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Catherine-Zeta Jones, Liam Neeson, Liliy Taylor und Owen Wilson aus Das Geisterschloss tragen Alltagskleidung und stehen in einem dunklen Flur mit flackerndem Kerzenlicht. Sie schauen entsetzt und überrascht, was um sie herum merkwürdiges passiert.

Das Geisterschloss

Home Sweet Home – jeder wünscht sich ein Zuhause, in dem man sich sicher und geborgen fühlt. Das altehrwürdige Anwesen von Hill House ist jedoch mehr schauriges Spukschloss als trautes Heim. 1999 versuchte sich Speed-Regisseur Jan de Bont mit Das Geisterschloss an einem Remake des Gruselklassikers Bis das Blut gefriert (1963) um das geheimnisumwobene Herrenhaus. Ob das für schaurig-schöne Gänsehaut oder verzweifeltes Haare Raufen sorgt, erfahrt Ihr in unserem Review.

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TitelDas Geisterschloss (OT: The Haunting)
Jahr1999
LandUSA
RegieJan de Bont
DrehbuchDavid Self
GenreHorror
DarstellerLiam Neeson, Lili Taylor, Catherine-Zeta Jones, Owen Wilson
Länge153 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures
Auf dem Cover von Das Geisterhaus ist ein dunkles Schloss im Nebel zu sehen, dessen schwarze Türme in den Himmel ragen und auf das ein Gesicht mit leuchtenden Augen projiziert ist.
Das Blu-ray-Cover von Das Geisterschloss © Universal Pictures

Worum geht es in Das Geisterschloss?

Dr. Marrow (Liam Neeson) erforscht das psychologische Phänomen der menschlichen Angst. Um die Finanzierung seiner Arbeit zu sichern, tarnt er eine Studie als „Schlafstörungsforschung“ und lädt eine Handvoll freiwilliger Probanden ins Hill House ein, einem verlassenen Herrenhaus mit paranormaler Aura. Darunter ist auch Eleanor (Lili Taylor), die ihr Lebtag ihre kranke Mutter pflegen musste und in der Studie ihre Chance auf ein kleines Abenteuer sieht. Die anfängliche Begeisterung über die architektonischen Sonderheiten des Anwesens wandelt sich jedoch bald in panische Angst, denn nachts passieren unheimliche Dinge in den alten Gemäuern…

Willkommen zurück in Hill House

Alles begann 1959, als US-Autorin Shirley Jackson ihren Schauerroman Spuk in Hill House veröffentlichte. Die Geschichte um den Großindustriellen Hugh Crane und den Fluch, der auf seinem prachtvollen Anwesen liegt und jeden Bewohner heimsucht, lässt bis heute Lesern weltweit die Nackenhärchen zu Berge stehen. Kein Wunder also, dass Jacksons Buch bis heute bereits dreimal als Film oder Serie adaptiert wurde: Regisseur Robert Wise schuf 1963 mit Bis das Blut gefriert einen zeitlosen Gruselklassiker in schwarz-weiß, der durch subtilen Psychohorror und revolutionäre Kamerafahrten zu Recht Kultstatus genießt.

2018 orientierte sich Oculus-Schöpfer Mike Flanagan mit seiner Netflix-Serie Spuk in Hill House am Ursprungsstoff und transportiere ihn mit jeder Menge inszenatorischem Einfallsreichtum ins nächste Jahrtausend. Und dann war da noch das Jahr 1999: Steven Spielbergs Filmschmiede DreamWorks Pictures beauftragte den niederländischen Action-Regisseur Jan de Bont, bekannt für die Speed-Filmreihe, mit einer Neuauflage. Heraus kam Das Geisterschloss – ein Film mit Licht und Schatten.

Lili Taylor spielt Eleanor Vance in das Geisterschloss. Sie steht im Nachthemd vor einem Kamin mit glänzenden Holzvertäfelung, aus der mehrere Kinderköpfe zur Dekoration herausgearbeitet sind. Sie berührt eines der Gesichter mit der linken Hand und zeigt dabei einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
Nell (Lili Taylor) kommen die Gesichter seltsam vertraut vor. © Universal Pictures

Die Geister, die ich rief

Das Grundrezept für Das Geisterschloss ist simpel: Man nehme als Basis ein altes Herrenhaus, eine Handvoll naiver Protagonisten und ein ganzes Einmachglas gruseliger Gespenster. Das ergibt wahrlich keine Festtagstorte, aber ein einfacher Blechkuchen tut’s ja auch. De Bonts Gruselstreifen gibt sich bedeutungsschwanger und will seiner Hauptfigur Eleanor „Nell“ Vance eine tragische Hintergrundgeschichte mit mystischem Twist verpassen. Was anfangs immerhin Neugier beim Publikum anregt, wandelt sich mit jeder Wendung mehr und mehr in dröges Desinteresse. Autor David Self schafft es zu keinem Zeitpunkt, den Psychoterror der Vorlage auf seine Figuren oder das Setting zu übertragen. Eines von Shirley Jacksons stärksten Elemente, der Fokus auf Eleanors monologisierten Gedanken, fällt völlig hinten runter. Auch der namhafte Cast um Liam Neeson kommt nie zum Zug und spielt uninspiriert seine Szenen herunter. Ob gemeinsame Abendessen mit anzüglichen Witzen, Gruselgeschichten am Kaminfeuer oder Kampfeinlagen mit lebendig gewordenen Greifenstatuen – alles wirkt blutleer und lieblos.

Die CGI-Hölle

Das Einzige, was die wirre und überdramatisierte Handlung noch übertrifft, sind die Spezialeffekte von Das Geisterschloss. Die anfangs noch schaurige Inszenierung vom Anwesen mit seinen pompösen Zimmern und endlosen Fluren driftet nach der ersten Stunde in ein Dauer-CGI-Feuerwerk aus der Hölle ab. Die kindlichen Geister, die das verfluchte Herrenhaus bevölkern, offenbaren sich nach und nach als heimliche Beobachter der menschlichen Besucher: Sie lassen Vorhänge wehen, Türen schlagen und tarnen sich sogar als Kopfkissen. Sie werden jedoch vom verstorbenen Hausherrn Hugh Crane verfolgt, der sie als Unterhaltungssklaven in seinen Gemäuern gefangen hält. Und wenn der gruselige Ebenezer Scrooge-Verschnitt die Bühne betritt, biegen sich wortwörtlich die Balken: De Bont zeigt das Geisterschloss als lebendes Schauergemäuer, das jederzeit Physik und Logik außer Kraft setzen kann. So werden Statuen, Bettgestelle und Dachgebälk handgreiflich und machen unbarmherzig Jagd auf die Eindringlinge. Das würde auch funktionieren, wären die Spezialeffekte nicht so grausig anzusehen.

Nell aus Das Geisterschloss liegt im Nachthemd in ihrem Bett, ihre Hände und Füße sind mit hölzernen Ranken, die aus dem Bett herauswachsen, fixiert. Sie versucht sich zu befreien und schreit.
Nell (Lili Taylor) wird von den bösen Mächten des Hauses angegriffen. © Universal Pictures

Haben Sie herausgefunden, was Sie wissen wollten, Doktor?

Es gibt jedoch auch positive Aspekte an Das Geisterschloss. Einer hiervon ist das Produktionsdesign: Hill House wirkt wie ein abstraktes Puzzle aus diversen englischen Landschlössern. Zahllose Statuen, Büsten und Putten schmücken die meterhohen Steinsäle, während die Zimmer pompös bis unter die Decke mit storchbeinigem Edelholzmobiliar ausgestattet sind. Auch der Aufbau des Hauses wirkt wie ein Labyrinth mit abenteuerlichen Fluren und Flügeln, sogar ein komplett vespiegelter Tanzsaal mit Spieluhrmechanismus ist vorhanden. Detailliebhaber kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Auch die Kamera hebt die Absurdität vom Spukhaus abseits des Animationswahnsinns durch imposante Bilder hervor und spielt solide mit Licht und Dunkelheit. Und sogar musikalisch kann der Gruselfilm einiges wettmachen. Komponisten-Legende Jerry Goldsmith steuerte die musikalische Untermalung bei und kreierte einen schaurig-schönen Soundtrack.

In Das Geisterschloss läuft Lili Taylor durch die riesige Eingangshalle. Überall sind schwere Teppiche, Holzornamente und Figuren zu sehen, die dem ganzen Saal ein edles Erscheinungsbild verleihen.
Das Geisterschloss ist imposant und mit viel Detailverliebtheit in Szene gesetzt. © Universal Pictures

Unser Fazit zu Das Geisterschloss

Die filmische Neuadaption von Shirley Jacksons Schauerroman Spuk in Hill House verursacht Gänsehaut, jedoch von der unangenehmen Sorte. Jan de Bont inszeniert ein wirres und effektüberladenes Geisterbahnspektakel, das weder gruselt noch gut unterhält. Der Speed­-Regisseur jagt seinen namhaften Cast um Liam Neeson und Co. quer durch das imposant hergerichtete Landschloss, ohne dabei atmosphärische oder schreckhafte Erwartungen an einen Gruselfilm zufriedenstellend zu erfüllen. Lediglich das Produktionsdesign und der Score von Jerry Goldsmith wissen zu beeindrucken. Die Blu-ray-Auswertung tut Das Geisterschloss zudem einen Bärendienst, da die schlechten Animationen noch stärker herausstechen und den Unterhaltungswert noch weiter schmälern.

Das Geisterschloss erschien am 10. Dezember 2020 auf Blu-ray.

Unsere Wertung:

 

 

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