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Daniel de Oliveira in The Nightshifter beim Fantasy Filmfest Nights 2019

Fantasy Filmfest 2019 – Das große Festival-Round-up

In nicht mal zwei Monaten ist es wieder soweit. Beim Fantasy Filmfest 2019 öffnet das traditionsreiche Festival zum nunmehr 33. Mal seine blutverschmierten Pforten.

In diesem Artikel wollen wir euch Lust auf das Festival machen, welches dieses Jahr abermals in sieben großen deutschen Städten stattfinden wird. Neben den wichtigsten Daten und Fakten zum Festival an sich, werden wir den Ausblick auf die bisher bekanntgegebenen Filme wagen und zum Abschluss auf drei Filme der Fantasy Filmfest Nights 2019 zurückblicken.

Doch was erwartet euch beim Fantasy Filmfest 2019 eigentlich? Was macht es so besonders? Und was sind diese angesprochenen Nights eigentlich?

Das Poster des Fantasy Filmfest 2019
Das Poster des Fantasy Filmfest 2019

Das Fantasy Filmfest

Seit über dreißig Jahren ist das Fantasy Filmfest eine fest etablierte Größe in der deutschen Filmfest-Landschaft. Doch anders als der Name suggeriert, brennen sich nur selten Fantasy-Filme in die Netzhaut der Festivalteilnehmer. Vielmehr steht das „Fantasy“ im Namen für Fantasie, für Innovation und für Skurrilität. Von A wie Arthouse bis Z wie Zombie-Apokalypse bedient der Großteil der 50 Festivalfilme hauptsächlich die Genres Horror, Science-Fiction und Thriller. Sogar einige der größten Hits aus diesen Spielarten des Films feierten auf dem FFF Deutschland- oder sogar Weltpremiere. Darunter sind so illustre Namen wie American Psycho, Blair Witch Project, District 9, Final Destination, Pulp Fiction, SAW und Das Schweigen der Lämmer.

Wie vermutlich viele der Teilnehmer aus dem Premierenjahr 1987, hat das Fantasy Filmfest mittlerweile Nachwuchs bekommen. Die Fantasy Filmfest White Nights und die Fantasy Filmfest Nights eint eine mit zwei Tagen deutlich kürzere Laufzeit und ein mit zehn Filmen deutlich übersichtlicheres Programm. Der einzige Unterschied ist terminlicher Natur. Die White Nights finden, wie der Name suggeriert, im Winter (Januar) statt und die Nights verkürzen im April die Wartezeit auf das nächste reguläre Festival.

Termine

Nun fragt ihr euch sicher: Wann und wo kann ich das Fantasy Filmfest 2019 besuchen? Um diese Frage zu beantworten sind hier die diesjährigen Termine:

  • BERLIN, Cinestar Sony Center, 04. bis 15. September
  • FRANKFURT AM MAIN, Harmonie, 05. bis 15. September
  • MÜNCHEN, Cinema, 11. bis 21. September
  • STUTTGART, Metropol, 12. bis 22. September
  • KÖLN, Residenz – Astor Film Lounge, 12. bis 22. September
  • NÜRNBERG, Cinecitta, 19. bis 29. September
  • HAMBURG, Savoy Filmtheater, 19. bis 29. September

Tickets für alle Festivalstädte findet Ihr natürlich auf der offiziellen Seite: http://www.fantasyfilmfest.com

Die diesjährigen Filme

Das komplette Programm wird traditionsgemäß erst im August veröffentlicht. Oft bis zur letzten Minute kämpft das Organisationsteam rund um die Festival-Gründer Rainer Stefan, Artur Brzozowski und Frederike Dellert um die heißesten Genre-Filme des Jahres. Folgend bekommt ihr einen kleinen Überblick über das bisher feststehende Programm für 2019:

First Love

First Love von Takashi Miike © Eurovideo
First Love von Takashi Miike © Eurovideo

Im Jahr 2017 zeigte das Fantasy Filmfest den 100. Film von Regielegende Takashi Miike. Nun steht mit First Love bereits sein 103. Film in den Startlöchern. Und dieser ist einer seiner unterhaltsamsten: Uns erwartet eine völlig abgefahrene Action-Komödie mit jeder Menge schwarzem Humor, krassen Gewaltspitzen und einem Hauch Romantik.

Fun-Fact: Miike wird diesen August 59 Jahre alt. Da wird also noch einiges auf uns zukommen!

Deadsight

Deadsight von Jesse Thomas Cook
Deadsight von Jesse Thomas Cook

Gute Horrorfilme zeichnen sich oft dadurch aus, dass die Bedrohung im Verborgenen liegt. Deadsight treibt dieses Konzept auf die Spitze. Denn Ben erwacht vollkommen erblindet in mitten einer Zombie-Apokalypse. Es wird spannend sein zu erleben, ob diese Prämisse den Film von seinen Genre-Begleitern abheben wird.

47 Meters Down: Uncaged

47 Meters Down: Uncaged von Johannes Roberts © SquareOne Entertainment
47 Meters Down: Uncaged von Johannes Roberts © SquareOne Entertainment

Der Erstling des klaustrophobischen Hai-Horrors von Johannes Roberts konnte 2017 auf dem Fantasy Filmfest begutachtet werden. Zwei Jahre später kehrt Roberts mit der Fortsetzung 47 Meters Down: Uncaged auf die große Leinwand zurück. Und die verspricht, dank größerem Budget, ein Fest für Genre-Fans zu werden.

Weitere Highlights

Doch damit nicht genug. In der folgenden Liste findet Ihr weitere Highlights des diesjährigen Programms, auch zu finden auf der Homepage:

A good woman is hard to find Eine zu allem bereite, verzweifelte Mutter (Sarah Bolger aus Emilie) im Kampf gegen die lokale Drogenmafia. Nach Road Games liefert Abner Pastoll hier einen blutigen Thriller mit Tiefgang.

Bliss – Gedreht auf 16mm begeistert Genreregisseur Joe Begos (The Minds Eye) mit einem visuell berauschenden Horrortrip samt gnadenlosem Showdown.

Diner – Der quietschbunte, völlig verrückte Nippon-Wahnsinn um ein Diner, in dem es wahrlich ans Eingemachte geht, vereint einige der japanischen Topstars.

Extra Ordinary – Eine liebreizende Fahrlehrerin in der irischen Provinz fühlt sich von ihren übernatürlichen Fähigkeiten gebeutelt. Mit klugem Witz und Comedy-Star Will Forte hält der Festivalliebling, was sein Titel verspricht.

Hotel Mumbai – Der preisgekrönte, auf Tatsachen beruhende Thriller geht tief unter die Haut. Toll besetzt mit Nazanin Boniadi, Armie Hammer und Dev Patel!

The Professor and the Madman – Bei der Entstehung des legendären Oxford Dictionary bekam Professor Murray überraschend Hilfe von einem zu lebenslanger Haft verurteilten, psychisch kranken Mörder. Eine ungewöhnliche Geschichte über zwei getriebene Außenseiter, brillant verkörpert von den Oscar-Preisträgern Sean Penn und Mel Gibson.

Rabid – Auf den Spuren des Klassikers liefern die Soska Sisters mit Laura Vandervoort in der Hauptrolle monströsen Body-Horror in stylishen Bildern.

Shadow – Yimou Zhang, der Macher des Martial-Arts Meisterwerks Hero, verzaubert erneut mit einem spektakulär produzierten, epischen Abenteuer voller kunstvoll arrangierter Bilder.

Vivarium – Der ungewöhnliche Science-Fiction-Film des irischen Newcomers Lorcan Finnegan, topbesetzt mit Jesse Eisenberg und Imogen Poots, glänzte als Beitrag der Cannes Critic’s Week.

Der kleine Rückblick auf die Fantasy Filmfest Nights 2019

Mit freundlicher Genehmigung der Organisatoren und der Horstmeier PR durften wir drei Filme der diesjährigen Fantasy Filmfest Nights besuchen. Obwohl die (Heim-)Kino-Starts dieser Filme teils noch weit in der Zukunft liegen, und ihr, wenn die Zeit gekommen, ist beim Filmportal Eurer Wahl (also uns!) sicher mehr zu den Titeln lesen werdet, bekommt ihr hier einen kurzen Überblick:

Dragged Across Concrete

Vince Vaughn und Mel Gibson in Dragged Across Concrete © Universum Film
Vince Vaughn und Mel Gibson in Dragged Across Concrete © Universum Film

Regisseur S. Craig Zahler ist berühmt-berüchtigt dafür, dass er bei seinen Filmen keine Gnade walten lässt, wie seine bisherigen Regie-Arbeiten, der knüppelharte Horror-Western Bone Tomahawk und der markerschütternde Knast-Thriller Brawl In Cell Block 99, belegen.

Bei Dragged Across Concrete, zu dem Zahler wie immer ebenfalls das Drehbuch geschrieben hat, konnte er mit Vince Vaughn und Mel Gibson zwei handfeste Stars verpflichten. Und besonders Gibson liefert in dem 159 Minuten langen Cop-Epos eine seiner besten Leistungen der letzten Jahre ab. Tiefe menschliche Abgründe, Kommentare auf Rassismus und Polizeigewalt, teils quälend lange Einstellungen und erneut sehr schmerzhafte Gewaltspitzen zeichnen Dragged Across Concrete aus und machten ihn zu einem der Highlights der 2019er Fantasy Filmfest Nights.

Ab dem 27. September könnt ihr euch davon selbst ein Bild machen. Denn dann kommt der als Blu-ray und DVD auf den deutschen Markt.

Nightmare Cinema

Mickey Rourke in Nightmare Cinema
Mickey Rourke in Nightmare Cinema

In seiner lebhaften Karriere hat Mickey Rourke allerlei Rollen verkörpert. Ein diabolisch-mysteriöser Filmvorführer in einem offenbar menschenfressenden Kino ist aber selbst für ihn Neuland. In dieser Funktion führt Rourke bei der Anthologie Nightmare Cinema durch fünf vollkommen unterschiedliche Episoden Horrorkino, jede inszeniert von einem anderen Regisseur. Und darunter sind so illustre Namen wie Joe Dante (Gremlins, Piranha), Ryuhei Kitamura (The Midnight Meat Train) und David Slade (30 Days of Night).

Wie bei einer Anthologie üblich, können manche der Episoden mehr überzeugen als andere. Doch ohne die Inhalte zu spoilern kann man sagen, dass für Fans aller Horror-Genre etwas dabei sein sollte.

Einen deutschen Kino- oder Heimkino-Starttermin hat Nightmare Cinema leider noch nicht vorzuweisen. Ihn auf dem Zettel zu behalten lohnt sich für Genre-Fans aber allemal.

The Nightshifter

Daniel de Oliveira in The Nightshifter
Daniel de Oliveira in The Nightshifter

Ein ähnliches Schicksal trägt der brasilianische Horror-Thriller The Nightshifter. Auch hier fehlt für Deutschland noch jegliches Veröffentlichungsdatum. Doch auch hier lohnt es sich dran zu bleiben. Denn The Nightshifter erzählt die unverbrauchte Geschichte des Leichenhallen-Mitarbeiters Stênio, der die Toten nicht nur begutachtet und untersucht, sondern auch mit ihnen kommunizieren kann. Eines Tages wird ihm diese besondere Gabe zum Verhängnis, als durch sie ein alter Fluch entfesselt wird und ihn sowie seine Familie heimsucht.

Auf dieser interessanten Prämisse aufbauend ist The Nightshifter ein hochspannender Genre-Beitrag geworden. Zwar sieht man ihm an der ein oder anderen Stelle das überschaubare Budget recht deutlich an. Dennoch können das ungewohnte Setting im fiebrigen Brasilien und die wendungsreiche Geschichte überzeugen.

Berühmte letzte Worte

Wir hoffen, dass wir euch einen guten Überblick zum Fantasy Filmfest 2019 geben konnten. Wenn ihr Spaß an den Genres Horror, Science-Fiction und Thriller habt, oder einfach Filmfestival-Atmosphäre schnuppern wollt, dann schaut gerne in der Stadt Eurer Wahl vorbei.

Schließen wollen wir den Beitrag dann nur noch mit dem sehr passenden Motto des Fantasy Filmfest:

Fear Good Movies!

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Patrick Krämer

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