzen. Ihr Ziel hat sie dabei stets vor Augen: Zalem und dessen Oberhaupt Nova. Doch dessen Gehilfe Vector (Mahershala Ali) und seine Schergen legen alles daran, Alita unschädlich zu machen…

Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) repariert die gefundenen Überreste Alitas (Rosa Salazar) ©20th Century Fox
Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) repariert die gefundenen Überreste Alitas (Rosa Salazar) ©20th Century Fox

Von rechts nach links oder ein Manga als Film

Die Ursprünge zu der Idee von Alita: Battle Angel liegen in einem Manga begraben. Im Jahre 1991 hat Yukito Kishiro Battle Angel Alita veröffentlicht. Seit 1998 hat James Cameron bekundet, Interesse an dem Inhalt des Mangas zu haben und eine Realverfilmung daraus machen zu wollen. Doch der erste, der sich mit einem Drehbuch mit dem Kampfengel in der Hauptrolle an ihn wandte, war 1999 niemand geringeres als Guillermo Del Toro. Cameron sah großes Potenzial in dem Entwurf, jedoch hatte er andere Projekte, die es zunächst zu veröffentlichen galt, u.a. Avatar – Aufbruch nach Pandora. So kam früh die Überlegung auf, die Regie einem anderen Künstler zu überlassen. Cameron wandte sich daraufhin, nachdem er fünf Jahre selbst noch an dem Drehbuch gearbeitet hat, an den Schöpfer der Sin City – Filme Robert Rodriguez.

Alita (Rosa Salazar) und Hugo (Keean Johnson) blicken auf Zalem ©20th Century Fox
Alita (Rosa Salazar) und Hugo (Keean Johnson) blicken auf Zalem ©20th Century Fox

Jon Landau, seines Zeichens ebenfalls Produzent des Films, sagte zu der Einbindung Kishiros, dass Cameron ihn während der Vorbereitungen traf und nach Austin in Texas brachte. Dort wurde ein rund 8.000 Quadratmeter großes Set aufgebaut und als Kishiro diese Manifestation seines Mangas erblickte, soll er voller Freude und Überwältigung gelächelt haben. Jedoch habe sich Cameron laut Aussage von Christoph Waltz nie persönlich in die Dreharbeiten eingemischt. Es war zwar sein Skript, aber er ließ Rodriguez sämtliche Freiheiten, dieses weiterzudenken und seine eigenen Ideen einzuarbeiten.

Von Technik, Interaktion und schauspielerischer Gleichheit

Alita: Battle Angel ist ein animationstechnisches Meisterwerk. Wie von einem Cameron-Film nicht anders zu erwarten (auch wenn dieser nur die Rolle des Produzenten übernommen hat), wird man in eine Welt gezogen, die ob ihres fiktionalen Charmes ihre realen Reize besitzt. Der Film überzeugt dabei nicht nur durch Animationen der Extraklasse, sondern auch durch eine filmisch einwandfreie Kamera. Bill Pope, der als Kameramann bereits in der Matrix – Trilogie und zuletzt in Baby Driver überzeugt hat, lässt vor allem die Actionszenen nicht in eine Sequenz aus Schnitten verkommen. Im Rahmen animierter Realität wäre dies durchaus nachvollziehbar, um die technologischen Unreinheiten zu verwischen. Stattdessen scheinen auch schnelle Szenen wie aus einem Guss und die Kämpfe werden zu überschaubaren Handgemengen, die es dem Zuschauer erlauben, den fließenden Animationen beizuwohnen. Laut Jon Landau sei mehr Detail in einem von Alitas Augen denn in der gesamten Figur Gollums aus Peter Jacksons Der Herr der Ringe.

Alita (Rosa Salazar) tritt im Motorball an ©20th Century Fox
Alita (Rosa Salazar) tritt im Motorball an ©20th Century Fox

In der Verbindung liegt das Können

Der Cast von Alita: Battle Angel ist durchweg solide. Während jüngere Stars wie Rosa Salazar und Keean Johnson in ihren Rollen aufzugehen scheinen und ihnen die Freude am Spiel anzusehen ist, überzeugen Oscar-Preisträger Christoph Waltz und Mahershala Ali durch gekonnte Routine. Ali zeigt abermals sein schauspielerisches Können und seine Vielfältigkeit, während Waltz abermals mit einer Neu-Interpretation seiner Art daherkommt. Wenn auch seine Rolle des Dr. Ido abwechslungsreicher ist als seine Oscar-Charaktere aus Inglourious Basterds und Django Unchained, wirkt Waltz’ Kollege Ali in seinem schauspielerischen Können wandelbarer und führt somit den Cast an.

Die Motion-Capturing-Schauspielerei ist jedoch nicht zu verachten. Vor allem Rosa Salazar und Ed Skrein beweisen, dass sich diese Art der Schauspielkunst nicht hinter realen Begebenheiten zu verstecken braucht. Trotz einiger technischer Veränderungen hauchen sie ihren Charakteren liebens- oder auch hassenswertes Leben ein. So haben sämtliche Schauspieler vor zumeist realen Sets gespielt und nicht lediglich vor einem Green Screen. Landau betonte hierbei, dass es stets um die Performance der Schauspieler gehe und es nicht nur die Technologie gewesen sei, die die Charaktere zum Leben erweckt hat. Auch Rodriguez teilt seine Meinung: Es komme auf die Verbindung zwischen den Schauspielern an, die bereits beim Casting erkennbar wurde.

Ed Skrein als Kopfgeldjäger Zapan ©20th Century Fox
Ed Skrein als Kopfgeldjäger Zapan ©20th Century Fox

Science-Fiction kennt keine zeitlichen Grenzen

Alita: Battle Angel ist ein Science-Fiction-Film des Sub-Genres Cyberpunk. Es geht um eine dystopische Welt mit einer zersprengten Gesellschaft, die mit Freude an gegenseitiger Jagd und Gewalt aus dem tristen Alltag herauszubrechen versucht. So fährt auch Alita: Battle Angel ein übliches Repertoire an moralischer Lektion auf, die unsere heutige Welt in einem cineastisch futuristischen Rahmen widerspiegeln. Auch Christoph Waltz betont, dass der Film Parallelen aufweist und eine Geschichte über unsere Welt erzählt, so wie es Science-Fiction stets tue. Auch Jon Landau schließt sich diesem Denken an, indem er dieses Genre als Metapher für unsere heutige Zeit erachtet.

In dieser Weise ist Alita: Battle Angel durchaus mit Science-Fiction-Klassikern der 1960er-Jahre und den Werken der “Großen Drei” Philip K. Dick, Isaac Asimov und Robert A. Heinlein zu vergleichen. Doch an die Meisterwerke dieses Triumvirats und der Literaten und Filmemacher der letzten Jahrzehnte wie ein Stanley Kubrick, kann Rodriguez’ Film keineswegs anknüpfen. Er hat viele moralische Schichten und spricht Missstände an, doch sind dies keine neuen Erkenntnisse. Der Film tut das, was von Science-Fiction “verlangt” wird. Nicht mehr und nicht weniger…

Die Vielschichtigkeit der Einfachheit

Alita: Battle Angel ist ein durchaus vielschichtiger Film, der verschiedene Motive aufweist. Laut Waltz seien diverse Ebenen zu erkennen. Der Film habe etwas Psychoanalytisches und Sentimentales in sich. Des Weiteren gebe es ein Liebes- und ein Abenteuerthema und der Nervenkitzel im Rahmen der Stunts und die verwendeten Technologien verleihen dem Film ihr übriges. Auch Landau hebt den greifbaren Superheldinnen-Charakter Alitas und die Bedeutung der Stärkung der Frauenrolle hervor.

Vector (Mahershala Ali) und seine Schergen ©20th Century Fox
Vector (Mahershala Ali) und seine Schergen ©20th Century Fox

Die Mitwirkenden haben nicht ganz unrecht. Der Film weist in der Tat einige Motive auf, die die menschlichen Geschicke stets bestimmt haben und dies auch weiterhin tun. So geht es in Alita: Battle Angel um Identität, Emanzipation und Feminismus, einem Gegen- und Miteinander der Generationen und das Denken von Konstrukten wie Gesellschaft und “Klassen”. Der Film macht vieles richtig, indem er diese Punkte anspricht, jedoch manchmal seine Rolle als Metapher aus den Augen verliert. Manches Motiv verkommt im Laufe der Handlung und wird zu einem gestalterischen Element, welches Vorurteile lediglich verstärkt, denn sie aufarbeitet.

Am Ende bleibt der Ursprung

Sowohl Jon Landau als auch Robert Rodriguez haben den zeitlosen Charakter von Camerons Produktion hervorgehoben. Dieser habe sich bewusst auf die Ursprungsgeschichte konzentriert, um Alitas Wandel und die Suche nach ihrer Herkunft cineastisch inszenieren zu können. Den Machern ist in der Tat ein Film gelungen, der sich im Rahmen des Science-Fiction-Genres nicht verstecken muss, vor allem aufgrund seiner Animationen und Motion-Capturing-Technik. Es ist ein wahres Vergnügen, sich an den Bildern zu erfreuen und dabei in dem Wissen zu sein, dass die Mixtur aus Animationstechnik und Set-Bau eine Augenweide an cineastischer Liebe auf die Leinwand gezaubert hat.

Mein Fazit zu Alita: Battle Angel

So macht Alita: Battle Angel mit seinem Wirken, seinem Cast, musikalischer Untermalung und Kamera einiges richtig. Obwohl der Film auf einer metaphorischen Ebene im Gedächtnis des Genres bleiben möchte, gelingt ihm dies nur partiell. Denn all die Motive, die der Film anspricht, werden eben nur als Teil der Handlung thematisiert. Zu oft geschieht es, dass man sich in Klischees verliert und bekannte Handlungsmuster über den metaphorischen Sinngehalt legt.

Die Dreharbeiten zu Alita: Battle Angel haben über 20 Jahre angedauert und es waren über 15.000 Leute daran beteiligt. Tausende von Stunden und Tagen sollten den Film zu einem scheinbar zeitlosen Filmprojekt machen. Cameron, Rodriguez und Co. ist kein Meilenstein des Science-Fiction-Genres gelungen, jedoch ein durchaus unterhaltsamer, wenn auch kurzweiliger Film. Er fasziniert durch Bilder und Action, weniger durch Tiefsinn und Nachhall. Alita: Battle Angel befindet sich nicht im Siebten Himmel des Films, aber es ist dennoch keine Höllenfahrt…

Der Film ist hierzulande ab dem 14. Februar 2019 im Kino zu sehen!

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© 20th Century Fox

Christopher Hanek

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