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Contra

Regisseur Sönke Wortmann holt sich für seine neue Komödie Contra das Hauptfiguren-Duo Christoph Maria Herbst und Nilam Farooq ins Boot. Ob die beiden auch überzeugen können, erfahrt ihr in unserer Filmkritik.

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Titel Contra
Jahr 2021
Land Deutschland
Regie Sönke Wortmann
Drehbuch Doron Wisotzky, Yvan Attal
Genre Drama, Komödie
Darsteller Nilam Farooq, Christoph Maria Herbst, Hassan Akkouch, Ernst Stötzner, Stefan Gorski
Länge 104 Minuten
FSK ab 12 Jahren freigegeben
Verleih Constantin Film
Im Mittelpunkt steht Nilam Farooq mit einer runden Brillen und offenem dunklen Haar in einem schwarzen T-Shirt mit weißem Kragen. Rechts hinter ihr mit verschränkten Armen Christoph Maria Herbst. Er steht vor einem dunklen Vorhang. Links daneben sieht man einen vollen Hörsaal mit verschwommener Menschenmasse.
Das Blu-ray-Cover von Contra © Constantin Film Verleih

Die Handlung von Contra

Naima Hamid (Nilam Farooq) ist am ersten Tag ihres Studiums spät dran. Als sie den Hörsaal betritt, wird sie vor allen Mitstudierenden von ihrem neuen Professor Richard Pohl (Christoph Maria Herbst) bloßgestellt. Leider geht das verbal ziemlich unter die Gürtellinie und zielt vor allem auf ihren kulturellen Hintergrund ab. Gleichzeitig wird alles für die Social-Media-Welt festgehalten und geht kurze Zeit später viral. Als Resultat muss sich Professor Pohl im Disziplinarausschuss rechtfertigen.

Doch sein langjähriger Kollege und gleichzeitig Universitätspräsident Alexander Lambrecht (Ernst Stötzner) hat eine Idee: Er könnte sein außerordentliches Talent im Bereich der Rhetorik nutzen und die Jura-Erstsemestlerin Naima individuell fördern und für einen Debattierwettbewerb vorbereiten. Damit könnte er vor dem Disziplinarausschuss punkten und seine Entlassung verhindern. Nach anfänglichem Widerstand auf beiden Seiten sind Naima und der Professor schließlich dazu bereit, dem jeweils anderen eine Chance zu geben. Doch wird die Studentin herausfinden, dass sie eigentlich nur ein Mittel zum Zweck ist?

Nach seinem Filmerfolg Der Vorname aus dem Jahr 2018 setzt Regisseur Sönke Wortmann auch bei Contra wieder auf eine deutsche Adaption eines französischen Originals. Die Vorlage hierbei war der Streifen Die brillante Mademoiselle Neïla (Originaltitel: Le Brio), von dem viele Handlungsabläufe übernommen werden.

Ein leerer, altmodischer Hörsaal - Naima sitzt locker vor ihrem stehenden Professor, der ihr ein Bündel Papier auf den Tisch legt. Er schaut sie fordernd an und zeigt auf den Stapel.
Professor Pohl und seine Studentin Naima bei den Vorbereitungen für den Debattierwettbewerb © Constantin Film Verleih

Ein dynamisches Duo mit hitzigen Debatten

In erster Linie wird der Film von Christoph Maria Herbst und Nilam Farooq getragen. Sie funktionieren wunderbar in ihren Rollen als Studentin Naima und Professor Pohl, sodass wir die Chemie zwischen ihnen spüren können. Damit bringt das Duo eine wunderbare Dynamik in die Handlung.

Beide sind in der deutschen Filmlandschaft keine Unbekannten. Dennoch zeigt sich, dass eine solche Performance nicht ohne detaillierte Vorbereitung möglich ist. Zum Beispiel nahmen sie im Vorfeld Rhetorik-Unterricht, was sich definitiv auszahlt und dem Ergebnis zu Gute kommt. Denn es macht einfach riesigen Spaß, ihnen bei den amüsanten und frischen Wortgefechten zuzuschauen.

Besonders Farooq ist ausgezeichnet besetzt, da sie selbst polnisch-pakistanisch Wurzeln hat und ihr die Thematik des Films dadurch nicht fremd ist. In diesem Sinne wurde sie in ihrem Leben bereits selbst häufig mit Alltagsrassismus konfrontiert. Umso erfreulicher ist es, dass sie für ihre Rolle als Naima Hamid im vergangenen Jahr mit dem Bayerischen Filmpreis geehrt wurde.

Naima steht in einer weißen Bluse und schwarzen Blazer an einem Rednerpult. Ihr rechter Arm zeigt drei Finder und sie schaut selbstsicher durch ihre runde Brille in das vermeintliche Publikum in Contra.
Kann Naima sich gegen die Konkurrenz durchsetzen? © Constantin Film Verleih

Unterhaltung vs. Tiefgründigkeit

Regisseur Sönke Wortmann versucht sich nach etlichen, eher leichten Komödien wie Frau Müller muss weg! mit Contra zwar erneut am selben Genre – dieses Mal jedoch mit einem ernsten Kern. Das ganze Leben von Naima wird von Vorurteilen gegenüber ihrer Herkunft und dem damit verbundenen Rassismus geprägt. Gleichzeitig will sie dies jedoch nicht akzeptieren und kämpft unablässig gegen die Voreingenommenheit der Gesellschaft. Dadurch wird sie im Laufe der Zeit auch zum Vorbild für ihren Bruder. Dieser sieht im Gegensatz zu ihr keine Chance, dem vermeintlichen Schicksal, basierend auf den Vorurteilen seines kulturellen Hintergrunds, zu entkommen.

Die Behandlung dieses ernsten Themas gelingt dem Film auf der einen Seite recht gut. Beispielsweise werden die Schwierigkeiten und Probleme der Familie Hamid nachvollziehbar dargestellt. Auf der anderen Seite haben wir jedoch einen Professor, welcher sich rassistisch äußert und seine Taten simpel wett machen will, indem er Naima lehrt (was ohnehin sein Job wäre). Somit könnten einige Betrachtende den Eindruck bekommen, dass er mit seiner unangebrachten Äußerung ungestraft davon kommt. Zwar wird dies phasenweise thematisiert, aber eine wirkliche Einsicht über das Fehlverhalten wird nicht vermittelt.

Dadurch kratzt man hier eher an der Oberfläche der Ernsthaftigkeit und setzt den Fokus vorrangig auf den Unterhaltungswert. Allerdings schafft der Film es dennoch, eine wichtige Botschaft gegen Vorurteile und Ausländerfeindlichkeit zu vermitteln.

Naima und Professor Pohl tanzen in gehobener Garderobe vor einem großen Fenster. Beide schauen sich freudestrahlend an in Contra.
Professor Pohl hat ein besonderes Ritual gegen Lampenfieber. © Constantin Film Verleih

Unser Fazit zu Contra

Farooq selbst sagt „[es ist] ein Fakt, dass der Weg in vielen Fällen aufgrund des kulturellen Hintergrundes der Migration einfach schwerer und steiniger ist“. Während dieser Aspekt in Contra sehr gut vermittelt wird, bleibt der Umgang mit der rassistischen Äußerung des Professors etwas fraglich. Schließlich wird diese im Film stellenweise damit abgetan, dass der Professor halt ein Zyniker ist. Nichtsdestotrotz bekommen wir ein äußerst kurzweiliges Filmerlebnis mit einem brillanten Gegenspieler-Duo um Christoph Maria Herbst und Nilam Farooq. Die komödiantischen Elemente sind hier nahezu perfekt gesetzt und es macht einfach Spaß, den Streitereien der Hauptfiguren zuzuschauen. Insgesamt also eine schöne Feel-Good-Geschichte, die gerne auf die Watchlist wandern darf.

Contra ist über Constantin Film seit dem 07. April 2022 Digital, auf DVD oder Blu-ray erhältlich.

Unsere Wertung:

 

 

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