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Mad Max: Fury Road

Bereits zum vierten Mal verschlägt es uns an der Seite des einsamen Wüstenbewohners Max Rockatansky in das karge Ödland. Doch kann Mad Max: Fury Road in die Fußstapfen des Kultfranchises treten und die hohen Erwartungen erfüllen?

TitelMad Max: Fury Road
Jahr2015
LandAustralien, USA, Südafrika
RegieGeorge Miller
DrehbuchGeorge Miller, Brendan McCarthy
GenreAction, Abenteuer, Postapokalypse
DarstellerTom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Rosie Huntington-Whiteley, Josh Helman, Zoe Kravitz
Länge121 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihWarner Bros.

Worum geht’s in Mad Max: Fury Road?

In einer Welt, in der Kriege die Erde in ein riesiges Ödland verwandelt haben und Wasser mehr als nur knapp ist, kämpfen motorisierte Gangs um die Vorherrschaft. Allen voran steht aber Immortan Joe, denn der selbsternannte Herrscher hat Zugriff auf enorme Wasserreserven. Gemeinsam mit seinen Imperatoren genannten Kommandanten und seinen Fußsoldaten namens War Dogs, die ihn  wie einen Gott verehren, lebt er in einer gigantischen Festung und regiert das Land.

In dieser unwirtlichen Wüste lebt auch der einsame Wolf Max, der direkt zu Beginn des Films von Joes Truppen verschleppt und als menschlicher Blutbeutel benutzt wird. Als Joe einen Trupp unter der Führung von Imperatorin Furiosa auf die Fury Road schickt, um neue Vorräte zu besorgen, wird Max mitgenommen, um den kranken War Dog Nux weiterhin mit Blut zu versorgen. Furiosa hat jedoch andere Pläne und verrät Immortan Joe. Max, Nux und Furiosa müssen nun zusammenarbeiten, um zu überleben und eine Gruppe von Sklaven in die Freiheit zu führen.

Wer braucht schon Handlung?

Mad Max: Fury Road ist ein Paradebeispiel dafür, wie faszinierend ein Film auch ohne komplexe Handlung sein kann. Während die Ausgangslage des Films recht ausführlich erläutert wird, flacht sämtliche Handlungsentwicklung im Laufe des Films immer mehr ab. Doch das stört überhaupt nicht! Der Film konzentriert sich eben auf das, was er zeigen will und verschwendet dabei keine Zeit. Gegen Ende hin kann sich das Ganze ein klein wenig ziehen, die bombastische Action macht das aber wieder wett. Das heißt aber auch nicht, dass der Film langweilig oder gar vorhersehbar ist. Fury Road fesselt eben einfach anders als mit seiner Handlung.

Mad Max: Fury Road mit unglaublichem Look

Seien es nun die Fahrzeuge, die Kostüme oder die herrlichen Aufnahme der scheinbar unendlichen Wüste: Mad Max: Fury Road sieht einfach fantastisch aus. Es war definitiv die richtige Entscheidung, mehr auf Practical Effects als CGI zu setzen, auch wenn selbst dieser Film nicht ganz ohne auskommt. Zum Glück ist der Einsatz der computergenerierten Effekte nur sporadisch und auch nur bei absoluter Notwendigkeit zu finden. Betrachtet man jedoch die Autos und Motorräder oder die wild zusammengewürfelten Outfits der Wüstenbewohner, erkennt man eine unglaubliche Liebe zum Detail. George Miller steckt in den neuesten Teil seiner wohl bekanntesten Filmreihe eine unglaubliche Menge Herzblut, und das merkt man zu jeder Sekunde.

Bezeichnend ist natürlich auch die Inszenierung der halsbrecherischen Action-Sequenzen. Diese Szenen, die allesamt an “over the top” kaum zu übertreffen sind, lassen jedem Fan das Herz aufgehen. Ständig explodieren Autos oder fliegen Harpunen durch die Gegend, und so viel Feuer in zwei Stunden Filmzeit zu packen, ist fast schon rekordverdächtig. Elementaren Anteil daran, wie diese tollen Sequenzen wirken, haben natürlich Kamera und Sound. Für erstere zeichnet sich John Seale verantwortlich, der aus der brachialen Action auch wirklich noch das Letzte rausholt. Besser hat die Wüste nie ausgesehen!

George Miller als musikalischer Schlüssel

Für Letztere hat George Miller den niederländischen DJ Junkie XL angeheuert, der bereits an Filmen wie Deadpool, Batman v Superman oder Mortal Engines mitgearbeitet hat. Der Mann kann also Action, und das beweist er hier aufs Neue. Elektro-Beats wechseln sich mit epochaler, eher klassischer Musik ab, was für eine sehr besondere Mischung sorgt. Bemerkenswert ist auch, dass Sound und Action teils fließend ineinander Übergehen. Beispielsweise, wenn Max gerade einen War Dog verkloppt und der wummernde Soundtrack zeitgleich mit den Schlägen Akzente setzt. Doch auch innerhalb des Films ist Musik eindrucksvoll vertreten. Oder habt ihr schon mal einen Kerl gesehen, der mit einer doppelten Feuer speienden E-Gitarre an einem LKW hängt um die Menge anzuheizen?

Show, don’t tell…

…ist eine der elementaren Regeln des Drehbuchschreibens. Sie besagt, dass man dem Zuschauer bestimmte Hintergründe oder Sachverhalte niemals direkt auf die Nase binden, sondern ihn durch geschickten Einsatz der Umgebung oder Andeutungen selbst die Zusammenhänge zusammenreimen lassen muss. Diese Disziplin beherrscht Mad Max: Fury Road par Excellence!

Es gibt kaum Szenen, in denen man explizit mehr über die Geschichten der einzelnen Charaktere erfährt. Wieso hat Immortan Joe das Monopol auf Wasser? Worum handelt es sich bei Nux´ Krankheit? Wie ist Max zu dem geworden, was er ist? All das wird nicht geklärt, weil es schlicht und ergreifend für den Film nicht relevant ist. Und genau daher zieht Fury Road seinen ungeheuren Sog: Es wird keine Zeit auf Origin Stories oder dergleichen verschwendet, um nicht wortwörtlich den Fuß vom Gas zu nehmen. Durch gelegentliche, aber recht mysteriöse Flashbacks oder geheimnsivolle Andeutungen in Dialogen kann sich der Zuschauer seine eigene Geschiche zurechtbauen, ohne dabei den Fokus auf das wirklich wichtige, nämlich die Action, zu verlieren. Die Welt des neuesten Ablegers der Mad Max – Reihe trieft durch das investierte Herzblut nur so vor Atmosphäre und bietet damit die perfekte Bühne für diese Art des Erzählens.

Eine würdige Fortsetzung

Mad Max: Fury Road ist der vierte Teil der beliebten Kultfilmreihe, die immerhin eine dreißigjährige Pause seit dem dritten Teil, Jenseits der Donnerkuppel, gemacht hat. Entsprechend groß waren natürlich die Anforderungen an das heiß erwartete Sequel. George Millers neuester Eintrag ins Franchise des mysteriösen Ödland-Rasers erfüllt diese Anforderungen aber nicht nur, sondern setzt ganz nebenbei auch noch neue Maßstäbe für das Genre des Actionfilms an sich!

Da der vierte Teil eigentlich eher Reboot als wirkliche Fortsetzung ist, macht der Film auch denen Spaß, die noch nie einen Abstecher ins Ödland gemacht haben. Fury Road ist ein grandioses Action-Spektakel, das mit unglaublicher Optik und atemberaubender Action überzeugen kann und allenfals ein kleines bisschen Überlänge hat. Ganz klare Empfehlung für jeden, der mit Action-Filmen auch nur im Entferntesten etwas anfangen kann!

 

Unsere Wertung:

 

 

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© Warner Bros.

Jonas Hellrung

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