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Dead Men – Das Gold der Apachen

Dead Men – Das Gold der Apachen ist das erste große Werk von Regisseur Royston Innes und handelt von Gerechtigkeit, Liebe und Freundschaft im Wilden Westen. Ob hier scharf oder doch nur mit Platzpatronen geschossen wird, erfahrt ihr im Folgenden.

TitelDead Men – Das Gold der Apachen
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieRoyston Innes
DrehbuchRoyston Innes, Ric Maddox
GenreWestern, Abenteuer, Drama
DarstellerRic Maddox, Aaron Marciniak, Richard O. Ryan, Shawn Parsons, Sasha Higgins, Mark L. Colbenson, Jim Freivogel, Rhett Swanson, Craig Hensley, Marisa Quintanilla, Jon J. Gonzalez, Joe Saenz, Sam Bearpaw, Malcolm Madera
Länge187 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihTiberius Film

Die Gerechtigkeit ruft! Die Handlung von Dead Men – Das Gold der Apachen

Dead Men – Das Gold der Apachen erzählt die Geschichte von Jesse Struthers, dem Sohn eines Goldminenbesitzers. Als dieser von Cole Roberts und seiner Gang ermordet wird, kann Jesse selbst nur knapp dem Tod entkommen.

Auf seiner Flucht findet er in einem Dorf der Apachen Zuflucht. Folglich bereitet er sich auf sein ultimatives Ziel vor: Der Rache an Cole Roberts. Zusammen mit seinem Bruder Jake und einigen wenigen Verbündeten macht er sich auf die Jagd nach Roberts und seinen Handlangern, um dessen tyrannischem Treiben ein Ende zu setzen. Dabei warten schwerwiegende Entscheidungen auf Jesse Struthers, die sein Leben und das seiner Freunde für immer verändern könnten…

Jesse Struthers während seiner Zeit bei den Apachen ©Tiberius Film
Jesse Struthers während seiner Zeit bei den Apachen ©Tiberius Film

Viel Stil mit wenig Wirkung

Regisseur Royston Innes setzt in seinem Film viel Wert auf den Stil, mit dem er Dead Men – Das Gold der Apachen zu Authentizität verhelfen will. So wirkt es, als sei die Kamera die gesamten drei Stunden lang mit einem Grauschleier überzogen, der dem Gesamtensemble des Gezeigten eine Tristheit verleiht. Die Wüsten werden einsamer, die Stimmung der Menschen miserabler und die Gewalt bedeutungsloser. Innes hat die Landschaftsaufnahmen durch verstärkte Farbeffekte und Retuschierungen gekonnt in Szene gesetzt.

Des Weiteren sind auch die Szenenwechsel von ihm stilistisch gehalten. Hierzu beschränkt er sich nicht nur auf die klassischen Schnitte, die von einer zur anderen Szene überleiten. Stattdessen lässt es er bei manch einem Schnitt einen schwarzen Hintergrund kurzzeitig einblenden, um auf einen drastischeren Wechsel der Szenerie vorzubereiten. Der Zuschauer scheint in ein neues Kapitel oder auch einen neuen Abschnitt eingeführt zu werden.

Solcherlei Stilmittel sind legitim und können einem Film auf einer ästhetischen Ebene durchaus dienlich sein. Doch leider verblassen die von Innes gewählten Elemente vor dem Hintergrund der Handlung und der schauspielerischen Leistung…

Authentischer Western ohne filmische Authentizität

Die Handlung von Dead Men – Das Gold der Apachen ist so zerfahren wie die Straße einer Wild-West-Stadt und so wenig elegant wie die Umgangsformen in einem Saloon. Was sich nach einer soliden und durchaus erzählenswerten Geschichte anhört, entpuppt sich bereits nach den ersten 15 Minuten dieses vermeintlichen Epos’ als ein oberflächliches und rein zweckorientiertes Pseudo-Familiendrama.

Aaron Marciniak als Jake Struthers, Jesses Bruder ©Tiberius Film
Aaron Marciniak als Jake Struthers, Jesses Bruder ©Tiberius Film

Die Handlungszusammenhänge scheinen wahllos zusammengewürfelt und sich lediglich daran zu orientieren, die Story zwingend voran zu treiben. Scheinbare Lücken im Drehbuch und mangelnde Sinnzusammenhänge werde binnen kürzester Zeit erläutert oder gar nicht erst thematisiert. Des Weiteren werden Charaktere, die eine handlungstragende Rolle spielen, vom Drehbuch vernachlässigt, sodass man vergebens auf Tiefgang innerhalb der Charakterentwicklung hofft. Eine jede Figur erfüllt ihren Sinn und Zweck, um das ersehnte Ende des Films herbeizuführen. Selbst in emotionalen Szenen entsteht keinerlei Empathie, sodass die Figuren in Dead Men – Das Gold der Apachen zum einen wie hölzernes Beiwerk wirken, das den Vorgaben des Drehbuchs entsprechend handelt und zum anderen wie Charaktere einer Daily-Soap, die sich selbst in eine Zelle des “Overactings” eingeschlossen haben.

Richard O. Ryan als Cole Roberts ©Tiberius Film
Richard O. Ryan als Cole Roberts ©Tiberius Film

Klischees als Revolverheld des Genres

Man kann dem Film letztendlich zu gute halten, dass er Klischees bedient und dadurch einen geringen Unterhaltungswert erhält. Die Kostüme sind genregerecht und fügen sich nahtlos in die Geschichte des US-amerikanischen Western ein. Die Kulissen sind ebenfalls geschickt gewählt, sodass man deren Gestaltern kaum einen Vorwurf machen kann. Sowohl Kostüme als auch Szenenbild entspringen dem Regelwerk des klassischen Kino-Westerns, weshalb sie den Film durch eben jene Klischees aufzuwerten scheinen, da dadurch eine gewisse Ansehnlichkeit erzeugt wird.

Das geschäftige Treiben in Jackson Ridge ©Tiberius Film
Das geschäftige Treiben in Jackson Ridge ©Tiberius Film

Ähnliches gilt für das Hörbare des Films: der Soundtrack. Das Hauptthema geht sofort ins Ohr und lädt zum Mitsummen ein. Dabei sind vor allem die Gitarrenakkorde vereinnahmend und erinnern an die 60er-Jahre Western Hollywoods. Musikalisch sind sie jedoch nicht wirklich anspruchsvoll und in keiner Weise beeindruckend, ebenso wie die restliche musikalische Untermalung des Gezeigten. Der Soundtrack scheint sehr ambitioniert und versucht in jeder Szene die richtigen Klänge zu finden, um die Emotionen auf einer komponierten Ebene mitzutragen. Doch leider sind die Ambitionen des Öfteren zu hoch gegriffen und wirken zu überspitzt. Auch hier erinnert die Machart eher an eine Soap, denn an ein selbsterklärtes Epos. Der Paukenschlag der Dramaturgie erklingt zu überdreht und gekünstelt.

Mein Fazit zu Dead Men – Das Gold der Apachen

Dead Men – Das Gold der Apachen ging als Western-Epos ins Rennen, scheint jedoch bei seinem Durst nach Rache blind für das Wesentliche geworden zu sein. Um einen überzeugenden Western zu produzieren, bedarf es mehr als nur einer authentisch wirkenden Kulisse und eines stimmigen, simpel gehaltenen Soundtracks. Leider hat es der Film nicht geschafft, mich zu unterhalten und durch seine Machart zu beeindrucken. Es mangelt an einem durchdachten Drehbuch, schauspielerischem Können und gekonnter Inszenierung.

Dead Men – Das Gold der Apachen ist nicht so hochwertig wie das betitelte Gold des besagten Indianerstammes… welches auch nur den Titel beschönen konnte und innerhalb des Films auf sich warten ließ.

Der Film ist seit dem 08.11.2018 auf Blu-ray, DVD und als Video on Demand erhältlich.

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Christopher Hanek

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