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Helen Hunt in I See You

I See You

Mit I See You liefert Regisseur Adam Randall einen besonderen Psycho-Thriller ab, der sich erfolgreich durch die Genre-Festival-Landschaft bewegt hat. Nun macht es sich der Streifen im Heimkino gemütlich. Erwartet uns der erhoffte Thriller-Hit?

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TitelI See You
Jahr2019
LandUSA
RegieAdam Randall
DrehbuchDevon Graye
GenreThriller, Horror
DarstellerHelen Hunt, Jon Tenney, Judah Lewis, Owen Teague, Libe Barer, Nicole Forester, Gregory Alan Williams, Erika Alexander, Allison King, Sam Trammell
Länge96 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Filmposter zu I See You
Filmplakat zu I See You © Capelight Pictures

Kleinstadt-Idylle

Ein kleines gemütliches Örtchen irgendwo in den USA. In den anliegenden Wäldern verschwindet auf seltsame Weise ein kleiner Junge. Die Kleinstadt ist aufgebracht und sucht unter der Führung des Polizisten Greg Harper (Jon Tenny) nach dem Jungen. Doch hat es der Ermittler nicht leicht und muss gerade an mehreren Fronten kämpfen. Die außereheliche Affäre seiner Frau Jackie (Helen Hunt) lastet auf ihm und seinem Sohn Conner (Judah Lewis). Der Haussegen hängt mehr als schief und droht komplett zu zerbrechen. Das ist aber noch nicht alles. Denn auf einmal suchen mysteriöse Vorkommnisse das Haus der Familie heim.

Stimmung des Unbehagens

Nichts, absolut nichts sollte man im Vorfeld über I See You wissen. Genau dann kommt der Streifen am besten zur Entfaltung. Denn der Film lebt von seinen Wendungen und dem Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers. Genau mit Letzteren hantiert er geschickt und konstruiert so spannende Entwicklungen – doch zurück auf Los. Denn bevor es richtig spannend wird, baut der Streifen gekonnt und sukzessive sein Erwartungszelt auf. Mit stilsicheren Bildern und einer atmosphärischen Musikuntermalung macht sich von Beginn an eine unbehagliche Stimmung breit. Dazu trägt auch die Location bei, die mit ihrem abgelegenen, im Wald angesiedelten Örtchen ein bekanntes und wirkungsvolles Szenario im Mystery-Sektor darstellt. Dabei nutzt man auch jede noch so alltägliche Situation um am Stimmungsbarometer zu drehen. Das kann bisweilen übertrieben wirken, erfüllt aber durchaus seinen Zweck.

Judah Lewis geht in I See You vorsichtig eine Treppe hoch
Etwas Mysteriöses geht im Haus der Harpers vor sich © Capelight Pictures

Es ist interessant, wie der Fokus für den Zuschauer auf das Unbekannte und Mysteriöse gelenkt wird, während die Figuren noch vollends mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind. Der Umstand fehlender Utensilien wird beispielsweise nicht hysterisch wahrgenommen, sondern geistesabwesend bei Seite geschoben. Trotz aller inszenatorischen Genre-Konventionen geht I See You an dieser Stelle doch ziemlich schnell seinen eigenen Weg. Denn irgendwas stimmt nicht, doch die Betroffenen nehmen das genre-untypisch nicht wirklich war, da sie einfach mit anderen Problemen beschäftigt sind. Genau diese werden auch immer wieder in den Vordergrund gerückt und sind durchaus wichtige Puzzle-Steinchen für das Gelingen des Gesamtbilds. Bedächtig legt der Film die Teile auf dem Tisch, um diese den Zuschauer nach und nach vervollständigen zu lassen. Das ist spannend und macht den Reiz aus, welcher durch Wendungen nochmals befeuert wird.

Mysteriöse Geschehnisse in I See You

I See You geht im Verlaufe des Films verschiedene Wege. Geschickt spielt er dabei bis zum Schluss mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und bereitet stets den nächsten wendungsreichen Schritt vor. Einer lückenlosen Logikprüfung hält der Verlauf natürlich nicht stand. Damit der Film seine volle Wirkung entfalten kann, muss man sich also durchaus auf die Geschehnisse einlassen und gewisse Entwicklungen einfach hinnehmen. Dazu gesellt sich eine Phase des Films, die es mit seinen Erklärungen etwas übertreibt und durchaus an der Geduld kratzen kann. Denn man geht da sehr ins Detail, um einen bestimmten Aspekt des Films zu beleuchten. Das und der damit einhergehende Tempo-Wechsel gehören aber zum Konzept und sind eine wichtige Basis für die Wirkung des Finales.

Greg mit gezückter Waffe in I See You
Greg (Jon Tenny) beschützt seine Familie um jeden Preis © Capelight Pictures

Auch auf der Darsteller-Ebene kann I See You größtenteils überzeugen und liefert mit Helen Hunt ein bekanntes Gesicht, das man lange nicht mehr gesehen hat und man wohl auch erst auf den zweiten Blick wiedererkennt. Sie ist Teil der im Mittelpunkt stehenden Harper-Familie, die vor allem in Form von Familienvater Jon Tenney ein prägnantes Gesicht bekommt. Der Teenager-Sohn wird von Judah Lewis gespielt und rundet das Bild einer wohlhabenden Kleinstadt-Familie passend ab. Probleme, Ängste und die Beziehungen untereinander werden von den Schauspielern glaubhaft dargestellt. Eine Sonderrolle hat der Vater inne, da er ja auch als Ermittler im Vermisstenfall fungiert und so mehrere Handlungsfäden des Films eint. Dieser Teil gehört leider auch zu den Schwachstellen des Films, da dieser ohne großen Fokus nebenherläuft und selten Spannung aufbauen kann. Seinen Teil zum gelungenen Ganzen trägt er trotzdem bei.

Unser Fazit zu I See You

Eine Kleinstadt, eine Familie und mysteriöse Vorkommnisse. I See You spielt gekonnt mit Thriller-Konventionen, um ein eigenes Spannungsfeld zu generieren. Ohne Vorwissen kann der Film die größtmögliche Wirkung entfalten und profitiert dabei von seiner starken Inszenierung, die von Beginn an eine unbehagliche Stimmung aufbaut. Auch wenn nicht alles komplett rund ist, bekommt man einen außergewöhnlichen und absolut sehenswerten Psycho-Thriller geliefert.

I See You ist seit dem 20.03.2020 digital erhätlich und erscheint voraussichtlich am 08.05.2020 auf DVD, Blu-ray und im limitierten Blu-ray-Mediabook.

Unsere Wertung:

 

 

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© Capelight Pictures

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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