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Chroniken der Finsternis

Capelight bringt den russischen Dreiteiler Chroniken der Finsternis nach Deutschland. Basierend auf den Kurzgeschichten „Abende auf dem Weiler bei Dikanka” und „Mirgorod” von Nikolai Wassiljewitsch Gogol bietet sich ein interessanter Mix aus Horror und Fantasy. Überzeugt die Saga? 

TitelChroniken der Finsternis
Jahr2017-2018
LandRussland
RegieEgor Baranov
DrehbuchAleksey Chupov, Aleksey Karaulov, Natalya Merkulova
GenreFantasy, Horror
DarstellerAlexander Petrov, Oleg Menshikov, Egeniy Stychkin, Kirill Zaytsev, Taisiya Vilkova, Julia Franz
Länge303 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Cover © Capelight Pictures
Steelbook zu Chroniken der Finsternis © Capelight Pictures

I. Chroniken der Finsternis – Der schwarze Reiter 

Der erste Teil der Trilogie zeigt direkt zu Beginn, womit es der Protagonist Gogol Nikolai Vasilievich (Alexander Petrov) zu tun bekommt. Ein dämonenartiger schwarzer Reiter ermordet auf mysteriöse Weise eine junge Frau. Jahre später lernt man Gogol Niolai Vasilievich kennen. Ein erfolgloser Schriftsteller, der hauptberuflich für die Polizei arbeitet und deren Fälle dokumentiert. Bei diesen Mordfällen suchen ihn mysteriöse Visionen heim, die bei deren Aufklärung sehr hilfreich sind. Eines Tages lernt er den bekannten und erfolgreichen Ermittler Yakow Guro (Oleg Menshikov) kennen. Dieser ist begeistert von Gogols Fähigkeiten und engagiert ihn für seinen nächsten Fall. In einem abgelegenen Dorf finden grausige Morde an jungen Frauen statt, bei der ein schwarzer Reiter seine Finger im Spiel haben soll.

Starke Atmosphäre verpufft in der Langeweile 

Es dauert eine Weile, bis man in der Welt von Chroniken der Finsternis ankommt und sich der eigentliche Plot zur Entfaltung kommt: eine düstere Geschichte um einen dämonischen Reiter, einen Schriftsteller mit hellseherischen Visionen und einen Ermittler ganz im Stile von Sherlock Holmes. Die Zutaten der Horror-Fantasy-Reihe offenbaren erst nach dem ersten Drittel ihren Kurs. Dann punktet die Ende des 19.Jahrhunderts angesiedelte Geschichte mit einer überzeugenden Atmosphäre, die phasenweise an Sleepy Hollow erinnert. Das Produktionsdesign ist sehr detailverliebt und macht die Welt glaub- und lebhaft. In dieser agiert Gogol mit seiner eigenwilligen Art und wird zum Helden wider Willen.

Leichen © Capelight Pictures
Leichen pflastern den Weg des schwarzen Reiters © Capelight Pictures

Das gemächliche Tempo und der schleppende Aufbau spielen dabei mit der Geduld des Zuschauers. Ziemlich lange bewegt sich die Handlung nicht vom Fleck und verwirrt unnötig mit unzähligen Nebenfiguren und Wendungen. Dem an sich klaren Plot tut man damit keinen Gefallen und lenkt mitunter von seinen potenziellen Stärken ab. Man bekommt fast das Gefühl, eine klassische Folge von Sherlock zu sehen, anstatt einen Fantasy-Horror-Streifen. Sogar musikalisch versucht man sich der Vorlage zu nähern. Die Ermittlungen von Gogol und Yakow sind sogar interessant, verlieren sich dann aber in der allzu schwerfälligen Erzählung. Schauspielerisch machen die beiden ihre Sache ordentlich, wenngleich die Nebenrollen nicht ganz das solide Niveau halten können. 

Mein Fazit zu Chroniken der Finsternis – Der schwarze Reiter 

Der Beginn der Chroniken der Finsternis ist äußerst stimmungsvoll inszeniert und schafft es, die Neugier für den schwarzen Reiter zu wecken. Doch verliert man das Interesse in Folge des zu gemächlichen Tempos und unnötiger Ausführungen und Wirrungen. So geht der rote Faden verloren, genau wie die Balance zwischen wichtigen und unwichtigen Themen. Das Ende dagegen verspricht spannende Entwicklungen für die Fortsetzungen.

Unsere Wertung:

 

 

II. Chroniken der Finsternis – Der Dämonenjäger 

Der schwarze Reiter treibt weiterhin sein Unwesen, und ein junges Mädchen wird vermisst. Gogol ermittelt weiter intensiv an dem Fall und scheint ein Muster zu erkennen. Zeitgleich wird er mit seiner Vergangenheit und dunklen Verführungen konfrontiert, die ihn von seinen Untersuchungen ablenken. Als potenzielle Opfer Markierungen an ihren Häusern finden, spitzt sich die Lage zu. Der hellseherische Chronist muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.  

Mehr Dämonen, weniger Langeweile 

Der zweite Teil von Chroniken der Finsternis ist strukturiert wie der typische Mittelteil einer Trilogie und arbeitet mit seinem fulminanten Finale auf den abschließenden Teil hin. Zwar bewegt sich der Plot auf den Pfaden des Erstlings, bietet aber interessante Aspekte bezüglich der Vergangenheit des Helden und erweitert das Spektrum des schwarzen Reiters. Dadurch schleichen sich weniger Längen ein und der Spannungsgrad steigert sich im Vergleich zum Erstling erheblich. Mit Steigerung des dämonischen Anteils bekommt man mehr fürs Auge und den Puls geboten. Richtig gruselig wird es zwar nicht, dennoch zieht man gerade im Finale ordentlich die Horror-Schrauben an und bietet einen spannenden und stimmigen Abgang.

Ernste Lage © Capelight Pictures
Die Lage spitzt sich zu © Capelight Pictures

Gogol reift zu einer interessanten Figur, wenngleich Aufbau und Richtung nicht komplett schlüssig und glaubwürdig sind. Als nunmehr zentrale Figur und Held funktioniert er aber gut. Die Konfrontation mit Wassernymphen, Dämonen und Hexen bringt mehr Dynamik in die Handlung, welche im Vorgänger fehlte. Mit den Entwicklungen der Nebenfiguren und dem Zusammenspiel mit unseren Protagonisten bewegt man sich auf schwammigen Pfaden, und gerade die Liebesgeschichte strotzt vor Klischees und Unlogik. Die Richtung stimmt, nur die Umsetzung ist lückenhaft. 

Mein Fazit zu Chroniken der Finsternis – Dämonenjäger 

Viel neues passiert im zweiten Teil von Chroniken der Finsternis nicht, aber eigentlich schon. Der Grundplot wird konsequent weitergetrieben und lediglich mit einigen Feinheiten ergänzt. Dennoch bekommt man mit der Hintergrundgeschichte Gogols und einem größeren Dämonen und Hexenaufkommen deutlich mehr Dynamik in die Handlung. Dadurch weicht die Langeweile der gesteigerten Spannung, die in einem fulminanten Finale mündet. Frei von Fehlern und Lücken ist die Saga zwar immer noch nicht, doch erhöht sich der Unterhaltungsfaktor.

Unsere Wertung:

 

 

III. Chroniken der Finsternis – Blutige Rache 

Das Finale vom zweiten Teil hat seine Spuren hinterlassen und Gogol hat mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu kämpfen. Ein alter Bekannter kehrt zurück und hilft dabei, dass Mysterium hinter dem schwarzen Reiter endlich aufzuklären. Das birgt so manche Überraschungen und prüft die Freundschaft zwischen den beiden.

Das Geheimnis um den schwarzen Reiter wird gelüftet 

Nachdem der schwarze Reiter zwei Filme lang sein Unwesen trieb, bekommt man im finalen Teil der Trilogie endlich Hintergründe geliefert. Dadurch ändert sich der strukturelle Aufbau, und der Werdegang mancher Figuren in den ersten beiden Filmen kommt hier zum Tragen. Mit einigen dramatischen Schwenkern streckt man die Laufzeit, wenngleich diese nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Dennoch sorgt so manche Überraschung und Zuspitzung für Spannungsmomente und löst einen Großteil der angestoßenen Handlungsstränge ab. Leider bleiben letztlich dennoch einige Fragen unbeantwortet, vor allem, da sich der Fokus auf die Geschichte des schwarzen Reiters verschiebt. Dadurch rücken einige andere Figuren und Handlungsstränge in den Hintergrund.

Schwarzer Reiter © Capelight Pictures
Das Geheimnis um den schwarzen Reiter wird gelüftet © Capelight Pictures

Selbst der Protagonist Gogol und dessen Geschichte gerät aus dem Fokus. Dafür werden einem in Rückblenden interessante neue Einblicke in die Welt von Chroniken der Finsternis geliefert, welche mit tollen Bildern untermalt sind. Inhaltlich fühlt man sich dabei sogar an die Roman- und Videospielreihe The Witcher erinnert. Nach dem Finale werden nicht alle Handlungsstränge aufgelöst, was ein recht unbefriedigendes Gefühl hinterlässt. Die Tür für Fortsetzung lässt man bewusst offen. 

Mein Fazit zu Die Chroniken der Finsternis – Blutige Rache

Alles hat ein Ende, dementsprechend auch das Geheimnis um den schwarzen Reiter. Im Finale der Chroniken der Finsternis werden einige Überraschungen ausgepackt und Haken geschlagen, was die solide Horror-Fantasy-Saga abrundet. Dabei schafft man es leider nicht, alle Fragen zu beantworten und Handlungsstränge abzuschließen, die Neugier des Zuschauers wird nicht vollends gestillt. Dennoch hat sich die Reihe mit seinem durchwachsenen Beginn zu einer unterhaltsamen und grundsoliden Erfahrung entwickelt.

Die Chroniken der Finsternis sind seit dem 05.07.2019 im Heimkino erhältlich. Die komplett Trilogie gibt es auf DVD und Blu-ray. Die ersten beiden Teile sind auch einzeln auf Blu-ray und DVD erhältlich.

Unsere Wertung:

 

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© Capelight Pictures

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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