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Im Wasser der Seine

In diesem Jahr werden im Sommer alle Augen nach Paris gerichtet sein, denn dann trägt die Hauptstadt Frankreichs die olympischen Sommerspiele 2024 aus. Was aber, wenn die Wettkämpfe zu einem Horrortrip werden, weil ein Hai die Sportler bedroht? Diese nicht ganz realistische Szenario zeichnet Im Wasser der Seine. Reine Trittbrettfahrerei oder ein unterhaltsamer Tier-Schocker?

Under Paris | Official Trailer | Netflix

TitelIm Wasser der Seine (OT: Sous la Seine)
Jahr2024
LandFrankreich
RegieXavier Gens
DrehbuchXavier Gens
GenreHorror
DarstellerBérénice Bejo, Nassim Lyes, Léa Léviant, Anne Marivin
Länge101 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren freigegeben
StreamingdienstNetflix
Das englische Poster zu Im Wasser der Seine © Netflix

Im Wasser der Seine – Die offizielle Handlungsangabe

Es ist der Sommer 2024 und Paris trägt zum ersten Mal an der Seine die olympischen Titelkämpfe im Triathlon aus. Sophia, eine brillante Wissenschaftlerin, erfährt von der jungen Umweltaktivistin Mika, dass in den Tiefen des Flusses ein riesiger Hai lauert. Wenn sie ein Blutbad im Herzen der Stadt verhindern wollen, wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als mit dem Chef der Flussbrigade der Pariser Polizei Adil zusammenzuarbeiten.

Nach Farang lässt Xavier Gens den Hai auf die Franzosen los

Im Wasser der Seine ist der wohl standardmäßigste Hai-Film, den man sich vorstellen. Einerseits. Andererseits aber kann man dem Szenario in Anbetracht der nahenden olympischen Spiele einen gewissen Reiz nicht absprechen. Und da ist es nur legitim und in Sachen Effizienz logisch, sich dann auch darauf zu besinnen, was aus diesem Gedankenspiel mit überschaubaren Mitteln, aber viel Eifer drin ist: Der Umweltaktivisten-Aspekt ist inzwischen in diesem recht seriös gemeinten Subgenre des Horrorfilms genauso an der Tagesordnung wie ein leicht (pseudo-)wissenschaftlicher Anstrich, der dem ganzen doch ein Maß an Plausibilität verleihen soll, das den Immersionsgrad nach oben treibt. Natürlich muss man hier Abstriche bei Logik und Figurenverhalten machen, aber geht man von vornherein an diese Produktion mit der richtigen Erwartungshaltung heran, dann ist der französische Film geradlinig, spannend und auch gespickt mit ein paar Momenten, die im Gedächtnis bleiben.

Lediglich wer nach Farang ein weiteres Action-Brett vom Regisseur antizipiert, der wird enttäuscht werden, denn die rohe Härte und das Dreckige, das den Ausflug nach Südostasien ausgezeichnet hat, geht dieser Produktion komplett ab. Das schmutzigste hier ist tatsächlich dann das Flusswasser, in dem man auch ohne Hai ungern schwimmen oder tauchen will. Die Aufnahmen im Wasser hingegen sehen blitzblank aus und unterstreichen dann doch das Gefühl des Filmemachers für erinnerungswürdige Bilder. Auch die Raubfische sehen gut aus und brauchen sich vor ihren großen Brüdern aus Hollywood-Filmen der letzten Zeit nicht verstecken.

B-Movie, das sich selbst zum Glück dessen bewusst ist

Das schöne an Im Wasser der Seine ist unter anderem, wie ernsthaft alle Darsteller ihre Rollen verkörpern und dadurch das quatschige Trashfilm-Sujet fürs Publikum zur realistischen Erfahrung machen. Genau das machen ja gute B-Movies: sie wissen jederzeit, dass die Geschichte eigentlich Unsinn ist, aber verkaufen sie mit einer Überzeugung, dass man sich voll auf den Spaß einlassen kann – und im besten Falle auch im Nachgang keine Fragen stellt. Die Figurenbeziehungen sind dann ebenfalls aus dem Baukastensystem „Umweltthriller“ zusammengestöpselt, ein bisschen Herzschmerz wird genau in dem Maß eingestreut, dass es noch nicht vollkommen aus dem Szenario rausreißt und das Verhältnis von Spannungsaufbau zu -entladung stimmt.

Unterstrichen wird das mit einem ebenfalls angenehm spannungstreibenden Score und ein paar wirklich ordentlichen praktischen Effekten. Aus Farang hat Gens zudem noch den Hauptdarsteller übernommen, der hier einen recht ruhigen Ex-Soldaten spielt, der zwar der Held der Story ist, aber hier im Gegensatz zu seiner letzten Rolle zeigt, dass er auch als Teamplayer funktioniert. Die anderen Darsteller sind allesamt mit Lust und Laune bei der Sache und tragen die teils haarsträubenden Dialoge mit einem Selbstbewusstsein vor, wodurch man wirklich permanent verdrängt, dass es hier um Haie in den Gewässern und Katakomben der französischen Hauptstadt geht. Ja und natürlich ist die Bürgermeisterin skrupellos und böse, aber wie sollte es in einem B-Movie auch anders sein?!

Wenig Längen bis zum Showdown

Die Zuspitzung zum Ende und das Finale sind handwerklich auch solide gelöst und werden viele Zuschauer:innen gebannt vor dem Bildschirm halten. Nervenkitzel gepaart mit einem Hauch Klaustrophobie ob der bedrückenden Enge unter Wasser und dem ein oder andere gelungenen Splatter-Moment; nur dass Paris eine Millionenstadt ist und die Bedrohung damit für extrem viele Menschen gilt, vermittelt Im Wasser der Seine leicht unbefriedigend. Ja, der Schlussakt mit dem stattfindenden Triathlon-Schwimmen ist die erwartbare Konsequenz, die man auf Basis des Prämisse dem Publikum auch schuldig ist, aber dennoch hätte man dies noch etwas spektakulärer ausspielen können. Hier fällt dann doch am ehesten auf, dass man es mit einer Streamingproduktion aus Frankreich zu tun hat und nicht mit einem Hollywoodprodukt – vor allem auch audiovisuell.

Mit Tauchern geht man der Hai-Spur nach © Netflix

Unser Fazit zu Im Wasser der Seine

Im Wasser der Seine ist im besten Sinne das, was man sich auf Basis der Inhaltsangabe von so einem B-Film erhoffen darf: Kurzweilig, handwerklich ordentlich gemacht, gut gespielt und ohne aufgezwungene Botschaften in Sachen Umweltschutz oder Politik. Man sollte schon eine „Schwäche“ fürs Subgenre Hai-Horror mitbringen, aber dann gibt es beileibe schlechtere Vertreter als diesen Beitrag von Xavier Gens.

Im Wasser der Seine läuft seit dem 5. Juni 2024 bei Netflix!

Unsere Wertung:

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2024 um 13:54 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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© Netflix

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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