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Ashley (Storm Reid) telefoniert mit ihrem Onkel Jack (David Oyelowo) aus der Vergangenheit und kann so ihr Schicksal ändern.

Don’t Let Go

Wenn die Gegenwart auf die Vergangenheit trifft: Jarob Aaron Estes (Rings) bewegt sich mit seinem Thriller Don’t Let Go auf zwei Zeitebenen und erzählt die Geschichte einer besonderen Onkel-Nichte-Beziehung. Ob sich die Zeitreise lohnt, erfahrt ihr hier.

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TitelDon’t Let Go
Jahr2019
LandUSA
RegieJacob Estes
DrehbuchJacob Estes
GenreThriller, Science-Fiction
DarstellerDavid Oyelowo, Storm Reid, Shinelle Azoroh, Brian Tyree Henry, Alfred Molina, Mykelti Williamson
Länge103 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures Germany GmbH
Das Filmplakat zu Don’t Let Go zeigt, wie die Hauptfiguren Jack und Ashley in entgegengesetzte Richtungen schauen.
Blu-ray-Cover zu Don’t Let Go © Universal Pictures Germany GmbH

Anruf aus der Vergangenheit

Die lebensfreudige Ashley (Storm Reid) hat zwar Probleme mit ihren Eltern, kann sich aber immer auf ihren Onkel Jack (David Oyelowo) verlassen. Zwischen der Teenagerin und dem Polizisten besteht eine ganz besondere Bindung. Doch eines Tages wird Jack der Boden unter den Füßen weggerissen, als sein Bruder, dessen Frau und Ashley tot in deren Haus aufgefunden werden. Brutal hingerichtet weckt es den Anschein, dass sein Bruder erst seine Familie und dann sich selbst erschossen hat. Noch während Jack die Ereignisse verarbeitet, bekommt er einen mysteriösen Anruf. Es ist Ashley, die scheinbar aus der Vergangenheit mit ihm kommuniziert und die Möglichkeit eröffnet, die Morde ungeschehen zu machen.

Sofort mittendrin

Der Einstieg von Don’t Let Go schlägt gleich mal ordentlich in die Magengrube. Nachdem man Ashley und ihren Onkel Jack kennengelernt hat, muss man schon mit dem Tod der Teenagerin und ihrer Familie auseinandersetzen. Das trifft sowohl Jack als auch den Zuschauer. Die besondere Chemie zwischen Nichte und Onkel ist sofort spürbar und macht Jacks emotionales Tief und den großen Impact des Mordes nachvollziehbar. Der Film lässt sich nicht viel Zeit und konfrontiert sowohl den Protagonisten als auch den Zuschauer mit seinem besonderen Gimmick. Ashleys Telefonanruf aus der Vergangenheit ist zuerst sonderbar, integriert sich aber relativ zügig in das Geschehen und bereitet den Weg für seinen Thriller-Part. Das Warum und Wieso ist hier egal und wird weder beantwortet noch genauer thematisiert.

Ashley (Storm Reid) telefoniert in Don’t Let Go mit ihrem Onkel Jack (David Oyelowo) aus der Vergangenheit und kann so ihr Schicksal ändern.
Ashley (Storm Reid) ruft ihren Onkel aus der Vergangenheit an © Universal Pictures Germany GmbH

Entscheidender an der Kommunikation durch Raum und Zeit ist das Ziel und der Weg dorthin. Denn Jack hat nun die Möglichkeit, seine Nichte zu retten und die Hintergründe der Morde aufzudecken. Als Polizist hat er zudem die benötigten Fähigkeiten und Möglichkeiten auf seiner Seite. Die an sich interessante Prämisse kann nun aber leider nicht die erwartete Spannung generieren. Denn trotz seiner knackigen Laufzeit verhaspelt sich Don’t Let Go in seiner Beweisfindung und „Vergangenheitsänderung“. Dies findet auf zwei Zeitebenen statt und verliert sich in oberflächlichen Entwicklungen, die tiefgehende Motivationen und Hintergründe vermissen lassen. Das Ganze resultiert dann in einer vorhersehbaren, aber nicht wirklich nachvollziehbaren Auflösung, die zumindest konsequent durchgezogen wird und für einen spannenden Showdown sorgt.

Don’t Let Go bleibt unter den Möglichkeiten

Den Kern von Don’t Let Go bilden Ashley und Jack, die von Storm Reid und David Oyelowo richtig gut dargestellt werden und die nötige Chemie auf den Bildschirm transportieren können. Die Emotionslage der beiden ist stets spürbar und auch die Kommunikation der beiden über Raum und Zeit ist stimmig gelungen. Eingetaucht in nüchternen und unspektakulären Bildern vermittelt der Film trotz seiner Sci-Fi-Thematik einen geerdeten Eindruck. Das passt auch zu dem Onkel-Nichte-Tandem, das so hervorragend aufgeht. Mit kleinen Nebengeschichten wird das Familienkonstrukt greifbar, verhaspelt sich dann aber wie bereits erwähnt im Crime- und Thriller-Part. Wäre dieser auf ähnlichem Level wie die zwischenmenschliche Ebene, hätte Don’t Let Go ein richtiger Überraschungshit werden können. Doch so kommt er über solides Mittelmaß nicht hinaus, denn dafür sind die Entwicklungen und Auflösungen trotz der spannenden Prämisse zu konventionell.

Unser Fazit zu Don’t Let Go

Ein schrecklicher Mord und ein merkwürdiger Anruf aus der Vergangenheit. Don’t Let Go wirft den Zuschauer direkt und schonungslos in sein eigenwilliges, aber stimmiges Setting. Großer Pluspunkt ist dabei die besondere Chemie zwischen Onkel und Nichte, die richtig gut von Storm Reid und David Oyelowo vermittelt wird. Doch leider kann der Film das starke Einstiegsniveau nicht halten und macht zu wenig aus seiner interessanten Prämisse. Zu konventionell, ideenarm und undurchdacht ist die weitere Entwicklung und damit größtenteils zu unspannend. So ist Don’t Let Go trotz seines interessanten Aufhängers letztlich nur ein durchschnittlicher, aber dennoch sehenswerter Thriller, der leichtfertig seine Chance auf einen Überraschungshit vergibt.

Der Film ist seit dem 01.10.2020 als VoD und auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Unsere Wertung:

 

 

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