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Das Belko Experiment [Review]

Ein soziales Experiment im sommerlichen Kolumbien. Ein Wettlauf gegen die Zeit, den Tod immer vor Augen. Wie würdest du dich entscheiden?

TitelDas Belko Experiment
Jahr2017
ProduktionslandUSA
RegieGreg McLean
DrehbuchJames Gunn, Peter Safran
Genre Horror, Thriller, Action
DarstellerJohn Gallagher Jr., Tony Goldwyn, Adria Arjona, John C. McGinley, Melonie Diaz, Josh Brener, Michael Rooker, Owain Yeoman, Sean Gunn
Länge88 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihKinostar
Cover von The Belko Experiment
Bluray Cover von The Belko Experiment . Copyright by ©Kinostar

Bogotá – Kolumbien. Abseits des geschäftigen Treibens der Händler der Stadt, außerhalb der Metropole, etwa 2 Kilometer von der Hauptstraße entfernt im Nirgendwo liegt der Hauptsitz der Firma “Belko”. Diese ist darauf spezialisiert, für die US-Franchise, Arbeitskräfte in allen erdenklichen Ländern anzuwerben.

Die Belegschaft erscheint zum Dienst. Doch zum Erstaunen aller, wird sie dieses mal von völlig unbekannten Securities penibel durchgecheckt. Man nimmt das so hin und begibt sich zu seinem Arbeitsplatz. Nach einiger Zeit fällt auf, dass die kolumbianischen Kollegen nach Hause geschickt wurden und es ertönt eine Ansage über die bis dato ungenutzte Sprechanlage.

“Töten Sie 3 Ihrer Kollegen oder wir werden 6 von Ihnen töten!” Anfänglich halten das alle für einen schlechten Scherz, doch schon bald wird klar, dass hier bitterer Ernst im Spiel ist. Das Blatt beginnt sich zu wenden und jeder einzelne muss sich entscheiden. Spiele ich mit? Wie gehe ich vor? Angriff? Verstecke ich mich? Verbünde ich mich oder gehe ich allein gegen alle? Die Psyche jeder Person wird bis zum puren Urinstinkt durchleuchtet und auf die Probe gestellt. Bald folgt Phase 2…


Kleines Ungeschick in The Belko Experiment
The Belko Experiment. ©Kinostar

Als ich den Trailer sah, war für mich klar, dass ich mir dieses Schauspiel nicht entgehen lassen kann. Mich fasziniert es, wenn man tief in die menschliche Psyche blicken kann und sieht was passiert, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht. Oberflächliche Freundschaften, beruflich bedingte Zweckpartnerschaften und dergleichen sind nichts mehr. Auch echte Freundschaften geraten sehr schnell in Vergessenheit. Neue Allianzen schließen sich, Underdogs wachsen über sich hinaus, andere verstecken sich stundenlang und manch einer zerbricht in Minutenschnelle.

Greg McLean hat dieses Phänomen sehr gut illustriert und führt uns vor Augen, was in uns schlummert. Es bedarf oft nur eines einzigen, winzigen Reizes und schon ist der hochintelligente und soziale Homo Sapiens nichts weiter, als ein ums Überleben kämpfende Lebewesen, wie alle anderen auch. Von seiner sich selbst angedichteten Erhabenheit ist nichts mehr zu sehen.


Für Spannung ist stets gesorgt, es kann jederzeit jeden erwischen und man weiß nie, welcher Schachzug als nächstes gespielt wird. Dazu kommt die allzeit über allem schwelende Bedrohung der “Schiedsrichter”. Es ist nicht leicht zu durchschauen wer sich am Ende durchsetzt oder was genau dahinter steckt, die Story geht immer forsch nach vorn.


 

Verdutzte Blicke in The Belko Experiment
John C. McGinley, Tony Goldwyn und Sean Gunn in The Belko Experiment. Copyright by ©Kinostar

Unter den Schauspielern sind einige alte Bekannte. So geben sich unter anderem “Sean Gunn” (Guardians of the Galaxy), Michael Rooker (The Walking Dead) und John C. McGinley (Scrubs – Die Anfänger) die Ehre. Besonders hoch sind die Anforderungen nicht, man muss im Prinzip nur einen normalen Arbeiter spielen, der sehr schnell in Panik gerät und versucht ruhig zu bleiben. Das schaffen auch alle und einige zeigen auch recht ansprechende Leistungen, doch ist hier einfach nicht viel Spielraum geboten. Bei über 80 Angestellten ist es auch nicht möglich alle in ein gutes Licht zu rücken. Viele Akteure sind austauschbar, aber niemand fällt negativ auf.


Als Schauplatz dient ein Hochhaus, Büros, Keller, Cafeteria, Dach und alles dazwischen. Nichts besonderes und im Prinzip ein “Nicht-Ort” (Nach Marc Augé). Eine düstere Atmosphäre kommt definitiv auf, es wird jeder Winkel des Komplexes genutzt um sich durchzusetzen und so ist die Umgebung zwar eigentlich immer die selbe, aber dennoch auf eine Weise abwechslungsreich.

Es ist alles sehr puristisch gehalten und in Anbetracht der Tatsache, dass man hier einen völlig abgedrehten normalen Arbeitstag filmt, ist das auch nicht weiter verwerflich.


Kamera und Schnitt sind solide, in den blutigeren Szenen sogar recht gut umgesetzt. Generell gibt es viel Blut zu sehen und auch einige detailierte Einstellungen von “bearbeiteten” Körpern. Auch der Ton weiß zu überzeugen und den Soundtrack fand ich absolut passend und schön inszeniert. Es hat einfach was, wenn die Musik so gar nicht zum Geschehen passt. Als kleines Beispiel kann ich hier die beruhigende Fahrstuhlmusik nennen.


Über die Story der Firma oder der Leute die dort arbeiten, ist so gut wie nichts bekannt. Es gibt auch nicht genug Zeit um großartig Tiefe in die Sache zu bringen und das ist hier auch einfach nicht nötig. Viel interessanter ist das, was die Psyche der Akteure uns zeigt. Darauf basierend stellt der Regisseur hier einige faszinierende Beispiele in den Raum und deckt so ziemlich das komplette Spektrum ab. Und es wirkt sogar ziemlich realitätsnah.


Großes Feuer in The Belko Experiment
The Belko Experiment. Copyright by ©Kinostar

Was den Genrevergleich angeht, so kann ich den Streifen guten Gewissens im oberen Drittel ansiedeln. Er hat Tiefgang, zumindest was die Grundsubstanz der Story angeht, nämlich den Menschen und sein Inneres. Es gibt einiges an Blut zu sehen, was ich persönlich sehr mag, die Story ist nicht von vornherein komplett zu durchschauen und auch nicht strikt linear verlaufend. Ich finde es ist eine gelungene, solide Mischung.


“Das Belko Experiment” ist ein spezieller Horrorfilm, ähnlich wie “Das Experiment”. Dieses Subgenre setzt auf ganz andere Dinge, wie die meisten anderen, in denen eine Familie in ein Haus zieht und dort spukt dann irgendetwas herum (nicht falsch verstehen, auch das kann man gut inszenieren). Ich persönlich mag aber einfach diese Psychospielchen und die Reaktion der Menschen darauf. So etwas fasziniert mich und dieser Film hat es geschafft, mich sehr gut zu unterhalten. Wer auf diese Art von Horror steht, wird voll auf seine Kosten kommen und dem lege ich dieses Machwerk auch guten Gewissens ans Herz.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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© Kinostar

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