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Joel Dawson (Dylan O'Brien) steht mit einer Armbrust vor einigen rinderlosen Baumstämmen. Er trägt einen roten Hoodie und darunter ein grünes Shirt.

Love and Monsters

Eigentlich hätte der Film Love and Monsters schon vergangenen Herbst in den Kinos anlaufen sollen. Jetzt hat sich Netflix den Actionfilm gesichert. In dieser Kritik erfahrt ihr, ob die Produktion eine Kinoauswertung verdient gehabt hätte.

„Love and Monsters“ mit Dylan O’Brien | Offizieller Trailer | Netflix

TitelLove and Monsters (Alternativtitel: Monster Problems)
Jahr2021
LandUSA, Kanada
RegieMichael Matthews
DrehbuchMatthew Robinson, Brian Duffield
GenreAction, Abenteuer, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerDylan O’Brien, Jessica Henwick, Michael Rooker, Dan Ewing, Ariana Greenblatt, Ellen Hollman, Tre Hale
Länge109 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihNetflix
Auf dem Poster von Monster Problems steht der alternative Titel Love and Monsters. Außerdem sieht man die Hauptfiguren: In groß Dylan O'Brien, darunter Jessica Henwick, Michael Rooker, Ariana Greenblatt und ein brauner Hund.
Das deutsche Titelbild von Love and Monsters © Netflix

Love and Monsters  – Allein durch die Monsterapokalypse

Sieben Jahre nach der Monster-Apokalypse haben sich die Menschen in Kolonien unter der Erde verschanzt. Als Joel Dawson (Dylan O’Brien) per Funk mit seiner Freundin Aimee aus Schulzeiten Kontakt aufnimmt, die 85 Meilen entfernt an der Küste lebt, verliebt er sich erneut in sie. Er muss feststellen, dass ihn in seinem unterirdischen Bunker nichts mehr hält und beschließt, sich den Gefahren zu stellen und den Weg zu seiner großen Liebe zu bahnen.

Der etwas andere Weltuntergang…

Die Ausgangslage in Love and Monsters wird vom Erzähler und gleichzeitig Hauptfigur Joel anfangs mithilfe von comicartigen Skizzen und Animationen geschildert: Obwohl die Menschheit den vernichtenden Einschlag eines Meteoriten mittels globaler Atomwaffenbeschüsse verhindern konnte, wurde die Beinahekatastrophe noch zur Apokalypse. Durch die Verseuchung der Atmosphäre mutierten sämtliche Ungeziefer, von der Schnecke bis zur Kröte, zu Kaiju-ähnlichen Riesenmonstern. Und diese Mutanten haben peu à peu einen Großteil der Weltbevölkerung getötet und den Rest in unterirdische Bunker zurückgedrängt.

In einem dieser Bunker haust Protagonist Joel nun seit sieben Jahren und während um ihn herum zahlreiche Pärchen aus den Überlebenden entstanden sind, ist er der einzige Single in seiner Kolonie. Daher fasst er den Entschluss, trotz mangelnder Kampftauglichkeit und Überlebensfähigkeit, zu seiner vorapokalyptische Jugendliebe in einer entfernten weiteren Kolonie aufzubrechen.

Joel (Dylan O'Brien) kniet vor seinem Hund vor einer Blechwand. Er trägt ein blaugraues Hemd und hat einen Rucksack auf dem Rücken.
Joel mit seinem vierbeinigen Begleiter © Netflix

… mit bekannten Stilmitteln erzählt

Was nach dem Verlassen der Unterwelt beginnt, ist eine angenehm kurzweilige, bodenständige und vor allem herzliche Tour durch ein Minenfeld aus Ekelkreaturen und tödlichen Gefahren. Love and Monsters gewinnt sicherlich keinen Innovationspreis, denn vieles, sowohl inhaltlich, als auch stilistisch, lässt offensichtlich durchscheinen, an welchen filmischen Vorbildern man sich orientiert hat. Die Parallelen zu Zombieland sind dabei am deutlichsten. Hier wie dort gibt es einen männlichen Ich-Erzähler, den man sicherlich als liebevollen Nerd bezeichnen darf. In beiden Filmen erarbeitet der Held ein Regelwerk, um sein Überleben zu sichern. Sogar ein Pendant zur Woody Harrelson Figur gibt es in diesem Monsterfilm in der Gestalt des von Michael Rooker gespielten Clyde.

Die postapokalyptische Dschungelwelt erinnert an die Jurassic Park Reihe und die Tonalität der Romanze innerhalb der Geschichte kann man wohl am ehesten mit Warm Bodies vergleichen. Das klingt jetzt wahrscheinlicher negativer, als es tatsächlich ist. Denn die große Stärke von Love and Monsters ist es bekannte Versatzstücke mit Bedacht und viel Fingerspitzengefühl in einen neuen Rahmen einzupassen. Es fühlt sich in keiner Sekunde nach einer billigen Kopie an, sondern nach einer Hommage oder viel mehr einem Best-Of dessen, was die erfolgreichen Vorreiter ausgezeichnet hat.

Eine klassische Heldenreise mit sympathischem Protagonisten

Auf seinem Trip trifft Joel auf einige Wegabschnittsbegleiter, so, wie es auch typisch für diese Form von Heldenreise ist. Die Stationen, die er nacheinander abarbeitet, tragen zu seiner Charakterentwicklung bei und sorgen dafür, dass man die Hauptfigur immer mehr ins Herz schließt. Weder sind die lustigen Momente zu platt, noch sind die romantischen Szenen zu kitschig. Der Abenteuerfilm findet über weite Strecken immer die richtigen Töne. Angefangen bei der schönen Musikauswahl bis hin zu den treffenden Dialogen kreiert Michael Matthews in seinem erst zweiten Spielfilm eine warmherzige Wohlfühlatmosphäre. Doch auch die dramatischen Aspekte der Geschichte werden nicht vernachlässigt und so gelingt es trotz des unrealistischen Fantasyszenarios die Trauer- und Verlustthematik plausibel mit einzuweben.

Auf einer Wiese sitzt Minnow (Ariana Greenblatt) mit einem Hund. Neben ihr steht Clyde (Michael Rooker), der eine olivgrüne Jacke und eine braune Hose trägt und auf dem Kopf einen Cowboyhut trägt.
Minnow und Clyde mit Hund Boy © Netflix

Charmante Kurzauftritte und ein tierischer Show Stealer

Neben Dylan O’Brien, der hier einen sympathischen Außenseiter, der in einer Ausnahmesituation über sich hinauswachsen muss, überzeugend spielt, sind es insbesondere die kurzen Auftritte von Ariana Greenblatt und Michael Rooker, die im Gedächtnis bleiben werden. Auch ihre Figuren haben Verluste verarbeiten müssen. Doch sie sind in ihrer Entwicklung schon einen Schritt weiter als Joel und fungieren daher für ihn quasi als Mentoren. Das ungleiche Gespann aus Greenblatt und Rooker hat einige komische Szenen im Gepäck, die der Ernsthaftigkeit jedoch keinen Abbruch tun und diese eher noch untermauern. Überhaupt verkommt trotz der durchaus klamaukigen Situationen keine Figur zur Karikatur. Hier schafft man das gleiche Kunststück, was bei Zombieland im ersten Teil so gut ausbalanciert war und im Sequel dann nicht mehr erreicht wurde.

Die Jugendliebe, für die sich Joel auf die risikoreiche Reise begibt, wird von Jessica Henwick gespielt, die ebenso eine starke Performance abliefert. Der heimliche Star des Streifens ist aber ein Vierbeiner, der auf den Namen Boy hört. Genau wie Joel den streunenden Hund ad hoc nicht mehr missen möchte, begeistert er auch die Zuschauer durch seinen positiven Einfluss auf sein neues Herrchen.

Love and Monsters punktet durch wenige, aber gute Actionszenen

Ein Actionfeuerwerk mit Monstern sollte man sich nicht erhoffen. Wer einen Blockbuster mit gigantischen Ungetümen im Zentrum sehen will, der muss wohl weiterhin hoffen, dass alsbald Godzilla vs. Kong in den deutschen Kinos anlaufen darf. Bei Love and Monsters steht die menschliche Dimension im Mittelpunkt und das ist auch gut so. Wenn die wirklich stark animierten Kreaturen dann allerdings von der Leine dürfen, dann kracht es auch wirklich ordentlich. Die Sequenzen sind stark choreografiert und abwechslungsreich. Blutig wird es dabei nie wirklich, sodass der Fantasyfilm auch sehr gut für ein jüngeres Publikum geeignet ist. Speziell der Kampf mit einem Riesentausendfüßler und das äußerst rasante Finale können mit den ganz großen Kinoproduktionen optisch, wie inszenatorisch mithalten und hätten auf der Kinoleinwand mit Sicherheit noch um einiges mehr Eindruck schinden können. Nichtsdestotrotz bleiben die Actionszenen genau wie positive Aussage haften.

Unser Fazit zu Love and Monsters

Am Ende von Love and Monsters wartet auf den Helden die Selbsterkenntnis und auf den Zuschauer das Gefühl, dass man hier eine richtig gute Zeit mit einem kurzweiligen Actionabenteuer verbringen durfte, wie man es heute viel zu selten hat. Weder will Regisseur Matthews mit Biegen und Brechen irgendwelche politischen Botschaften in seinen Film packen, noch soll die bodenständige Produktion auf visueller oder erzählerischer Ebene irgendwelche Experimente eingehen. Alles in allem kommen genreerfahrenen Zuschauern viele Elemente sicherlich bekannt vor, aber die Puzzleteile sind mit Leidenschaft und Herzblut neu zusammengesetzt worden. Zudem funktioniert Dylan O’Brien exzellent in der Rolle des nerdigen Protagonisten, da man ihm fantastische Co-Stars an die Seite gestellt hat, denen man in jeder Szene ansieht, wieviel Spaß sie bei diesem Projekt hatten. Und selbst wer mit den menschlichen Akteuren nicht warm wird, der wird zumindest mit dem Hund Boy mitfiebern.

Love and Monsters ist ab dem 14. April 2020 bei Netflix abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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