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Egor (Oleg Chugunov) durchschreitet in Baba Yaga mit seinen Freunden dunkle Gänge auf der Suche nach der geheimnisvollen und blutrünstigen Hexe.

Baba Yaga

Die Fäden sind gesponnen. Die titelgebende Hexe Baba Yaga ist zurück und liefert gruselige Genre-Kost aus Russland. Erwartet uns ein Horror-Überraschungshit?

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TitelBaba Yaga (OT: Yaga. Koshmar tyomnogo lesa)
Jahr2020
LandRussland
RegieSvyatoslav Podgaevskiy
DrehbuchNatalya Dubovaya, Ivan Kapitonov, Svyatoslav Podgaevskiy
GenreHorror
DarstellerOleg Chugunov, Glafira Golubeva, Artyom Zhigulin, Svetlana Ustinova, Aleksey Rozin, Maryana Spivak, Marta Timofeeva
Länge113 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Das Filmplakat zu Baba Yaga zeigt die Hexe mit einem Baby im Arm umgarnt von zahlreichen roten Fäden
Das offizielle Filmposter zu Baba Yaga © capelight pictures

Patchwork-Probleme – die Handlung

Neue Wohnung, neues Familienmitglied und neue Lebensumstände. Der junge Egor (Oleg Chugunov) hat es gerade nicht leicht. Als kleines Kind hatte er seine Mutter verloren und ist nun mit seinem Vater, dessen neuer Frau und seiner frischgeborenen Halbschwester in eine neue Wohnsiedlung gezogen. Vor allem mit seiner neuen „Mutter“ kommt er nicht zurecht und eckt deswegen auch immer mit seinem Vater an. Unterdessen wird zur Entlastung der Mutter ein Kindermädchen für das Frischgeborene eingestellt und zu der angespannten Stimmung gesellen sich noch allerlei Merkwürdigkeiten. Diese werden aber nur Egor bewusst, der das kleine Baby in Gefahr sieht und damit Recht behalten sollten. Denn auf einmal ist es verschwunden und außer ihm erinnert sich niemand mehr an seine Halbschwester – selbst die Eltern nicht.

Klare Vorbilder

Sie hat Kinder zum Fressen gern, erinnert mit ihren Erzählungen durchaus an Grimms Hänsel & Gretel und erreicht in westlichen Gefilden einen immer größeren Bekanntheitsgrad – Baba Yaga. Verankert in der slawischen Mythologie steht sie nun Pate für eine moderne Neuverfilmung und einen potenziell schauderhaften Genre-Beitrag aus Russland. Doch wirklich schauderhaft ist der leider nicht, dazu später mehr. Denn Ausgangspunkt für die Handlung ist der junge Egor, der doch tatsächlich Mitglied im Losers-Club aus Stephen Kings Es sein könnte. Er muss sich gegen Bullys wehren, hadert mit seiner neuen Schwiegermutter und hat immer noch mit dem Tod seiner Mutter zu kämpfen. Doch ähnlich wie bei Stephen King reicht das noch nicht, denn er muss sich zudem noch mit einer übernatürlichen Macht herumschlagen, die für das Verschwinden unzähliger Kinder verantwortlich ist.

In Baba Yaga hinterlässt die böse Hexe in Form von roten Fäden ihre Spuren. Hier sieht man ein Kinderbett, dass von diesen umgarnt ist, während die Mutter fassungslos in die Leere starrt.
Baba Yaga hinterlässt ihre Spuren © capelight pictures

Anleihen an die großen westlichen Horror-Vorbilder wie eben Stephen Kings Es oder auch der Conjuring-Reihe lassen sich nicht nur erahnen, sondern springen regelrecht aus dem Bildschirm. Dazu gehören auch die obligatorischen Jump-Scares, die hier einfallsloser nicht sein könnten. Generell bewegt sich der Streifen auf Jahrmarkt-Grusel-Niveau und bietet sich höchstens für jüngere Semester als Einstieg ins Horror-Genre an. Alteingesessene dürften eher müde mit der Schulter zucken, denn sowohl auf der Spannungs- als auch Schauerebene spult Baba Yaga lediglich Schema F ab. Ermüdend ist zudem der erzählerische Unterbau rund um Egor, der vor Klischees nur so trieft und hanebüchene Entwicklungen mit sich bringt. Warum einer der Bullys im Laufe des Films zum Buddy mutiert, wird bis zum Ende nicht nachvollziehbar aufgeklärt. Von der stimmigen Gruppendynamik eines Es kann man da nur träumen.

Wo ist Baba Yaga?

Namensgebend, furchteinflößend aber nicht wirklich anwesend. Als großer „Star“ des Films fristet Baba Yaga überraschenderweise ein Schattendasein. Denn zu sehen bekommen wir die namensgebende Hexe erst im Finale. Bis dahin erhält sie in Form des Kindermädchens Tatyana (Svetlana Ustinova) ein Gesicht, die als eine Art Handlangerin der Hexe fungiert. Wenn sich die Hexe am Ende dann vollends entblößt, ist ganz viel CGI-Matsch im Spiel und macht die bis dahin durch den Film getragene Atmosphäre fast komplett zunichte. Letztere ist bis zu diesem Debakel eines der wenigen gelungenen Elemente des Films. Denn die Atmosphäre ist trotz des modernen Settings inmitten einer frisch angelegten Wohnsiedlung durchaus ansprechend. Spielereien mit dem Licht, die Ausflüge in den Wald und vor allem das Erkunden des Hexenhauses sind stimmig inszeniert. Zudem sind die Spielereien mit den roten Fäden hübsch anzusehen, wenngleich sie inhaltlich nicht von Belang sind.

Unser Fazit zu Baba Yaga

Baba Yaga hat seine offensichtlichen Schwächen und ist für Genre-Kenner vorhersehbar und größtenteils (Achtung, Wortwitz!) fad. Auch die Figuren und die Handlung sind ziemlich einfallslos. Einen gewissen Charme kann man dem Film dennoch nicht absprechen, denn die Bemühungen sind ersichtlich. Auch optisch hat man durchaus ansprechende Momente in petto. Insgesamt bewegt sich Baba Yaga mit seiner Jahrmarkt-Grusel-Jump-Scare-Parade aber auf uninspiriertem und unterdurchschnittlichem Genre-Niveau, das gerade einmal ein paar Horror-Neulinge locken könnte.

Baba Yaga ist seit dem 12.06.2020 auf DVD, Blu-ray und VOD erhältlich.

Unsere Wertung:

 

 

 

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