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Get out

Der Mystery-Thriller ging mit großen Vorschusslorbeeren an den Start. Kann “Get out” halten, was versprochen wurde?

Titel Get out
Jahr 2017
Produktionsland USA
Regie Jordan Peele
Drehbuch Jordan Peele
Genre Mystery-Horror-Thriller
DarstellerDaniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, Keith Stanfield
Länge 104 Minuten
FSK Ab 16 Jahren freigegeben
Verleih Universal Pictures
Cover of "Get out" by ©Universal Pictures
Cover of “Get out” by ©Universal Pictures

Die Handlung ist schnell erklärt. Der Afroamerikaner “Chris Washington”, gespielt von Daniel Kaluuya führt eine glückliche Beziehung mit der liebenswürdigen “Rose Armitage” (Allison Williams). Eines Tages wird es Zeit ihn ihren Eltern vorzustellen und so fahren beide raus aufs Land. Chris hat leise Zweifel, denn sie wissen nicht, dass er schwarz ist, doch Rose beruhigt ihn schnell. Als sie bei ihren Eltern ankommen, werden sie freudig begrüßt und auch er wird herzlich aufgenommen. Von nun an jedoch häufen sich skurile Szenarien und Gepräche, etwa als der Sohn der Familie dazu stößt und Chris etwas ungestüm seine Kampfkünste zeigen will. Ständig in der Gegend sind das ebenfalls schwarze Hausmädchen und der Gärtner, die sich wie in Trance verhalten.

Eines Tages wird ein Fest abgehalten und es kommen sehr viele weiße, reiche Besucher. Eine von ihnen hat einen schwarzen Freund, der ca. 20-30 Jahre jünger ist als sie. Auch er scheint sich in einem seltsamen Zustand zu befinden. So beobachtet Chris immer mehr und es passieren ständig seltsame Dinge, so wird beispielsweise sein Handy abgesteckt. Irgendwann will er einfach nur noch weg…

Allison Williams as "Rose Armitage" in "Get out" by ©Universal Pictures
Allison Williams as “Rose Armitage” in “Get out” by ©Universal Pictures

Für einen Low-Budget Film der in wenigen Tagen abgedreht wurde, weist “Get out” erstaunlich gute, atmosphärische Bilder auf. Von der Hintergrundmusik, bis zu den beängstigend echt wirkenden Gesichtsausdrücken der Schauspieler, wirkt alles sehr rund. Es sind keine gigantischen Effekte, Kamerafahrten odergleichen zu erwarten, doch die Stimmung, die der Streifen erzeugen will, erzeugt er auch.

Man identifiziert sich recht schnell mit Chris und dieses Gefühl, welches einen immer mehr bedrückt, wird ständig stärker und man fühlt richtig mit. Dazu ist der Film so konzipiert, dass man bis zuletzt nicht wissen soll, was genau vorgeht. Fast die komplette Story spielt sich auf dem Landsitz der Familie ab, hier holt der Regisseur das Maximum heraus.

Dinner at her parents place in "Get out" by ©Universal Pictures
Dinner at her parents place in “Get out” by ©Universal Pictures

Ein großer Teil des Films ist als Gesellschaftskritik zu verstehen, Rassismus, Unsicherheit, das Aufeinanderprallen von Generationen und fast ganzen Welten wird hier zum Teil peinlich genau, aber auch total überspitzt dargestellt. Die Diskriminierungsängste von Chris sind allgegenwärtig. Gerade in der heutigen Zeit, in der ein “Breitbart” Funktionär zum höchsten Berater des US-Präsidenten aufsteigen kann, muss man diese ernst nehmen und genau hinsehen.

“Get out” funktioniert und spielt auf unterschiedlichen Ebenen und man kann immer wieder neue Hinweise oder Kritiken an der aktuellen Lage der Welt heraus lesen. Gleichzeitig aber ist auch die Story für sich sehr fesselnd und abwechslungsreich.

Daniel Kaluuya as "Chris Washington" in "Get out" by ©Universal Pictures
Daniel Kaluuya as “Chris Washington” in “Get out” by ©Universal Pictures

Ich selbst habe die Handlung leider schon nach ca. einem Viertel des Films zu 99{8d84b246ba54b986c9d83bf8dd86ad1665632f25a683d4bc86ceaba1ea041049} durchschaut, ein paar Fragen hier und da waren noch offen, die jedoch nicht unbedingt essentiell waren. Einige Überraschungen waren dennoch dabei und auch die humorvolle Ebene, die ab und zu anklingt, bereichern das Machwerk.
Als reiner Horrorfilm sollte man “Get out” nicht sehen, denn dafür passiert zu viel “Horror” erst gegen Ende des Films und der ist auch recht schnell geklärt und vorbei. Ich fand das Ende sehr befriedigend, für Horror fehlten mir jedoch ein paar Rückschläge und noch mehr Aussichtslosigkeit. Als Multitalent (Thriller/Mystery/Gesellschaftskritik/Comedy) aber funktioniert er sehr gut!
Ich empfehle “Get out” anzuschauen, er bietet viel neues und regt zum Nachdenken an. Noch dazu glaube ich nicht, dass sehr viele da draußen die Story durchschauen, wenn sie nicht schon alle Trailer etc. gesehen habe.

Daumen hoch!

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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