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Interview: Sabrina Setlur zum Film „Schneewittchen, verpiss dich!“

Am 29.03.2018 startet das Filmdebüt von Bülent Ceylan, Schneewittchen, verpiss dich!, in den Kinos. Ich durfte vorab ein Telefoninterview mit Sabrina Setlur führen, deren Besetzung vom Regisseur mit Bedacht gewählt wurde.

TitelSchneewittchen, verpiss dich!
Jahr2018
ProduktionslandDeutschland
RegieCüneyt Kaya
DrehbuchCüneyt Kaya, Rainer Bender, Stefan Höh, Matthias Brod
GenreKomödie
DarstellerBülent Ceylan, Josefine Preuß, Paul Faßnacht, Özgür Karadeniz, Sabrina Setlur, Franziska Wulf, Burak Yigit, Eko Fresh
Länge88 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihConstantin Film Verleih

Kurzinhalt zu Schneewittchen, verpiss dich!

In seinen Träumen ist Sammy (Bülent Ceylan) ein Rockstar. Doch in der Realität jobbt und schrubbt er im Hamam seines Bruders
Momo (Kida Khodr Ramadan). Plötzlich gibt ihm ein Musiklabel die Chance, bei einer Castingshow berühmt zu werden.
Unter einer Bedingung: Der Solomusiker muss eine Band gründen. So wird aus Sammy, seiner Schwester Jessi (Josefine Preuß), dem alten Aushilfsmasseur Wolle (Paul Faßnacht) und dem dicken Mahmut (Özgür Karadeniz) kurzerhand die Gruppe „Hamam Hardrock“. Das Publikum feiert die originellen Newcomer, doch Labelchefin Thomaschewsky (Sabrina Setlur) will den Siegeszug der Multikulti-Rocker mit allen Mitteln verhindern.




Interview mit Sabrina Setlur (Thomaschewsky)

Sabrina Setlur als Labelchefin Thomaschewsky
Sabrina Setlur als Labelchefin Thomaschewsky ©Constanin Film

Movic Freakz:
Wie kam es dazu, dass du dich nach der etwas längeren Pause einem Filmprojekt gewidmet hast?

Sabrina:
Die kreative Pause 2007 nach dem Album „Rot“ passte einfach, da es zu der Zeit verstärkt mit den Downloads losging und das Album nicht so erfolgreich war, um gleich wieder eines zu produzieren. Abgesehen davon war es nach 20 Jahren auf der Bühne an der Zeit, mal die Reißleine zu ziehen, bevor ich das, was ich so sehr liebe, anfange zu hassen. Es fühlte sich alles eher unrealistisch, wie in einer Blase, an. Darunter litt auch meine Kreativität, denn meine Texte speisen sich aus dem realen Leben. Ich arbeite allerdings schon etwas länger wieder an meiner Musik. Die Anfrage, ob ich eine Rolle in diesem Film spielen möchte, war einfach ein glücklicher Zufall. Allerdings musste ich ganz normal durch das Casting, bei dem ich mich dann auch glücklicherweise durchsetzen konnte.

MF:
Du hattest ja ursprünglich für eine andere, kleinere Rolle vorgesprochen. Doch Regisseur Oliver Berben war der Meinung, dass deine Erfahrungen aus der Musikbranche und dein „Bitch-Faktor“ dich für die Rolle als Labelchefin prädestinieren. Wie war das für dich?

Sabrina:
(lacht) Das höre ich heute schon zum zweiten Mal. Ich kenne Oliver Berben schon etwas länger, aber nach dem Vorsprechen war ich schon sehr überrascht, als mir gesagt wurde ich hätte die Rolle, allerdings die der Thomaschewsky. Ich schaute nochmal ins Drehbuch und dachte „Oh, ganz schön viel Text, ganz schön präsent und auch echt fies“ (lacht). Ich dachte natürlich an mein Image und wollte viel lieber eine nette Figur spielen. Aber ich bin natürlich stolz darauf, eine größere Rolle übernehmen zu dürfen.

MF:
Hast du es denn genossen, mal das auszuleben, was dir sonst immer nur nachgesagt wird?

Sabrina:
Nee, nicht wirklich. Anfangs vielleicht schon, aber es ist so völlig entgegen meiner Natur. Es ist schon echte Arbeit, mit den Kollegen in der Drehpause nett einen Kaffee zu trinken und dann ein paar Minuten später wieder voll fies sein zu müssen.

Klare Worte von der Chefin (Sabrina Setlur)
Klare Worte von der Chefin (Sabrina Setlur) ©Constantin Film

MF:
War es für dich eine Genugtuung, mal auf der anderen Seite der Musikbranche zu stehen bzw. so jemanden spielen zu dürfen?

Sabrina:
Meine Erfahrungen mit Labelchefs waren längst nicht so hart. Es wird im Film natürlich völlig überspitzt dargestellt. Es war für mich dann eher doch einfach eine Rolle. Es mag sein, dass es bei den Majorlabels so ähnlich zugeht. Ich habe eher andere Erfahrungen gemacht.

MF:
Es heißt, du hättest deine Performance an die von Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“ angelehnt. Warum gerade diese Person?

Sabrina:
(lacht) Vorweg: Bitte nicht denken, ich würde mich mit Meryl Streep vergleichen. Es ging nur um Art der Verkörperung. Ich wollte nicht plakativ böse sein, sondern eher jemanden, bei dem das dem Business geschuldet ist. Mir gefällt an der Darstellung von Meryl Streep das Erhabene. Zumal auch meine Figur nicht böse ist, weil sie böse sein will, sondern einfach wegen des Jobs und der Verantwortung, die sie hat. Ich würde es auch eher Verbissenheit nennen. Es wird im Film zwar nicht näher beleuchtet, aber sie lebt für ihre Arbeit. Wir haben das mal weiter gesponnen und scherzhaft an einen Film gedacht, der sich nur um diese fiese Thomaschewsky dreht. Nachdem ich mich in die Rolle eingefunden hatte, waren die Anderen und ich selbst von meiner Bösartigkeit echt überrascht.

MF:
Hat dir deine Erfahrung aus der Musikbranche bei der Verkörperung der Rolle wirklich geholfen?

Sabrina:
Auf jeden Fall. Denn es ist ein hartes Geschäft, bei dem man funktionieren muss und nicht einfach mal sagen kann: „Da hab ich jetzt aber keine Lust drauf“. Und man muss sich auch als Musikkünstler ständig darstellen. Gerade auf der Bühne spielt man ein stückweit ja auch eine Rolle.

Sabrina Setlur als knallharte Geschäftsfrau
Sabrina Setlur als knallharte Geschäftsfrau ©Constantin Film

MF:
Es ist ja schon der dritte Film, in dem du mitspielst. Für Bülent (Ceylan, Anm. der Redaktion) war es ein Debüt. Warst du im Vorteil aufgrund deiner Set-Erfahrung oder fühltest du dich auch eher als Anfänger?

Sabrina:
Gott nein, die bisherigen Rollen waren einfach zu klein. Im Grunde war es auch für mich ein Debüt. Dadurch, dass Bülent in seinen Shows ja ständig in andere Rollen schlüpft, war es für ihn wohl sogar etwas einfacher. Wir haben uns am Set einfach super verstanden und uns gegenseitig geholfen. Um uns herum waren ja alles gestandene Schauspieler. Es war ein „WOW-Effekt“, z.B. Josefine Preuß bei der Arbeit zu sehen. Kamera läuft und sie ist ein komplett anderer Mensch. Da habe wahnsinnig großen Respekt vor. Es war bisher in meiner gesamten Laufbahn das harmonischste Team, mit dem ich gearbeitet habe. Ich denke, dass man das bei diesem Film auch sehen wird.

MF:
Warum sollte man sich diesen Film anschauen? Wo siehst du den Tenor und die Stärken? Es soll ja eine Komödie mit Tiefgang sein. Siehst du das auch so?

Sabrina:
Also zuerst einmal schon wegen der Darsteller. Dieser Mix ist einfach wunderbar. Der Humor ist auch eher satirisch und weniger auf Slapstick angelegt. Die Aussage, dass man für seine Träume kämpfen muss, wird hier nicht so plakativ gezeigt. Es wird auf tolle Weise gezeigt, wie ein Mensch gegen alle Arten von Hindernissen, seien es politische, geschäftliche oder sogar rassistische, seine Träume verfolgt und wahr macht. Auch das Thema Zusammenhalt spielt eine große Rolle. Sei es in der Band oder in der Familie. Es wird auch vor allem um die Musik an sich gekämpft. Für mich als Musikerin finde ich gerade diese Message besonders wichtig. „Mache es für die Musik und nicht für den Ruhm“.

MF:
War es bei den Comedians, die am Set waren, überhaupt möglich, ernsthaft zu arbeiten?

Sabrina:
Es war natürlich lustig. Aber die professionelle Arbeit der Comedians oder der anderen Darsteller hat sich dabei nicht unterschieden. Es gibt einfach einen herben Unterschied zwischen dem Charakter auf der Bühne und dem Mensch am Set oder privat. Klar gab es lustige Outtakes. Aber nicht, weil es Comedians waren, sondern weil wir uns alle so gut verstanden haben.

MF:
Wie groß ist die Chance, dich in Zukunft häufiger in Filmen zu sehen?

Sabrina:
Ich hatte sehr großen Spaß und kann es mir auf jeden Fall vorstellen. Wenn sich weitere Möglichkeiten ergeben, bin ich sehr offen dafür. Aber gerne auch mal einen lieben Charakter!

MF:
Du arbeitest ja gerade an einem neuen Studioalbum. Was hat uns zu erwarten?

Sabrina:
Also, eine Kostprobe bekommt man schon beim Abspann des Filmes, zu dem ich mit Eko Fresh einen Song beigesteuert habe. Das ist eher durch Zufall entstanden. Eko und ich kannten uns auch schon vor dem Film.

Das Album wird definitiv deutscher Sprechgesang sein. Das ist meine Musik. Die Texte haben sich natürlich, aufgrund der veränderten Prioritäten und Interessen, verändert. Es wird aber Sabrina Setlur sein, mit dem, was sie am besten kann. Geplanter Release ist noch in diesem Jahr. Mal schauen, ob wir das einhalten können.

MF:
Tour?

Sabrina:
(lacht) Lass uns erst mal das Album auf die Welt bringen, und dann weiter schauen.

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