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Die Abenteuer von Spirou und Fantasio

Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ist die Real-Verfilmung der gleichnamigen frankobelgischen Comic-Serie. Einige bekannte Gesichter Frankreichs erwecken die Figuren nun zum Leben. Ob sie dabei den gleichen Charme wie ihre Comic-Pendants versprühen, erfahrt ihr im Folgenden!

TitelDie Abenteuer von Spirou und Fantasio (OT: Les aventures de Spirou et Fantasio)
Jahr2018
ProduktionslandFrankreich
RegieAlexandre Coffre
DrehbuchJuliette Sales, Fabien Suarez, Alexandre Coffre
GenreAbenteuer, Komödie
DarstellerThomas Solivérès, Alex Lutz, Géraldine Nakache, Christian Clavier, Ramzy Bedia, Vincent Desagnat, Charlotte Gabris, Monsieur Poulpe, Gunther Love, Philippe Pillavoine, Jim Adhi Limas, Julien Sibre, Agnès Croutelle, Grégoire Oestermann, Marc Bret
Länge89 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihEuroVideo
Das Blu-Ray-Cover von Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ©EuroVideo
Das Blu-Ray-Cover von Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ©EuroVideo

Seite 1: Die Handlung von Die Abenteuer von Spirou und Fantasio

Spirou (Thomas Solivérès) ist ein Tunichtsgut, der mit Taschendiebstählen und Trickbetrügereien über die Runden zu versuchen kommt. Als Hotelpage verkleidet, trifft er bei einem seiner Raubzüge auf Pankratius Hieronymus Ladislaus Adalbert Graf von Rummelsdorf (Christian Clavier), seines Zeichens Wissenschaftler und Erfinder. Von einem biologisch veränderten Pilz des Grafen gelähmt, wird Spirou Zeuge, wie die Handlanger des bösen Genies Zyklotrop (Ramzy Bedia) Rummelsdorf entführen. Zyklotrop will sich dessen Wissen bemächtigen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Am finanziellen Wert der Erfindungen des Grafen interessiert, macht sich Spirou daran, die Entführer zu verfolgen. Dabei wird er von dem Reporter Fantasio (Alex Lutz) begleitet, der sich diesem Abenteuer mehr oder weniger freiwillig anschließt, jedoch eine Schlagzeile wittert. Die Reporterin Steffani (Géraldine Nakache), die ebenfalls auf eine Exklusivstory hofft und Spirous Eichhörnchen Pips vervollständigen das Team. Zusammen machen sie sich auf den Weg, den Grafen von Rummelsdorf aus den Fängen Zyklotrops zu befreien und die Welt zu retten…

Christian Clavier und Ramzy Bedia als Graf von Rummelsdorf und Zyklotrop ©EuroVideo
Christian Clavier und Ramzy Bedia als Graf von Rummelsdorf und Zyklotrop ©EuroVideo

Eine Comic-Generation

Spirou und Fantasio ist eine frankobelgische Comic-Serie, die ihren Ursprung in den 1930er-Jahren hat. Sie zählt zu den erfolgreichsten humoristischen Abenteuer-Comics Europas. Die Figuren des Spirou und Pips gehen auf Rob-Vel (Robert Velter) zurück, der diese 1938 kreiert hat. Von 1943 bis 1946 übernahm Jijé (Joseph Gillain) die Serie und baute diese in den Grundzügen aus. So fügte er auch Spirous Freund und Begleiter Fantasio hinzu. Die Comic-Serie sollte bis ins 21. Jahrhundert hinein noch viele weitere Zeichner erleben, die allesamt eine Prise ihres eigenen Stils hinzufügten. Aktuell sind Yoann Chivard und Fabien Vehlmann (kurz: Yoann & Vehlmann) für die Serie verantwortlich.

Spirou und Fantasio gehören sowohl zeitlich als auch geographisch zu einer Generation, die Comic-Helden wie Asterix, TinTin (Tim und Struppi), Lucky Luke und das Marsupilami hervorgebracht hat. Auch vom Bekanntheitsgrad her sind der Page und der Reporter, mit ihrer Comic-Verwandtschaft zu vergleichen. Allesamt haben sie über ihre Generation hinaus die Menschen begeistert und Kindern ihre Helden gegeben. Auch nach 80 Jahren unterhalten Spirou und Fantasio die Leser noch und haben nun auch ihre realen Alter-Egos gefunden.

Thomas Solivérès und Alex Lutz als Spirou und Fantasio ©EuroVideo
Thomas Solivérès und Alex Lutz als Spirou und Fantasio ©EuroVideo

Die Realität des Comics

Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ist nicht der erste Film, der auf einer Comic-Vorlage beruht. Abseits der vielgeliebten Marvel– und DC-Verfilmungen haben auch die europäischen Filmschmieden “ihren” Comic-Helden einen realen Anstrich verpasst. Asterix wurde bereits vier Mal von einem Schauspieler verkörpert (1999: Asterix und Obelix gegen Caesar, 2002: Asterix & Obelix: Mission Cleopatra, 2008: Asterix bei den Olympischen Spielen, 2012: Asterix & Obelix – im Auftrag Ihrer Majestät). Lucky Luke zählt drei reale Filme (1991: Lucky Luke, 2004: Die Daltons gegen Lucky Luke, 2009: Lucky Luke), während es Tim und Struppi (1961: Tim und Struppi und das Geheimnis um das goldene Vlies) und das Marsupilami (2012: Auf den Spuren des Marsupilami) nur auf jeweils eine Verfilmung bringen.

Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ist ein Film, der vermutlich früher oder später kommen musste und sich in eben jenes Sammelsurium einreiht. Die erste Realverfilmung dieser Comic-Serie fährt unter anderem einen Cast auf, der Erfahrung in jenem Metier hat. So kennt man Christian Clavier bereits als Asterix an der Seite Gérard Depardieus in den ersten beiden Verfilmungen. Auch Ramzy Bedia ist bekannt: als Averell Dalton befindet er sich auf der Flucht vor Til Schweiger als Lucky Luke.

Der Einfachheit halber

Das Drehbuch aus der Feder von Juliette Sales, Fabien Suarez und Regisseur Alexandre Coffre beschränkt sich auf ein Minimum des Einfallsreichtums. Die Verfilmung orientiert sich an einem klassischen Abenteuer von Spirou und Fantasio. Es werden die Anfänge der Freundschaft und die Affinität der beiden Charaktere für Abenteuer beleuchtet. Diese Ursprungsgeschichte mit der Einfachheit eines wenig-seitigen Comics lässt sich mit folgendem Schema erklären: ein Bösewicht entführt einen Wissenschaftler, um die Welt zu kontrollieren. Die beiden Protagonisten tun zunächst das Richtige aus den falschen Gründen, um letztendlich ihre heldenhafte und abenteuerliche Seite zu entdecken. Dem Film mangelt es also nicht an Vorhersehbarkeit; jedoch können ihm die ein oder andere Wendung im Drehbuch zugute gehalten werden.

Spirou (Thomas Solivérès) trifft zum ersten Mal Graf von Rummelsdorf (Christian Clavier) ©EuroVideo
Spirou (Thomas Solivérès) trifft zum ersten Mal Graf von Rummelsdorf (Christian Clavier) ©EuroVideo

Die Abenteuer von Spirou und Fantasio bietet dahingehend handlungstechnisch kurzweilige Unterhaltung. Diese wird von dem durchweg durchschnittlich-soliden und sympathischen Cast um Thomas Solivérès und Alex Lutz herum ergänzt. Dagegen belastet die Rolle des Bösewichts Zyklotrop nach geraumer Zeit die Nerven des Zuschauers. Dies liegt unter anderem daran, dass dem Charakter ein Großteil des humoristischen Parts des Films zugeschrieben wird. Jedoch erzielen die meisten vermeintlich witzigen Sprüche nicht den gewünschten Effekt und auch der Slap-Stick-Charakter lässt einen nur ab und an schmunzeln.

Eine Hommage mit Mängeln

Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ist ein Film, dem man anmerkt, dass er sich als Hommage versteht. Im Ansatz gelingt ihm dies auch; jedoch nutzt Coffre seine Möglichkeiten nicht in Gänze. So macht man von dem Split-Screen Gebrauch, um den Zuschauer an die einzelnen “Fenster” eines Comics zu erinnern. In eben jenen Momenten hat man das Gefühl, die ersten Seiten eines solchen Buches aufzuschlagen und sich der Handlung hinzugeben. Allerdings wird diese Methode nur selten verwendet und das Potenzial versinkt in der cineastischen Bedeutungslosigkeit.

Spirou (Thomas Solivérès) und Pips ©EuroVideo
Spirou (Thomas Solivérès) und Pips ©EuroVideo

Des Weiteren sind die Szenenbilder eines Pinselstriches würdig und der Soundtrack von Éric Neveux ähnelt den Klängen, die einem beim Lesen des Comics in den Sinn kommen mögen. Da ein bebildertes Buch in manchen Situationen der Realität entsagen darf, ist auch eine Verfilmung gezwungen, hin und wieder zur “Magie” des CGI zu greifen. Doch leider sind eben jene comichaften Momente durch einen Mangel an computer-künstlerischer Fähigkeit unansehnlich geworden. Die Abenteuer von Spirou und Fantasio scheint somit großes Potenzial gehabt zu haben, der Comicvorlage gerecht zu werden und diese in allen Ehren zu halten. Letzteres tut der Film in Ansätzen, nutzt jedoch nur wenige der ihm gegebenen Möglichkeiten.

Mein Fazit zu Die Abenteuer von Spirou und Fantasio

Spirou und Fantasio sind ein Duo wie es kaum ein vergleichbares gibt. Lediglich ihre europäischen Comic-Kollegen ähneln ihnen in Bekanntheit und Ruhm. So ist auch Die Abenteuer von Spirou und Fantasio ein Film, der sich in eine Liste von Comic-Realverfilmungen einreiht und den beiden Freunden ihre schauspielerischen Pendants gegenüberstellen.

Der Cast kann im Rahmen einfachster Unterhaltung durchaus überzeugen, während der Witz und das Potenzial einer Hommage zuweilen auf der Strecke bleiben. Rund 80 Minuten können sich Comic-Freunde an der Realfilm-Umsetzung erfreuen, die weder abendfüllend ist, noch verschwendete Lebenszeit darstellt. Eines tut der Film Die Abenteuer von Spirou und Fantasio auf jeden Fall: er animiert einen, die Comics zu lesen. Egal, ob aus Interesse daran, die Unterschiede auszumachen oder aus Liebe zu einer ganz eigenen Generation des bebilderten Buches. Die Schauspieler dieses kurzweiligen Abenteuers werden vermutlich eine Randnotiz in der Geschichte der Comics bleiben, während ihre Namensgeber unsterblich zu sein scheinen…

Der Film ist ab dem 31. Januar 2019 auf Blu-Ray und DVD erhältlich!

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Christopher Hanek

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