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Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan

In Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan stellt Mike (William Fichtner) heimlich seiner hübschen Nachbarin Jenna (Jessica McNamee) nach und wird dabei zusehends besessener von ihr. Ist der Streifen dabei so spannend, wie es diese Prämisse vermuten lässt? Erfahrt die Antwort darauf in unserer Review!

TitelDer Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan (OT: The Neighbour)
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieAaron Harvey, John W. Rutland
DrehbuchAaron Harvey, Richard Byard
GenreDrama, Thriller
DarstellerWilliam Fichtner, Colin Woodell, Jessica McNamee, Michael Rosenbaum, Jean Louisa Kelly, Erich Anderson
Länge105 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihTiberius Film
Das offizielle Poster von Der Nachbar - Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film
Das offizielle Poster von Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film

Worum geht’s in Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan?

Der Mittfünfziger Mike führt ein ruhiges Leben. Er wohnt zusammen mit seiner Frau, arbeitet von zu Hause aus, sein Sohn ist ausgezogen und er selbst vertreibt sich seine freie Zeit gerne mit Gartenarbeit. Als jedoch eines Tages das frisch verheiratete Paar, bestehend aus Jenna und Scott (Michael Rosenbaum), nebenan einzieht, findet Mike eine neue Lieblingsbeschäftigung. Nach und nach verguckt er sich in die noch junge und vor allem sehr attraktive Jenna. Heimlich beobachtet er sie von seinem Büro im Haus aus oder wirft während seiner Gartenarbeit einige verstohlene Blicke auf sie. Dabei ist er zusätzlich stets bemüht, ungezwungen mit ihr ins Gespräch zu kommen. Bei seinen unauffälligen Beobachtungen findet Mike nach kurzer Zeit heraus, dass sie von ihrem Ehemann Scott regelmäßig beschimpft, geschlagen und misshandelt wird. Mike beschließt, etwas dagegen zu tun.

Doch inwieweit wird sein übermäßiges Interesse an Jenna noch von seiner Frau geduldet? Und was hält Jennas Ehemann Scott davon, dass Mike seine Nase so tief in seine Angelegenheiten steckt? Die täglichen Misshandlungen kann Mike jedoch nicht weiter ertragen und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Nicht so reißerisch, wie er beworben wird

Mike (William Fichtner) bei seiner langweiligen Arbeit von zu Hause aus in Der Nachbar - Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film
Mike bei seiner langweiligen Arbeit von zu Hause aus in Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film

Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan ist nicht so reißerisch, wie es der deutsche Zusatztitel suggeriert. Eigentlich ist der Film sogar das ziemliche Gegenteil davon. Doch ist das zwangsweise schlecht? Nun, hier scheiden sich wohl die Geister. Dem einen mag es viel zu zurückhaltend und verhalten vorangehen, der andere wiederum ist von der erfrischend sensationsbefreiten Herangehensweise von Regisseur Aaron Harvey (Catch .44) angetan. Der Streifen lebt von seiner realistischen, anämischen und ruhigen Machart, tritt dadurch im selben Atemzug allerdings mitunter etwas auf der Stelle. Auch kündigt sich das Unausweichliche schon früh an und so kommt es natürlich letzten Endes, wie es kommen muss. Das nimmt dem Film einiges an Überraschungspotential. Diese Tatsache allein wäre noch recht leicht zu verschmerzen, doch fehlt es hier leider einfach an Spannungsspitzen, die den Zuschauer und den Protagonisten aus dem sich einstellenden, langweiligen Trott reißen.

Der innere Voyeur

Mike (William Fichtner) beim heimlichen Beobachten seiner hübschen Nachbarin in Der Nachbar - Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film
Mike beim heimlichen Beobachten seiner hübschen Nachbarin Jenna in Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan. © Tiberius Film

Glaubst du etwa, dass ich ihr hinterher spanne? Ich meine, sie könnte unsere Tochter sein…?

Der Film spielt mit dem inneren Voyeur des Protagonisten und des Zuschauers, ohne sich dabei zu sehr an der plumpen Zurschaustellung des Körpers einer hübschen jungen Frau aufzuhängen. Außerdem fragt man sich schnell selbst, wie weit man Mikes Handeln, Eingreifen und seine Stalkerei in bestimmten Situationen nachvollziehen und gutheißen kann. Hier macht der Streifen auf jeden Fall Spaß. Dank der zu jeder Zeit realistischen Prämisse und der behutsamen Figurenzeichnung bleibt er zudem stets nahbar und für den Zuschauer zugängig. Nahbar, aber auch leider viel zu verhalten, da Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan einfach nicht in die Gänge kommen will.

Das ist wirklich schade, denn die Geschichte und der Film an sich besitzen eigentlich eine Menge Potenzial, nur das letztliche Filmerlebnis leidet immens unter der dauerhaften und beinahe entnervenden Behäbigkeit des Streifens. Somit können die 105 Minuten Laufzeit schnell zu einer Geduldsprobe werden. William Fichtner (Equilibrium, The Dark Knight) kann man an dieser Stelle jedoch absolut keinen Vorwurf machen. Er liefert hier wirklich souverän ab und auch der Rest des Casts macht seine Sache ziemlich gut.

Mein Fazit zu Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan

Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan wurde leider komplett falsch vermarktet. Diesen Film mit Thriller oder gar Erotik Thriller zu betiteln und zu bewerben ist einfach irreführend und sorgt folglich nur für Frust bei der Sichtung. Psychodrama mit Betonung auf Drama wäre hier eindeutig passender und dürfte dem einen oder anderen Zuschauer eine Enttäuschung ersparen, die man mit der falschen Erwartungshaltung sehr wahrscheinlich erlebt. Wer also ein ruhiges, sensationsbefreites und realistisches Drama mit einer marginalen Prise Psychothriller für Zwischendurch sucht, der macht mit Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan nicht allzu viel falsch. Und das nicht zuletzt dank einer wirklich guten Performance des Hauptdarstellers. Ansonsten sollte derjenige, der es lieber etwas spannender mag, auf jeden Fall eher zu Filmen wie Disturbia oder Fright Night greifen. Diese reizen das Thema “gefährlicher Nachbar” bei weitem spannender aus.

Der Nachbar – Die Gefahr lebt nebenan ist seit dem 7.3.2019 auf DVD, Bluray und als VOD erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© Tiberius Film

FilmFreund

Ein Tag ohne einen Film ist wie ein Sommer ohne Sonne. :)
Filme sind für mich mehr als nur einfacher Eskapismus oder psychedelischer Zeitvertreib; Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mich mit der Möglichkeit via Filmen andere Leben zu (er)leben nicht auch gerne mitunter vordergründig hingebe.
Ich bin offen für jedes einzelne Genre und lasse mich eigentlich gerne positiv überraschen, greife aber eher zum hundertelfzigsten mal zu einem bekannten Film, statt mich sofort ins "Neuland" zu stürzen.
Mit FilmToast habe ich eine tolle Plattform gefunden, meine Gedanken ansprechend niederzuschreiben und ich freue mich stets über regen Austausch unter Gleichgesinnten, aber ebenso unter Ungleichgesinnten.
Und jedem, der so weit gelesen hat, wünsche ich noch einen tollen Tag.
(^-^)/

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