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Melody (Dina Shihabi) telefoniert in einer Telefonzelle vor dem Visser-Gebäude und schaut besorgt aus in Archive 81

Archive 81

Eine von James Wan produzierte Horrorserie, die auf einem Podcast basiert? Die Prämisse von Rebecca Sonnenshines Archive 81 klingt ungewöhnlich und spannend zugleich. Kann die Serie dem standhalten oder geht sie im Überangebot von Netflix unter?

Archive 81 | Official Trailer | Netflix

TitelArchive 81
Jahr2022
LandUSA
RegieRebecca Thomas, Haifaa Al-Mansour, Justin Benson, Aaron Moorhead
DrehbuchEvan Bleiweiss, Paul Harris Boardman, Bobak Esfarjani, Helen Leigh, Michael Narducci, Rebecca Sonnenshine
GenreSerien
DarstellerAriana Neal, Dina Shihabi, Evan Jonigkeit, Matt McGorry, Julia Chan, Martin Donovan, Mamoudou Athie, Daniel Johnson, Kate Eastman, Kristin Griffith, Johnna Leary, Charlie Hudson III
Länge8 Folgen jeweils 45 – 60 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihNetflix
Dan und Melodys Köpfe sind nebeneinandergestellt und schauen in entgegengesetzte Richtungen
Das Plakat zur Serie Archive 81 © Netflix

Worum geht’s in Archive 81?

Dan Turner (Mamoudou Athie) verdient sein Geld mit der Restauration und Digitalisierung von altem Videomaterial. Das ist auch der Grund, warum Virgil (Martin Donovan, unter anderem bekannt aus Tenet und Big Little Lies) auf ihn aufmerksam wird. Der anfangs undurchsichtige Konzernchef wurde einer Reihe von Videokassetten habhaft, die Aufnahmen der Dokumentarfilmerin Melody (Dina Shihabi) enthalten. Diese hatte sich Jahre zuvor in einem großen Mietshaus, dem Visser-Gebäude, einquartiert, um das Leben der Bewohner zu dokumentieren und zeitgleich nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen, die angeblich in eben jenem Gebäude leben soll.

Bei einem späteren Brand im Visser-Gebäude wurden die Tapes allerdings stark beschädigt, weshalb Dan bei der Aufbereitung helfen soll. Doch was erhofft sich Virgil von den Aufnahmen? Welche schaurigen Wahrheiten offenbaren sie und wie hängt das alles mit Dans eigener Vergangenheit zusammen?

Dan restauriert eine Videokassette und trägt dabei weiße Handschuhe in Archive 81
Dan bei seiner Arbeit © Netflix

Ein Podcast als Vorlage

Archive 81 basiert auf dem gleichnamigen Podcast von Dan H. Powell und Marc Sollinger.
Genauso wie besagter Podcast lässt sich die Serie am ehesten als eine Melange aus Mystery, Horror und Found-Footage kategorisieren. Der Mystery-Aspekt beginnt bereits mit der Prämisse in der ersten Folge. Warum ist Virgil bereit, für die Restauration einer Handvoll alter VHS-Kassetten eine sechsstellige Summe zu bezahlen? Und warum muss das in einem abgelegenen Gebäude ohne Kontakt zur Außenwelt passieren? In welcher Beziehung steht Virgil zu Melody und was hat Dan damit zu tun? Diese und viele weitere Fragen ziehen sich als rote Fäden durch die folgenden acht Episoden. Entsprechend stellt die Beantwortung einen zentralen Reize der Serie dar.

Klassische Horror-Elemente werden demgegenüber allerdings nur sehr pointiert eingesetzt. Archive 81 inszeniert weder eine Jump-Scare-Achterbahn noch ein stoisches Durchdeklinieren bekannter Horror-Tropes. Vielmehr funktioniert die Serie als eine Art rätselhafte Detektivgeschichte mit übersinnlichen Elementen. Es geht um die Vermischung von Traum und Realität, um Abhängigkeiten innerhalb dem Okkultismus verschriebenen Gruppen sowie um die Suche nach der eigenen Identität.

Virgil (Martin Donovan) und Dan (Mamoudou Athie) stehen sich gegenüber in Archive 81
Martin Donovan als Virgil © Netflix

Bekannte Namen

Die treibende Kraft hinter der Serie, Rebecca Sonnenshine, war in jüngerer Vergangenheit unter anderem als Produzentin für die Erfolgsserien The Boys und The Vampire Diaries tätig. Dementsprechend ist die Amerikanerin alles andere als ein unbeschriebenes Blatt im Geschäft. Der klangvollste Name hinter der Produktion von Archive 81 ist aber zweifelsohne Horror-Experte James Wan. Der hat 2004 mit Saw ein Revival des Genres ausgelöst und sich seither mit der Conjuring-Filmreihe und unzähligen weiteren Beteiligungen durch seine Produktionsfirma Atomic Monster Productions eine beachtliche Reputation erarbeitet.

In Sachen Regie dürften Genre-Kenner ebenfalls hellhörig werden. Schließlich wurden die Episoden drei und vier vom Regieduo Justin Benson & Aaron Moorhead inszeniert, die bereits mit Filmen wie Spring, The Endless und aktuell Synchronic für Aufsehen gesorgt haben. Die restlichen Episoden zeichnen sich indes Rebecca Thomas und die Saudi-Arabische Filmemacherin Haifaa Al-Mansour verantwortlich. Einen herausstechenden Unterschied in der Inszenierung zwischen den einzelnen Episoden sucht man aber vergeblich. Dadurch wirkt die Staffel wie aus einem Guss.

Audiovisuell rangiert Archive 81 insgesamt auf einem sehr hohen Niveau, denn vor allem der Score und das Sound-Design sorgen für einige wohlig-schaurige Momente.
Vor der Kamera liefert die Schauspielriege rund um Mamoudou Athie (The Circle, Black Box), Ariana Neal und Dina Shihabi (Jack Ryan, Daredevil, Altered Carbon) durch die Bank überzeugende Leistungen ab. Besonders das bewusst stoische Spiel von Athie verleiht seiner Figur des Dan eine ganz eigene undurchschaubare Aura, die auf die Stimmung der Serie einzahlt.

Melody (Dina Shihabi) telefoniert in einer Telefonzelle vor dem Visser-Gebäude und schaut besorgt aus in Archive 81
Melody (Dina Shihabi) bei ihren Recherchen zum Visser-Gebäude © Netflix

Erzählstruktur und Schwächen

Archive 81 erzählt seine Geschichte in unterschiedlichen Zeitebenen. Im Jetzt restauriert und sichtet Dan die alten Videokassetten und versucht, mit seinen Entdeckungen und den Konsequenzen aus diesen umzugehen. In den ausgedehnten Rückblenden wohnen wir den Ereignissen rund um die Dokumentarfilmerin und den anderen Bewohnern des Visser-Gebäudes bei. Einen Großteil ihrer Spannung generiert die Serie natürlich aus den Verquickungen der beiden Erzählstränge. Aus offensichtlichen Spoilergründen werden wir darauf nicht im Detail eingehen.

Etwas schade währenddessen ist der fehlende Fokus auf die handwerkliche Arbeit von Dan. Die Restauration von altem Videomaterial, in der er offenbar eine Koryphäe zu sein scheint, wird in nur wenigen Szenen detailliert beleuchtet und findet lediglich in einigen schnell geschnittenen Montagen statt. Die ihm zugerechnete Expertise muss man als Publikum daher schlicht glauben, statt sie im Laufe der Serie gezeigt zu bekommen. Lediglich ein oder zwei Mal steht Dan vor technischen Herausforderungen, die seine Arbeit kurzzeitig behindern. Darüber hinaus dient der Restaurationsprozess nur als Vehikel, um die Geschichte von Melody und dem Visser-Gebäude zu erzählen. Dort verschenkt Archive 81 leider einiges an Potential.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Raum und betrachtet eine geheimnisvolle Steinstatue in Archive 81
Was geht im Visser-Gebäude merkwürdiges vor? © Netflix

Unser Fazit zu Archive 81

Abschließend lässt sich sagen, dass Fans von Mystery-Serien wie Dark, Hausen oder Katla bei Archive 81 auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Die Serie bietet genügend Schauwerte, erzählt ihre spannende Geschichte ohne allzu viel Nebenschauplätze stringent durch und bietet, auch ob der ungewöhnlichen Erzählstruktur, einige Überraschungsmomente. Ein Übermaß an typischen Horror-Elementen darf man aber, trotz des im Marketing sehr präsenten James Wan hinter den Kulissen, nicht erwarten.

Archive 81 ist seit dem 14. Januar bei Netflix abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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