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Paul Walter Hauser in einem Gerichtssaal auf der Anklagebank neben seinem Anwalt.

In with the Devil

Eine weitere Apple-TV-Miniserie. Eine weitere Buchverfilmung. Aber ist In with the Devil auch ein weiterer Serienhit?

„In with the Devil“ – offizieller Trailer | Apple TV+

TitelIn with the Devil (OT: Black Bird)
Jahr2022
LandUSA
RegieMichaël R. Roskam, Joe Chapelle, Jim McKay
DrehbuchDennis Lehane
GenreSerien (Drama)
DarstellerTaron Egerton, Paul Walter Hauser, Greg Kinnear, Ray Liotta, Sepideh Moafi
Länge6 Folgen mit je 50 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihApple TV+
Das Poster zur Serie In with the Devil zeigt die beiden Hauptfiguren an einem Tisch.
Das Titelmotiv der Miniserie © Apple TV+

In with the Devil  – Die offizielle Handlungsangabe

Ein sechsteiliger Psycho-Thriller nach einer wahren Begebenheit:

Als der ehemalige Highschool-Football-Held und Polizistensohn Jimmy Keene (Taron Egerton) wegen Drogenhandels zu zehn Jahren Haft im Hochsicherheitsgefängnis verurteilt wird, muss er die wichtigste Entscheidung seines Lebens treffen: Entweder er freundet sich mit dem mutmaßlichen Serienmörder Larry Hall (Paul Walter Hauser) in einer Anstalt für psychisch kranke Straftäter an, oder er verbüßt seine volle Strafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Keene erkennt schnell, dass sein einziger Ausweg darin besteht, herauszufinden, wo die Opfer vergraben sind, bevor Halls Strafe zur Berufung ausgesetzt wird. Aber sagt der mutmaßliche Mörder die Wahrheit? Oder denkt sich der notorische Lügner alles nur aus? Diese dramatische und fesselnde Geschichte untergräbt das Krimi-Genre, indem sie auf die Hilfe gerade jener Menschen hinter Gittern setzt, um der Lösung des Rätsels auf die Spur zu kommen.

Was zeichnet die Miniserie aus?

Eine Sache, die Apple in seinen Miniserien besser macht als viele Konkurrenten, ist die Begrenzung des Umfangs des Personals. In den wenigen Folgen konzentriert man sich in In with the Devil voll und ganz auf die wenigen wichtigen Figuren und gibt allen herausragenden Darstellern dadurch genug Zeit, um organisch zu wachsen. An erster Stelle muss hier Paul Walter Hauser herausgehoben werden. Wie er den Psychopathen und potentiellen Massenmörder spielt, wird jedem Zuschauer Gänsehaut den Rücken herunterjagen. Allein seine Stimme hat genug Potenzial, um einen bis in die Albträume zu verfolgen. Dazu kommt dann noch die Art und Weise, wie er immer zwischen dem Eindruck, er sei geistig stark unterentwickelt und er könne aus kleinsten Nuancen im Verhalten von Menschen sie komplett lesen, pendelt. Das erinnert stark an die Darstellung von Cameron Britton in Mindhunter.

Doch sein Gegenüber, Taron Egerton ist ebenfalls richtig stark und schafft es zu Beginn als arroganter, kühler Schönling eingeführt zu werden, daraufhin aber von Folge zu Folge eine nachvollziehbare und packende Wandlung durchzumachen. Die Serie erzählt dabei aber nicht nur den Fall anhand der Dynamik zwischen den beiden Figuren nach. Sie funktioniert auch als Familiendrama im Bezug auf die Verbindung von Egerton und seinem Filmvater Ray Liotta, der hier in seiner letzten Serienrolle nochmal glänzt. Und auch als klaustrophobisches Knastdrama ist In with the Devil für Fans dieses Subgenres definitiv einen Blick wert. Einen so intensiven und wuchtig bebilderten Gefängnisaufstand hat man selten bestaunen können. Auf der Thriller-Torte ist mit dem stimmigen Score von Mogwai dann noch eine schmackhafte Kirsch on top.

Wer sollte sich In with the Devil nicht entgehen lassen?

Näher als mit dieser starken, abgründigen Sezierung menschlicher Abgründe wird man in der nächsten Zeit einer dritten Staffel von Mindhunter wohl nicht kommen. Die David-Fincher-Serie ist vollkommen zurecht bis heute auf nicht wenigen Listen als das bis dato beste Netflix-Original geführt. Und vieles, was die beiden Staffeln über die Anfänge des FBI-Profilings ausgemacht hat, findet sich nun in In with the Devil wieder. Dabei ist es das stimmige Gesamtbild aus allen Zutaten, das beide Serien so aus der Masse an True-Crime-Dramaserien herausragen lässt. Der große Unterschied zwischen Mindhunter und der Apple-Produktion liegt auf der Erzählperspektive. Und damit setzt sich der Newcomer doch recht deutlich vom geistigen Vorgänger ab.

Die Stimmung ist vergleichbar – düster, niederschmetternd, furchteinflößend. Aber während durch den Blick der Ermittler von Außen in den Verhörsituationen mit psychisch fragilen Verbrechern die Serie durch neue Fälle immer weiter erzählt werden könnte, ist diese Geschichte hier nach den sechs Folgen abgeschlossen. Wie schon einige Male in den letzten beiden Jahren schafft es Apple erneut den perfekten Mittelweg zwischen Film- und Serienadaption zu gehen. Stoffe wie dieser brauchen mehr Zeit als die typische Thriller-Lauflänge, um langsam und dafür mit umso stärkeren Nachwehen ihre Wirkung entfalten zu können.

Taron Egerton im Gefängnisinnenhof im blauen Sträflingsoutfit. in with the Devil
Taron Egerton – vom Footballstar zum Knasti © Apple TV+

Unser Fazit zur Miniserie In with the Devil

Auch In with the Devil setzt den 2022er Lauf von Apple im Streamingbereich fort. Das düstere Charakterdrama, das die Wartezeit für alle, die sehnlichst einer Fortsetzung von Mindhunter entgegenfiebern, könnte kaum packender inszeniert sein. Das Highlight ist das Spiel von Paul Walter Hauser, der den ebenfalls starken Taron Egerton als Psychopath noch in den Schatten stellt. Ähnlich wie bei Ptolemy Grey hat man die perfekte Länge für diese Geschichte gefunden.

In with the Devil startet am 8. Juli bei Apple TV+ und geht danach im Wochenrhythmus weiter!

Unsere Wertung:

 

 

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