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Dotterbart

Die Piraten-Komödie Dotterbart versammelte seinerzeit einen beachtlichen Cast an zeitgenössischen Comedians vor der Kamera. Ob dieses All-Star-Ensemble auch ein Garant für ordentliche Lachsalven war und ist, erfahrt ihr in unserer Review!

DOTTERBART (MONTY PYTHON AUF HOHER SEE) (1983) HD Trailer (Deutsch / German)

TitelDotterbart (OT: Yellowbeard)
Jahr1983
LandGroßbritannien
RegieMel Damski
DrehbuchGraham Chapman, Peter Cook, Bernhard McKenna
GenreKomödie
DarstellerGraham Chapman, Martin Hewitt, Peter Cook, Peter Boyle, Marty Feldman, Eric Idle, James Mason, Cheech Marin, Thomas Chong, John Cleese
Länge93 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Pirat Dotterbart springt auf dem Cover der DVD kampflustigt dem Käufer entgegen
Das Cover der DVD © Capelight Pictures

Dotterbart – Handlung

Der gefürchtete Pirat Dotterbart (Graham Chapman) konnte auf seinen Raubzügen eine Menge Gold einsacken, bevor die Royal Navy ihn dingfest zu machen vermochte. Denn man musste zu einer List greifen, um ihn hinter Gitter zu bringen, und verurteilt ihn wegen Steuerhinterziehung. Sein Schatz allerdings wird nicht gefunden, und auch unter Folter sind ihm keine Koordinaten zu entlocken. Als man seine Strafe auf 140 Jahre erhöht, wagt der Pirat einen Ausbruch. Doch genau das war der Plan des englischen Commander Clement (Eric Idle), der sich nun an seine Fersen heftet, in der Hoffnung, dass Dotterbart ihn zu seinem Goldschatz führt.

Der Freibeuter trommelt nun seine alte Crew zusammen, um mit ihnen den Schatz zu heben. Doch vorher sucht er nach seinem Sohn Dan (Martin Hewitt), von dessen Existenz er erst im Gefängnis erfahren hatte. Der Junge wurde von seiner Mutter als Gärtner an eine gut situierte Familie übergeben und ist, zum Entsetzen seines Vaters, sehr gebildet und wohl erzogen. Eigentlich braucht Dotterbart nur die Karte, die Dan auf den Kopf tätowiert wurde, doch schließlich begleitet dieser seinen Erzeuger auf die abenteuerliche Fahrt. Aber nicht nur Clement lauert in ihrem Windschatten, auch Bootsmann Mr. Moon (Peter Boyle) hat eigene Pläne…

Der mit schlechten Zähnen grienende Dotterbart lehnt sich bedrohlich über seinen Bootsmann Mr. Moon
Mit diesem Piraten ist nicht zu spaßen © Capelight Pictures

Ein illustrer Cast und eine Schnapsidee

Die Besetzungsliste von Dotterbart liest sich wie ein Who’s Who der großen Comedians der späten 70er und frühen 80er: Neben den Pythons Graham Chapman, Eric Idle und John Cleese (Die Ritter der Kokosnuss, Das Leben des Brian) tummeln sich noch das Komiker-Duo Cheech & Chong (Viel Rauch um Nichts), Schielauge Marty Feldman (Mel Brook’s Frankenstein) und Peter Cook, der in den 60ern zusammen mit Dudley Moore ein sehr erfolgreiches Gespann bildete und auch mit am Drehbuch schrieb. Umso erstaunlicher (und enttäuschender) ist, dass der Film abseits eher infantilen Klamauks kaum zündende Gags parat hält.

Die Idee für den Film hatte der The Who-Drummer Keith Moon bei einem Essen mit Chapman, Cook und Regie-Legende Sam Peckinpah (The Wild Bunch, Convoy). Eigentlich sollte er auch den Part des Piratenkapitäns übernehmen, doch der für seine Exzesse bekannte Musiker verstarb schon 1978 an einer Überdosis Beruhingsmittel im Alter von nur 32 Jahren. Graham Chapman hatte inzwischen zusammen mit seinem bevorzugten Co-Autor Bernhard McKenna ein Skript verfasst, das später, auf Wunsch des Studios, von Peter Cook noch überarbeitet wurde. Eric Idle und John Cleese nahmen das Engagement, ihrem langjährigen Freund und Mitstreiter zuliebe, an, während Michael Palin und Terry Jones eine Beteiligung ablehnten. Cleese gab später an, dass das Skript zu Dotterbart das schlechteste war, das er je gelesen hätte.

Die Dreharbeiten in Mexiko wurden dann vom Tod Marty Feldmans überschattet, der im Hotel einem Herzinfarkt erlag. Auch wurde Graham Chapman nach Beendigung der Dreharbeiten vom Studio eine Beteiligung am Endschnitt untersagt, selbst seine schriftlichen Notizen ignoriert.

In einer dunklen Spelunke lauscht der schielende Gilbert den Ausführungen eines Blinden - Dotterbart
Bei den Neuigkeiten des blinden Mannes macht Marty Feldman große Augen © Capelight Pictures

Ein Flop trotz Aufwand und Spielfreude

Entgegen den lauen Gags und dem halbgaren Dialogwitz war der Aufwand, den man in Requisiten und Kostüme investierte, beträchtlich. Für die Szenen auf See kam die Bounty II zum Einsatz, die 1960 für den Klassiker Meuterei auf der Bounty mit Marlon Brando und Trevor Howard angefertigt worden war. Dotterbart entwirft in seinen Sets ein erstaunlich stimmiges Bild seiner Zeit, im Sinne der damaligen Vorstellung, wie ein richtiger Piratenfilm auszusehen hätte.

Auch kann man den teilhabenden Comedians kaum fehlenden Elan vorwerfen, es hatte sichtlich niemand Angst, sich über Gebühr zum Affen zu machen. Gerade Idle und Boyle können in ihren linkischen Rollen überzeugen und gehören zu den Highlights des Films. Und auch das Kiffer-Komiker-Gespann Cheech Marin und Thomas Chong bringt in seinen Auftritten am Anfang und Ende des Films eine frische Brise ins Geschehen. Doch dazwischen tritt die Handlung immer wieder auf der Stelle, was durch die zumeist mäßigen Sketche kaum aufgefangen werden kann. Selbst Marty Feldman, normalerweise durch seine Präsenz schon eine Bereicherung, wirkt matt und ausgelaugt.

Dotterbart liegt bewusstlos im Sand, während Clement, im Rücken seine Soldaten, den Schatz für sich beansprucht, während die Gefolgschaft des Piraten resigniert dreinschaut
Clement beansprucht den Schatz für sich, hat für das Publikum keinen Blick übrig © Capelight Pictures

Unser Fazit zu Dotterbart

Als zotiger Klamauk mit gelegentlichen Längen lädt die Piratenfilm-Parodie Dotterbart nicht wirklich zu Lachanfällen ein, denn oftmals zünden Gags nicht oder der Film verliert sich in nervigem Rumgehampel. Allenfalls sporadisch können die Comedy-Stars ihr Potenzial entfalten, ein Lichtblick sind vor allem die Auftritte von Cheech & Chong, die aber nur zu Anfang und am Ende die Bühne entern. Dazwischen gebiert sich der Film manchmal sehr zäh und laviert sich nur schleppend durch die Handlung. Fans der alten Recken werden sich sicherlich an der ein oder anderen Stellen amüsieren können, und Cameo-Auftritte, wie von Musiker David Bowie, lockern das Ganze auch mal auf. Aber letztlich erweist sich das Skript als zu umständlich und teils eben auch sehr lahm. Für eine Empfehlung reicht das lange nicht, einzig Hardcore-Fans der Komiker mögen vielleicht einzelne Szenen abfeiern.

Dotterbart ist seit dem 2. Juli 2021 als gängige DVD und Blu-ray, aber auch als 3-Disc Mediabook im Handel erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© Capelight Pictures

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