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Black Mirror: Bandersnatch

Die erste interaktive Folge der Netflix-Erfolgsserie Black Mirror: Bandersnatch entführt den Zuschauer in die 1980er-Jahre und liefert gewohnt düstere Unterhaltung, erweitert die Black Mirror – Formel aber um eine psychologische Konstante, die ebenso erfrischend wie erschreckend ist.

TitelBlack Mirror: Bandersnatch
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieDavid Slade
DrehbuchCharlie Brooker
GenreDrama, Thriller, Sci-fi, Interaktiv
DarstellerFionn Whitehead, Will Poulter, Asim Chaudhry, Craig Parkinson, Alice Low
LängeVariabel (Mindestens 90 Minuten)
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihNetflix
Offizielles Poster zu Black Mirror: Bandersnatch © Netflix
Offizielles Poster zu Black Mirror: Bandersnatch © Netflix

Worum geht´s in Bandersnatch?




Stefan ist ein begeisterter Programmierer und bastelt am liebsten an seinem eigenen Computerspiel Bandersnatch. Das Spiel basiert auf einem fiktiven Roman des ebenso fiktiven Jerome F. Davies, bei dem der Leser selbst Entscheidungen treffen kann und je nach Entscheidung auf die jeweiligen Seiten blättern muss. Stefan versucht nun, dieses Prinzip in sein Spiel zu übernehmen; Ein bahnbrechendes Konzept für die junge Gaming-Szene der 80er. Schnell findet einer der größten Publisher der Gegend gefallen an Stefans Arbeit und bietet ihm an, das Spiel in Kooperation mit dem Chef-Entwickler Colin Ritman zu entwickeln. So weit zur Ausgangslage, denn in Bandersnatch kann der Zuschauer selbst entscheiden, wie es weitergeht. Ihr wollt, dass Stefans größter Traum wahr wird und er mit seinem Idol Colin an seinem Spiel arbeiten darf? Oder soll er es doch lieber alleine zu Hause entwickeln? Die Entscheidung liegt einzig und allein bei Euch.

Wird Stefan (Fionn Whitehead) das Angebot annehmen? Die Entscheidung liegt bei euch! © Netflix
Wird Stefan (Fionn Whitehead) das Angebot annehmen? Die Entscheidung liegt bei euch! © Netflix

Mehr als nur Fassade

Das interaktive Prinzip der neuesten Black Mirror – Folge ist mehr als nur ein nettes Gimmick. Die zahlreichen Entscheidungen in Bandersnatch wirken sich mit einigen wenigen Ausnahmen tatsächlich auf die Handlung der Folge aus. Auch wenn dies zunächst nicht so scheint, führt jede Entscheidung auf einen neuen Pfad, der wiederum neue Entscheidungen freischaltet und so weiter. Somit bekommt jeder Zuschauer seinen eigenen Film, seine eigene Erfahrung, sein eigenes Bandersnatch. Dem entsprechend verfügt Netflix´ neuester Geniestreich natürlich auch über mehrere Enden, die es allesamt wert sind, gesehen zu werden. Von diesen gibt es fünf, die allesamt je nach Entscheidungen im Verlauf der Story ein wenig variieren können. Praktischerweise muss man den Fim nicht komplett erneut sehen, um alle Enden freizuschalten. Nachdem man die Folge das erste Mal bis zum Ende gesehen hat, erhält man automatisch Zugriff auf all die anderen Enden, indem man zum letzten Schlüsselpunkt der Handlung zurückgeworfen wird. Aufgrund des wirklich enormen Unterhaltungswerts und der frischen Idee ist es aber dennoch zu empfehlen, sich die Folge ruhig ein zweites oder drittes Mal anzusehen.

In bestimmten Situationen tauchen am unteren Bildschirmrand zwei Optionen auf, zwischen denen ihr wählen könnt © Netflix
In bestimmten Situationen tauchen am unteren Bildschirmrand zwei Optionen auf, zwischen denen ihr wählen könnt © Netflix

Typisch Black Mirror

Typisch für Black Mirror ist auch Bandersnatch wieder ein psychologischer Schlag in die Magengrube. Wie immer entpuppt sich die zunächst ganz sympathisch und idyllisch anmutende Atmosphäre als Katalysator für die Abgründe der menschlichen Psyche. Doch damit ist Black Mirror bekannt geworden, das zeichnet es aus und serientypisch macht es das auch wieder ganz fantastisch. Man ist Zeuge von Stefans stressbedingtem Untergang, merkt, wie er sich immer mehr von dem zwar verschlossenen aber dennoch sympathischen jungen Mann mit einem Traum in einen Schatten seiner selbst verwandelt, der die Kontrolle über sein Leben verliert. Und genau hier spielt Bandersnatch seine Trumpfkarte aus: Es wäre schon schlimm genug, den Jungen derart verzweifeln zu sehen, doch diesmal hat man selbst als Zuschauer auch noch Teil daran! Man selbst ist verantwortlich für Stefans Handeln, indem man sich zwischen meist zwei Pfaden der Handlung entscheiden muss. Diese Pfade sind, wieder typisch für Black Mirror, meist die Wahl zwischen Pest und Cholera. So entsteht ein ungeheurer Sog, der den Zuschauer noch mehr emotional mitnimmt als bisherige Folgen der Serie, und das will etwas heißen. Als wäre das nicht schon genug, spielt Bandersnatch im Verlaufe der Handlung und besonders gegen Ende(n) hin mit dieser Thematik und sorgt nochmal für extra “Wow-Momente”. Was genau damit gemeint ist, sollte unbedingt jeder für sich selbst erleben, nur so viel: Es ist kein Zufall, dass die Handlung im Jahr 1984 stattfindet…

Wer steuert wen in Bandernatch? © Netflix
Wer steuert wen in Bandernatch? © Netflix

Fazit

Black Mirror: Bandersnatch ist ein gewagtes Experiment, welches jedoch auf ganzer Linie überzeugen kann. Die Einbindung des Zuschauers in die Geschichte sorgt für einige Momente, bei denen es einem eiskalt den Rücken runterläuft. Black Mirror hebt sein ohnehin schon hohes Niveau noch weiter an und zementiert damit seine Stellung als eine der erflogreichsten Netflix-Serien.

 

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Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

Handlung/Dramaturgie
2
Figuren/Schauspieler
2
Ausstattung/Schauplätze
2
Form
2
Hintergrund
2
Vergleich im Genre
2
Durchschnitt:
  yasr-loader

© Netflix

 

Jonas Hellrung

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