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Auf dem Bild sieht man Ryan Reynolds und Jodie Comer in ihren Rollen als Guy und Molotov Girl. Guy trägt seine Arbeitskleidung, also ein hellblaues Hemd mit Krawatte und seinem Namensschild. Er blickt zu Molotov Girl und lächelt sie an. Diese trägt ihr Gameroutfit, welches auf einem weißen Hemd, einigen Accessoires sowie der obligatorischen Heldenbrille besteht. Sie lacht mit Blick nach vorne. - "Free Guy"

Free Guy

Nach über einem Jahr Corona-Verzögerung kam Free Guy diesen Sommer endlich in die Kinos und ist schon bereits fürs Heimkino und auf diversen Streaminganbietern abzurufen. Ob Shawn Levys Action-Komödie die seit langem erhoffte vernünftige Videospielverfilmung oder doch nur eine weitere Ryan Reynolds-Klamaukshow ist, lest ihr hier!

FREE GUY (2021) HD Trailer (Deutsch / German)

TitelFree Guy
Jahr2021
LandUSA
RegieShawn Levy
DrehbuchMatt Lieberman, Zak Penn
GenreAbenteuer, Action, Komödie
DarstellerRyan Reynolds, Jodie Comer, Taika Waititi, Lil Rel Howery, Joe Keery, Utkarsh Ambudkar
Länge115 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihDisney
Das deutsche Filmplakat zu "Free Guy" zeigt Ryan Reynolds in seiner Rolle als Guy. Dieser trägt ein hellblaues Hemd mit Krawatte und Namensschild und hält in seiner rechten Hand einen Kaffeebecher. Er lächelt zufrieden und unbekümmert, während im Hintergrund Explosionen zu sehen sind.
Das deutsche Filmplakat zu „Free Guy“ © Disney

Die Handlung von Free Guy

In dem von Gewalt befallenen „Free City“ lebt der Bankangestellte Guy (Ryan Reynolds) und genießt mit naiv positiver Heiterkeit sein sich wiederholendes Leben. Er springt morgens aus dem Bett, begrüßt seinen Goldfisch, zieht sein blaues Arbeitshemd an, holt seinen Kaffee und geht zur Arbeit, wo auch sein bester Freund Buddy (Lil Rey Howery) als Sicherheitsmann beschäftigt ist. Doch das ändert sich schlagartig, als er dem Molotov Girl (Jodie Comer) über den Weg läuft und entdeckt, dass er eine Hintergrundfigur eines Videospiels ist…

Der Mix macht’s

Videospielverfilmungen gab es schon zuhauf und auch jene Filme, die für Videospiele typische Elemente oder das Thema an sich aufgriffen. Dazu zählen auf Kinder und große Kinder zugeschnittene Filme wie Ralph reicht’s sowie die Fortsetzung Chaos im Netz, aber vor allem in den letzten Jahren Pixels, Ready Player One oder zuletzt Guns Akimbo. Nun nehme man diese Zutaten in Form des Regisseurs von Pixels und des Drehbuchautors von Ready Player One, kombiniert diese mit dem Schreiberling von Chaos auf der Feuerwache und Deadpool-Star Ryan Reynolds und bekommt als Resultat: Free Guy. Jetzt klingt das nach einer Rezeptur mit zu vielen Elementen, die den Filmbrei verderben könnten, doch überraschenderweise funktioniert die Mixtur äußerst gut. Insbesondere der Spaßfaktor kommt hier nicht zu kurz. 

Es gibt kaum eine Anspielung, die das Nerdherz nicht ansprechen dürfte. Sei es die Welt von „Free City“ an sich, die sowohl vom dargestellten Gameplay als auch der damit einhergehenden Gewalt besonders an Spiele wie GTA erinnert, oder die vielen weiteren Verweise aus der Popkultur. Insbesondere im letzten Drittel dreht dann Free Guy nochmal richtig auf und lässt das Fanherz höher springen. Aber wenn so viel Unterhaltung geboten wird, bleibt dann noch Platz für eine kritische Auseinandersetzung der Videospielwelt? Ideen und Zeit sind da, aber es wird nur oberflächlich angekratzt. Denn gerade zu Beginn von Free Guy birgt das Leben innerhalb eines Videospiels aus dem Blickwinkel des Non Playable Character (kurz NPC) Guy eine Menge Potenzial.

Molotov Girl (Jodie Comer) und Guy (Ryan Reynolds) stecken scheinbar in Schwierigkeiten. Beide schauen sich mit ernsten Blick um, während sie Rücken an Rücken stehen, so als wenn sie umzingelt wären. - "Free Guy"
Molotov Girl (Jodie Comer) und Guy (Ryan Reynolds) stecken in Schwierigkeiten © Disney

Die Chance verpasst, die Thematik zu vertiefen

Neben witzigen Aspekten, die der Alltag mit sich bringt, beispielsweise, dass sich bei Banküberfallen ein wenig nett unterhalten wird, während man auf dem Boden liegend auf das Ende wartet, wirft der Film im Lauf der Handlung Fragen auf, die man vorab nicht erwartet hätte. Nämlich, was passiert, wenn der NPC ein Eigenleben entwickelt und ebenso Gefühle. Es sind Ideen und Gedanken, die einen Hauch von Filmen wie Ex Machina oder Die Truman Show einstreuen. Es werden so einige Türen voller Ideen aufgestoßen, die eine Vielzahl kritischer Auseinandersetzungen andeuten. Jedoch durchschreitet Free Guy keine dieser thematischen Türen und blickt höchstens flüchtig und oberflächlich rein, während die Handlung daran vorbeiläuft. Das kann nun kritisch betrachtet werden, denn der Film lässt hier viel Potenzial seiner genialen Idee liegen und bedient sich letzten Endes einer Checkliste an Klischees, die zugeschnitten auf die Zielgruppe mal eben witzig abgearbeitet wird.

So traut sich dann Free Guy zwar nicht aus der Komfortzone, jedoch schadet es dem Film nicht so massiv wie es im vorherigen Abschnitt klingen mag. Das Ziel ist offenkundig nur Spaß zu generieren und einen gewissen Fanservice zu bedienen. Die erwartbare Vielfalt von Anspielungen, Verweisen und Auftritten berühmter Videospiel- oder popkultureller Charaktere wie in Ready Player One gibt es hier nicht zu bestaunen. Im Vergleich damit und angesichts der Möglichkeiten für einen von Disney produzierten Film, hielt man sich mit der Platzierung von Easter Eggs relativ zurück. So gibt es eher Klasse statt Masse und dies insbesondere durch die einerseits der tatsächlich vorhandenen Easter Eggs, aber auch durch den Cast und die Cameos von Free Guy freuen. Und dies allen voran durch Ryan Reynolds.

Guy (Ryan Reynolds) steht mitten auf der Straße in "Free City" und beobachtet mit ernsten Gesichtsausdruck einen Spieler, der genau neben ihm steht und am schießen ist. Dieser Spieler ist bis zum Anschlag aufgerüstet, unter anderem mit einer Gasmaske über dem Gesicht und einem Scharfschützengewehr. - "Free Guy"
Guy (Ryan Reynolds) erblickt seine Welt mit neuen Augen © Disney

Ein Film, wie für Ryan Reynolds gemacht

Mit Ryan Reynolds verfügt Free Guy über einen Hauptdarsteller, der bekanntermaßen einen Film sehr gut stemmen kann und darüber hinaus mit seinem komödiantischen Talent nahezu immer die Idealbesetzung für eine Actionkomödie ist. Und auch hier kommt dieses Talent nicht zu kurz, allerdings kann Reynolds in Free Guy zeigen, dass er mehr als nur den Sprücheklopfer vom Dienst spielen kann. Die von ihm dargestellte Figur ist als durchaus als naiv und beinahe einfältig zu beschreiben. 

Neben ihm sind es vor allem Jodie Comer (Killing Eve) und Taika Waititi (Jojo Rabbit), die am meisten aus dem ingesamt wirklich toll besetzten Ensemble hervorstechen. Comer kann sich dabei in beiden Welten von ihren unterschiedlichsten Seiten zeigen. Zum einen in der realen Welt als überdrehte Entwicklerin, die auf der Suche nach der Wahrheit ist. Aber vor allem in der Welt von „Free City“, der Spielewelt, in der Guy lebt, gibt sie als Actionheldin Vollgas und weiß hierbei mehr als zu gefallen. Den Gegenpart in Free Guy hat indessen Waititi inne, der den ekelhaften Firmenboss mimt und den Wahnsinn seiner Rolle ordentlich auslebt.

Studioboss Antwan (Taika Waititi) im Gespräch mit Mouser (Utkarsh Ambudkar) und Keys (Joe Keery). Der Boss steht gelassen und an eine kleine Wand angelehnt und belächelt seinen Mitarbeiter Keys, der ihm scheinbar gerade was erklärt. Mouser steht zwischen den beiden und blickt mit beiden Händen in der Hosentasche zu Keys. - "Free Guy"
Studioboss Antwan (Taika Waititi) im Gespräch mit Mouser (Utkarsh Ambudkar) und Keys (Joe Keery) © Disney

Unser Fazit zu Free Guy

Free Guy ist vor allem eines: Spaß! Und hiervon gibt es jede Menge. Shawn Levys Film bietet zudem spannende Denkanstöße, die allerdings leider nie mehr als nur oberflächlich angekratzt werden. Gleichermaßen ist dieser Umstand für das Endresultat ein Segen. Denn wer weiß, ob Free Guy sonst die spaßige Action-Komödie geworden wäre, wenn man vom Pfad der reinen Unterhaltung abgewichen wäre. Die Action-Komödie trägt sein Herz am rechten Fleck und zieht den scheinbar angestrebten Weg straight durch. Eine hohe Dichte an gelungenen Gags, eine immer noch ordentlich vorhandene Menge an Easter Eggs zum Entdecken und der bis in die Nebenrollen top aufgelegte Cast machen Free Guy zum unterhaltsamen Spaß, der gerade zum Ende hin den Zuschauer*innen kaum eine Chance gibt, nicht zu Lächeln, und zu einer Empfehlung für alle Freunde des Popcorn-Kinos und von Ryan Reynolds.

Free Guy ist seit dem 29. September 2021 digital und seit dem 07. Oktober 2021 als DVD, Blu-ray und im Blu-ray Steelbook sowie als 4K UHD erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© Disney

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