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Don’t Breathe

In Don’t Breathe glaubt eine Gruppe daran, bei einem Einbruch eine Menge Geld einfach abgreifen zu können. Was soll schon passieren? Der Hauseigentümer ist ein alter, einsamer Mann. Blind ist er auch. Das sollte doch ein leichter Beutezug sein, oder?!

TitelDon’t Breathe
Jahr2016
ProduktionslandUSA
RegieFede Alvarez
DrehbuchFede Alvarez, Rodo Sayagues
GenrePsychothriller, Horror
DarstellerStephen Lang, Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto, Franciska Töröcsik
Länge89 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihSony Pictures

Vorweg ein Hinweis der Verfassers:
Die von Sony veröffentlichten Teaser, Trailer und Clips verraten den Ablauf der ersten Filmhälfte. Auch wenn der Trailer nicht wirklich spoilert, ist er für meine Begriffe sehr ungünstig geschnitten. Um eine möglichst gute und unbefangene Filmerfahrung zu bewahren, vor allem in Bezug auf die gebotene Suspense, rate ich an dieser Stelle von der Sichtung des Promotion Material ab.

PLOT

Alex, Money und Rocky verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie auf effektive Weise und vor allem schnell in Häuser einsteigen. Dass der Vater von Alex bei einer Sicherheitsfirma arbeitet, kommt den Dreien dabei sehr gelegen. So konzentrieren sie sich darauf, möglichst alles Wertvolle, was nicht niet- und nagelfest ist, mitzunehmen. Nun wollen sie einen großen Coup landen und anschließend aus der Stadt verschwinden.

Ein einsames Haus am Rande der Stadt. Angeblich soll der Hauseigentümer $300.000,- zu Hause gebunkert haben. Das wollen sich die drei unter den Nagel reißen und für Rocky ist es die vielleicht einzige Möglichkeit, zusammen mit ihrer Schwester aus dem drogenverseuchten Elternhaus zu fliehen. Anfänglich kommen noch Skrupel innerhalb der Gruppe auf, weil das bewusste Geld eine Entschädigungssumme an den Hausbesitzer darstellt. Die Tochter des Kriegsveteran, der im Einsatz sein Augenlicht verlor, kam durch die Folgen eines Autounfalls ums Leben. Doch als die drei im Haus sind, stellt sich in der Folge raus, das der Blinde ein widerspenstiger Mann ist, der nach seinen eigenen Regeln lebt.

Jane Levy in Don't Breathe
Jane Levy in Don’t Breathe von © Sony Pictures Releasing GmbH

FILM

Fede Alvarez hat sich die Kritiken seines ersten Langfilmes, dem Remake Evil Dead, zu Herzen genommen. Anstatt auf splattrige shocking-moments zu setzen, wird hier die Spannungsschraube angezogen. Der Kniff von Don’t Breathe ist nicht neu. Schon in Jaws wurde der weiße Hai lange nicht deutlich gezeigt. Der Horror liegt in der Andeutung, in der möglichen, aber stetig lauernden Gefahr. Wie auch in der Netflix-Serie Stranger Things wird das gesichtslose Monster lange im Dunkeln gelassen. Dort lässt man den Zuschauer lange über das Ausmaß des Bösen im Unklaren. Don’t Breathe variiert diesen Trick allerdings sehr originell. Hier spielt man nicht nur mit der Angst vor dem Dunkeln, Regisseur und Autor Fede Alvarez geht noch einen Schritt weiter. Er knipst das Licht aus und schubst seine Protagonisten in ein beengtes Szenario aus dem sie nicht fliehen können. Theaterveteran Stephen Lang als blinder Hausbewohner besorgt mit seiner eindringlichen Präsenz den Rest.

MEINUNG

Ein Mann, der sich verraten und im Stich gelassen fühlt und damit einen Teil des gegenwärtigen US-amerikanischen Publikums widerspiegelt. Eine überzeugende Besetzung und ein unglaublich gut strukturiertes Drehbuch inmitten eines Schauplatzes, das sich als tatsächlicher Hauptdarsteller des Filmes entpuppt. Eine Kameraführung, die die klaustrophische Furcht der Protagonisten einfängt und eine passende Soundkulisse, die im Zusammenhang eine treibende Dynamik vermittelt. Eine Atmosphäre, die kaum Zeit zum durchatmen lässt. Ein Horror-Thriller dessen beängstigende Geschichte zwischen Tragik und Drama mich überzeugte. Den John-Carpenter-Gedächtnispreis für das beste Genre-Werk 2016 verleihe ich an Don’t Breathe.

Plakat zu Don't Breathe
Plakat zu Don’t Breathe von © Sony Pictures Releasing GmbH

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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© Sony Pictures

Rooster Cogburn

Oliver Hoppe ist als Autor bei movicfreakz.de tätig. Er wurde auf diesen Planeten gebeamt um seine Meinungen abzusondern und ist ein leidenschaftlicher Filmfreund. „Filme [...] bedeuten für mich zuerst und vor allem, eine Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte darf unwahrscheinlich, aber sie darf nie banal sein.“ (Alfred Hitchcock).
Er besucht regelmäßig die Lichtspielhäuser vor Ort, lässt das lineare Fernsehen links liegen und suhlt sich im Video On Demand Getümmel. Ganz im Sinne von Wundermax (The Princess Bride) meint er: "Bei einer nicht gelungenen Produktion besteht ein großer Unterschied zwischen 'Zum größten Teil kacke' und 'Ganz kacke'."

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