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Billy Rosewood (Judge Reinhold) präsentiert stolz seine neue Aufgaben als Sergeant in Beverly Hills Cop III.

Beverly Hills Cop III

Sieben Jahre nach seinem letzten Einsatz reanimiert Eddie Murphy die Rolle des Axel Foley in Beverly Hills Cop III. Ob das noch gut gehen kann?

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TitelBeverly Hills Cop III
Jahr1994
LandUSA
RegieJohn Landis
DrehbuchSteven E. de Souza
GenreAction, Komödie, Krimi, Thriller
DarstellerEddie Murphy, Judge Reinhold, Hector Elizondo, Gilbert R. Hill, Timothy Carhart, John Saxon, Theresa Randle, Stephen McHattie, Bronson Pinchot, Alan Young
Länge104 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures Germany
Auf dem Cover zur Remastered-Box der Beverly Hills Cop-Trilogie ist Eddie Murphy grinsend in Großaufnahme zu sehen, die Pistole an die Brust angelegt.
Das Cover zur Remastered-Box der Beverly Hills Cop-Trilogie. © Paramount Pictures

Worum geht’s in Beverly Hills Cop III?

Here we go again: Axel Foley (Eddie Murphy) leitet in Detroit eine Razzia, bei der amateurhafte Autodiebe überführt werden sollen. Entgegen der Anweisung von Inspector Todd (Gilbert R. Hill) verzichtet Foley auf den Einsatz eines SWAT-Teams, es handele sich ja nur um Mechaniker. Doch in der Werkstatt findet gerade ungeahnt ein tödlicher Deal statt und die Gesetzeshüter werden von Maschinenpistolen-schwenkenden Anzugträgern überrascht. Der kriminelle Strippenzieher Ellis DeWald (Timothy Carhart) erschießt dabei Inspector Todd und kann entkommen. Die Spuren führen – man ahnt es bereits – wieder nach Beverly Hills und in den fiktiven Vergnügungspark Wonder World. Billy Rosewood (Judge Reinhold), zum Sergeant aufgestiegen, steht ihm natürlich abermals zur Seite – zusammen mit Jon Flint (Hector Elizondo).

Fehlende Charakterkonstellationen

Ja, richtig. Jon Flint. Nicht John Taggart. Denn die Pre-Produktion von Beverly Hills Cop III zog sich dermaßen in die Länge, dass sowohl John Ashton (Taggart) als auch Ronny Cox (Bogomil) aufgrund anderer Verpflichtungen aus dem Projekt aussteigen mussten. Und da befindet sich auch schon das erste Problem des Films: Ohne Taggart geht ein ganzes Stück der Dynamik zwischen den Charakteren flöten. Er war das perfekte Gegenstück zu Rosewood, der wiederum mit seinem Faible, Actionstars nachzueifern, Schweißperlen der Verzweiflung auf Taggarts Stirn zauberte. Die besten Szenen der Vorgänger waren, wenn das ungleiche Duo auf den noch ungleicheren Axel Foley traf. Zwar ist Jon Flint per se ein solider Ersatz für Taggart (die Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen), allerdings verbindet der Zuschauer absolut nichts mit ihm. Flint werden in den 104 Minuten wenige überzeugende Szenen gegeben, sodass er keinen bleibenden Eindruck hinterlassen kann.

Überraschenderweise trägt aber auch Rosewood kaum etwas zur Geschichte bei. In einigen Einstellungen kristallisiert sich heraus, dass er dieses Mal wieder weniger Rambo, dafür am liebsten Cowboy spielen würde (schon im ersten Teil zitierte er Butch Cassidy und Sundance Kid). Doch einen wirklichen Auftrag scheint er nicht zu haben. Zwar freut man sich als Fan, Judge Reinhold wieder in seiner wohl bekanntesten Kino-Rolle zu sehen, doch wirklich Erinnerungswürdiges liefert er nicht. Auch hier macht sich die turbulente Vorbereitungsphase erkennbar, allerdings nicht ganz so auffällig wie bei Flint, der teilweise wie nachträglich eingefügt wirkt.

Ein hin und her

Ursprünglich sollte der Film gar in London, nicht in Beverly Hills, spielen. Dafür gab es auch verschiedenste Ideen unterschiedlicher Drehbuchautoren, u. a. hätte sich Eddie Murphy als Axel Foley mit Sean Connery oder John Cleese verbünden sollen, die zusammen mit Taggart und Rosewood deren Vorgesetzten Bogomil aus den Fängen von Terroristen befreien. Doch nach dem gezwungenen Ausstieg von Ashton und Cox wurde die Idee gekappt und schließlich Action-Spezialist Steven E. De Souza (Das Phantom-Kommando, Stirb langsam) angeheuert. Nur komisch, dass sich Beverly Hills Cop III im Gegensatz zu den Vorgängern nun mehr auf die Ermittlungsarbeit als auf die Action konzentriert. Das Ergebnis wirkt als hätten die Verantwortlichen zu viel gewollt und nichts so richtig geschafft.

So scheint der Film in Teilen etwas mehr auf Kinder ausgelegt zu sein, nicht zuletzt wegen des Settings im Vergnügungspark. Schon gleich zu Beginn in der Werkstatt wirkt der Film etwas klamaukiger, wenn die Mechaniker auf einmal anfangen, leidenschaftlich zu Come See About Me von The Supremes zu tanzen. Da ist die Handschrift von Regisseur John Landis (Blues Brothers) deutlich zu erkennen.

Blöd nur, dass Beverly Hills Cop III im Gegensatz zu den Vorgängern in Deutschland erst ab 16 Jahren freigegeben wurde. Das liegt wahrscheinlich an den etwas ausufernderen Schießereien, denn wesentlich brutaler als die vorangegangen Actionkomödien um Axel Foley ist der Film nicht. Mit Ausnahme einer kurzen Szene vielleicht, in der ein in Flammen stehender Wachmann von Wonder World zu sehen ist. So hat Beverly Hills Cop III keine wirklich erkennbare Zielgruppe. Das machte sich auch an den Kinokassen bemerkbar, so spielte er mit weltweit knapp 100 Millionen US-Dollar nur noch ein Drittel seiner Vorgänger ein.

Murphy/Landis

Dabei war er mit ca. 70 Millionen US-Dollar Budget deutlich teurer als Teil 1 und 2. Allein für Eddie Murphys Gage gingen satte 15 Millionen US-Dollar drauf (also etwa so viel, wie der erste insgesamt gekostet hat). Eine überraschend hohe Summe, die Murphy doch noch überzeugen konnte – denn eigentlich hatte er zu diesem Zeitpunkt gar keine Lust mehr auf die Rolle des Axel Foley. Laut Landis agierte Murphy bei den Dreharbeiten dementsprechend lustlos und versuchte gar nicht erst, lustig zu sein. Lieber wäre es ihm gewesen, als Actionstar ernst genommen zu werden. Dass die Kombination Murphy/Landis grundsätzlich eine passende wäre, zeigten sie zuvor bereits mit Die Glücksritter (1983) und Der Prinz aus Zamunda (1988) – auch wenn die beiden sich bei Letzterem am Set fürchterlich gestritten und gegenseitig beleidigt haben.

Landis und die 90er

Doch irgendwie scheint es als hätte Landis mit Beginn der 1990er Jahre all seinen Verve verloren. Während er in den 80ern noch einige Kultfilme (Blues Brothers, American Werewolf und die oben genannten mit Eddie Murphy) sowie mit Thriller von Michael Jackson das wohl bekannteste Musikvideo aller Zeiten schuf, konnte er seit Eintritt in die letzte Dekade des 20 Jahrhunderts nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. So schafft er es mit Beverly Hills Cop III ausgerechnet nicht, das hohe Pacing der Vorgänger zu wahren – bisher eine der größten Stärken der Filmreihe.

In Billy Rosewoods (Judge Reinhold) neuem Büro erwarten er und Jon Flint (Hector Elizondo, links im Bild) den Rückkehrer Axel Foley (nicht im Bild).
Neben dem altbekannten Billy Rosewood (Judge Reinhold) steht mit Jon Flint (Hector Elizondo) auch ein neuer Ermittler an der Seite von Axel Foley. © Paramount Pictures

Dabei fängt die Actionkomödie sehr vielversprechend an, mit einer Verfolgungsjagd, in der Foleys Auto komplett verschrottet wird. Und auch das Finale im Vergnügungspark bietet einige spaßige Elemente. Doch spätestens mit dem Auftritt von Serge, der im ersten Teil noch ein Highlight war, tritt der Film etwas auf die Bremse – die Szene ist deutlich zu lange ausgefallen. Die Kurzweil der bisherigen Einsätze Foleys in Beverly Hills geht etwas verloren. Da helfen auch die zahlreichen Cameo-Auftritte befreundeter Regisseure wie George Lucas, Joe Dante oder John Singleton nicht.

Fehlt Faltermeyer?

Ein bisschen erschreckend ist, dass selbst der Soundtrack nicht mehr so mitreißen kann. Zwar gibt es gute Ideen, so ändern sich die Klänge des bekannten Themes als Foley in der Verkleidung des blauen Plüschelefanten Oki-Doki in Wonder World eindringt in den typischen Sound von Themenpark-Musik. Allerdings gibt es im Verlauf des Filmes mehrere verschiedene Variationen von Harold Faltermeyers Axel F. Wodurch ein bisschen der Vibe verloren geht. Doch auch die ursprüngliche Version dröhnt etwas flacher aus den Boxen. Ob das ganz einfach an der Abmischung liegt oder daran, dass Faltermeyer selbst nicht mehr für den Soundtrack verantwortlich zeichnete, ist nicht auszumachen. Fest steht: Auch hier macht sich beim Zuschauer etwas Enttäuschung breit.

Ist Beverly Hills Cop III ein Totalausfall?

Während die Kritikpunkte sehr drastisch klingen, ist jedoch zu erwähnen: Ein Totalausfall ist Beverly Hills Cop III sicherlich nicht. Zwar reicht er in nahezu jedem Bereich nicht an Teil 1 oder 2 heran, genug Spaßfaktor für einen gedankenlosen Sonntagnachmittag auf der Couch bietet er dennoch. Und auch wenn sich Foley nicht mehr so frech und spritzig aus heiklen Situationen herausredet, das ein oder andere Grinsen kann er durchaus aufs Gesicht zaubern. Darüber hinaus sind ein paar Actionsequenzen durchaus gelungen, so die erwähnte Verfolgungsjagd und eine Rettungsaktion Foleys auf einem außer Kontrolle geratenen Riesenrad. Außerdem gilt: Wer die ersten beiden Etappen Foleys in Beverly Hills gesehen hat und mochte, der wird auch diesem sicherlich eine Chance geben.

Die Remastered-Box

Am 09. April 2020 erscheint eine neue Box mit allen drei Beverly Hills Cop-Filmen in einer restaurierten Fassung. Und eines ist sicher: So gut sahen die Action-Komödien um Axel Foley noch nie aus. Das Bild ist absolut fantastisch; gestochen scharf und trotzdem ist das Filmkorn klar zu erkennen – im Gegensatz zu anderen Blu-ray-Abtastungen älterer Filme, deren Bilder manchmal etwas zu glatt wirken. Die Tonqualität wurde nicht überarbeitet, fällt aber auch nicht negativ auf. Und die neuen Featurettes sind zwar nettes Beiwerk, bieten allerdings nur bedingt einen erneuten Kaufanreiz. Wer vor dem anstehenden Beverly Hills Cop 4 für Netflix allerdings nochmal alle drei Vorgänger in der bisher besten Qualität genießen möchte, dem ist die Box ganz klar zu empfehlen.

Unser Fazit zu Beverly Hills Cop III

Beverly Hills Cop III ist nicht mehr so frisch und amüsant wie die beiden Vorgänger und hängt diesen in fast allen Belangen hinterher: Ob bei Humor, Spannung, Inszenierung, Soundtrack oder Pacing. Eddie Murphy wäre gerne als Actionstar ernst genommen worden, dementsprechend hat er bei seinem dritten Besuch in Beverly Hills sein typisches Gequassel in Maschinenpistolentempo etwas heruntergefahren. Schade, denn so fallen auch die Schwächen im Plot deutlich mehr auf. Zwar sind Anfang und Finale sehr unterhaltsam, im Mittelpunkt offenbart er aber all seine Makel. Seichte Unterhaltung ist trotzdem geboten – also kein Totalausfall, gebraucht hätte den Film aber auch niemand.

Beverly Hills Cop III erscheint zusammen mit Beverly Hills Cop und Beverly Hills Cop II in einer Remastered-Box von Universal Pictures – ab dem 09. April 2020 erhältlich!

Unsere Wertung:

 

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