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Dora blickt auf eine Karte, die sie in den Händen hält, Dora und die goldene Stadt ©Paramount Pictures

Dora und die goldene Stadt

Dora ist eine vielen Menschen bekannte Kinderserien-Figur, die im Auftrag des Lernens mit den Kindern agiert. Nun bekommt sie mit Dora und die goldene Stadt ihren eigenen Films und dies nicht als Zeichentrick, sondern als Real-Verfilmung. Ob dies ein Schritt gen Erfolg ist, erfahrt ihr im Folgenden!

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TitelDora und die goldene Stadt (OT: Dora and the Lost City)
Jahr2019
LandUSA
RegieJames Bobin
DrehbuchMatthew Robinson, Nicholas Stoller
GenreAbenteuer, Kinderfilm
DarstellerIsabela Merced, Eugenio Derbez, Michael Peña, Eva Longoria, Jeff Wahlberg, Nicholas Coombe, Madeleine Madden, Temuera Morrison, Adriana Barraza, Q’orianka Kilcher, Danny Trejo, Benicio del Toro
Länge102 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihParamount Pictures
Blu-Ray-Cover zu Dora und die goldene Stadt © Paramount Pictures
Das Blu-Ray-Cover zu Dora und die goldene Stadt. © Paramount Pictures

Lehrauftrag Abenteuer – Die Handlung von Dora und die goldene Stadt

Dora (Isabela Merced) wächst mit ihren Eltern und ihrem Vetter Diego (Jeff Wahlberg) im Urwald von Peru auf. Zusammen erleben die beiden jede Menge Abenteuer. Doch eines Tages zieht Diego mit seinen Eltern in die Stadt. Er und Dora verlieren sich für mehrere Jahre aus den Augen. Zehn Jahre später wird Dora von ihren Eltern auch in die Stadt geschickt, weil sie der Meinung sind, dass ihre Tochter mehr Kontakt mit Gleichaltrigen haben sollte.

In der Stadt muss Dora erkennen, dass das Leben an der High-School nicht sorgenfrei ist und auch Diego sich verändert hat. Sie sehnt sich nach dem Dschungel zurück. Als sie erfährt, dass ihre Eltern bei der Suche nach einer goldenen Inka-Stadt verschwunden sind, begibt sie sich mit Diego sowie ihren Mitschülern Randy (Nicholas Coombe) und Sammy (Madeleine Madden) auf eine Rettungsaktion. Zwar fühlt sich Dora im Dschungel heimisch, doch hier lauern ganz andere Gefahren…

Dora (links) und Diego (rechts) stehen sich in der Empfangshalle des Flughafens gegenüber © Paramount Pictures
Dora (Isabela Merced, links) und ihr Cousin Diego (Jeff Wahlberg, rechts) sehen sich nach zehn Jahren erstmals wieder. © Paramount Pictures

Ein Hauch von Humor

Dora und die goldene Stadt basiert auf einer Serie für (Klein-)Kinder, der Erwachsene eher mit gemischten Gefühlen beiwohnen. Im Sinne ihres Lernauftrags richtet sich Dora direkt an die jungen Zuschauer und redet mit ihnen, ja erwartet gar eine Antwort auf Fragen. Doch für Erwachsene wirkt es teils unangenehm, wenn Doras Blick den Zuschauer durchdringt, bis dieser nicht anders kann, als zu antworten. Dennoch beweist Dora und die goldene Stadt an einigen Stellen des Films guten Humor, der auch für Erwachsene gemacht ist. Der ein oder andere Spruch ist trocken sowie situationsbedingt und entspricht damit ganz dem Geist gegenwärtiger Animations- und Kinderfilme. Doch leider lassen sich die auflockernden Momente an einer Hand abzählen.

Parodie oder Hommage?

Vor allem zu Beginn ist Dora und die goldene Stadt humorvoll, weil die Handlung über die Thematik der Zeichentrickserie her zu ziehen scheint. Immer wieder wirkt der Film wie eine Parodie, die sich über typische Handlungsmuster und Verhaltensweisen der Trickfiguren mit gekonnter Komik lustig macht. Doch bald darauf fragt sich der Zuschauer, ob dies überhaupt gewollt war. Denn viele Szenen sind geprägt von Appellen an die Serie und nahezu 1:1-Umsetzungen typischer Merkmale. Diese Momente sind alles andere als witzig; stattdessen zeigt sich das Gesicht einer Kinderserie, mit der Erwachsene abseits des bloßen Wissens um ihre Existenz nichts zu tun haben. Ganz plötzlich erscheint der Film wie eine Hommage. Doch was ist nun die Intention des Werks? Diese Frage bleibt bis zum Ende des Films unbeantwortet.

Dora und ihre Freunde stehen vor einem großen Tor auf leuchtenden Steinplatten. Dora zeigt auf eine der Platten. Dora und die goldene Stadt ©Paramount Pictures
Dora (Isabela Merced, 2.v.l.) und ihre Freunde Randy (Nicholas Coombe, links), Sammy (Madeleine Madden, 2.v.r.) und Diego (Jeff Wahlberg, rechts) müssen auf ihrer Suche nach der goldenen Stadt diverse Rätsel lösen. © Paramount Pictures

Die Sache mit dem Fuchs

Gerade wenn der Zuschauer den Gedanken gefasst hat, dass es sich bei Dora und die goldene Stadt um eine Mixtur aus Parodie und Abenteuerfilm handelt, tritt ein höchst einzigartiger Fuchs auf den Plan. In der Serie hat Dora einen maskierten, sprechenden Fuchs zum Erzfeind. Da auch ihr Affe, der selbstverständlich ebenfalls sprechen kann, als ein normales, animiertes Tier im Film zu sehen ist, sollte man meinen, dass auch der Fuchs eine Realitätskur erfahren hat.

Doch Dora und die goldene Stadt ist stets für eine Überraschung zu haben und so kommt just in dem Moment, in dem der Zuschauer sich auf die Real-Verfilmung eingestellt hat, ein sprechender Fuchs um die Ecke gelaufen. Einzig Doras Freunde sind etwas von dem nicht-normalen Lebewesen überfordert, doch für alle anderen ist dessen Existenz so normal wie Tag und Nacht. Dieses “Rätsel” wird auch nicht weiter aufgeklärt und hinterlässt nur noch mehr Fragen um die Absicht des Films.

Dora und Alejandro stehen vor einem Baum auf den Dora zeigt, Dora und die goldene Stadt ©Paramount Pcitures
Dora (Isabela Merced, links) erklärt ihrem Begleiter Alejandro Gutierrez (Eugenio Derbez, rechts), worauf es im Dschungel zu achten gilt. © Paramount Pictures

Das 1 mal 1 des Fremdschämens – Dora und die goldene Stadt

Der Zuschauer merkt: Dora kann nicht aus ihrer Haut. Sie singt, interagiert mit den Zuschauern und läuft grinsend durch den Urwald. Doch was auch hier anfangs als Parodie wirkt, entpuppt sich zunehmend als ernst gemeinte Handlungsabsicht. Es ist zwar witzig, zu sehen, was die Regisseure mit dem einst so kleinen Mädchen machen, indem sie es in den Großstadtdschungel setzen. Hier hat sie Schwierigkeiten, sich an das High-School-Leben zu gewöhnen und muss erst lernen, dass es unklug ist, den “Tier-Tanz” in einem Sonnenkostüm inmitten einer Ansammlung pubertierender Minderjähriger aufzuführen. Spätestens sobald Dora wieder im Dschungel ankommt, ist all die Ernsthaftigkeit verflogen. Es wird darüber gesungen, wie man sein großes Geschäft verrichtet, es werden sprechende Füchse verfolgt und “Zusammen-können-wir-alles-schaffen-indem-wir-uns-an-den-Hände-halten”-Momente erlebt.

Eben jene Szenen sind es, die den erwachsenen Zuschauer vor den Bus des Drehbuchs werfen. Sich in einem Moment über die übertriebene Rave-Interpretation des Vaters amüsieren und im nächsten Moment einem Lied über Stuhlgang beizuwohnen, wirkt befremdlich. Erwachsene schauen hier eher beschämt zur Seite und überlegen, die unfreiwillige Pause für einen wahrhaftigen Abstecher ins Bad zu nutzen.

Dora steht zwischen ihren beiden Eltern, Dora und die goldene Stadt ©Paramount Pictures
Dora und ihre Eltern halten zusammen © Paramount Pictures

Ein misslungenes Risiko

Die Drehbuch-Autoren von Dora und die goldene Stadt sind ein gewisses Risiko eingegangen, als sie Dora haben erwachsen werden lassen. Dieser Versuch wäre vollends gelungen, wenn sie alles auf eine Karte gesetzt hätten: Dora ist eine Jugendliche, die mit den alltäglichen Problemen einer jungen Heranwachsenden zu kämpfen hat. Auch die Dschungel-Szenen hätten auf diese Weise umgesetzt werden können. Dora lernt dazu, wird erwachsen und geht auch die Dinge im Leben anders an.

Stattdessen wird die Botschaft “Bleibe immer du selbst und habe am Spaß am Leben” beinahe ins Lächerliche gezogen. Doras Verhalten und die Art, wie sie präsentiert wird, bricht mit dem Versuch, der Kinderserie ein ernsthafteres Aussehen zu verpassen. Wenn Dora “the Explorer” hätte bleiben sollen, hätten die Autoren kein Risiko eingehen müssen: Sie würden einen Kinderfilm, basierend auf einer Kinderserie, für Kinder anfertigen. Jedoch entschieden sie sich dagegen und haben einen Spagat versucht. Sie setzten zum Sprung an, aber wagten es nicht, abzuspringen. So steht unter dem Strich ein misslungener Versuch, der weder Kinder noch Erwachsene vollends glücklich stimmen wird.

Schauspielerische Jugend

Der Cast von Dora und die goldene Stadt ist insgesamt wenig bekannt. Dora und ihre Freunden werden von einer Gruppe jugendlicher Newcomer gespielt, die über den Film hinaus keiner Rede wert sind. Ihre Performance ist mittelmäßig und reiht sich ein in die Ansammlung von Inszenierungen mit der Aufschrift “Made by Nickelodeon”. Im Rahmen der Ansprüche und in Anbetracht des Zielpublikums ist die Leistung des Casts vollkommen in Ordnung. Einzige Ausreißer stellen die Erwachsenen in dem Cast dar: Michael Peña und Eva Longoria spielen Doras Eltern, während Danny Trejo und Benicio del Toro zwei Sprechrollen in dem Film einnehmen. Doch da ihnen lediglich Nebenrollen zuteil werden, können diese Hollywood-Stars niemandem die Show stehlen.

Dora steht einsatzbereit im Dschungel ein Seil in den Händen haltend, Dora und die goldene Stadt ©Paramount Pictures
Im Dschungel ist Dora (Isabela Merced) ganz in ihrem Element. © Paramount Pictures

Abenteuerlicher Fehlschlag – Mein Fazit zu Dora und die goldene Stadt

Es ist nicht immer leicht, einen Film zu bewerten, der vorrangig für Kinder gemacht ist. Dennoch gibt es diverse Punkte, die auch aus Sicht eines Erwachsenen beurteilt werden können, vor allem, wenn sich ein Film ernster nimmt als er vielleicht vermuten lässt. Dora und die goldene Stadt ist definitiv ein Film, der versucht, ein kindliches beziehungsweise ein heranwachsendes Publikum anzusprechen, dabei aber erwachsen wirken möchte. Genau dieser Versuch ist dem Film misslungen.

Dora und die goldene Stadt wirkt wie ein Sammelsurium von Abenteuerfilmen, in denen der Zuschauer stets an Tomb Raider, Indiana Jones und George – Der aus dem Dschungel kam denkt. Doch leider bietet dieser nicht annähernd die Unterhaltung wie andere Filme des Genres. Sich irgendwo zwischen Parodie und Hommage bewegend, findet der Film keine klare Linie und verläuft sich in seinen Ambitionen, einen Kinderstar altern zu lassen. Stattdessen scheint es, als habe man niemanden vor den Kopf stoßen und einen Film für die ganze Familie schaffen wollen. Selbstredend ist es jedem freigestellt, Dora und die goldene Stadt mit seiner Familie zu gucken, allerdings gibt es weitaus bessere Filme, die man für einen gemütlichen Familienabend auswählen kann. Denn auch Kinder, die mit Dora aufgewachsen sind, werden den Serienstar kaum wiedererkennen. Der Film ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch Dora noch eine Menge zu lernen hat…

Der Film ist seit dem 20. Februar 2020 auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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