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Donnybrook – Below the Belt

Donnybrook – Below the Belt lief in Deutschland unter dem Radar, wird jetzt mit dem Slogan “Gegen Donnybrook ist der Fight Club ein Candle-Light-Dinner” großspurig beworben. Das weckt Interesse. Ob der Vergleich zutrifft und ob sich ein Blick auf den Film lohnt, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

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TitelDonnybrook – Below the Belt
Jahr2018
LandUSA
RegieTim Sutton
DrehbuchTim Sutton
GenreAction, Drama, Thriller, Sportfilm
DarstellerJamie BellFrank GrilloMargaret QualleyChris Browning
Länge101 Minuten
FSKFreigegeben ab 18 Jahren
VerleihKoch Films
Donnybrook - Below the Belt
Das BluRay-Cover von Donnybrook – Below the Belt, Quelle: © Koch Films

Die Story von Donnybrook – Below the Belt

Der Film Donnybrook – Below the Belt handelt von dem US-Soldaten “Jarhead” Earl (Jamie Bell), der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ein Leben am Existenzminimum in einem der amerikanischen Trailerparks verbringen muss. Er träumt davon, sich und seine Familie aus diesem Sumpf herauszuholen. Hinzu kommt, dass seine Frau ein Junkie ist, was das Leben der Familie auch mit den Geschäften des Dealers “Chainsaw” Angus (Frank Grillo) verknüpft, der Earls Frau natürlich bereitwillig mit Drogen versorgt. Dies führt immer wieder zur Konfrontation zwischen Earl und Angus, wodurch eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden entsteht, in die nicht nur Earls Familie involviert wird, sondern auch Angus Schwester Delia (Margaret Qualley).

Den einzigen Ausweg aus dem trostlosen und von Drogen beeinflussten Trailerpark-Leben sieht Earl in seiner Teilnahme und dem Sieg beim jährlich stattfindenden Käfig-Kampf-Event Donnybrook. Bei dieser Schlacht, die zwischen einer großen Gruppe mit Fäusten ausgetragen wird, gewinnt derjenige, der als letztes noch Lebend den Käfig verlassen kann. Und hierauf bereitet sich nicht nur Earl vor, sondern auch Angus. Im Käfig wartet der große Showdown…

Altbacken und klischeehaft

Nüchtern betrachtet, muss man eingestehen, dass die Handlung des Films einem klassischen Schema folgt. Die Familie lebt am unteren Rand der Gesellschaft. Es gibt nur einen Ausweg, der, moralisch betrachtet, keine Option sein dürfte. Zudem baut die Geschichte ein Feindbild auf, mit dem es am Ende zum blutigen Kampf kommt. Innovativ sieht anders aus, darauf wird hier auch nicht groß wert gelegt. Vielmehr verpackt Tim Sutton diese bekannten Story-Elemente neu und konstruiert eine interessante Geschichte, die einen packt. Er spielt mit den Klischees des “White Trash”, der amerikanischen Unterschicht, die in Trailerparks haust. Hier gilt noch das Faustrecht, wo der Stärkere im Recht hat. Wer der Stärkste von ihnen, das ultimative Alphatier, ist, das zeigt sich beim Donnybrook.

Earl kann kämpfen in Donnybrook - Below the Belt
“Jarhead” Earl muss sich im Kampf beweisen, Quelle: © Koch Films

Der Vergleich zu Fight Club könnte also unangebrachter nicht sein. Während der Klassiker von David Fincher bewusst mit Regeln bricht und den Zuschauer zum Denken anregen will, agiert Tim Suttons Donnybrook – Below the Belt dahingehend eher plump. Hier wird keine cineastische Aufarbeitung von psychologischen Gedankenspielen geboten. Hier wird nicht versucht, dem Zuschauer anhand brutaler Szenen eine tiefergehende Bedeutung zu vermitteln. Während sich bei Fight Club die selbstzerstörerische Ader des Hauptcharakters für die Kämpfe verantwortlich zeichnete, geht es hier ausschließlich um das klassische “Kämpfen um zu überleben”. Das ist auch spannend, doch in keinster Weise so tiefschürfend und inszentorisch anspruchsvoll wie bei Finchers Klassiker.

Die Charaktere in Donnybrook – Below the Belt

Womit der Film meiner Meinung nach sehr punkten kann, sind die Charaktere des Films und ihre Schauspieler. Frank Grillo in der Rolle des “Chainsaw” Angus ist so böse, dass man ihm am Ende den Tod fast wünscht. Er ist brutal, herrisch und hat auch kein Problem damit, ein Kind aus niederen Beweggründen zu töten. Anders sieht es bei seiner Schwester Delia aus, die eine zeitlang geradezu unterwürfig zu ihrem Bruder hält und mit ihm gemeinsame Sache macht. Sie kann dies jedoch nur schwer mit ihrem Gewissen vereinen und löst sich schließlich auf brutale Art von ihm. Die Quittung für ihre Taten bekommt sie am Ende dennoch serviert.

Angus & Schwester Delia in Donnybrook - Below the Belt
“Chainsaw” Angus im Wortgefecht mit seiner Schwester, Quelle: © Koch Films

Mit Jamie Bell als “Jarhead” Earl verhält es sich so, dass er zwar alles für seine Familie gibt, jedoch nur die Gewalt als Ausweg sieht. Er lebt dies seinen Kindern, ist alles andere als ein Vorbild. Er ist der klassische Kämpfer-Typ: zuerst sein Dienst fürs Militär und anschließend der Straßenkampf zur Rettung seiner Familie. Ihm bleibt jedoch auch nichts anderes übrig, denn auf seine drogenabhängige Frau kann er sich nicht verlassen. Diese versucht zwar immer wieder, ihre Pflichten als Mutter wahrzunehmen und Earl eine gute Ehefrau zu sein, doch eigentlich bestimmen die Drogen ihr Leben. Und so liegt es allein in der Hand ihres Gatten, die Familie vor dem Untergang zu bewahren.

Schlicht, aber stimmungsvoll

Was Donnybrook – Below the Belt ausmacht, ist seine dichte Atmosphäre. Der Film wirkt düster, jedoch realistisch in seiner Darstellung. Die Gewalt wird deutlich gezeigt, aber auch thematisiert und nicht verherrlicht. Stattdessen wird aufgezeigt, welche Folgen diese für jede der Figuren hat. Tim Sutton verzichtet auf den gehobenen Zeigefinger, er bildet es ab und lässt dem Zuschauer seine Schlüsse ziehen. Trotz aller Klischees wirkt die Handlung authentisch, man nimmt den Akteuren ihr Gebaren ab, kann so auch mit ihnen mitfiebern. Die Rollen von Held und Widersacher sind klar verteilt.

Eine große Rolle spielen dabei auch die gut gewählten Schauplätze. Der Trailerpark steht für den Bodensatz der Gesellschaft, hier tummeln sich Ausgestoßene und Hoffnungslose. Das Drogenlabor von Angus und seiner Schwester scheint das böse Zentrum dieses trostlosen Ortes. Die Reise zum titelgebenden Cagefight, die an einer Stelle auch eine Bootsfahrt über einen Fluss beinhaltet, als letztes Hindernis auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Der Austragungsort des Kampfes selbst, die in einer Mischung aus Jahrmarkt und Hinterhof-Gemetzel gleicht, erweist sich als eine Welt außerhalb der zivilisierten. Das Donnybrook ist ein Zerrbild der Gesellschaft, dieses Event erscheint als eine Art Burning Man für die Ausgestoßenen. Und diese Inszenierung verfehlt seine Wirkung nicht.

"Jarhead" & "Chainsaw" in Donnybrook - Below the Belt
Der letzte Kampf zwischen “Jarhead” Earl und “Chainsaw” Angus, Quelle: © Koch Films

Unser Fazit zu Donnybrook – Below the Belt

Bei all den positiven Aspekten des Films und all den negativen Kommentaren im Netz, bleibt Donnybrook – Below the Belt ein solides Action-Drama. Der Film hat definitiv seine Stärken. Dazu gehört nicht unbedingt die Handlung, die eher den Rahmen für die Konfrontation von Jamie Bell und Frank Grillo steckt. Beide können in ihren Rollen überzeugen, und Tim Sutton inszeniert den Weg zu deren Aufeinandertreffen einfach, aber effektiv und mitreißend. Erzählerische Tiefe darf man indes nicht erwarten, der Film lebt vom Impuls und seiner brachialen, kathartischen Gewalt.

Jede der Figuren hat ihr Päckchen zu tragen, jeder begegnet seinem Schicksal dementsprechend auf seine eigene Weise. Das empfiehlt sich kaum für die Oscar, bietet aber zumindest gute Unterhaltung und eine Geschichte, die spannend und atmosphärisch gut erzählt wird.

Unsere Wertung:

 

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© Koch Films

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