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Dark Matter – Der Zeitenläufer

Joel Edgerton wird in alternative Varianten seines Lebens entführt und sucht in allen Dimensionen in erster Linie sein wahres Ich. So kann man das neue Mindfuck-Projekt von Apple TV+ Dark Matter – Der Zeitenläufer umschreiben. Klingt verwirrend? Ist es auch! Aber ist es vielleicht sogar zu wirr?

Dark Matter — Official Trailer | Apple TV+

TitelDark Matter – Der Zeitenläufer
Jahr2024
LandUSA
RegieJakob Verbruggen, Celine Held, Logan George, Roxann Dawson, Alik Sakharov
DrehbuchBlake Crouch, Jacquelyn Ben-Zekry, Megan McDonnell, Ihuoma Ofordire
GenreSerien (Sci-Fi)
DarstellerAlice Braga, Joel Edgerton, Jennifer Connelly, Jimmi Simpson
Länge9 Folgen mit je ca. 45 – 50 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren freigegeben
StreamingdienstApple TV+
Poster zu Dark Matter - Der Zeitenläufer
Poster zu Dark Matter – Der Zeitenläufer © Apple TV+

Dark Matter – Der Zeitenläufer – Die Story

Dark Matter – Der Zeitenläufer wurde als einer der besten Science-Fiction-Romane des Jahrzehnts gefeiert und ist eine Geschichte über einen nicht eingeschlagenen Weg. Die Serie folgt Jason Dessen (Joel Edgerton), einem Physiker, Professor und Familienvater, der eines Nachts auf dem Heimweg durch die Straßen von Chicago in eine alternative Version seines Lebens entführt wird. Das entwickelt sich schnell zu einem Albtraum, denn als er versucht, in seine Realität zurückzukehren, findet er sich inmitten der verblüffenden Landschaft von Leben wieder, die er hätte leben können. In diesem Labyrinth aus verqueren Realitäten begibt er sich auf eine gefährliche Reise, um zu seiner wahren Familie zurückzukehren und sie vor dem furchtbarsten und mächtigsten Feind zu retten, den man sich vorstellen kann: sich selbst.

Apple TV+: Home of Sci-Fi?

Immer noch ist der Streamingservice von Apple im Vergleich mit etablierten Studios, Cable TV Kanälen und Streamern der ersten Stunde frisch auf dem Markt. Doch in wenigen Jahren hat sich herauskristallisiert, dass sich der iPhone-Konzern in seiner Entertainment-Sparte nicht mit minderwertigen Produktionen die Blösse geben möchte. Von daher setzt man auf eine Kombination aus namhaften Beteiligten, hohem Budget – und vor allem aber auch vielversprechenden Vorlagen. Die meisten Serien von Apple TV+ basieren auf erfolgreichen Romanen. Dies gilt zuvorderst auch für die Science-Fiction-Sparte beim Dienst: Ob Silo oder Foundationdie Bücher waren Welthits, mitunter Genre-prägende Klassiker, galten sogar als unverfilmbar und trotzdem schafften es die Schöpfer der Adaptionen den Vorlagen gerecht zu werden.

Nun hat sich Apple TV+ mit Dark Matter – Der Zeitenläufer einen weiteren sehr gut besprochenen Genre-Stoff herausgepickt, erneut einen Star-Cast versammelt und abermals auch viel Geld bereitgestellt, was bereits in den ersten Folgen Eindruck hinterlässt. Was Apple TV+ jedoch auch – ganz nebenbei – mit seinen durch die Bank weg herausragenden Sci-Fi-Projekten bewiesen hat, ist, wie vielschichtig diese Gattung sein kann: Foundation als Weltraum-Epos, For all Mankind als Alternate-History-Drama, Silo als Dystopie-Thriller, Severance als surreale Work-Life-Balance-Erfahrung: Science Fiction ist all das und noch viel mehr. Und kein Anbieter versteht es derzeit so gut wie der Apfel-Multi, sämtliche Sphären auszuleuchten!

Science-Fiction-Mystery mit Anspruch

Dark Matter – Der Zeitenläufer sortiert sich nun, wie der Vorspann stilistisch kenntlich macht, eher in der Richtung von Severance ein. Ein irdisches Sci-Fi-Mystery-Drama, das seinem Publikum einiges an Aufmerksamkeit und Bereitschaft zum Mitdenken abverlangt. Wissenschaft spielt in dieser Serie eine recht prominente Rolle, Erinnerungen an Looper, Predestination oder auch Dark werden im Pilotfilm geweckt. Geschichten mit alternativen Realitäten haben eine wahnsinnige Sogwirkung. Nicht umsonst, bemühen sich die großen Comicfilm-Macher seit Jahren dieses endlose Quell der Möglichkeiten zu implementieren. Und auch im Serienbereich gab es schon einige äußerst gute Formate mit dieser Basis: Fringe, Counterpart oder bei Apple TV+ selbst zuletzt Constellation. Die Möglichkeiten hier die Kreativität auf die Spitze zu treiben sind genauso gegeben wie das Risiko sich in der eigenen Anspruchshaltung an Komplexität zu verzetteln.

Wie fast in allen nun aufgezählten Titeln, ist man bei Dark Matter im Auftakt als Zuschauer:in erstmal erschlagen von den Ereignissen und analog zum Protagonisten verwirrt. Diese Überforderung spielt Edgerton exzellent, man ist von Beginn an ganz nah an ihm dran; Vorfreude auf die gemeinsame Enträtselung in den weiteren Folgen der Staffel ist da, die Neugier mehr als geweckt. Der Pilotfilm der Sci-Fi-Adaption macht nahezu alles richtig, um zum Dranbleiben zu animieren.

Hält die Spannung über neun Folgen?

Nun sind wir aber schon an einem Punkt angekommen, an den man speziell im Mystery-Box-Bereich schnell kommt: Die Spoiler-Grenze. Wie bei den meisten ähnliche gelagerten Projekten ist auch Dark Matter eine Geschichte, an die man mit möglichst wenig Vorabinformationen herantreten sollte. Denn zum Genre gehören essentiell die unerwarteten Wendungen, die Überraschungsmomente, und das, was man als Mindfuck bezeichnet. Die Review soll ohne Spoiler auskommen, weshalb wir auf Handlungsdetails nicht näher eingehen wollen. Viel wichtiger ist wohl ohnehin die Frage, ob es das Mysterium schafft, sein Publikum über neun Folgen bei der Stange zu halten. Hierauf lautet die Antwort doch ohne Zweifel ja! Kluge Cliffhanger an den Episodenenden, zwielichtige und undurchsichtige Figuren, die Infragestellung der Zurechnungsfähigkeit der Hauptfigur… Nur scheibchenweise werden hier die Fragen beantwortet – während auch immer noch neue gestellt werden.

Maßgeblichen Anteil daran, dass man wissen möchte, wohin sich die Geschichte auf den verschiedenen Ebenen entwickelt, haben dann auch noch die gut aufspielenden Darsteller:innen, die genau so viel preisgeben, wie die Geschichte gerade braucht. Auch die Figuren bleiben teilweise Rätsel für die überwiegende Zeit der Staffel. Was man hingegen nicht erhoffen sollte, sind Action im Übermaß und ein allzu dichtes Pacing, denn hier geht es dann doch auch überwiegend um Atmosphäre und Stimmung.

Nicht zwingend logisch, aber gut verkauft

Wie jede Mystery-Serie steht und fällt auch Dark Matter mit seiner Auflösung. Der Weg dorthin ist zwar, wie geschrieben, nicht immer von einem hohen Tempo geprägt, aber durchgehend spannend. Dadurch vergisst man – auch das ein gutes Zeichen in diesem Genre – irgendwann die Logik mit unseren naturwissenschaftlichen Kenntnissen zu beurteilen und akzeptiert die inhärente Mechanik des Multiversums, wie es hier strukturiert und erklärt wird. Es muss nicht zwingend mit den Gesetzmäßigkeiten unserer Natur im Einklang sein, wenn es nur für sich genommen stimmig und mit möglichst wenigen Widersprüchen verkauft wird. In diesem Punkt – ohne zu sehr ins Detail zu gehen – merkt man dann auch doch die geistige Verwandtschaft der Story zu einem anderen Werk des Autoren, nämlichen Wayward Pines.

Joel Edgerton als Jason in Dark Matter
Joel Edgerton als Jason in Dark Matter © Apple TV+

Wer sollte sich Dark Matter nicht entgehen lassen?

Neben all den angerissenen Referenzen könnte man gut ein Dutzend weitere anführen, denn Dark Matter – Der Zeitenläufer spielt auf der Klaviatur der wissenschaftlich angehauchten Mystery-Shows doch überwiegend bekannte Töne. Formal ist das dann womöglich an der ein oder anderen Stelle zu sehr Schema F und auch kann man nicht wegdiskutieren, dass sich inzwischen – analog zum verrufenen „Netflix-Look“ – auch so etwas wie ein „Apple-TV+-Look“ ausgebildet hat. Dementsprechend wird die neue Serie beim Stammpublikum gut angekommen, da man gewohnt hochwertige Bilder und starkes Schauspiel in Verbindung mit einer gut umgesetzten Romanhandlung kredenzt bekommt.

Unser Fazit zu Dark Matter

Auch mit Dark Matter – Der Zeitenläufer bleibt Apple TV+ seinen eigenen Ansprüchen treu, wenngleich man doch den Eindruck hat, dass sich hier inzwischen schon ein gewisses Einheitsschema manifestiert, das den Produktionen des Anbieters zum Verhängnis werden könnte, wenn zu viele Projekte sich in dieses Raster pressen lassen. Der Mystery-Part hält das Publikum bei Laune, das Star-Ensemble wird den Erwartungen gerecht und im Großen und Ganzen stimmt auch die inszenatorische, wie technische Umsetzung. Es handelt sich um einen langsamen, atmosphärischen Titel, der seiner Zuschauerschaft ein gewisses Maß an Konzentration abnötigt, womit man also bei Apple TV+ weiterhin auch dem Anspruch gerecht wird, Projekte zu realisieren, die man nicht nebenbei „Second screen“ schauen kann.

Dark Matter startet am 8. Mai 2024 bei Apple TV+ mit zwei Folgen und geht danach im Wochenrhythmus weiter!

Unsere Wertung:

 

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Zuletzt aktualisiert am 21. März 2024 um 9:55 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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© Apple TV+

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

2 Kommentare

  • Welche Spannung bitte?
    Bin in der Mitte der 1. Folge eingeschlafen, versucht die 2. zu schauen und dann genervt ausgemacht.
    Endlose Nahaufnahmen von Treppensteigen, eingefrorene Nahaufnahmen usw.

    The One mit Jet Li war zugleich spannend und unterhaltsam.
    Dark Matter ist die bessere Version einer Schlaftablette.