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Aquaman

„Aquaman ist scheiße“ – Ein kleiner Satz in einer beliebten Sitcom sorgte dafür, dass die DC-Figur Aquaman seit Jahren ins Lächerliche gezogen wird. Das stellte Warner vor ein Problem, als man plante, diese Figur glaubhaft in das DC-Filmuniversum zu integrieren. Aus diesem Grund wählte man wohl mit Jason Momoa einen Darsteller, der komplett konträr zur Darstellung in den Comics ist. Nachdem er in Batman v Superman angeteast wurde, hatte er in Justice League seinen ersten Auftritt. Dort galt er im Kampf gegen Steppenwolf als einer der wenigen Lichtblicke. Nun versucht er auch in seinem ersten eigenen Kinofilm zu überzeugen.

TitelAquaman
Jahr2018
ProduktionslandUSA, Australien
RegieJames Wan
DrehbuchJames Wan, David Leslie Johnson-McGoldrick, Will Beall, Geoff Johns, Mort Weisinger, Paul Norris
GenreSci-Fi/Fantasy, Action, Abenteuer
DarstellerJason Momoa, Nicole Kidman, Patrick Wilson, Amber Heard, Willem Dafoe, Dolph Lundgren, Temuera Morrison, Yahya Abdul-Mateen II
Länge143 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihWarner Bros.
Poster zu Aquaman © Warner Bros.
Kinoposter zu Aquaman © Warner Bros.

Mit Dreizack auf den Thron

Aquaman (Jason Momoa) ist der Sohn eines Leuchtturmwächters und der Königin von Atlantis, Atlanna. Um die beiden zu schützen ist sie einst nach Atlantis zurückgekehrt, denn dort hat man diese Liebschaft sehr kritisch gesehen. So verbringt Aquaman, halb Mensch, halb Atlanter, sein Leben an der Oberfläche und entwickelt sich dort zum Helden für die Menschheit. Ein Jahr nachdem er mit der Justice League Steppenwolf besiegt hatte, kontaktiert ihn Mera (Amber Heard) mit der Bitte, seinen rechtmäßigen Platz als König von Atlantis einzunehmen. Denn sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) möchte alle sieben Königreiche der Meere um sich scharen und als Oceanmaster die Oberwelt angreifen. Dafür benötigt Aquaman den mächtigen Dreizack von Atlan. Zusammen mit Mera macht er sich auf die Suche.

Jason Momoa hat Bock

Der Grundplot von Aquaman ist ziemlich simpel – Dreizack schnappen und König von Atlantis werden. Doch mit 143 Minuten Laufzeit bewegt man sich in epischen Gefilden und übertrifft damit deutlich die Heldenzusammenkunft in Justice League. Gefüllt wird die Laufzeit mit ausgiebigen Origin-Stories zu Aquaman und dem Bösewicht Black Manta, der Einführung und Darstellung von Atlantis und einer mäßig gelungenen Lovestory. Dabei hantiert man mit allerlei Figuren und baut eine imposante Unterwasserwelt auf. Langeweile kommt trotz der langen Laufzeit nicht auf. Die größte Stärke des Films ist dabei der bestens aufgelegte Jason Momoa als Aquaman. Mit seiner Coolness überspielt er so die ein oder andere hanebüchene Situation. Wenn er z.B. zum Finale mit einem riesigen Wesen auftaucht, wirkt das schon unfreiwillig komisch, mit Momoas Art aber weniger lächerlich. Man merkt einfach, dass er unglaublich Bock auf den Film hatte.

Der lässige Aquaman © Warner Bros.
Lässig und cool. Aquaman überzeugt auf ganzer Linie © Warner Bros.

Imposante Unterwasserwelt auf dem Greenscreen

Aufgrund der Unterwasserwelt nicht anders realisierbar und im Comic-Verfilmungs-Genre sowieso Standard, spielt sich in Aquaman nahezu alles vor dem Greenscreen ab. Die Qualität der Computer-Effekte liegt dabei deutlich über der in Justice League und pendelt sich im überdurchschnittlichen Blockbuster-Bereich ein. Das Artdesign ist sehr farbenfroh und beinhaltet fantasievolle Unterwasserstädte- und Wesen, die sich sehr an der Comicvorlage orientieren. Eine geerdete Comic-Verfilmung im Stil der The-Dark-Knight-Trilogie sollte man hier wahrlich nicht erwarten. Denn Aquaman geizt nicht mit seinen Reizen und überflutet den Zuschauer damit förmlich. Das betrifft auch die Action-Sequenzen, von denen es eine Menge gibt und die besonders im Finale die Orientierung schwer machen. Wirklich viel hängen bleibt davon nach dem Abspann aber nicht viel.

Unterwasserspaß mit Hang ins Lächerliche

Optisch überzeugend und ein glänzend aufgelegter Jason Momoa stehen auf der Habenseite, doch finden sich in Aquaman auch Argumente auf der Sollseite. Für manche ein großer Spaß, für einige einfach nur lächerlich. Einige Szenen beschreiten einen schmalen Grat zwischen diesen beiden Extremen und der Ausschlag des Pendels ist dabei von subjektiver Natur. Eindeutiger ist hingegen der Pendelausschlag bei der Lovestory, die gar längst vergessene Erinnerungen an Star Wars: Episode II aufkommen lässt. Eine unbedarftere und hölzernere Romanze hatte ich seitdem nicht mehr gesehen. Mit Eintreten dieses Abschnitts schwenkt das Pendel auch immer häufiger ins Lächerliche. Leute, die mit den auf Rhinozeros reitenden Kriegern in Black Panther Probleme hatten, werden mit den auf riesigen Seepferdchen reitenden Kriegern sicher nicht ihre Freude haben.

Unterwasserschlachten © Warner Bros.
Imposante Unterwasserschlachten © Warner Bros.

Mein Fazit zu Aquaman

Das zusammenhängende Filmuniversum von DC hat es nicht leicht. Nahezu alle Versuche dem großen und erfolgreichen Konkurrenten hinterherzuhecheln scheitern. Nach dem Kritiker- und Publikums-Liebling Wonder Woman gab es mit Justice League wieder ordentlich Kritik. Nun soll erneut ein Solo-Streifen den DC-Dampfer auf Kurs bringen. An den Kinokassen gelingt das dem in The Big Bang Theory oft gescholtenen Aquaman auch erstaunlich gut. Mit seiner imposanten Unterwasserwelt und dem gut aufgelegten Jason Momoa punktet die Comic-Verfilmung mit frischen und spaßigen Elementen. Trotz seiner langen Laufzeit schleichen sich auch keine Längen in den Film, da es immer etwas zu bestaunen gibt. Besonders gegen Ende wird man von den Reizen überflutet und verliert gerne mal die Orientierung. Auf den Weg dorthin gleitet der Film immer wieder in lächerliche Gefilde ab. Ein spaßiger Ritt ist Aquaman dennoch, der zwar nicht alles richtig macht, aber zu unterhalten weiß.

Aquaman im klassischen Kostüm © Warner Bros.
Aquaman in voller Pracht © Warner Bros.
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© Warner Bros.

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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