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Harry zeigt seinen wirren Blick in Das Mac D. Massaker

Das Mac D. Massaker

Das Mac D. Massaker behandelt den Amoklauf eines kranken Mannes, basierend auf wahren Begebenheiten. Ob der Film von 1984 dabei eine vergessene Perle des True Crime ist, oder zu Recht der Vergessenheit anheim gefallen, erfahrt ihr bei uns!

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TitelDas Mac D. Massaker (OT: Bloody Wednesday)
Jahr1987
LandUSA
RegieMark G. Gilhuis
DrehbuchPhilip Yordan
GenreDrama, Thriller
DarstellerRaymond Elmendorf, Pamela Baker, Herb Kronsberg
Länge96 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihStudio Hamburg
Der Bruder, der Teddy und der Mann in Rage auf dem Cover von Das Mac D. Massaker
DVD Cover zu Das Mac D. Massaker © 2018 Studio Hamburg Enterprises GmbH

Worum geht es bei Das Mac. D Massaker?

Automechaniker Harry (Raymond Elmendorf) verfällt während der Arbeit in einen katatonischen Zustand, verliert seinen Job und später auch seine Wohnung. Psychiaterin Dr. Johnson (Pamela Baker) diagnostiziert schizophrene Schübe und bittet die Menschen in Harrys Umfeld um Mithilfe. Doch seine Ex-Frau will nichts mehr von ihm wissen, und Bruder Walter, ein Immobilienmakler, schiebt ihn einfach in ein leerstehendes Hotel ab.

Dort in der Isolation wird es dann erst so richtig schlimm. Seine Halluzinationen nehmen überhand, er redet mit Personal und Gästen, die das Hotel schon lange verlassen haben. In Zwiegesprächen mit seinem Teddybär entwickelt er dabei Pläne, mit der Welt, die ihn verstoßen hat, abzurechnen…

Der Teddybär spielt eine wichtige Rolle in Das Mac D. Massaker
Der Teddy ist Harrys einziger Freund © 2018 Studio Hamburg Enterprises GmbH

The Shining im Kleinformat

Das Vorbild für Das Mac D. Massaker ist unübersehbar Stephen Kings Klassiker The Shining. Die meiste Laufzeit lässt Regisseur Mark G. Gilhuis seinen Hauptdarsteller im verlassenen Hotel mit Leuten agieren, die eigentlich gar nicht da sind. Diese Halluzinationen, die für Harry seine eigene, kleine Welt darstellen, treiben ihn immer weiter in die Richtung der schrecklichen Bluttat, die im Titel angekündigt wird, aber erst zum Ende den Film beschließt.

Das Skript von Hollywood-Veteran Philip Yordan (Polizeirevier 21, Jagd auf Dillinger) baut das Szenario sogar recht geschickt auf. Von seinem eigenen Bruder quasi in die Isolation verbannt, kann sich Harry ganz seinen Fantasien hingeben. Im Hotel erlebt er Intrigen und Tod, wird für die Erfüllung von monetären Wünschen sogar zum Mord getrieben.
Als Katalysator dient u.a. seine Liebe zu Dr. Johnson, die sie natürlich nur in seiner Fantasie erwidert. Und die Begegnung mit einer Gang aus brutalen Herumtreibern, die er zuerst der Polizei ausliefert, erweckt in ihm das Gefühl, wie sie aus der Gesellschaft verstoßen worden zu sein. Später wünscht er sich sogar, so wie sie zu sein und sich kaltblütig an dieser zu rächen.

TV-Niveau statt Psycho-Kracher

Doch wie im Fall von Harry klaffen bei Das Mac D. Massaker Anspruch und Realität weit auseinander. Philip Yordan ist kein Stephen King, Mark G. Gilhuis kein Stanley Kubrick und Raymond Elmendorf sicherlich kein Jack Nicholson. Das ganze Drama entpuppt sich schnell als größtenteils schleppend inszeniertes Kammerspiel. An sich war das sicherlich nicht die schlechteste Idee, da das Drehbuch, wie oben angemerkt, tatsächlich Substanz aufweist. Nur leider waren die Mittel knapp, der Look sehr bieder, es erinnert mehr an einen TV-Film. Die Schauspieler, allen voran Raymond Elmendorf, geben sich bemüht, aber noch lange nicht gut. Und leider tritt dann auch die Handlung im Hotel immer wieder auf der Stelle. Das gestaltet sich zeitweise derart langweilig, dass das Massaker am Ende, obgleich ziemlich brutal, kaum mehr Eindruck hinterlässt.

Harry schwitzt im Wahn in Das Mac D. Massaker
Harry ist bereit, sich an der Welt zu rächen © 2018 Studio Hamburg Enterprises GmbH

Das Mac D. Massaker – eine wahre Begebenheit

Der Film basiert tatsächlich, wie er auch auf dem Cover beworben wird, auf wahren Begebenheiten. Das sogenannte San Ysidro McDonald’s massacre war sogar noch ziemlich aktuell, als der Film gedreht wurde. Am 18. Juli 1984 erschoss der 41-jährige James Huberty 21 Menschen, verwundete 19 weitere in einem McDonald’s Restaurant in San Jose, Kalifornien. Er wurde von einem Scharfschützen der Polizei erschossen. Doch hingegen zum Protagonisten Harry in Das Mac D. Massaker war Huberty nicht der von allen getretene Verlierer. Er war für häusliche Gewalt bekannt und außerdem ein Verschwörungstheoretiker. Er erkrankte Anfang der 80er an paranoider Schizophrenie. Nach einem langen sozialen Abstieg und dem Verlust seines letzten schlecht bezahlten Jobs wollte er sich wegen seiner mentalen Probleme selbst einweisen. Doch man nahm ihn nicht ernst. Am nächsten Tag verabschiedete er sich von seiner Familie, „um Menschen zu jagen“.

Harry zeigt seinen wirren Blick in Das Mac D. Massaker
Schau mir in die Augen, Kleines © 2018 Studio Hamburg Enterprises GmbH

Unser Fazit zu Das Mac D. Massaker

Trotz einiger guter Ansätze erweist sich diese alte Video-Produktion als durchgehend drittklassig. Von der Grundidee brauchbar, versanden die einzelnen verstörenden Szenen in einer langatmigen Inszenierung, die nur darauf bedacht scheint, das ganze Drama auf abendfüllende anderthalb Stunden zu bringen. Man könnte sagen, schade drum, wenn es nicht andere Filme geben würde, die so etwas besser und spannender bewerkstelligt haben. Doch hier hat es eindeutig nicht nur an Geld, sondern auch Regisseur Mark G. Gilhuis an Talent gemangelt.

Die DVD von Studio Hamburg schließt sich diesem Eindruck des Films scheinbar einhellig an. Dem Transfer von Das Mac D. Massaker scheint eine VHS zugrunde gelegen zu haben, zumindest ist die Kompression okay. Der deutsche Ton ist ein wenig dumpf, aber noch im Rahmen, der englische klingt ein wenig cleaner. Insgesamt kein empfehlenswertes Produkt, außer man ist verbissener Verfechter des alten VHS-Looks.

Im Handel seit dem 28. Februar 2020 erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© 2018 Studio Hamburg Enterprises GmbH

Thomas Hortian

Thomas, Jahrgang '76. Ich bin schon von kleinauf Filmfan, klapperte ab frühester Kindheit die drei Programme ab, weil meine Mutter keinen Videorekorder im Haus wollte. Ich war und bin aufgeschlossen für alles, aber mit den Jahren haben sich natürlich Vorlieben herausgebildet. Ich steh auf japanische Regisseure wie Kitano, Sabu, Miike und ganz doll Tsukamoto. Außerdem fahre ich voll auf klassische Horrorfilme der Hammer Films ab und bin Sammler italienischer Exploitation im Bereich des Giallo und Poliziesco.

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