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Feedback – Sende oder stirb

Im Thriller Feedback – Sende oder stirb wird Radiomoderator Jarvis von Erpressern im Studio auf brutale Weise dazu gezwungen, alles zu senden, was sie von ihm verlangen. Lest in unserer folgenden Review, ob es Regisseur Pedro C. Alonso in seinem Debüt-Film gelingt, die Spannung zu halten und das durchaus beklemmende Setting effektiv einzusetzen.

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TitelFeedback – Sende oder stirb
Jahr2019
LandUSA, Spanien
RegiePedro C. Alonso
Drehbuch Alberto Marini, Pedro C. Alonso
GenreThriller
DarstellerEddie Marsan, Paul Anderson, Anthony Head, Richard Brake, Alexis Rodney, Ivana Baguero, Oliver Coopersmith, Alana Boden, Nacho Aldeguer
Länge97 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihPandastorm Pictures
Das offizieller Poster von Feedback - Sende oder stirb. © Pandastorm Pictures
Das offizieller Poster von Feedback – Sende oder stirb. © Pandastorm Pictures

Darum geht’s in Feedback – Sende oder stirb

Jarvis Dolan (Eddie Marsan) ist ein umstrittener Moderator, der für seine polarisierende Sendung, in der er ungeschönte Wahrheiten politischer oder gesellschaftlicher Natur anspricht, oftmals harten Gegenwind, aber auch Unterstützung und Zustimmung erfährt. Dabei gerät er nicht selten selber ins Kreuzfeuer, doch so brenzlig, wie dieses Mal, war es noch nie. Jarvis und einige seiner Kollegen werden von bewaffneten Männern im Studio als Geiseln festgehalten. Diese zwingen ihn, live im Radio einen Text vorzulesen, der nicht nur Dolans glorreiche Karriere, sondern auch dessen Leben zerstören könnte. Doch Widerstand erscheint zwecklos und mit Hilfe von Außen ist ebenfalls nicht zu rechnen. Es ist nun also an ihm, sich aus dieser Situation hinaus zu winden. Doch wie hoch wird der Preis sein, den er dafür bereit ist zu zahlen?

Jarvis starrt schweißgebadet und fassungslos in die Kamera.
Jarvis (Eddie Marsan) starrt fassungslos in die Kamera in Feedback – Sende oder stirb. © Pandastorm Pictures

Film wie auch Hauptdarsteller verdienen mehr Aufmerksamkeit

Eddie Marsan (Drecksau, Atomic Blonde) ist für mich einer dieser besonderen Charaktermimen, die man zumeist gar nicht mal beim Namen und eher aus Nebenrollen kennt und die einfach jeden Film selbst mit kleineren Auftritten aufwerten und ein kleines Stückchen adeln. In Hauptrollen landen sie ärgerlicher Weise zumeist äußerst selten. In Feedback – Sende oder stirb gibt es ihn dafür nicht nur in einer Hauptrolle zu sehen, er spielt auch eine für ihn relativ neue Figur. Dabei gelingen ihm viele Mimiken hervorragend, sei es nun kalt, verängstigt, leidend, unberechenbar oder zwielichtig. Sowohl er als auch seine Figur selbst sind der Hauptgrund, warum der Streifen für Marsan- oder Thriller-Fans so sehenswert ist. Aber auch der Rest des Casts hinterlässt einen durchweg soliden Eindruck.

In die Enge gedrängt ist Jarvis bewaffnet mit einer Schrotlinte, die er auf die Eindringlinge richtet, zu allem bereit.
Jarvis (Eddie Marsan) ist in Feedback – Sende oder stirb zu allem bereit. © Pandastorm Pictures

Spannung und Härtegrad

Auf finderische Art und Weise schafft Regisseur Pedro C. Alonso in seinem Debütfilm vor allem auf stilistischer und technischer Ebene ziemlich spannende und unverbrauchte Momente. Dabei reizt er das Setting im isolierten Aufnahmestudio gekonnt aus und kreiert ziemlich schnell eine bedrohliche und klaustrophobische Stimmung. In diesem abgeschottetem Studio, nur durch eine Panzerglasscheibe von den in der Dunkelheit verstecken, brutalen Erpressern getrennt, durchlebt man gemeinsam mit dem Protagonisten spannende Qualen. Doch trotz der Begrenztheit des Settings nutzt sich dieses mit der Zeit alles andere als ab.

So kommt es unter anderem zu Streitgesprächen und Verfolgungssequenzen in knallbunten, schalltoten Räumen, die in einem krassen Kontrast zu dem ansonsten kahlen und einfachen Setting stehen. Auch die bedrohlich dröhnende Stimme aus dem Off, die Jarvis über Kopfhörer oder Lautsprecher Anweisungen gibt, deren Nicht-Umsetzung harte Konsequenzen nach sich ziehen, weiß zu bedrücken und zu fesseln. Das beengte Setting und die sich zuspitzende Lage tun ihr Übriges und gerade im späteren Verlauf des Films entwickelt sich eine beklemmende Dramatik. Seiner FSK 18 Freigabe wird Feedback – Sende oder stirb ebenfalls weitaus gerecht, ohne es dabei zu übertreiben oder in alberne Splatter-Gefilde abzudriften. Stichwort: Vorschlaghammer.

Jarvis versucht mit Hilfe eines Stuhls durch das Glas zu den maskierten Erpressern zu gelangen.
Jarvis (Eddie Marsan) versucht mit Hilfe eines Stuhls durch das Glas zu den maskierten Erpressern zu gelangen. © Pandastorm Pictures

Plottwists und sogar ein Fünkchen Gesellschaftskritik

Letzten Endes ist Feedback – Sende oder stirb aber nicht nur ein rasanter Thriller mit gehörigem Härtegrad, denn unter seiner harten Fassade versteckt sich auch ein Funken Gesellschaftskritik, was Themen wie Selbstjustiz oder die MeToo-Debatte betrifft, ohne dabei das Hauptaugenmerk auf die Spannung aus den Augen zu verlieren. Auch wenn man sich als Zuschauer verhältnismäßig schnell einen Reim auf die Angelegenheit machen kann und grob erahnt, in welche Richtung sich das alles entwickelt, so ist Feedback – Sende oder stirb nichtsdestotrotz eine äußerst runde Nummer und ein mindestens solider bis wirklich guter Film geworden, der obendrein surreale Momente, gute Dialoge und vor allem eine Menge Plottwists parat hält.

Mein Fazit zu Feedback – Sende oder stirb

Feedback – Sende oder stirb ist ein Regiedebüt, das sich durchaus sehen lassen kann und den Zuschauer mit einigen Plottwists, härteren Momenten und sogar einem Fünkchen Gesellschaftskritik, sowie wirklich ordentlichen schauspielerischen Leistungen bei der Stange hält und so gut wie durchweg unterhält. Die daraus resultierende Spannung ist mitunter zwar nicht durchweg gegeben, doch das trübt das Gesamterlebnis im beengten Aufnahmestudio nur sehr wenig. Wer also auf der Suche nach 1 1/2 Stunden knackigem Thrill ist, dem sei eine Sichtung wärmstens empfohlen.

Unsere Wertung:

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© Pandastorm Pictures

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