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Manche mögen’s heiß

Manche mögen’s heiß ist ein Film von Billy Wilder aus dem Jahre 1959 und ein gegenwärtiger Klassiker. Erfahrt im Folgenden, warum die beste US-amerikanische Komödie aller Zeiten, laut dem American Film Institute, auch nach 60 Jahren nichts an Charme eingebüßt hat!

TitelManche mögen’s heiß (OT: Some Like It Hot)
Jahr1959
LandUSA
RegieBilly Wilder
DrehbuchBilly Wilder, I.A.L. Diamond
GenreKomödie
DarstellerMarilyn Monroe, Tony Curtis, Jack Lemmon, George Raft, Joe E. Brown, Pat O’Brien, Nehemiah Persoff, Joan Shawlee, Dave Berry, Billy Gray, George E. Stone, Mike Mazurki, Harry Wilson, Barbara Drew, Al Breneman
Länge120 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihMGM Home Entertainment

Versteckspiel der besonderen Art – Die Handlung von Manche mögen’s heiß

1929: Zur Zeit der Prohibition betreibt der Mafia-Boss Gamaschen-Colombo (George Raft) einen als Beerdigungsinstitut getarnten Nachtclub, in dem illegal Alkohol ausgeschenkt wird. Saxophonist Joe (Tony Curtis) und Bassist Gerald “Jerry” (Jack Lemmon) arbeiten dort als Musiker. Eines Tages wird der Club von der Polizei hochgenommen. Joe und Jerry können gerade noch fliehen. Um unterzutauchen, bitten die beiden ihren Agenten um einen neuen Job. Dieser sucht zwar eine Bassgeige und ein Saxophon, allerdings für eine Damenkapelle.

Enttäuscht müssen Joe und Jerry passen und werden auf ihrem Heimweg zufällig Zeugen eines Mords im Auftrag von Gamaschen-Colombo in einer Autogarage. Um nicht ins Kreuzfeuer ihres ehemaligen Arbeitgebers zu geraten, beschließen Joe und Jerry, das Angebot ihres Agenten anzunehmen. Als Frauen verkleidet, begeben sie sich nun als Josephine und Daphne zur Damenkapelle, die einen Auftrag im Seminole Ritz in Miami hat. Bereits auf dem Weg dorthin beginnen die Schwierigkeiten: Beide vergucken sich in die Ukulelespielerin Sugar (Marilyn Monroe). Joe versucht alles, um sie für sich zu gewinnen, während Jerry bald erfahren muss, wie es sich anfühlt, von einem Mann begehrt zu werden; und auch Gamaschen-Colombo kommt den beiden Musikern auf die Spur…

Die Genialität einer vergangenen Generation

Manche mögen’s heiß ist ein Film, den drei Gesichter Hollywoods zieren, die ein gesamtes Jahrhundert geprägt und die Filmindustrie nachhaltig beeindruckt haben. Tony Curtis, Jack Lemmon und Marilyn Monroe sind das Trio, welches es heiß mag.

Die Rolle der Sugar sollte zunächst von Mitzi Gaynor besetzt werden, die ebenfalls als Sängerin und Schauspielerin war. Doch Wilder entschied sich für Monroe, mit der er in Das verflixte 7. Jahr (1955) zusammengearbeitet hat. Tony Curtis hatte sich bereits einen Namen in Hollywood gemacht, spätestens in Die Wikinger (1958) an der Seite von Kirk Douglas. Bereits in den 1950ern war er eine Stilikone und beeinflusste mit seiner Frisur, dem „Curtis Cut“, eine ganze Generation. Jack Lemmon dagegen war noch relativ unbekannt und das trotz einer Oscarauszeichnung als bester Nebendarsteller in Keine Zeit für Heldentum (1955). Erst mit Manche mögen’s heiß sollte er wirkliche Bekanntheit erlangen und in späteren Jahren mit Walter Matthau eines der bekanntesten Komikerduos Hollywoods bilden.

Zeitlose Komik

Manche mögen’s heiß ist ein zeitloser Klassiker und ein Stück Filmgeschichte. Das Werk präsentiert durchweg guten Witz und Charme. Innerhalb einer Filmgeneration, in der Humor noch Genialität und durchdachte Drehbücher an den Tag legte, sticht Manche mögen’s heiß zudem aufgrund seiner Thematik hervor. Männer in Frauenkleidern sind seit jeher lustig; man denke nur an Filme wie Charleys Tante (1963) mit Peter Alexander oder Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen (1994) mit Robin Williams. Die Situationen, die sich aus solch einem Verwechslungsspiel ergeben, sind Grundlagen eines Humors mit nur allzu natürlichem Ursprung: Die Auflösung gesellschaftlicher Beschränkungen und das Durchmischen von Reglementierungen für geschlechtsspezifische Handlungen. Hinzu kommt die Prise natürlicher Trieb, da sich letztendlich jeder männliche Filmcharakter in Frauenkleidern zu einer oder mehreren Frauen hingezogen fühlt. Das Wiedererkennen solcher gesellschaftlicher Verwaschungen und das Verständnis von Rollentausch sowie der sich ergebenden Möglichkeiten sind für viele Zuschauer ein simples Rezept guter Komik.

„Und ich bin Daphne.“

Darüber hinaus ist es nicht nur das kostümierte Versteckspiel, sondern auch der Dialog des Drehbuchs. Die trockene und euphorische Art mit der vor allem Jack Lemmon seiner Figur Leben einhaucht sowie seiner Liebe zum komödiantischen Spiel Ausdruck verleiht, ist einzigartig. Tony Curtis als eher zurückhaltender und gelassener Playboy, der ein konkretes Ziel in Form von Marilyn Monroe vor Augen hat, ergänzt ihn in jeder Hinsicht.

Klassische Einzeiler und situationsbedingte Komik, mit welcher der Zuschauer meist nicht rechnet, machen Manche mögen’s heiß zu einer Filmkomödie für die Ewigkeit. Der Humor wirkt darüber hinaus nicht überspitzt, sondern vollkommen natürlich. Das Drehbuch hat Lemmon und Curtis einzig und allein Frauenmasken aufgesetzt. Der Humor jedoch ist genau auf die beiden Hollywood-Legenden zugeschnitten und lässt sie in ihrer Art und Weise miteinander harmonisieren.

Abseits des Hauptgeschehens

Nicht nur der Hauptcast kann in Manche mögen’s heiß begeistern. Monroe verblasst neben Lemmon und Curtis zwar, kann jedoch ihren zeitgemäßen Charme versprühen. Schauspielerisch bleibt sie dabei weit hinter dem Standard des restlichen Casts zurück. Dies ist allerdings zu diesem Zeitpunkt ihrer Tablettensucht geschuldet. Unter den restlichen Nebencharakteren kann vor allem Joe E. Brown als Jerrys/Daphnes Liebhaber Osgood Fielding III. überzeugen. Er selbst ist eine Komikerlegende und weiß nur zu gut, den Zuschauer mit seinem Spiel zu begeistern. Die Tango-Szene mit Brown und Lemmon ist legendär, ebenso wie die Musik.

Die Komponisten Adolph Deutsch und Matty Malneck haben sich alle Mühe gegeben, dem Film den lockeren und gelösten Soundtrack zu geben, den der Humor des Werks verdient. Ungezwungen und eben so unterhaltsam hallt die Musik über den Bildschirm. Es ist zudem die Kombination die wirkt: Die Komik zusammen mit dem Soundtrack ist stimmig und wirkt natürlich. Marylin Monroe hat stimmlich ihren Teil dazu beigetragen und den Film mit einem unvergesslichen Titelsong versehen.

Auch die Kamera von Charles Lang, mit 18 Oscar-Nominierungen einer der erfolgreichsten Männer seines Faches in der Geschichte Hollywoods, trägt ihren Teil dazu bei. Die Szenen unterstreichen den Humor des Films und lassen den Zuschauer an der Situationskomik teilhaben. Wenn zum Beispiel Querschnitte der Schlafkojen im Zug gezeigt werden, dann kann sich der eigentliche Witz des Moments erst durch diese Ansicht entfalten. Die Darsteller tragen anschließend ihr Übriges dazu bei.

Humor ist unsterblich – Mein Fazit zu Manche mögen’s heiß

Manche mögen’s heiß ist ein Stück Filmgeschichte. 60 Jahre ist das Werk von Billy Wilder nun alt, aber es erfreut immer noch die Zuschauer. Die Wirkung der Thematik scheint zeitlos zu sein. Männer in Frauenkleidern sieht man heutzutage zwar auch noch auf der Leinwand, aber viele Filme wirken überzogen und albern. Zu sehr wird versucht, einen Witz aufgrund von Klischees zu erzwingen. Doch Manchen mögen’s heiß drängt niemanden dazu, zu lachen, und verpackt den Humor geschickt im Drehbuch. Die Komik wirkt natürlich und hat einen gewissen Slap-Stick-Charakter, der auch heute noch lustig ist.

Lemmon und Curtis sind ein grandioses Duo, das sich perfekt ergänzt. Sowohl ihre Rollen als auch die beiden Schauspieler selbst sind aufeinander abgestimmt: der komödiantisch und lebensfroh wirkende Jack Lemmon sowie der gestriegelte und verführerisch dreinblickende Tony Curtis. Zwei Legenden, die die Zuschauer auch heute noch begeistern. Der Rest des Films ist talentierte Formsache: Die Nebendarsteller spielen überzeugend, die Musik ist stimmig und die Kamera bietet Szenen, welche den Witz des Films unterstreichen. Aber Vorsicht bei der Bewertung! Das Toast ist frisch zubereitet, denn es ist ja hinreichend bekannt: Manche mögen’s heiß…

Unsere Wertung:

 

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Christopher Hanek

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