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Die Straßen werden von einer beängstigenden Stimmung beherrscht © Universal Pictures

Kings (2017)

Kings behandelt ein Familiendrama während der gewalttätigen Unruhen 1992 in Los Angeles, die dutzende Tote und hunderte Verletzte mit sich brachten.

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TitelKings
Jahr2017
ProduktionslandBelgien, Frankreich
RegieDeniz Gamze Ergüven
DrehbuchDeniz Gamze Ergüven
GenreDrama, Historienfilm
DarstellerHalle Berry, Daniel Craig, Rachel Hilson, Lamar Johnson, Issac Ryan Brown
Länge88 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures
Cover zu "Kings" © Universal Pictures
Cover zu “Kings” © Universal Pictures

Handlung

Wir schreiben das Jahr 1992 und aufgrund einer Prügelattacke der Polizei auf den Afroamerikaner Rodney King im letzten Jahr und des nun folgenden Freispruchs der Polizisten eskaliert die ohnehin schon angespannte Situation in Los Angeles. Bürger gehen wutentbrannt auf die Straßen um ihrem Entsetzen Luft zu machen. Die Stadt und die Polizei sind der Situation nicht gewachsen und es entsteht ein regelrechter Bürgerkrieg.




Inmitten des hereinbrechenden Chaos in South Central, Los Angeles lebt die Afroamerikanerin Millie (Halle Berry). Sie hat ein großes Herz für ihre Mitmenschen und beherbergt daher auch eine Gruppe von Pflegekindern. Zwar hat sie selbst kaum Geld und schuftet bis zum Umfallen, jedoch kann sie es nicht mit sich vereinbaren, verwahrloste oder einsame Kinder links liegen zu lassen. Deshalb begibt sich Millie gemeinsam mit ihrem Nachbarn Obie (Daniel Craig) in die unruhigen Straßen LAs, um ihre Kinder zu finden und sicher heimzubringen.

Hintergrund zu Kings

Am 03. März 1991 wurde der Afroamerikaner Rodney King von 4 Polizisten nach einer Verfolgungsjagd gestellt. King widersetzte sich der Festnahme gewalttätig, woraufhin die Polizisten ihn mit ihren Schlagstöcken schlugen, auch nachdem er bereits hilflos am Boden lag.

HHalle Berry telefoniert in "Kings" mit einem Kleinkind auf dem Arm © Universal Pictures
Halle Berry kämpft als verzweifelte Mutter um ihre Kinder und Pflegekinder © Universal Pictures

Dies wurde von einem Anwohner mit einer Videokamera festgehalten und im Anschluss an diverse Fernsehsender weitergereicht. Daraufhin entwickelten sich immer größer werdende Rassismusvorwürfe gegen die Staatsgewalt.

“Das war eine wichtige Zeit in der amerikanischen Geschichte, und wir knabbern heute noch daran. Wir müssen mehr darüber sprechen.”

(Halle Berry)

Gut ein Jahr später folgte der überraschende Freispruch der Polizisten. Daraufhin kam es vielerorts zu Protesten. Bezirke, wie South Central, galten aufgrund der hohen Kriminalität und vorherrschenden Armut ohnehin als labile Bereiche. So kam es dazu, dass der Protest schnell in Gewalt umschlug. Tagelang dauerten die Unruhen an, bei denen dutzende Menschen starben und hunderte verletzt wurden.

Der Cast in Kings

Wer wäre prädestinierter für die Rolle der fürsorglich besorgten Mutter während rassistisch bedingter Unruhen als die mehrfach ausgezeichnete Halle Berry? So kam es, wie es kommen musste und sie bekam die Hauptrolle zugesprochen. Ohne Frage kauft man ihr die Rolle der Millie voll und ganz ab. Jedoch bleibt ihr nicht viel mehr übrig als besorgt und hysterisch umherzulaufen. Mit der Zeit kann das durchaus anstrengend werden und das wird ihr leider nicht gerecht.

Daniel Craig als fürsorglicher Nachbar in "Kings" © Universal Pictures
Daniel Craig als fürsorglicher Nachbar in “Kings” © Universal Pictures

Daniel Craig hingegen bekleidet mit Obie eine Rolle mit deutlich höheren Entfaltungsmöglichkeiten: Ein Raubein mit weichem Herz! Und genau daran scheint er sichtlich Spaß zu haben. So schafft er es sogar, eine gewisse Portion Humor in die brisante Thematik zu transportieren und wirkt damit herrlich erfrischend.

Der restliche Cast ist größtenteils unbekannt, weiß dennoch zu überzeugen. Allen voran Rachel Hilson und Lamar Johnson schaffen es, den Zuschauer mit feinfühligem und trotzdem auch exzentrischem Spiel in ihren Bann zu ziehen.

Kings erschafft eine authentische Atmosphäre

In Kings steht nicht das Ereignis an sich im Vordergrund. Die Entstehungsgeschichte wird kurz geschildert, aber der Hauptstrang liegt bei Millie und ihrer Familie. Sicherlich ist das historisch eher uninteressant. Jedoch genau durch diesen Kniff schafft es Regisseurin Deniz Gamze Ergüven, Kings eine authentische Atmosphäre einzuhauchen. Die Anwohner wissen einfach nicht, was sie erwartet und was eventuell am anderen Ende der Stadt vor sich geht. Beklemmung, Angst, Ungewissheit und Verzweiflung – all das bekommt man als Zuschauer hautnah zu spüren.

Die Straßen werden von einer beängstigenden Stimmung beherrscht © Universal Pictures
Die Straßen werden von einer beängstigenden Stimmung beherrscht © Universal Pictures

Aber auch die Unruhen, die natürlich vereinzelt gezeigt werden, sind dezent und trotzdem beziehungsweise genau deswegen in aller verheerender Deutlichkeit dargestellt. Eine teils hektische Kameraführung, sporadische Originalaufnahmen und beklemmend eingefangene Bilder schildern die Situation und die einhergehende Gefahr. Weniger ist eben oft mehr und so wirken die verlassenen Straßen und ihre angsteinflößende Stille bedrohlicher als gezeigte Unruhen.

Fazit

Kings nimmt sich ein bedeutendes und schwieriges Thema. Der Film versucht, möglichst sensibel damit umzugehen, verpasst an ein zwei Stellen jedoch kritischer mit der Entstehung der Unruhen umzugehen, woran beide Seiten nicht unbeteiligt waren. Stilistisch überzeugend in seiner Schlichtheit, sowohl durch die Bilder als auch durch den teils unbekannten Cast. Lediglich Halle Berry bleibt etwas hinter den Erwartungen, jedoch wird sie damit leben können. So schien Kings eines ihrer Herzensprojekte zu sein, in dem sie sich gern in den Hintergrund stellt.

 

Der Film erscheint am 30.08.2018 auf DVD und Blu-ray.

Unsere Wertung:

 

 

Kings
12 Bewertungen
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