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Tony Todd als Candyman steht hinter Annie Tarrant und bedroht sie mit dem Haken an ihrer Kehle.

Candyman 2 – Die Blutrache

Candyman 2 – Die Blutrache ist die Fortsetzung zu einem der besten Horrorfilme der 90er-Jahre und bringt Tony Todd in der Kultrolle als mysteriöser Hakenhand-Killer zurück auf den Bildschirm. Lohnenswertes Sequel oder schnelle Geldmache?

TitelCandyman 2 – Die Blutrache (OT: Candyman: Farewell to the Flesh)
Jahr1995
LandUSA
RegieBill Condon
DrehbuchRand Ravich, Clive Barker
GenreHorror
DarstellerTony Todd, Kelly Rowan, Timothy Carhart, Veronica Cartwright
Länge93 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihKoch Films
Das Cover des neuen Mediabooks von Candyman 2 - Die Blutrache zeigt den Titelgebenden Killer als Silhouette, in der die Protagonistin Hals aufwärts zu sehen ist.
Das neue Mediabook von Candyman 2 © Koch Films

Die Handlung von Candyman 2

Noch immer erscheint der Candyman, ein bereits lange verstorbener afroamerikanischer Killer mit Hakenhand, wenn man seinen Namen fünfmal in den Spiegel sagt. In Candyman 2 – Die Blutrache tritt er in der Südstaatenstadt New Orleans auf, wo Ethan Tarrant, der Sohn einer reichen Familie, des Mordes an einem Schriftsteller beschuldigt wird. Dass dieser selbst Schuld an seinem Tod sei, weil er den Candyman herbeigerufen habe, mag ihm niemand glauben.

Nur seine Schwester, die Lehrerin Annie Tarrant, ist gewillt, der Sache auf den Grund zu gehen. Denn als einer ihrer Schüler ein Bild vom Hakenhand-Schlitzer malt, ruft sie kurzerhand dessen Namen in den Spiegel, um ihre Klasse zu beruhigen. Doch fortan rückt ihr der Candyman selbst auf die Pelle und es enthüllt sich nach und nach ein dunkles Familiengeheimnis, das mehr mit Annie zu tun hat, als sie zu träumen gewagt hätte.

In den Fußstapfen eines Meisterwerks

1992 erschien mit Candyman von Bernard Rose, basierend auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker, ein Horrorfilm, der getrost zu den Highlights des Jahrzehnts gezählt werden darf. Mit dem hypnotischen Score von Philip Glass, dem erfrischenden Setting in und um die Cabrini-Green-Sozialbauten Chicagos sowie seinem cleveren Twist auf das Slashergenre entstand ein intensives Filmerlebnis. Der Afroamerikaner Tony Todd fand in der Figur des Killers mit der Hakenhand die Rolle seines Lebens, die er in allen drei Teilen mit unheimlicher Präsenz verkörperte.

Tony Todd als Candyman steht hinter Annie Tarrant und bedroht sie mit dem Haken an ihrer Kehle.
In den Fängen des Candyman: Annie hat der Legende nicht geglaubt © Koch Films

Bei rund acht Millionen Dollar Budget spülte der Horrorstreifen gut das Dreifache in die Kassen und bereits zwei Jahre später erschien mit Candyman 2 – Die Blutrache die Fortsetzung auf dem Heimkinomarkt. Obwohl der Body-Count deutlich geringer im Vergleich zum sehr blutigen Vorgänger ausfiel, stand Teil 2 als einziger der Reihe von 1997 bis 2020 auf dem Index. Hier dürfte wohl der neue Ableger mit dem schlichten Namen Candyman, der Corona-bedingt erst 2021 erscheint, für den nötigen Schwung hin zur Begnadigung gesorgt haben.

Neben der Stammbesetzung der Hauptrolle war auch Cliver Barkers Rückkehr zur Reihe eine positive Nachricht. Komponist Philip Glass gewann seinem grandiosen Theme zudem noch ein paar Variationen ab. Die Regie übernahm Bill Condon, der in seiner Anfangszeit Horrorfilme drehte, ehe er später mit den Twilight-Filmen das Publikum auf andere Weise gruselte.

Eine schaurige Liebesgeschichte

Candyman 2 lässt die Ereignisse aus dem Vorgänger hinter sich und verlagert die Geschichte von Chicago nach New Orleans, was ebenso stimmig wirkt. Während die Cabrini-Green-Sozialbauten aus Teil 1 eine mehrheitlich afroamerikanische Parallelwelt in der Windy City präsentierten, spielt der Nachfolger in der Südstaaten-Metropole, in der rund 70 % der Bewohner Afroamerikaner sind. Wieder ist der Candyman in dieser Bevölkerungsgruppe eine gefürchtete, nur hinter vorgehaltener Hand thematisierte Legende. Statt Virginia Madsen steht nun mit Kelly Rowan als Annie Tarrant ein neuer Blondschopf im Mittelpunkt, der Tony Todds Mordwerkzeug zu nah kommt.

Annie Tarrant steht inmitten einer Gruppe von maskierten Ku-Klux-Klan-Mitgliedern mit Holzkreuzen und Fackeln.
Von Chicago nach New Orleans: Das neue Setting passt gut zur Candyman-Legende © Koch Films

Zwar entpuppt sich Annies Suche nach dem Candyman auch als Entdeckungsreise in die eigene Familiengeschichte. Den Fokus legen die Autoren Barker und Rand Ravich diesmal aber deutlich auf den titelgebenden Killer. So präsentiert Candyman 2 eine vollständig ausbuchstabierte Originstory, die alles Nebulöse dieser untoten und per Spiegel herbeirufbaren Schreckensgestalt bis ins Kleinste aufdeckt. Aus Candyman wird Daniel Robitaille, mit dem jeder Zuschauer am Ende reichlich Mitleid haben darf.

Nicht nur ist diese Hintergrundgeschichte mehr als überflüssig und dem Gruselfaktor allgemein abträglich. Sie ist bereits aus Teil 1 ausreichend bekannt und bekommt hier eine unnötig umfangreiche Bebilderung mit historischen Kostümen, um die Tragik und Ungerechtigkeit noch einmal aufzuwärmen. Auch dass der Candyman wieder von einer blonden Frau gerufen wird und mit ihr eine Liebesbeziehung im Jenseits führen möchte, ist eine plumpe Wiederholung.

So hat Candyman 2 mehr oder minder nur ein paar deftig inszenierte Kills zu bieten, die wegen der blassen Figuren aber keinen großen emotionalen Nachhall hinterlassen. Daher ist diese Fortsetzung am Ende wie ein zweiter Teeaufguss: Das Aroma der ersten Portion ist zwar noch zu schmecken, aber alles wirkt schwächer, verwässerter und letztlich belangloser.

Unser Fazit zu Candyman 2 – Die Blutrache

Candyman 2 – Die Blutrache kommt zwar dank Clive Barkers Beteiligung am Drehbuch nicht wie ein plumper Cashgrab daher. Dennoch ist das erste von insgesamt zwei Sequels der Horrorfilmreihe am Ende absolut entbehrlich. So wird der unheimliche Killer mit der Hakenhand fortsetzungstypisch entmystifiziert, indem er eine breit ausgeleuchtete Hintergrundgeschichte spendiert bekommt, die bereits ausreichend bekannt war. Zum Glück sorgen das atmosphärische Südstaaten-Setting, die solide Inszenierung und der teils deftige Gewaltgrad noch für einen mittelmäßigen Film, der leider meilenweit von der Spannung und Sogwirkung seines Vorgängers entfernt ist.

Candyman 2 ist am 17. Dezember zum ersten Mal in HD im Mediabook erschienen.

Unsere Wertung:

 

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