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Promobild zu American Horror Story: Apocalypse

American Horror Story: Apocalypse

In American Horror Story: Apocalypse gibt es nach einer nuklearen Apokalypse nur noch wenige Menschen auf der Erde. Dies mündet in einem finalen Kampf zwischen Gut und Böse. Die achte Staffel der Anthologie-Serie ist dabei das erste Crossover früherer Staffeln. Ob und wie dies funktioniert, erfahrt ihr hier.

TitelAmerican Horror Story: Apocalypse
Jahr2018
LandUSA
RegieBradley Buecker, Jennifer Lynch, Loni Peristere, Sheree Folkson, Gwyneth Horder-Payton, Sarah Paulson, Jennifer Arnold
DrehbuchRyan MurphyBrad FalchukTim MinearJames Wong, Manny Coto, John J. Gray, Crystal Liu, Adam Penn, Josh Green, Asha Michelle Wilson
GenreHorrorFantasy
DarstellerSarah Paulson, Evan Peters, Adina Porter, Billie Lourd, Leslie Grossman, Cody Fern, Emma Roberts, Cheyenne Jackson, Kathy Bates
Länge420 Minuten, 10 Episoden
FSKab 18 Jahren freigegeben
Verleih20th Century Fox
Cover von American Horror Story: Apocalypse
Plakat zu American Horror Story: Apocalypse © 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Apocalypse Now

Nach einer nuklearen Apokalypse ist der Großteil der Menschen ausgestorben, auch die Welt, wie wir sie kennen, ist vernichtet. Über der Oberfläche liegt ein giftiger, nuklearer Nebel, der die Erde unbewohnbar macht. Ein kleiner Kreis von Auserwählten verweilt daher in unterirdischen, geschützten Außenposten, die der geheimen Kooperative unterstehen. Im Bunker des Außenposten 3 unterliegen die wenigen Bewohner dem strengen Regime von Ms. Veneble (Sarah Paulson) und Ms. Mead (Kathy Bates). Als mit Michael Langdon (Cody Fern) unerwartet ein Vertreter der Kooperative erscheint, ändern sich die Dinge jedoch schlagartig.

Langdon verspricht denjenigen, die eine von ihm durchgeführte Musterung bestehen, ein Überleben in einem paradiesischen Areal, während die anderen sterben müssen. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass Langdon kein gewöhnlicher Vertreter der geheimnisvollen Kooperativen ist, sondern über weitaus höhere Pläne verfügt. So beginnt nicht nur der Kampf ums Überleben während der Apokalypse, sondern gleichsam der finale Kampf zwischen Gut und Böse.

Eine etwas ungewöhnliche Staffel..

American Horror Story: Apocalypse ist das erste ausführliche Crossover zweier Staffeln. So werden nicht nur Elemente, sondern auch Settings und natürlich auch Charaktere aus der ersten Staffel, Murder House, und der dritten Staffel, Coven, übernommen. Dies lässt aber erst einmal auf sich warten. Zunächst wird in den ersten drei Folgen die Geschichte um den nuklearen Angriff erzählt und die Gesellschaft in Außenposten 3 eingeführt. Die Staffel wartet auch mit einer durchaus ungewöhnlichen Erzählstruktur auf. So wirkt dieser erste Teil zunächst wie ein Prolog. Am Ende der dritten Folge betreten schließlich die bekannten Coven-Hexen um Cordelia (auch Sarah Paulson), Madison (Emma Roberts) und Myrtle Snow (Frances Conroy) den Bunker. Wer denkt, es geht jetzt erst richtig los, der irrt. Denn nahezu die gesamte restliche Staffel erzählt nach einem Zeitsprung die Vorgeschichte vor der Apokalypse.

Lily Rabe muss als Misty Day in der Hölle Frösche sezieren | American Horror Story: Apocalypse
Misty Day (Lily Rabe) ist immer noch in der Hölle gefangen | American Horror Story – Apokalypse © 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Dabei gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit den ins Herz geschlossenen Charakteren aus Coven, wie etwa Queenie, Zoe oder auch Papa Legba, sondern auch dem berüchtigten Murder House und seinen toten Bewohnern. Gerade die Rückkehr ins Murder House ist wohlig schaurig gelungen und viele Figuren aus der ersten Staffel bekommen hier eine eigene kleine Szene, die teils gar rückwirkend sinnstiftend und der Charaktererweiterung dienend wirken, sodass man am liebsten direkt im Anschluss die erste Staffel wieder in den Player schmeißen möchte. Dabei sei noch gesagt, dass American Horror Story: Apocalypse zwar auch ohne Vorwissen geguckt werden kann, es aber klar empfohlen wird, die beiden früheren Staffeln vor der Sichtung nachzuholen. Dies ist für die Erzählung nicht unbedingt von Belang, insgesamt aber doch sehr bereichernd, da die Staffel letztlich doch eher Crossover als eine losgelöste, eigenständige Staffel ist.

..mit Höhen und Tiefen

Durch die Verwebung verschiedener Staffeln und Zeitstränge übernimmt der Cast nicht nur wie von der Serie gewohnt neue Rollen, sondern jeweils mehrere Figuren. Teilweise bleibt es dabei sogar nicht bei Doppelrollen, Sarah Paulson spielt gleich drei verschiedene Figuren, Evan Peters sogar ganze vier. Die Schauspieler spielen dies zwar jeweils sehr überzeugend, ein wenig irritierend kann es aber schon anmuten, wenn Emma Roberts als Madison in einer Szene mit Sarah Paulson als Hexe Cordelia spricht und in der nächsten Szene mit Paulson als Medium Billie Dean Howard. Verbunden mit der Platzierung von bekannten Elementen und Figuren wird man so immer wieder etwas aus der Erzählung herausgerissen.

Auch durch das aus Coven bekannte muntere Wiederbeleben von Figuren steckt das Drehbuch voller, meist freudiger, Überraschungen. Hierbei muss sich die Staffel allerdings mitunter durchaus den Vorwurf des Fanservice gefallen lassen. Trotz einer kohärenten Geschichte stellt sich ein wenig das Gefühl ein, von einer Szene zur nächsten zu springen und dabei immer wieder bekannte Motive als Appetithäppchen serviert zu bekommen. Das macht zwar auch durchaus Spaß und bietet immer wieder neue Wendungen, aber richtig tief in die Geschichte eintauchen kann man leider letztlich nicht. Denn so schön etwa der Besuch im Murder House auch ist, so schnell ist es auch oftmals wieder vorbei.

Evan Peters forscht als exzentrischer Wissenschaftler an Androiden in Evan Peters in einer seiner vielen Rollen in American Horror Story - Apokalypse
Evan Peters in einer seiner vielen Rollen in American Horror Story – Apokalypse © 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Altes und Neues in American Horror Story: Apocalypse

Die Inszenierung verschafft auch hier wieder klassisches American Horror Story-Feeling und wankt zwischen Schaurigkeit und ironischer Überstilisierung, sowie zwischen helleren und dunkleren Sets wie Momenten. Hin und wieder gibt es auch ein paar brutalere Gewaltausbrüche, sodass sich auch diese Staffel abermals verdientermaßen die Freigabe ab 18 Jahren abholen durfte. Neben dem großen Anteil an Fanservice-Momenten, die aber eben auch durchaus gelungen sind, gibt es freilich auch wieder neue Settings und Figuren. Gerade die Einführung in den Außenposten 3 serviert ein paar wirklich gelungene, stimmungsvolle Momente, wenn in dem düsteren Bunker auf engstem Raum eine kleine zusammengewürfelte Gruppe miteinander auskommen muss und dabei der strengen Leitung von Ms Veneble unterliegt. Das Potenzial um Spannungen in der Gruppe, kleinen Intrigen und finsteren Pläne bei Kerzenschein wird auch reichlich ausgeschöpft. Es ist schade, dass die Erzählstruktur immer mal wieder von Brüchen geprägt ist.

Das Zentrum und das große Highlight der Staffel bildet aber die undurchsichtige und zugleich interessante Figur des Michael Langdon. Verkörpert wird er vom bis dato eher unbeschriebenen Blatt Cody Fern, der aber selbst routinierte Kollegen wie Sarah Paulson oder gar Kathy Bates gänzlich die Show stiehlt. Er spielt den mysteriösen Mann sowohl mit einer bedachtsamen Ruhe als auch mit solcher Kraft, dass er nahezu jede Szene für sich einnehmen kann. Wenn nach und nach das Geheimnis um die Figur gelüftet wird und das Böse in ihm zum Vorschein kommt, wird seine Figur zum bekannten und oftmals faszinierenden Typus des hochentwickelten Bösewichts mit Macht und Intelligenz.

Emma Roberts, Sarah Paulson und Frances Conroy treten als die Coven-Hexen aus dem Nebel in American Horror Story: Apocalypse
Ein Wiedersehen mit den Hexen aus Coven: Madison (Emma Roberts), Cordelia (Sarah Paulson) und Myrtle (Frances Conroy) in American Horror Story – Apokalypse © 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Unser Fazit zu American Horror Story: Apocalypse

Es ist durchaus ein schönes Wiedertreffen mit den Charakteren und Schauplätzen aus Murder House und Coven, ohne dabei eine Eigenständigkeit vermissen zu lassen. Auch der Cast weiß wie gewohnt sehr zu gefallen und wird wieder mal durch neue Gesichter sinnvoll ergänzt. Allen voran Cody Fern kann hierbei auf sich aufmerksam machen. Wirklich rund fühlt sich die Staffel aber leider nicht an. Zu vollgestopft und zu unruhig erzählt mutet das Ganze mitunter an, sodass man sich an den einzelnen Versatzstücken zwar erfreut, doch oftmals gerne mehr von den jeweiligen Erzählsträngen gesehen hätte. Sehenswert ist die Staffel zwar allemal, wirklich ausgereift und auserzählt ist die Geschichte letztlich aber nicht. Potenzial für eine etwas längere Staffel wäre durchaus vorhanden.

American Horror Story: Apocalypse erschien am 26.09 fürs Heimkino.

Unsere Wertung:

 

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