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Vor Leslies (AnnaSophia Robb) und Jess' (Josh Hutcherson) Augen eröffnet sich eine neue Welt. Jess öffnet eine Geldtasche und aus dieser tritt ein leuchtender Strahl heraus, der in den Himmel ragt. Beide schauen dem Strahl hinterher. - "Brücke nach Terabithia"

Brücke nach Terabithia

Brücke nach Terabithia erschien bereits 2007 unter der Regie von Gabor Csupo, der hier sein Spielfilmdebüt gab. Anlässlich der erstmaligen Veröffentlichung des Films auf Blu-ray haben wir uns den Kinder-Fantasy-Drama-Mix angeschaut und sagen euch, ob Brücke nach Terabithia, wie im Trailer angedeutet, ein Fantasy-Spektakel ist oder der Film mehr zu bieten hat als überladene Spezialeffekte. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

maxdome Trailer Brücke nach Terabithia

TitelBrücke nach Terabithia (OT: Bridge to Terabithia)
Jahr2007
LandUSA
RegieGabor Csupo
DrehbuchJeff Stockwell, David Paterson
GenreDrama, Animations-/Kinderfilm, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerJosh Hutcherson, AnnaSophia Robb, Zooey Deschanel, Robert Patrick, Bailee Madison
Länge95 Minuten
FSKab 0 Jahren freigegeben
VerleihConstantin Film
Das deutsche Blu-ray Cover zu "Brücke nach Terabithia" zeigt zentral auf einer Tafel die goldene Aufschrift des Filmtitels. Darunter sind Lebewesen und ein Schloss zu sehen, die aus Terabithia stammen. Darüber sind die beiden Protagonisten Josh Hutcherson und AnnaSophia Robb zu sehen.
Das deutsche Blu-ray Cover zu „Brücke nach Terabithia“ © Constantin Film

Worum geht es in Brücke nach Terabithia?

Der 11-jährige Jess (Josh Hutcherson) freundet sich mit der gleichaltrigen Nachbarin Leslie (AnnaSophia Robb) an. Die fantasievolle Leslie und der kreative Jess erschaffen sich im nahegelegenen Wald ein Fantasiereich: Terabithia. Ein imposanter Ort, den sie nur erreichen können, wenn sie sich mittels eines alten Seils über den Fluss schwingen. Hier herrschen die beiden als Königin und König über die unterschiedlichsten Lebewesen, wie mächtige Riesen, Trolle und andere Fabelwesen. Sobald sie den Kampf gegen die dunkle Schattengestalt aufnehmen, vergessen die beiden alle ihre Sorgen aus der Schule und mit ihren Familien. Doch eines Tages ist nichts mehr so wie es vorher war …

Buchverfilmung mit facettenreichen Charakteren

Die Adaption von Katherine Patersons Kinder- und Jugendbuch „Die Brücke nach Terabithia“ ist eine für einen Kinderfilm ungewöhnlich berührende Geschichte über die Freundschaft zweier Außenseiter. Auf der einen Seite der introvertierte Jess und auf der anderen Seite der Freigeist Leslie. Jess stammt aus einem finanziell angespannten Elternhaus mit vier Schwestern und besitzt ein geheimes, aber großes Talent fürs Zeichnen. Leslie wiederum kann ihre kreative Seite frei ausleben. Allerdings vernachlässigen ihre Eltern sie eher und als neue Schülerin hat sie es ebenfalls schwer Anschluss in der Schule zu finden. Die Charakterzeichnung klingt zunächst stereotypisch und simpel, kann jedoch durch sich entwickelndes Facettenreichtum überraschen. Deutlich wird dies insbesondere, wenn sich die beiden mit ihren Alltagsproblemen in ihrer wunderbar erdachten Welt auseinandersetzen.

Jess (Josh Hutcherson) und Leslie (AnnaSophia Robb) rennen um die Wette. - "Brücke nach Terabithia"
Jess (Josh Hutcherson) und Leslie (AnnaSophia Robb) rennen um die Wette © Constantin Film

Kein Fantasy-Spektakel

Obwohl der Trailer einen Fantasyfilm ähnlich den Die Chroniken von Narnia-Filmen verspricht, hält sich der zu erwartende Fantasy-Anteil eher in Grenzen. So glänzt Brücke nach Terabithia weniger mit visuell beachtenswerten Szenen, sondern viel mehr mit der eigenen Fantasie von Jess und Leslie. Diese entführen stattdessen den Zuschauer in ein mit wenig Spezialeffekten gespicktes und entgegen den Erwartungen überladendes Fantasiereich. Eben jene Momente verdeutlichen anschaulich das Entfliehen der Alltagsprobleme. Hier weist Regisseur Gabor Csupo (Das Geheimnis der Mondprinzessin) bei seinem ersten Spielfilm ein besonderes Fingerspitzengefühl auf, indem er sich viel Zeit für die Situationen der beiden Außenseiter und ihren Familien nimmt.

Eine ungeahnt emotionale Tiefe

Insbesondere jene Alltäglichkeiten, denen Jess und Leslie zu entfliehen versuchen, sind besonders stark inszeniert. So zum Beispiel das Gefühl des Andersseins und von Isolation im eigenen zu Hause. Aber auch wie ein Kind die Welt um sich herum wahrnimmt. Manchmal sind es die bekannten Dinge, in denen man etwas „magisches“ entdeckt. Manchmal sind es aber auch die einfachen Momente, wie das Belauschen eines Gesprächs der Eltern und die dort innezuwerdende Anspannung. Anstatt hier kitschig sentimental zu sein, erreicht Brücke nach Terabithia in genau diesen Augenblicken eine ungeahnt emotionale Tiefe. Und obwohl man vielleicht einiges schon kennt, wird man von der Buchverfilmung überrascht sein. Wenn diese mit dramatischen Wesenszügen aufwartet, dürfte so mancher kälter erwischt werden als anfänglich erahnt.

Leslie (AnnaSophia Robb) und Jess (Josh Hutcherson) schwingen sich an einem Seil über den Fluss, um nach Terabithia zu gelangen. Leslie steht am Ufer und hält das Seil, während Jess noch weiter oben am Rand steht und Leslie zuguckt. Dabei hält er einen Hund auf dem Arm.
Leslie und Jess schwingen sich über den Fluss, um nach Terabithia zu gelangen © Constantin Film

Starker Cast für ein sensibles Thema

Neben einer guten Vorlage, einer optimalen Adaption und einer gefühlvollen Inszenierung, benötigt es ferner besonders starke schauspielerische Leistungen, um eine solche Reflexion zu erreichen. Diese liefern zum einen die beiden Hauptdarsteller Josh Hutcherson (Die Tribute von Panem, Mitternachtszirkus) und AnnaSophia Robb (Charlie und die Schokoladenfabrik, Die Jagd zum magischen Berg), die ihren wenig stereotypischen Charakteren ein für den Zuschauer nachvollziehbares Empfinden verschaffen. Zum anderen die Nebendarsteller, die die sensiblen Themen von Brücke nach Terabithia mit feinfühligen Auftritten abrunden. Dazu zählen insbesondere Robert Patrick (Terminator 2, Honest Thief) als Jess Vater, Zooey Deschanel (New Girl, Trolls World Tour) als temperamentvolle Musiklehrerin und die kleine Bailee Madison (Meine erfundene Frau) als Jess‘ jüngere Schwester.

Leslie (AnnaSophia Robb) und Jess (Josh Hutcherson) sitzen in ihrem "Schloss". Dieses ist ein heruntergekommenes Baumhaus. - "Brücke nach Terabithia"
Leslie und Jess sitzen in ihrem „Schloss“ © Constantin Film

Unser Fazit zu Brücke nach Terabithia

Man merkt Brücke nach Terabithia an, dass ihm eine Romanvorlage zugrunde liegt. Die Charaktere haben tiefgehende Facetten zu bieten und lassen dadurch ihre Probleme zu denen des Zuschauers werden. Regisseur Gabor Csupo machte sich den Stoff zu eigen und inszenierte bei seinem Spielfilmdebüt einen anschaulichen wie schlauen, aber vor allem gefühlvollen Film. Dadurch ist er viel weniger ein Kinderfilm, sondern die Behandlung von einigen sensiblen Themen, die keine leichte Kost sind. Einen solchen Film gibt es in dieser Form heute wohl kaum noch zu sehen. Am nächsten kommt dem noch Sieben Minuten nach Mitternacht, wo eine ähnlich visuelle Verarbeitung von den Einflüssen der eigenen Umwelt behandelt wird. Allerdings ist dieser mit seiner düsteren Darstellung einem älteren Publikum vorbehalten. Der jedem Alter zugängliche Brücke nach Terabithia liefert eine durch und durch aufwühlende Geschichte, die den einen oder anderen Zuschauer überraschen wird – egal ob jung oder alt.

Brücke nach Terabithia ist erhältlich als DVD und erstmals auf Blu-ray ab dem 03.06.2021.

Unsere Wertung:

 

 

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© Constantin Film

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