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Lily Collins spielt die Hauptfigur Lauren Monroe in "Inheritance". Auf dem Bild geht diese zögerlich durch einen dunklen Korridor. Im Hintergrund ist eine Treppe zu sehen über die sie vermutlich runter in diesen Korridor gegangen ist.

Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis

In Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis wird Lily Collins mit Simon Pegg ein schweres Erbe hinterlassen. Beim 34. Fantasy Filmfest ging der Film im Schatten anderer Werke ein wenig unter. Ob den Besuchern des Festivals ein spannender Thriller entgangen ist, erfahrt ihr hier.

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TitelInheritance – Ein dunkles Vermächtnis (OT: Inheritance)
Jahr2020
LandUSA
RegieVaughn Stein
DrehbuchMatthew Kennedy
GenreDrama, Thriller
DarstellerLily Collins, Simon Pegg, Connie Nielsen, Chace Crawford, Patrick Warburton
Länge112 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihConstantin Film
Das deutsche Blu-ray Cover zu "Inheritance - Ein dunkles Vermächtnis" zeigt zentral Collins relativ unerkenntlich durch den langen und düsteren Korridor mit einer Taschenlampe gehen. Links davon ist sie in einer Großaufnahme über die komplette linke Hälfte des Covers zu sehen. Auf der anderen Seite ist Simon Pegg in derselben großen Großaufnahme zu sehen. Im unteren Bereich ist der Schriftzug "Inheritance" zu lesen. Das "I" in der Mitte sieht dabei wie ein Schlüssel aus.
Das deutsche Blu-ray Cover zu „Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis“ © Constantin Film

Worum geht es in Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis?

Archer Monroe (Patrick Warburton), ein mächtiger Banker, stirbt plötzlich. Nach der Verlesung seines Testaments erhält Tochter Lauren (Lily Collins) als Hinterlassenschaft einen Umschlag mit einem Schlüssel und einem USB-Stick. In der darauf befindlichen Videobotschaft bittet er seine Tochter, sich darum zu kümmern, dass „die Wahrheit vergraben bleibt“. Eine Wahrheit, die ihre Familie zu zerstören droht. Auf sich alleine gestellt, muss sich Lauren mit ihrem Erbe und der Vergangenheit ihres Vaters auseinandersetzen.

Der Schlüssel öffnet eine Tür, die mitten im ansässigen Wald des Familienanwesens zu einem unterirdischen Versteck führt. Ein langer und dunkler Korridor führt unmittelbar auf einen Raum zu, der seit mehreren Jahrzehnten die Gefängniszelle eines verwahrlosten Mannes (Simon Pegg) mit langem strohigem Haar bildet. Der an die Wand gefesselte Mann stellt sich als Morgan Warner vor, der vor langer Zeit von Archer eingesperrt wurde. Für ein paar Gefallen erzählt er Lauren nach und nach seine Geschichte und deckt dabei so manches dunkles Geheimnis von ihrem Vater auf.

Lauren (Lily Collins) lernt Morgan (Simon Pegg) kennen in "Inheritance - Ein dunkles Vermächtnis". Während die in schwarz gekleidete Collins auf der linken Seite von einem Tisch steht, sitzt Pegg auf der anderen Seite des Tischs. Er hält dabei ein Plastikbesteck in beiden Händen, während er durch eine Halsfessel an der Wand hinter ihm angekettet ist. Vor ihm scheint eine Mahlzeit zu stehen. Im Hintergrund des Tischs ist zudem ein Schachspiel zu sehen.
Lauren (Lily Collins) lernt Morgan (Simon Pegg) kennen © Constantin Film

Fehlende Glaubwürdigkeit oder mehr löchriges Drehbuch?

Eine spannend klingende Grundidee mit einem gleichermaßen turbulenten Start, der nicht viel Zeit zum Orientieren lässt. Sobald der Score wie ein Herzschlag dröhnt, wechselt das Bild hektisch zwischen verschiedenen Schauplätzen. So bekommt der Zuschauer Lauren beim Joggen, inmitten ihrer Arbeit als knallharte Anwältin oder beim Wahlkampf ihres Bruders (Chase Crawford) zur Wiederwahl in den Kongress zu sehen, sowie den um sein Leben kämpfenden Archer. Gerade zu Beginn fällt es schwer, Lily Collins (Emily in Paris, Extremly Wicked, Shockingly Evil and Vile) die toughe Bezirksstaatsanwältin abzukaufen.

Collins ist gewiss eine talentierte und ansprechende Darstellerin, aber die Durchsetzungskraft und Stärke ihrer Figur wirkt wenig überzeugend. Die mangelnde Glaubwürdigkeit könnte zunächst als Fehlbesetzung interpretiert werden, doch im Verlauf der Geschichte zeigt Collins eine mehr als solide Leistung und wächst nach und nach mit ihrer Rolle. Die Ursache scheint eher im Skript zu liegen, in welchem Autor Matthew Kennedy mit seinem ersten Drehbuch nicht nur einige, sondern mehrere Logiklöcher erzeugte. Diese äußern sich häufig mit nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen der Figuren. die den Zuschauer bei Inheritance immer wieder stutzen lassen.

Der eingesperrte Morgan sitzt in Inheritance - Ein dunkles Vermächtnis an einem Tisch auf dem unter anderem eine Flasche mit Alkohol sowie eine Zeitung und eine Kleinigkeiten zu Essen stehen. Er selber trägt ein orangenes Oberteil und lange graue strohige Haare. Sein Gesicht sieht sehr abgemagert aus. Um den Hals trägt eine Halsfessel aus Metall.
Simon Pegg spielt in „Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis“ den eingesperrten Morgan © Constantin Film

Wenig Möglichkeiten für den Cast, um zu glänzen

Dieser Umstand erschwert auch des Öfteren den Spannungsaufbau, da die Figuren selbst bei ungeschickten Handlungen in der Geschichte ohne großen Mühen voranschreiten. Abgesehen von der schwerlich packenden Handlung sind vor allem die Charaktere zu inkonsequent geschrieben. Collins kann daher nur das zeigen, was ihrer Figur vorgegeben wurde, und hat wenig Möglichkeiten, mehr aus ihrem Charakter herauszuholen. Gleiches gilt für Simon Pegg (Shaun of the Dead), der einen der größten Anreize des Films darstellt.

Die Rolle ist eine erfrischende Abwechslung, da er nicht dem gewohnten Klamauk verfällt, sondern einen ernsten Ton beibehält. Aber so gut er heraussticht, kann er Morgan nicht so überzeugend spielen wie er müsste. Dazu verschwendet Inheritance mit Connie Nielsen als Laurens Mutter und Chase Crawford als ihren Bruder einfach mal zwei Darsteller, die dem Film sehr viel mehr hätten geben können. Denn es erhält weder die aus Gladiator und vielen anderen Blockbustern bekannte Nielsen noch der zuletzt in der Serie The Boys glänzende Crawford genügend Screentime.

Lauren hockt inmitten eines dunklen Waldes. Lediglich die Scheinwerfer ihres Wagens erleuchten ein wenig den Schauplatz eines mit herbstlichen Blättern bedecken Gebiets.
Dunkle Geheimnisse kommen in „Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis“ zu Tage © Constantin Film

Packender Thriller dank mysteriöser Atmosphäre?

Man könnten allerdings gut darüber hinwegsehen, wenn Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis halten könnte, was der Trailer im Ansatz verspricht: Ein packender Thriller zu sein. Doch selbst nachdem sich nach und nach die Geheimnisse von Archer offenbaren, kann die Spannung nicht genügend aufgebaut werden. Obwohl der Score und die Settings eine mysteriöse Atmosphäre bilden, vermag der Film nicht vollends zu packen und kommt nicht über die Wertung „solide“ hinaus. Ein Grund hierfür ist, dass letztlich keine der Offenbarungen wirklich schockiert, gar unvorhersehbar ist. Ein weiterer Aspekt ist, dass gefühlt jede Entdeckung kaum eine Konsequenz nach sich zieht. Dass für Hauptfigur Lauren die Welt in sich zusammenbricht, wird durch die Inszenierung von Regisseur Vaughn Stein (Terminal – Rache war nie schöner) mehr als verdeutlicht. Jedoch wirken die nachvollziehbaren Reaktionen nicht sonderlich ergreifend und lassen beim Zuschauer nur wenig Empathie für Lily Collins Figur aufkommen.

Unser Fazit zu Inheritance

Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis stolpert nicht selten über das von Matthew Kennedy geschriebene Drehbuch, welches nicht immer die nachvollziehbare Handlungen offenbart. Die Charaktere sind in ihren Möglichkeiten mehr beengt als Simon Peggs Figur in seiner Zelle. Der Film gibt allgemein keiner seiner Figuren die Chance, vollends zu glänzen. So können trotz sichtlicher Bemühung weder Lily Collins noch Simon Pegg den Zuschauer wirklich packen. Und dennoch ist der Film aufgrund seiner guten Grundidee und der angenehm mysteriösen Atmosphäre durchaus ansehnlich. Wer also Lust auf einen soliden Thriller mit guten Sets und ansprechenden Darstellern hat, der verschwendet mit Inheritance nicht seine Zeit.

Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis ist seit dem 03.12.2020 erhältlich auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand.

Unsere Wertung:

 

 

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