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Große Haie – Kleine Fische

Große Haie – Kleine Fische war der vierte Animationsfilm aus den technisch-digitalen Schmieden von DreamWorks. Das Werk erzählt die Geschichte von Oscar, dessen Ziel es ist, etwas im Leben zu erreichen. Ob es auch dem Film gelingen konnte, nach den Sternen zu greifen, erfahrt ihr im Folgenden!

TitelGroße Haie – Kleine Fische (OT: Shark Tale)
Jahr2004
ProduktionslandUSA
RegieBibo Bergeron, Vicky Jenson, Rob Letterman
DrehbuchMichael J. Wilson, Rob Letterman
GenreAnimationsfilm, Komödie
DarstellerWill Smith, Angelina Jolie, Renée Zellweger, Robert De Niro, Martin Scorsese, Jack Black, Peter Falk, Michael Imperioli, Vincent Pastore, Ziggy Marley, Doug E. Doug, Katie Couric, David P. Smith
Länge90 Minuten
FSKab 0 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures
Das Blu-Ray-Cover zu Große Haie - Kleine Fische ©Universal Pictures
Das Blu-Ray-Cover zu Große Haie – Kleine Fische ©Universal Pictures

Lügen haben kurze Flossen: Die Handlung von Große Haie – Kleine Fische

Oscar ist ein kleiner Fisch. Zumindest hält er sich für einen. Er arbeitet in einer Walwaschanlage, träumt von einem luxuriösen Leben, hat jede Menge Schulden bei seinem Chef Sykes und bereitet seiner besten Freundin Angie kontinuierlich Sorgen. Diese ist es auch, die ihm dabei behilflich ist, seine Schulden zu begleichen. Doch als Oscar auf der Pferderennbahn von der Manipulation des Rennens erfährt, kommt er nicht umhin, das Geld von Angie auf ein Pferd zu setzen. Voller Vorfreude wird er jedoch Zeuge, wie dieses das Rennen verliert und er sich kurzerhand gefesselt in Mitten einer verlassenen Einöde wiederfindet.


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Die Haie Frankie und sein vegetarischer Bruder Lenny, Söhne des Hai-Paten Don Lino, beobachten das Geschehen. Ersterer sieht in dem gefesselten Fisch die perfekte Möglichkeit, seinen Bruder zum Fleischfresser umzuerziehen. Stattdessen befreit Lenny Oscar aus seiner Lage. Frankie wird in der anschließenden Verfolgung von einem Anker erschlagen und Oscar steht plötzlich vor einem toten Hai. Daraufhin feiert man ihn in der Stadt als den Hai-Killer und das luxuriöse Leben erwartet ihn. Doch mit der neuen Berufung, kommen auch neue Probleme: denn Don Lino und seine Hai-Mafia schwören Rache an dem Hai-Killer…

Renée Zellweger und Will Smith als Angie und Oscar ©Universal Pictures
Renée Zellweger und Will Smith als Angie und Oscar ©Universal Pictures

Die Anfänge einer Schmiede

Seit 1997 ist DreamWorks als Quell kinderfreundlicher Animationsfilme bekannt. Neben einigen Zeichentrickfilmen (u.a. Der Prinz von Ägypten, Der Weg nach El Dorado, Spirit – Der wilde Mustang, Sinbad – Der Herr der sieben Meere) hat die Produktionsstätte seit ihrem ersten Film Antz 26 Animationsspielfilme veröffentlicht. Große Haie – Kleine Fische ist der vierte Teil der anfänglichen Erfolgsgeschichte von DreamWorks. Zwar konnten die Filme bisher große Gewinne an den Kino- und Ladenkassen einfahren, jedoch blieben die prestigeträchtigen Preise bislang aus. Sechs Golden-Globe– und zehn Oscar-Nominierungen kann die Schmiede bis dato vorweisen. Jedoch sollte sie nur einmal prämiert werden: im Jahre 2002 gewann Shrek den Preis für den besten Animationsfilm.

Oscar (Will Smith) steht seinem Chef Sykes (Martin Scorsese) gegenüber ©Universal Pictures
Oscar (Will Smith) steht seinem Chef Sykes (Martin Scorsese) gegenüber ©Universal Pictures

Nachdem einige Animationen, die ihre Ursprünge in der Jahrhundertwende haben, mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen sind, springt nun auch DreamWorks auf den Zug des qualitativ gesteigerten Heim-Entertainments auf. So erscheinen Anfang dieses Jahres nicht nur Zeichentrickfilme wie Der Weg nach El Dorado, sondern auch “Animationsklassiker” wie Antz, Ab durch die Hecke oder eben auch Große Haie – Kleine Fische auf Blu-Ray. Mit einem HD-Anstrich sollen diese Filme erneut für abendfüllende Unterhaltung in den heimischen Wohnzimmern sorgen.

Der Cast als Vorlage

In der englischsprachigen Version von Große Haie – Kleine Fische glänzt der Film mit einem namhaften Cast. Unter anderem leihen Will Smith, Angelina Jolie, Renée Zellweger, Robert De Niro, Martin Scorsese und Jack Black ihre Stimmen den Charakteren des Films. Viele von diesen standen für das Animationswerk das erste und einzige Mal vor dem Mikrofon des Synchronsprechers. Auch wer sich für die deutschsprachige Version entscheidet, wird beim Hören nicht enttäuscht werden. Prominenz wie Smith und De Niro werden durch ihre hiesigen Stimmpendants vertreten. Daniel Fehlow (Synchronstimme von Will Smith) und Christian Brückner (Synchronstimme von Robert De Niro) werden ihren Rollen als Stimmtalente gerecht und heben die sprachlich-schauspielerische Leistung des Films auf ein gutes Niveau. Daneben sind auch Entertain-Talente, wie Yvonne Catterfeld und Mola Adebisi, in Große Haie – Kleine Fische zu hören.

Ziggy Marley und Doug E. Doug als Ernie und Bernie ©Universal Pictures
Ziggy Marley und Doug E. Doug als Ernie und Bernie ©Universal Pictures

Des Weiteren kann man dem Film seine Ambitionen zu gute halten, die animierten Figuren, an das Aussehen und die Mimik ihrer realen Vorbilder anzupassen. Bei dieser Art des Animierens könnte man durchaus von Versuchen des Motion-Capturing sprechen. Da dies in Animationsfilmen kein gängiges Prozedere ist und dem Prinzip in gewisser Weise widerspricht, mussten die Schauspieler keine bewegungseinfangenden Anzüge tragen. Stattdessen nahm sich die Animationsführung deren Aussehen zum Vorbild, um die eigens am Computer gestaltete Charaktere zu gestalten und sie ihren Stimmen anzupassen. So erhält Große Haie – Kleine Fische eine besondere Optik, die es dem Zuschauer ermöglicht, nicht nur den Stimmen der Prominenz zu lauschen, sondern auch in ihre maritimen Gesichter zu blicken.

Ein Drehbuch in seichten Gewässern

Die Handlung von Große Haie – Kleine Fische ist im Nachhinein so bedeutungslos wie das Gefühl, das Oscar beim Ausführen seiner Arbeit in der Walwäsche hat. Sie ist in wenigen Sätzen zusammengefasst, bietet kaum bis keine Unvorhersehbarkeiten und/ oder Plot-Twists und das Ende ist von der ersten Minute an absehbar. Die Moral von der Geschichte ist ebenfalls am Grund des glasklaren Wassers zu sehen: So soll man sich stets treu bleiben und sich dessen bewusst sein, was man im Leben hat. Denn manchmal bemerkt man dies erst, wenn es bereits zu spät ist. Also sei stets ehrlich und erfreue dich an den Dingen, die dein Leben zu dem deinigen machen…

Lenny (Jack Black) und sein Vater Don Lino (Robert De Niro) liegen sich in den Armen ©Universal Pictures
Lenny (Jack Black) und sein Vater Don Lino (Robert De Niro) liegen sich in den Armen ©Universal Pictures

So ist auch diese Moralpredigt wenig dezent vorgetragen, sondern steht auf dem Handschuh geschrieben, der einem bereits nach der Hälfte des Films in Gesicht geschlagen wird. Das Animationsfilme eine Moral haben, ist seit ihrer Genesis allseits bekannt. Doch entstammt Große Haie- Kleine Fische noch einem Jahrzehnt, in dem es scheint, als dass animierte Filme ihren Zuschauern das Mitdenken und Reflektieren in gewisser Weise absprechen. Es ist eher die individuelle Moralkeule, die ein jeder zu spüren bekommt. Erst in jüngerer Generation haben Filme wie Zoomania und Alles steht Kopf aus dem Hause Pixar gezeigt, dass Zuschauer im großen Ganzen dazu angeregt werden, sich und ihre Umwelt in Perspektive zu setzen. Auch Kindern als Zuschauern wurde in jüngerer Zeit weitaus mehr Intelligenz zugesprochen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts schienen Filme wie Große Haie – Kleine Fische mehr Wert auf die Ebene der Unterhaltung zu legen, denn auf die kritische Kreativität.

Das Vergnügen liegt in der Einfachheit

Unter all diesen Gesichtspunkten ist Große Haie – Kleine Fische nichts, was man gesehen haben muss. Das Vergnügen dieses Films liegt in seiner Einfachheit begraben. Es ist ein Film, der Spaß machen kann und dies auch tut. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und ihre Stimmen erwecken sie zum Leben. Der Humor entspricht der komödiantischen Ebene eines Animationsfilms und enthält Witze und Momente, die den Zuschauer zum Lachen bringen. Auch die immense Menge an Anspielungen, macht den Film im Rahmen der Unterhaltung sehenswert: Apocalypse Now, Scarface, Jurrasic Park, Der weiße Hai, Die Monster AG, Findet Nemo und Der Pate sind Filme, die in Große Haie – Kleine Fische zitiert werden oder auf die dieser anspielt.

In Kombination mit der Musik von Hans Zimmer und der Auswahl von Songs, allen voran Neuauflagen von “Three Little Birds” und “Car Wash”, ist der Film eine kunterbuntes Unterwasserabenteuer. Nichts für die große Leinwand, aber allemal etwas für einen gemütlichen Abend mit der Familie auf dem heimischen Sofa.

Mein Fazit zu Große Haie – Kleine Fische

Große Haie – Kleine Fische hat seine Schwächen. Allen voran eine vorhersehbare Handlung und eine sehr prägnante Moral, die wenig tiefsinniges vermittelt. Dies, sowie die Animationen entstammen augenscheinlich einem anderen Jahrzehnt. Die Blu-Ray-Kur hat dem Film jedoch gut getan und der neue Glanz lässt etwas von dem alten erkennen. Auch die Oscar-Nominierung wird greifbar.

Der Film ist ein kleiner Fisch unter den großen Werken. Aber Große Haie – Kleine Fische hat dennoch etwas: er hat Witz, liebevolle Charaktere und einen talentierten Cast. Es macht Spaß, sich in diese bunte Unterwasserwelt zu stürzen und dem dortigen Treiben beizuwohnen. Große Haie – Kleine Fische ist kein Niemand, aber auch kein Stern am Filmhimmel.

Der Film ist ab dem 07. Februar 2019 auf Blu-Ray erhältlich!

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© Universal Pictures

Christopher Hanek

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