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Ich. bin. so. glücklich.

In der Verfilmung des gleichnamigen Thrillers Ich. Bin. So. Glücklich. muss sich Mila Kunis in der Hauptrolle düsteren Geschehnissen ihrer Vergangenheit stellen. Ob ihr sie bei Netflix dabei begleiten solltet, erfahrt ihr in unserer Filmkritik.

Luckiest Girl Alive | Official Trailer | Netflix

Titel Ich. bin. so. glücklich. (Originaltitel: Luckiest Girl Alive)
Jahr 2022
Land USA, Kanada
Regie Mike Barker
Drehbuch Jessica Knoll
Genre Drama, Thriller
Darsteller Mila Kunis, Finn Wittrock, Connie Britton, Chiara Aurelia
Länge 113 Minuten
Altersempfehlung ab 18 Jahren freigegeben
Verleih Netflix
Mila Kunis' halbes Gesicht im Porträt. In der Mitte steht in weißen Buchstaben der Filmtitel.
Das Poster von Ich. bin. so. glücklich. © Netflix 2022

Die Handlung von Ich. bin. so. glücklich.

Ani Fanelli (Mila Kunis) scheint auf den ersten Blick ein erfolgreiches und nahezu perfektes Leben zu führen. Sie wohnt in New York, hat einen guten Job als Redakteurin eines Frauenmagazin und plant gerade ihre Hochzeit mit dem gut situierten Luke Harrison (Finn Wittrock). Doch dann erfährt sie von Aufnahmen für einen geplanten Dokumentarfilm und die mühsam aufgebaute Fassade beginnt zu bröckeln. In diesem Film wird ein Ereignis aus ihrer Schulzeit thematisiert und besonders ihre Rolle in vergangenen Ereignissen wird darin ans Licht gebracht. Ani hat die Erinnerungen daran lange verdrängt. Nun muss sie sich damit auseinandersetzen. Wird sie nun die ganze Wahrheit offenbart? Ihr perfekt konstruiertes Kartenhaus droht auseinander zu fallen.

Triggerwarnung? Leider Fehlanzeige

Bei diesem Netflix-Original ist anzumerken, dass in Hinblick auf die gewählten Themen, darunter sexueller Missbrauch, eine Triggerwarnung auszuschildern, empfehlenswert wäre. Wer also diesbezüglich empfindlich ist, sollte sich diesen Film besser nicht anschauen.

Gefangen in der Vergangenheit?

Signifikant für den Netflix-Streifen sind die vielen Zeitsprüngen, die sich durch die gesamte Laufzeit ziehen. Um die Erlebnisse von Ani anschaulicher für die Zuschauenden zu machen, greift man hier permanent auf Wechsel zwischen der Gegenwart und ihrer Schul- und Jugendzeit zurück. Das ist mitunter leicht verwirrend und erschwert es den Geschehnissen zu folgen. Zudem hört man regelmäßig die Gedanken von Ani und erfährt dadurch, wie sie wirklich in verschiedenen Situationen denkt und wie sehr sie im Alltag eine Rolle zu spielen scheint. Dadurch, dass diese Erzählstruktur aber die ganze Zeit über beibehalten wird, gewöhnt man sich im Verlauf daran und das Gewirr der Szenenabläufe wird größtenteils aufgelöst.

Ich. Bin. So. Glücklich. basiert auf dem Debütroman Luckiest Girl Alive von Jessica Knoll aus dem Jahr 2015, der sich nach Veröffentlichung zum Bestseller entwickelte. Die Autorin verriet kurze Zeit nach Erscheinen darauf, dass sie in ihrem Buch eigene Erlebnisse aufgreift. Dementsprechend war es eine Herzensangelegenheit, dass sie das Drehbuch zur Verfilmung verfasste.

Mila Kunis an einem Steg bei Sonnenschein. Sie trägt ein hellblaues Kleid, schaut nachdenklich in die Ferne und greift mit einer Hand an ihren Verlobungsring.
Mila Kunis als Ani Fanelli © Netflix 2022

Ein Kratzen an der Oberfläche

Das Leben von Hauptfigur Ani Fanelli ist gekennzeichnet von diversen einschneidenden Erlebnissen, die sie scheinbar nie verarbeitet hat. In diesem Sinne, nimmt sich Ich. Bin. So. Glücklich. vielen wichtigen, aber genauso traumatisierenden Themen an. Sexuelle, wie auch physische Gewalt, Mobbing sowie Übergriffe an Schulen – keine leichte Kost. Gepaart mit den besagten Zeitsprüngen, schafft es der Film nicht diesem Komplex aus Konfliktherden vollends gerecht zu werden. Die Zuschauenden können die Vorkommnisse so ebenfalls nicht richtig verarbeiten. Ob dies stilistisch gewünscht ist oder einen unbeabsichtigten Mangel darstellt, bleibt dabei unklar.

Nebenher wirkt der Film phasenweise etwas gehetzt. Dadurch werden einzelne Charaktere nicht richtig vorgestellt, wodurch ihre Beziehung zueinander und die Motive ihres Handelns unklar bleiben. Beispielsweise fällt das bei Anis Schulleiter auf, der etwas mehr Screentime hätte vertragen können. Hinzu kommt, dass Ani eine sehr selbstbeherrschte Person ist, die ihre Emotionen gut zu verstecken weiß. Eine Einschätzung von oder Identifikation mit ihr fällt teilweise schwer. Allerdings muss angemerkt werden, dass diese Eigenschaft grundsätzlich gut zu der Rolle passt und möglicherweise beabsichtigt ist. Sogar mit einem kühlen, blaustichigen Farbton in der Bildsprache unterstreicht die Produktion diese emotionale Stumpfheit.

Unser Fazit zu Ich. Bin. So. Glücklich.

Streamingdienst Netflix hat mit Ich. Bin. So. Glücklich ein solides Drama produziert. Wichtige und anspruchsvolle Themen, wie sexuelle Gewalt werden behandelt. Auch die Seite der Betroffenen wird beleuchtet. Leider kratzt man dabei eher an der Oberfläche und wird so dem Anspruch der Problemfelder nicht gerecht. Mitunter wirkt es so, als wären diese eher ein Mittel zum Zweck, um den Film dramatischer zu machen. Nichtsdestotrotz verkörpert Mila Kunis die Protagonistin recht authentisch. Auch wenn man sie in den letzten Jahren mehr aus Komödien kennt, schafft sie es in diesem von Humor freien Film die Handlung nahezu allein zu tragen. Die dramatische Stimmung ist visuell perfekt gespiegelt und somit auch ein Punkt auf der Pro-Seite.

Ich. Bin. So. Glücklich. ist seit dem 07. Oktober 2022 auf Netflix abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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© Netflix

1 Kommentar

  • Die negativ Kritiken zum Film sind teils verständlich und auch nicht. Wie soll man solch Erlebnisse und Themen in einen Film stecken? Es tut mir leid, aber haben die meisten Kritiken Männer geschrieben und Frauen welche sich mit soetwas nicht auseinander setzten?! Ja der Film hätte auf andere Charaktere eingehen können, so zum Beispiel die verstörende Kindheit und die Beziehung zur Mutter. Aber der Film trifft doch genau ins Schwarze, zumindest für all diejenigen die in Sachen sexuelle Gewalt Erfahrungen machen mussten. Genau bei einer Stelle musste ich bitter weinen bis zum Ende des Films, da sie bei mir erschrekenderweise genau den Punkt erwischt hat (ich dachte bis dahin, dass mich nichts mehr in eine Art „Trauma“ zurückversetzt kann) und ich denke, dass so auch die Menschen denken, welche es leider selbst betroffen hat.