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Die Legende der Prinzessin Kaguya

Im Zuge von Netflix’ Studio-Ghibli – Offensive erwartet uns seit Neuestem auch Die Legende der Prinzessin Kaguya auf dem Streamingdienst. Doch kann dieser doch eher neuere Titel mit dem Charme der Klassiker mithalten, die das Studio so beliebt gemacht haben?

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TitelDie Legende der Prinzessin Kaguya
Jahr2013
LandJapan
RegieIsao Takahata
DrehbuchIsao Takahata
GenreAnime, Drama, Historienfilm
DarstellerAki Asakura, Kengo Kora, Takeo Chii, Nobuko Miyamoto, Atsuko Takahata, Tomoko Tabata
Länge137 Minuten
FSKAb 0 Jahren freigegeben
VerleihUniversum Film

Worum geht’s in Die Legende der Prinzessin Kaguya?

Eines Tages macht ein armer Bauer bei der Bambusernte eine wundersame Entdeckung: Vor einem hell leuchtendem Bambus wächst eine magische Pflanze,  in dessen Blüte ein kleines, lächelndes Mädchen sitzt. Durch ihre edle Kleidung und Erscheinung hält der Bauer sie für eine Prinzessin aus dem Himmel, pflückt die Blume mitsamt dem Mädchen und nimmt sie mit nach Hause zu seiner überraschten Frau. Kaum dort angekommen entwickelt sich das Mädchen plötzlich zu einem normal großen Baby und altert von nun an in rascher Geschwindigkeit weiter.

Kurze Zeit später haben sich die frisch gebackenen “Eltern” des Kindes angenommen und ziehen sie in den Bergen auf. Dort erlebt das Mädchen eine herrliche Kindheit, findet erste Freunde und lebt ein armes, aber erfülltes Leben. Doch als der Bauer beim Bambus plötzlich Unmengen an Gold findet, macht er sich Sorgen: Will der Himmel damit sagen, dass das Mädchen ein besseres Leben verdient? Der Bauer tut mit dem Geld alles, um dem Mädchen ein schönes Leben zu ermöglichen, doch die findet gar nichts schön daran.

Ganz eigener Stil in Bild…

Der absolute Star des Films ist zweifelsohne seine Optik. Durch den herrlichen Tusche-Stil wirkt jedes einzelne Bild wie ein Gemälde, wie ein Kunstwerk, das auch in jemandes Wohnzimmer hängen könnte. Allein schon die Farbgebung und der Zeichenstil wären eine Ausnahmeerscheinung. Gepaart mit der unheimlich glaubwürdigen und realistischen Animation ergibt sich aber ein Gesamtwerk, bei dem einem gut und gerne mal die Kinnlade runterklappt. So werden jederzeit die Emotionen sämtlicher Charaktere glaubhaft vermittelt, hier wird wirklich das volle Potential aus dem Animationsfilm geschöpft.

…und Ton

Diese stilistische Sicherheit zieht sich bis hin zum Soundtrack. Zwar greift man hier auf eher orthodoxere Mittel zurück, das macht die Musik aber nicht weniger gut. Sowohl der Soundtrack als auch die im Film selbst gesungene und gespielte Musik können sich mehr als hören lassen. Besonders, wenn Kaguya selbst singt und auf klassischen japanischen Instrumenten spielt, erzeugt das einen sehr atmosphärischen Sog. Und auch hier gehen Sound und Look Hand in Hand: Man denkt gar nicht mehr darüber nach, dass man hier eigentlich nur stumme Bilder und einen separat eingespielten Soundtrack in Kombination erlebt. So sehr gehen sämtliche Teile der Inszenierung ineinander über, so fantastisch wirkt das Gesamtbild.

Märchenhafte Erzählung in Die Legende der Prinzessin Kaguya

Die Legende der Prinzessin Kaguya ist, wie der Name schon andeutet, ein japanisches Märchen. Da diese im Westen eher weniger verbreitet sind, wirkt die Geschichte für uns jedoch völlig neu, in Japan hingegen kennt sie jedes Kind. Die Legende wird ca. auf das zehnte Jahrhundert datiert, ist also ein echter Klassiker. Und genau daraus bezieht der Film, der sich stets nah an seiner Vorlage befindet, auch seine Faszination. Es fühlt sich für Unwissende an wie ein Märchen aus Kindertagen, das man aber noch nie gehört hat. Es greift klassische mittelalterliche Leitthemen auf, zeigt sie aber in einem fremden Gewand und eher abseits westlicher Konventionen in Bezug auf zum Beispiel die Erzählstruktur.

Ungewohnte Struktur

Das könnte einigen Zuschauern jedoch auch etwas langweilig vorkommen. Man hat hier eben keine klassische Drei-Akt-Struktur, kein offensichtliches Ziel auf das es herausläuft. Doch genau davon kann man eben auch fasziniert sein und sich in der stilisierten Darstellung des japanischen Mittelalters verlieren. Allerdings schadet es der Freude beim Anschauen doch ein wenig, wenn Die Legende der Prinzessin Kaguya wie so oft mal wieder auf die Bremse drückt. Tatsächlich passiert über weite Teile wenig bis gar nichts für die Handlung Relevantes. Klar, immer noch in grandioser Optik, aber eben trotzdem ein bisschen langweilig. Wenn man der japanischen Kultur aber ohnehin etwas abgewinnen kann, wird das kaum ein Problem sein. Denn nicht nur die Art und Weise, wie etwas gezeigt wird, sondern auch was im Endeffekt gezeigt wird kann sich sehen lassen.

Tolles Feeling

Denn was man hier alles vom alten Japan präsentiert bekommt, ist wirklich schön anzusehen. Zu Beginn der Legende der Prinzessin Kaguya bestaunen wir weite Felder, Wälder aus Bambus, bewachsene Berge, und das alles aus der Sicht eines Kindes, das all das noch nie bewundern durfte. Man kann sich also vorstellen, wie herrlich bunt und einladend das Leben in den Bergen inszeniert ist. Dem gegenüber sehen wir in der Hauptstadt eindrucksvolle Paläste und weitere Errungenschaften des Menschen. Doch so beeindruckend die symmetrischen und verzierten Anordnungen auch wirken mögen, so sehr stehen sie auch als Sinnbild für das Gefängnis, in dem sich Kaguya dort befindet.

Überhaupt sind die Gefühle der Prinzessin ein elementarer Bestandteil des Films. Sie ist stets auf der Suche nach einem Zustand der Glückseligkeit, den sie nur aus ihrer Kindheit kennt, aber nie wirklich packen kann. So bricht sie in Wut und Trauer aus, wenn sie ihre eigenen Emotionen nicht versteht, nicht weiß, was sie eigentlich wirklich will. Sie weiß nur, dass sie das Leben der Reichen nicht will, obwohl ihr Vater es zu genießen scheint. Dieser Zwiespalt sorgt besonders in den letzten 20 Minuten für herzzerreißende Szenen, die kaum ein Auge trocken lassen werden.

Unser Fazit Die Legende der Prinzessin Kaguya

Studio Ghibli hat es mal wieder geschafft. Mit eindrucksvoller Animation und einem ganz eigenen Look und Feeling ist Die Legende der Prinzessin Kaguya einer der außergewöhnlichsten, aber auch einer der ergreifendsten Animationsfilme der letzten Jahre. Sound, Optik und Figuren gehen hier Hand in Hand und sorgen für ein Märchen-Feeling, das man in der Form sicher noch eher selten hatte. Lediglich die ungewohnte Struktur und die gelegentlichen Durchhänger in der Handlung könnten den Spaß etwas trüben, dennoch ist der Streifen eine absolut einmalige Erfahrung. Der Film brauch sich vor anderen Dauerbrennern des japanischen Kultstudios nicht zu verstecken und unterstreicht noch einmal das Genie dieser talentierten Künstler.

Unsere Wertung:

 

 

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