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Der Biber

Die verschiedensten Therapiemöglichkeiten gaukeln uns vor, zu helfen und den Verstand zu manipulieren. In Der Biber bekommt das alles eine ganz neue Betrachtungsweise und das auf Natürliche und witzige Art und Weise.

TitelDer Biber
Jahr2011
ProduktionslandUSA
RegieJodie Foster
DrehbuchKyle Killen
GenreDrama/ Komödie
DarstellerMel Gibson, Jodie Foster, Anton Yelchin, Jennifer Lawrence
Länge91 Minuten
FSKAb 6 Jahren freigegeben
VerleihConcorde Filmverleih
Bluray-Cover zu Der Biber
Bluray-Cover zu Der Biber von 2011. ©Concorde Home Entertainment

Worum geht’s in Der Biber?

Dass ist die Geschichte von….:

Walter Black (Mel Gibson) stellt seinen Biber seinen Untergebenen vor...in Der Biber von 2011
Walter Black (Mel Gibson) stellt seinen Biber seinen Untergebenen vor…in Der Biber von 2011. ©Concorde Home Entertainment

Walter Black (Mel Gibson), der im Grau des Alltags vergessen hat zu lieben, seine Frau zu lieben, seine Kinder zu lieben, aber vorallem sich selbst zu lieben. Von Walter Black, der irgendwie in sein Leben zurück finden muss.

Von Meredith Black (Jodie Foster), die im Grau des Alltags ihren Mann verloren hat. Meredeith Black, die mit ansehen muss, dass er seine Kinder, seine Familie nicht mehr liebt und liegen lässt, aber vorallem sich selbst vergessen hat.

Von Porter Black (Anton Yelchin), der als Kind immer auf seinen Vater hinauf schaute und mit zunehmendem Alter anfing Post-It’s zu schreiben, mit all den Merkmalen und Eigenschaften seines Vaters, die er niemals an sich selbst sehen möchte.

Von Henry Black (Riley Thomas Stewart), der ein Vorbild braucht. Henry Black, der einen Vater braucht, der ihm vor macht, wie wichtig das Leben und vor allem, wie wichtig das eigene Leben ist. Wie wichtig es ist, sich selbst zu schätzen, die kleinen Dinge wahrzunehmen und seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Es geht also um eine zerüttete Familie, die kurz davor ist komplett auseinanderzubrechen. Bis Walter Black auf die Idee kommt, eine etwas andere Therapie zu beginnen. Er nimmt sich einen Biber, stülpt ihn über seine Hände und lässt fortan ihn sprechen. Kann das gut gehen?

Meredith Black (Jodie Foster) und Walter Black (Mel Gibson) in Der Biber
Meredith Black (Jodie Foster) und Walter Black (Mel Gibson) in Der Biber von 2011. ©Concorde Home Entertainment

Kritik zu Der Biber

Walter Black (Mel Gibson) und Sohn Henry Black (Riley Thomas Stewart) mit dem Biber....in Der Biber
Walter Black (Mel Gibson) und Sohn Henry Black (Riley Thomas Stewart) mit dem Biber….in Der Biber von 2011. ©Concorde Home Entertainment

Walter Black ist in Der Biber schon länger unglücklich, verloren im Alltag. Als sein Versuch scheitert sich an einer Duschstange aufzuhängen, weil er es Zuhause nicht mehr erträgt, krempelt er sein Leben auf echte und dennoch metaphorische Weise um. Er setzt sich ein Stofftier auf den Arm. Einen Biber. Den Biber, mit dem von nun an jeder Reden muss. Es wird nicht mehr mit Walter gesprochen, sondern mit seinem neuen kleinen Freund, der ihm hilft all seine Fehler und seine Vergangenheit vollständig zu resignieren. Dabei findet er zu sich selbst zurück und schafft Erstaunliches. Eine wunderschöne Geschichte, die genau im richtigen Zeitpunkt umschwenkt und das Herz ganz tief berühren kann. Denn diese erfreuliche Resignation in Der Biber kann nicht ewig halten und Meredith Black kann nicht ewig mit einem Biber reden, statt ihrem Mann ins Gesicht zu gucken und zu sehen, was wohl in ihm vorgeht. Porter Black ist sein Vater indes ebenso egal wie vorher, weil er nicht nachvollziehen kann, weshalb zum Teufel Walter dass tut, was er tut. Er versucht lediglich die Schmerzen und die Traumata, seine Vergangenheit zu begraben und flüchtet in die ewigen Abgründe der Resignation. Er resigniert, fühlt jetzt das Leben, ist glücklich, versteht sich endlich wieder mit Meredith und Henry und kann sich nicht vorstellen, wie es wäre, ohne sein neues Ich, dem Biber, zu leben.

Ein bisschen über den Wert des Lebens…

Was wunderschön anmutet und sich nach einer kindhaften Komödie anhört, schwenkt in ein Drama um, dass ganz tief berührt und uns selbst äußerst nachdenklich zurücklässt. Wie traurig ist das Leben und was kann man dagegen tun? Wie wundervoll ist das Leben und wie erkennen wir das? Wir müssen uns selbst lieben, uns akzeptieren und uns von all dem kleinen Glück, dass wir jeden Tag kosten dürfen, nähren. Nähren, bis wir das Große und pure Glück von den Dächern der Stadt schreien können. Vom größten Anwesen unserer Stadt herunter auf die Straßen. Vielleicht schreien wir es irgendwann vom Mond herunter, wenn wir Astronauten geworden sind und alles erreicht haben, was wir uns je gewünscht haben.

Porter Black (Anton Yelchin) und Henry Black (Riley Thomas Stewart) als Brüder in Der Biber
Porter Black (Anton Yelchin) und Henry Black (Riley Thomas Stewart) als Brüder in Der Biber von 2011. ©Concorde Home Entertainment

Mel Gibson spielt in Der Biber mit Leib und Seele und sorgt dafür, dass das Drama, dass sich zunächst im Deckmantel einer Komödie versteckt, immer genau zum richtigen Zeitpunkt lustig und zum richtigen Zeitpunkt ernst und aufrichtig wirkt. Dafür spielt die neue Liebe seines Sohnes eine große Rolle.
Porter hat sich verliebt und verkauft in der Schule seine eigene Stärke. Für Geld schreibt er Aufsätze und schreibt Reden, die zunächst von der süßen Norah aus der Schule, besonders in Anspruch genommen werden. Daraus ergibt sich eine Liebe, die daraus resultiert, dass Norah Porter zeigt, dass er sich selbst lieben muss. Auch er muss sich akzeptieren.

Walter und Porter sind im Grunde dieselbe Person, nur unterschiedlich alt und aufgrunddessen unterschiedlich erfahren und weise. Mann könnte meinen, Porter ist der junge Walter und er wird es schaffen, nicht so zu werden, wie es sein Vater ist. Er wird es besser machen, sich selbst lieben und glücklich sein. Dass ist es, was der Film uns näher bringen möchte. Und er tut es auf so lustige und so traurige Weise, dass ich versucht bin zu behaupten, dass dies meine liebste Rolle von Mel Gibson ist. Damit meine ich aber die ernsthafteste, um dem Vergleich mit Mad Max und Leathal Weapon aus dem Wege zu gehen. Unglaublich emotional, lustig, verrückt, liebend, hin- und hergerissen. Eine Palette, die ich ihm vollkommen abgekauft habe und die mich glücklich stimmt. Und ich sage euch, ich werde heute Nacht gut schlafen. Denn der Film hilft auch mir zu resignieren, dass auch ich morgen wieder in den grauen Alltag hinausgehe. Dass ich die Gewohnheit siegen lasse.

Fazit zu Der Biber

Wichtig ist nur, dass ich mich selbst lieben kann und daran denke, dass ohne mich die eine oder andere Sache plötzlich nicht mehr funktionieren würde. Dass ich sonst plötzlich nichts mehr hier schreiben würde und dass würde mich unendlich unglücklich machen. Es geht also weiter. Ich hab Freunde und Familie, für die es sich lohnt glücklich zu sein.

Unsere Wertung:

 

 

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© Concorde Home Entertainment

1 Kommentar

  • Die Hauptrolle hätte nicht besser besetzt sein können. Mel Gibson, im wahren Leben auch schon oft am Boden, kauft man jede Sekunde ab. Auch das Spiel von Lawrence und Yelchin ist grandios. Ein bemerkenswerter Film!