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George (James Stewart) und Marry (Donna Reed) in "Ist das Leben nicht schön?"

Ist das Leben nicht schön?

Ist das Leben nicht schön? ist ein Weihnachtsfilm aus dem Jahr 1946. Der Film wurde von Frank Capra gedreht und zeigt James Stewart in einer seiner ikonischen Rollen. Am 07.11.2019 erscheint der Klassiker in einer restaurierten Version auf Blu-ray und 4k UHD. Hier erfahrt ihr, weswegen der Klassiker in keinem Weihnachts-Repertoire fehlen darf.

TitelIst das Leben nicht schön? (OT: It’s a Wonderful Life)
Jahr1946
LandUSA
RegieFrank Capra
DrehbuchFrank Capra, Alber Hackett, Frances Goodrich
GenreDrama, Familienfilm, Weihnachtsfilm, Fantasy
DarstellerJames Stewart, Donna Reed, Lionel Barrywore, Thomas Mitchell
Länge130 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures Home Entertainment
4 K UHD Cover von "Ist das Leben nicht schön?"
“Ist das Leben nicht schön?” © Universal Pictures

Worum geht es in “Ist das Leben nicht schön?”

Die Geschichte von “Ist das Leben nicht schön?” ist inzwischen fast jedem in irgendeiner Form bekannt. Hunderte Male wurde sie bereits aufgegriffen, neu interpretiert und zitiert. Der Engel Clarence möchte sich endlich seine Flügel verdienen. Dazu soll er auf die Erde reisen und dem hilfsbereiten Bewohner George Bailey aus seiner Verzweiflung helfen. Zuvor muss Clarence seinen Schützling allerdings kennenlernen, weswegen er sich dessen Leben im Schnelldurchlauf ansieht. Der Großteil des Films handelt daher von George Baileys Leben. Nachdem er in seiner Kindheit seinen im Eis eingebrochenen Bruder rettet, verliert George sein Hörvermögen auf dem linken Ohr. Als Erwachsener arbeitet er im Unternehmen seines Vaters, der Bausparkasse „Building and Loan“. Ziel der Bausparkasse ist es, einfachen Bürgern mit fairen Zinssätzen ein eigenes Heim zu ermöglichen.

Auf der Highschool Feier seines Bruders trifft er auf Mary, in welche er sich schließlich verliebt. Doch als Bailey die Führung von “Building and Loan” übernimmt, entwickelt sich sein Leben anders als er es erwartet hatte. Er möchte den Traum seines Vaters fortsetzen, wobei er allerdings im Kampf mit dem Geschäftsmann Henry F. Potter steht. Potter ist dabei recht einseitig, aber dennoch einigermaßen nachvollziehbar geschrieben. Der Kampf entwickelt sich zu einer wahren Herausforderung für Bailey und treibt ihn in die Verzweiflung. Als Bailey seinen Lebenswillen verliert, zeigt ihm Clarence, wie das Leben ohne ihn verlaufen wäre. Auf diese Weise zeigt der Film dem Zuschauer, dass jedes Leben wichtig ist, egal wie unscheinbar es sein mag.

George (James Stewart) und Mary (Donna Reed) tanzend in "Ist das Leben nicht schön?"
George (James Stewart) und Mary (Donna Reed) tanzend in “Ist das Leben nicht schön?” © Universal Pictures

Eine Ode an das Leben

Die Leitfrage des Films steckt bereits im Titel: Ist das Leben nicht schön? Der Film wäre vermutlich kein Weihnachtsklassiker, wenn er diese Frage nicht mit “Ja” beantworten würde. Die ersten zwei Drittel des Films fühlen sich wie ein typischer Feel Good-Movie an. Konflikte werden rasch gelöst und die positive Energie siegt gegen die Herausforderungen. Auch wenn das Leben für George nicht so verläuft wie er es sich vorgestellt hat, macht er das beste daraus und führt ein Leben, das ihn letztendlich doch erfüllt. Er schätzt das Leben und seine Mitmenschen, weswegen er selbstlos, ja fast schon naiv, durch die Straßen geht. Selbst wenn die Situation eigentlich hoffnungslos aussieht, gibt George alles, um seinen Mitmenschen zu helfen. Geht seiner Bausparkasse das Geld aus, investiert er sein privates Vermögen, um trotzdem die finanziell Schwachen unterstützen zu können. Dank ihm entsteht sogar ein ganzes Häuserviertel.

Dabei ist ihm oftmals gar nicht bewusst, welche Auswirkungen seine guten Taten eigentlich haben. Sie sind für ihn selbstverständlich. Die wahre Ode an das Leben entsteht aber dann aber im letzten drittel des Films. Dort setzt seine Verzweiflung ein, denn es scheint so, als würde seine Bausparkasse sich nicht halten können. Bailey ist der festen Überzeugung, dass er das Leben seiner Mitmenschen verschlechtern würde. Er wünscht sich, gar nicht erst geboren zu sein. Doch Clarence versucht ihm seinen Lebenswillen wiederzugeben, indem er ihm zeigt, dass es einigen Menschen ohne George deutlich schlechter gehen würde. Der Film lobt dabei aber nicht nur die Selbstlosigkeit von Bailey, sondern das Leben selber. Durch unsere bloße Existenz ist es uns möglich, Wunderbares zu bewirken. Selbst wenn es uns nicht bewusst ist, kann eine einfache gute Tat sich wie ein Schmetterling-Effekt ausbreiten. Unsere Verzweiflung darf also nie über unseren Lebenswillen siegen.

Die ganze Familie Bailey feiert gemeinsam Weihnachten
Weihnachten bei Familie Bailey © Universal Pictures

Hurra, fröhliche Weihnachten!

Weswegen ist es der perfekte Weihnachtsfilm? Der offensichtlichste Grund ist, dass das Ende des Films an Weihnachten spielt und auch das lebensbejahende Thema passt in diese Jahreszeit. Aber auch Baileys gesamte Persönlichkeit ist ein Vorbild, das gerade zur Weihnachtszeit an Wert gewinnt. Wie bereits erwähnt, ist er hilfsbereit und stellt das Wohl seiner Mitmenschen über sein eigenes. Dafür fordert er nicht einmal Anerkennung. Im Gegenteil: Für jede gute Tat wird er zunächst sogar bestraft. Wir können uns also alle ein Beispiel an ihm nehmen. Besonders zu Weihnachten, wo Materialismus an Bedeutung gewinnt, ist es schön, sich in Ist das Leben nicht schön? auf die Nächstenliebe zurückzubesinnen. Daher wird hier der Bescherung auch gar keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Zwar spielt Geld eine wichtige Rolle in dem Film, doch wenn George “Fröhliche Weihnachten” durch die Straßen ruft, dann tut er dies nicht, weil er sich über Geld, sondern über das Leben freut.

George (James Stewart) und Marry (Donna Reed) siitzen lachend vor einer Mauer
George (James Stewart) und Marry (Donna Reed) © Universal Pictures

Gestochen scharf neu restauriert

Universal bringt nun eine restaurierte Version von Ist das Leben nicht schön? in den Handel. Diese ist sowohl als normale Blu-ray als auch in 4 K UHD erhältlich. Das Bild holt die bestmögliche Qualität aus dem Film heraus. Es handelt sich zwar um keine kolorierte Version, dennoch vergisst man schnell, dass man einen Film aus dem Jahr 1946 sieht. Die Kontraste sind stärker herausgearbeitet und die Graustufen haben mehrere Facetten. Teilweise wirkt es wie ein moderner Film im Schwarz-Weiß Filter, auch wenn man da im Gesamten doch schon deutliche Unterschiede erkennt. Auch der Ton hat sich gebessert und ist ziemlich klar verständlich, ohne hörbaren Hall oder Rauschen. Die deutsche Synchronisation hört sich sogar noch moderner an als die Original Vertonung. Das liegt aber auch daran, dass Synchronisationen leichter klar zu restaurieren sind.

Fazit

Ist das Leben nicht schön? Ist ein zeitloser Weihnachtsfilm, der sich wie ein Loblied auf das Leben verhält. Die restaurierte Fassung holt das Maximum aus dem Werk heraus und lässt die Geschichte auch audiovisuell zeitlos erscheinen. Es ist der perfekte Film, den man Heiligabend mit seiner gesamten Familie schaut, wenn man sich danach gegenseitig in die Arme fallen möchte. Es ist quasi unumgänglich, dass man nach dem Abspann dankbar für das Leben und seine Mitmenschen ist. Man fühlt jeder Zeit mit George Bailey mit und würde ihm am liebsten selber aus seiner Verzweiflung helfen. Um diesen Effekt zu erzeugen, setzt der Film natürlich ziemlich stark auf Sentimentalität. Aber wenn es eine Zeit gibt, in der dick aufgetragene Sentimentalität erlaubt ist, dann ist es die Weihnachtszeit. Man schaut auch schließlich keinen Horrorfilm und ärgert sich darüber, dass er gruselig ist.

Ist das Leben nicht schön? ist ab dem 07.11.2019 als Blu Ray und 4K UHD im Handel erhältlich.

Unsere Wertung:

 

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© Universal Pictures

Samuel Cornelissen

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