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Flucht aus L.A.

Nachdem John Carpenters Die Klapperschlange zum Kult-Klassiker wurde, kehrte Kurt Russell 1996 mit Flucht aus L.A. als Snake Plissken zurück auf die Leinwand. Die Action-Fortsetzung ist seit dem 10. März 2022 im Heimkino in einer neuen 4K-Version verfügbar. Ob die neue Version visuell überzeugen kann, erfahrt ihr unserer Kritik!

Flucht aus L.A. - Trailer (1996)

TitelFlucht aus L.A.
Jahr1996
LandUSA
RegieJohn Carpenter
DrehbuchJohn Carpenter, Nick Castle, Debra Hill
GenreAction, Science-Fiction
DarstellerKurt Russell, A.J. Langer, Steve Buscemi, Stacy Keach,
Länge101 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihParamount Pictures Germany 
Auf dem Blu-Ray Cover sieht man Snake Plissees entschlossenen Gesichtsaudruck, umgeben von Explosionen - Flucht aus L.A.
Das 4K Blu-Ray Cover zu Flucht aus L.A. © Paramount Pictures Germany

Die Handlung von Flucht aus L.A.

In Flucht aus L.A. verlegt John Carpenter seinen Protagonisten Snake Plissken (Kurt Russell) dieses Mal nach Los Angeles, das von einer Flut vom Festland abgeschnitten wurde und von nun an als Hochsicherheitsgefängnis dient. Das Gefängnis ist zwar wie auch im Vorgänger für Kriminelle bestimmt, doch auch politisch Andersdenkende werden hier inhaftiert. Snake wird in die Stadt eingeliefert, weil erneut seine Hilfe gefragt ist.

Utopia (A.J. Langer), Tochter des US-Präsidenten (Cliff Robertson), hat ein Gerät gestohlen, welches die Fähigkeit besitzt, anhand eines EMP-Signals jegliche elektronischen Gerätschaften außer Kraft zu setzen. Dies könnte die moderne Welt zurück in die Steinzeit katapultieren. Utopia hat das Gerät an ihren Geliebten Cuervo Jones (Georges Corraface) übergeben, einem Revoluzzer, der sich als mächtigster Mann des Hochsicherheitsgefängnisses herausstellt.

Snake muss in die Tiefen von L.A. eindringen, das Gerät beschaffen und die Gegner eliminieren. Aber erneut ist sein größter Gegner die Zeit, denn dem Einzelkämpfer wurde ein Virus wurde eingepflanzt, welches ihn innerhalb von zehn Stunden töten kann. Erneut beginnt für Plissken ein Kampf um sein Überleben und um die Zukunft der Menschheit…

Im Bild ist Snake Plissken zu erkennen, der von bewaffneten Männern umzingelt wird - Flucht aus L.A.
Snake wieder im Kampf um sein Überleben – Flucht aus L.A. © Paramount Pictures Germany

Eine Fortsetzung mit vielen Parallelen

Mit Die Klapperschlange konnte John Carpenter einen Klassiker erschaffen, der bis heute hin Actionfans begeistern konnte. Snake Plisskens ikonischer Look als langhaariger Badass mit Augenklappe inspirierte die Popkultur der 80er und 90er Jahre. Ein Beispiel dafür ist die beliebte Videospielreihe Metal Gear Solid mit ihrem Protagonisten Solid Snake. Es dauerte 15 Jahre, bis sich Carpenter und sein Team rund um Nick Castle und Debra Hill dazu entschließen konnten, eine Fortsetzung zu kreieren. Was sofort ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass Flucht aus L.A. sich inhaltlich kaum vom Vorgänger unterscheidet.

Snake findet sich erneut in einer amerikanischen Metropole wieder, die als Hochsicherheitsgefängnis umgeschmückt wurde. New York wird hier einfach durch Los Angeles ersetzt. Er muss abermnals gegen politische Widerstandskämpfer und Mitgefangene agieren, diesmal nicht um den Präsidenten zu befreien, sondern eine Gerätschaft wieder in den Besitz der Regierung zu bringen. Und ein weiteres Mal steht er im Wettlauf mit der Zeit, nur diesmal mit einem Virus statt einer explosiven Minikapsel. Und statt 22 Stunden Zeit sind es jetzt sogar nur zehn. Es fühlt sich mehr wie ein Remake an, denn eine richtige Fortsetzung. Nur wenig Neues wird im Film dargeboten, wie z.B. eine U-Boot-Sequenz, die aber durch mäßiges CGI nicht gut wegkommt.

Auf dem Bild wird Snake gefangen gehalten und von seinen Feinden untersucht - Flucht aus L.A.
Snake in Gefahr – Flucht aus L.A. © Paramount Pictures Germany

Spaßige Action, mittelmäßiger Plot

Trotz seines wenig originellen Plots überzeugt das Zusammenspiel unterhaltsamer Actionszenen gepaart mit Kurt Russells Darstellung des Charakters Snake Plisskens. Russell muss dabei nicht viel anders machen als im Vorgänger, weil die Rolle ihn aufs Leib geschrieben wurde. Er ist Snake Plissken, keinen anderen könnte man sich darin vorstellen. Generell erinnert es an manchen Stellen sehr an Carpenters und Russells Zusammenspiel in Big Trouble in Little China, welcher nur so vor Ideen strotzt. Das beste Beispiel hierfür ist Snakes Basketball-Spiel um Leben und Tod, wodurch die Möglichkeit einer Geschichte, der sich nicht zu ernst nimmt, hin und wieder angestoßen wird.

Aber das Augenzwinkern bleibt oftmals fern, da doch der ernste Ton im Film überwiegt. Es hätte Flucht aus L.A. sichtlich gut getan, wenn es subversiver und selbst-referenzieller auf die eigene Story eingegangen wäre, da die Entscheidung eine ähnliche Geschichte zu erzählen, viel erzählerisches Potenzial entfacht hätte.

Auf dem Bild bedroht Snake den aufgeweckten Eddie mit einer Waffe - Flucht aus L.A.
Mit Snake ist nicht zu spaßen, das muss Eddie hier spüren – Flucht aus L.A. @ Paramount Pictures Germany

Überzeugende Nebenfiguren

Ein großer Lichtblick dieses Films ist Steve Buscemis Eddie, der den Taxifahrer Cabbie aus dem Vorgänger als Sidekick ersetzt. Zusammen mit Kurt Russell beschert uns das Duo einige sehr komische Szenen, gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Haltung, ihren Gesten und vor allem Eddie nervtötender Art. Ebenso spaßig war der Auftritt von Peter Fonda als Surfjunkie Pipeline, welcher im Gedächtnis bleibt, ebenso wie die bissige Performance von Pam Grier als Transfrau Hershe. Leider musste der Film auch einige Änderungen im Casting übernehmen. Cliff Robertson spielt den despotischen Präsidenten anstelle von Donald Pleasance, welcher leider schon zum Zeitpunkt des Drehbeginns verstorben war. Pleasances Präsenz war in Die Klapperschlange sehr spürbar und konnte hier nicht ersetzt werden. Auch Lee van Cleefs Bob Hauk wurde schwer vermisst, welcher leider ebenfalls nicht mehr am Leben war. An seiner Stelle tritt hier Stacey Keach auf.

Snake Plissken optisch im neuen Gewand

Snake zeigt sich nicht nur modisch in einem neuen Gewand mit seiner Lederkluft, die sehr viel zeitgemäßer wirkt als noch im Vorgänger, sondern die neue 4K-Blu Ray offenbart ein wahnsinnig tolles Bild. Es weiß direkt von Anfang an zu überzeugen. Vor allem kommen die Szenen in der Nacht sehr gut rüber und sind klar erkennbar, ohne dass wirkliche Detailverluste zu vermerken sind. Akustisch setzt der Film auf klassische Tonspuren, die aber zu überzeugen wissen. Auf Deutsch mit 5.1. und auf Englisch mit HD-Master kann man sich hier nicht beklagen, da die Qualität recht effektreich daherkommt.

Die Extras sind ein zweischneidiges Schwert, da sowohl auf beiden Versionen nur der Trailer als Extra vorhanden ist, sonst keinerlei weitere Featurettes. Allerdings verfügt die Edition über verschiedene Fotokarten, Aufkleber und ein Poster (siehe Bild weiter unten), was durchaus über die fehlenden Extras hinwegtrösten kann.

Auf dem Bild ist die volle Ausstattung der 4K-Version zu sehen - Flucht aus L.A.
Flucht aus L.A. in voller Montur mit lauter Extras @ Paramount Pictures Germany

Unser Fazit zu Flucht aus L.A. 

Flucht aus L.A. kann man eher als ein mittelmäßiges Sequel verbuchen, welches zu wenig neue Ideen liefert, um eine Fortsetzung des ikonischen Vorgängers zu rechtfertigen. Actionfans kommen mit einigen sehenswerten Szenen auf ihre Kosten und Kurt Russell in seiner Paraderolle als Snake Plissken unterhält wieder in voller Gänze. Leider fehlt hier vor allem das Augenzwinkern in der Handlung und mehr Fingerspitzengefühl in Dialogen und der Charakterisierung. Der Film nimmt sich viel zu ernst, um wirklich zu funktionieren. Die neue 4K-Verarbeitung weiß auf visueller und akustischer Ebene sehr zu überzeugen, aber die fehlenden Extras hinterlassen (trotz physischer Extraausstattung) einen bitteren Beigeschmack.

Flucht aus L.A. ist seit dem 10. März als 4K-Blu-Ray verfügbar!

Unsere Wertung:

 

 

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© Paramount Pictures Germany

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