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Game of Thornes - Der Winter naht. Alle Bildrechte liegen beim Penhaligon Verlag.

Game of Thrones – Der Winter naht

Game of Thrones ist das größte Serienspektakel aller Zeiten. Jetzt da die vorletzte Staffel anläuft, ist ein guter Zeitpunkt sich mit den Anfängen zu beschäftigen. Der Penhaligon Verlag hat die Popularität der Serie genutzt, die Bücher noch einmal auf Deutsch zu veröffentlichen.

TitelGame of Thrones – Der Winter naht
Jahr2016 (Erstveröffentlichung 1996)
AutorGeorge R. R. Martin (Autor), Jörn Ingwersen (Übersetzer)
VerlagPenhaligon Verlag
Vom Hersteller empfohlenes AlterN.n.

Steelbook-Cover von Game of Thrones Staffel 7 aus 2017
Steelbook-Cover von Game of Thrones Staffel 7. ©Warner Bros. Pictures

Kalter Fantasyentzug

Harry Potter brachte mir das Lesen bei. Buchstaben lernte ich zwar wie die meisten anderen in der Grundschule, aber ein ganzes Buch mit Freude und ohne Anstrengung zu lesen, das schenkten mir die spannenden Bücher von J. K. Rowling.

Danach waren es vor allem fantastische Bücher, denen ich mein Interesse widmete. Ich las lustige Autoren, wie Terry Pratchett, Walter Moers und Douglas Adams, aber auch düstere Werke wie die Hexerromane von Andrzej Sapkowski. Als ich Die Dame vom See ausgelesen zur Seite legte, war ich mir ziemlich sicher fürs Erste mit dem Fantasygenre abgeschlossen zu haben.

Gwendoline Christie in Game of Thrones aus 2016
Gwendoline Christie in Game of Thrones. ©Warner Bros. Pictures

Dann gewann schließlich Game of Thrones an Bekanntheit. Erst entzog ich mich dem Hype um die Serie, doch irgendwann wagte ich einen Blick. Schnell war ich süchtig. Das Spiel um Throne bot ein Szenario, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Kaum klares Gut & Böse, Helden die wie Narren und Narren die wie Helden starben. Hier und da klar erkennbare Parallelen zu historischen Begebenheiten des Mittelalters. Fantasyelemente wie Elben und Magier kamen entweder gar nicht vor, oder wurden nur erfrischend subtil eingesetzt. Damit grenzte sich Game of Thrones klar von bunten Klischeewelten ab, die eher Herr der Ringe nacheifern. Der Fokus auf menschliche Abgründe und schmutziges Mittelalter machte einen ganz besonderen Reiz aus. So etwas kannte ich zuvor nur von Sapkowskis Hexer.

Dass die Serie auf einer schon langsam in die Jahre kommenden Romanreihe basierte, war mir bekannt. Doch ich sträubte mich, ein Buch von George R.R. Martin aufzuschlagen. Fantasy, davon hatte ich schon genug gelesen, außerdem gibt es doch die Serie.

Schließlich kaufte ich mir, in der Pause zwischen Staffel 6 und 7, eben doch das Buch Game of Thrones – Der Winter naht. Denn die Entzugserscheinungen wurden zu groß. Außerdem lockten mich Plots und Figuren, die es nicht in die Serie geschafft hatten.

A Game of Vermarktung

Der Nachtkönig in Game of Thrones aus 2016
Der Nachtkönig in Game of Thrones. ©Warner Bros. Pictures

Der Winter naht ist eine deutsche Neuveröffentlichung des Lieds von Eis und Feuer. In Deutschland war man dazu übergegangen, jeweils ein Buch aus dem Englischen in zwei deutsche Bücher aufzuteilen. So viel Regalplatz wollte ich aber nicht opfern. Die Neuveröffentlichung kam mir entgegen, da sie dem Umfang des Originalbuchs entspricht. Der Winter naht beinhaltet also Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell und Das Lied von Eis und Feuer 02: Das Erbe von Winterfell. Kostentechnisch macht es kaum einen Unterschied, ob man zu den älteren Büchern oder der Neuveröffentlichung greift.

Die Übersetzung ist im Grunde dieselbe. Hier wurde gute Arbeit geleistet, auch wenn sich mancher vermutlich über all zu eingedeutschte Namen ärgern könnte. Speziell weil mit dem englischen Originalnamen teilweise Kontext verloren geht (King’s Landing -> Königsmund), oder ein Name auf Deutsch unfreiwillig komisch klingt. So wird aus Mance Rayder, Manke Räuber.

Der Neudruck durch den Penhaligon Verlag ist hochwertig und schön gebunden. Auf dem dunkelgrauen Cover jedes Bandes wird das Wappen eines Hauses, zusammen mit dessen Motto dargestellt. Dass man den Titel Game of Thrones statt Lied von Eis und Feuer (respektive A Song Of Ice And Fire) gewählt hat, dient sicher der Vermarktung. Dank der Bekanntheit der HBO Serie können Neueinsteiger mit dem Serientitel mehr anfangen, als mit dem sperrigeren Titel der Vorlage. Auch wenn bereits das Vowort glasklar macht, dass es sich um das Lied von Eis und Feuer handelt.

Wenn man das Spiel um Throne spielt, gewinnt man, oder man stirbt. Dazwischen gibt es nichts. – Cersei Lannister, Der Winter naht

Lena Headey und Nicolaj Coster-Waldau in Game of Thrones Staffel 7 aus 2017
Lena Headey und Nicolaj Coster-Waldau in Game of Thrones Staffel 7. ©Warner Bros. Pictures

Die Handlung sollte Game of Thrones Zuschauern bekannt sein, speziell da sich Serie und das erste Buch noch sehr nah sind und erst auf Detailebene voneinander abweichen. Für all diejenigen, die in den letzten Jahren in einem Atombunker saßen und nur Wiederholungen von Hör mal wer da hämmert gesehen haben, hier die Handlung noch einmal kurz zusammengefasst:

 

In George R.R. Martins Fantasywelt spinnen mächtige Adelshäuser Intrigen um das Schicksal der Sieben Königslande, dem Patchwork-Reich des Kontinents Westeros. Jon Arryn, die letzte Hand des Königs, ist verstorben. Nun reist der König nach Norden um seinen alten Freund Ned Stark, Lord von Winterfell, als neue Hand mit in die Hauptstadt zu nehmen. Für das Haus Stark verändert sich dadurch alles. Die Familie wird auseinandergerissen und jedes Mitglied taucht auf seine Weise in die Geschicke und Intrigen des Reichs ein.

Auf dem Nachbarkontinent Essos setzen die letzten Nachfahren des Hauses Targaryen alle Hebel in Bewegung um Westeros eines Tages zurückzuerobern. Währenddessen steht ein Jahre andauernder Winter bevor und ein Übel aus alten Legenden, droht tatsächlich zu existieren.

Kristofer Hivju in Game of Thrones aus 2016
Kristofer Hivju in Game of Thrones. ©Warner Bros. Pictures

George R.R. Martins Schreibstil gilt manchem als sperrig, oder zu detailverliebt. Jeder Lord hat ein Wappen, samt Wahlspruch und charakteristischer Rüstung. Überspitzt gesagt, sollen sich manche seiner Bücher eher wie Telefon- und Kochbücher lesen, statt wie Romane. Doch in Der Winter naht fällt Martin nicht durch Detailversessenheit auf. Hier und da vorkommende Beschreibungen, von Kleidern, Bannern und Häusern, streicheln viel eher das Herz des Serienfans.

Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer einzelnen Figur abgehandelt, d.h. ein Kapitel über Ned Stark ist so geschrieben, dass man die Handlung durch Neds Augen erlebt. Ein toller Kniff, denn der Leser und die Figur, erschließen sich die Geheimnisse von Westeros und Essos gewissermaßen zusammen.

Lohnen sich die Bücher für den Serienfan?

Absolut! Beim Lesen erlebt man Vertrautes, gewinnt neue Blickwinkel und wird mit Dingen viel früher konfrontiert, als die Serie das vermochte. Zusätzlich kann man sich auf völlig neue Figuren und Plots freuen. Alles bleibt so spannend und frisch, dass ich sogar an einer speziellen Stelle die Daumen drückte, dass eine der Figuren dieses Mal doch ein gnädigeres Schicksal bekäme. Der Schock, der mich daraufhin ereilte, war genauso intensiv wie beim Sehen der Serie.

Game of Thrones Staffel 7 aus 2017
Game of Thrones Staffel 7. ©Warner Bros. Pictures

Obwohl ich am Ende von Der Winter naht durch die Serie schon weiß, wohin die Reise geht, bin ich trotzdem gespannt und freue mich darauf, den zweiten Band zu lesen. Es lohnt sich also, für Fans der Serie die Buchvorlage nachzuholen. Freunde von Fantasyromanen können ohnehin bedenkenlos zugreifen.

Alle Bildrechte liegen beim Penhaligon Verlag.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Geschichte
Schreibstil
Charaktere
Stimmung
Spannungsbogen
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr das Buch selbst bewerten:

Geschichte
3
Schreibstil
3
Charaktere
3
Stimmung
3
Spannungsbogen
3
Durchschnitt:
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© HBO

Alex

Name: Alexander Goll
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