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Das Bild zeigt Superheld Meteor Man mit seinen Freunden und Nachbarn. Der Superheld trägt seinen grauen Heldenanzug mit grünen Applikationen und grünen Cape. Hinter ihm stehen einige Menschen und blicken ebenso wie er entsetzt auf etwas außerhalb des Bildes.

Meteor Man

1993 führte Robert Townsend nicht nur Regie und schrieb das Drehbuch, sondern wurde selbst zum titelgebenden Superhelden Meteor Man. Weit vor Marvels Black Panther konnte er bereits für seine Superhelden-Komödie einen vorwiegend farbigen und namenhaften Cast präsentieren, zu dem unter anderem James Earl Jones, Eddie Griffin oder Don Cheadle zählen. Ob der Vergleich hinkt und wie gut Meteor Man gealtert ist, erfahrt ihr hier bei uns.

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TitelMeteor Man (OT: The Meteor Man)
Jahr1993
LandUSA
RegieRobert Townsend
DrehbuchRobert Townsend
GenreAction, Komödie, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerRobert Townsend, Maria Gibbs, Eddie Griffin, Robert Guillaume, James Earl Jones, Don Cheadle
Länge100 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
Verleihjustbridge entertainment
Das deutsche Cover der Blu-ray von Meteor Man zeigt Robert Townsend in seinem Heldenkostüm und in einer typischen Superheldenpose, breitbeinig und die Arme in die Hüfte gestemmt. Das Kostüm ist grau mit einem grünen Meteor Emblem auf der Brust, sowie grünen Stiefeln, einer grünen Unterhose im Superman-Stil und einem grünen Cape. Über Townsend ragt das Filmlogo Meteor Man und ist ebenfalls in grün gehalten. Im Hintergrund ist der Weltraum zu sehen und Townsend scheint auf einer Mondoberfläche zu stehen.
Das deutsche Blu-ray Cover von “Meteor Man” © justbridge entertainment

Worum geht es in Meteor Man?

Der schüchterne Lehrer Jefferson Reed (Robert Townsend) ist ein ruhiger Zeitgenosse, der Streitigkeiten gänzlich aus dem Weg geht. Aber Jeffersons Leben nimmt eine schlagartige Wendung, als er von einem Meteoriten getroffen wird. Durch diese Kollision erhält der ängstliche Lehrer übermenschliche Fähigkeiten. Als die Gang „Golden Lords“ immer mehr das Leben der Bewohner des Wohnviertels bedroht, wird Jefferson zum Helden Meteor Man, um den Gangstern Einhalt zu gebieten.

Der nette Meteor Man aus der Nachbarschaft

Eine unheilvolle Musik erklingt und ein Meteor gleitet durchs Bild. Es wirkt wie der Beginn von Independence Day und wandelt sich optisch schnell in eine Version der Superman-Filme mit Christopher Reeves. Schon nach einem großen Knall und der Titeleinblendung, wechselt der Film tonal. Durch Michael Jacksons „Can‘t let her get away“ entsteht mit saftigen Beats das typische Feeling der 90er und lockert die Stimmung. Der Titelheld Jefferson Reed wird von seinem Hund Ellington geweckt und stellt sich im Musiknoten-Pyjama vor. Der offenkundig musikaffine und gutmütige Jefferson lebt in einer Pension und verbringt viel Zeit mit seinen Eltern (Maria Gibbs und Robert Guillaume). An einer Grundschule, wo er gemeinsam mit seinem Kumpel Michael (Eddie Griffin) als Lehrer arbeitet, eckt er mit seiner zurückhaltenden Art immer wieder an.

Ebenso auf der Straße, wo die Golden Lords, eine Bande von Drogendealern mit identischen gelben Frisuren, regieren und ihr Unwesen treiben. Zu den Golden Lords zählen auch kleine Kinder, die zum Teil Jeffersons Schüler sind. Abends nach einer Gemeindeveranstaltung beobachtet Jefferson zufällig einen Raubüberfall zweier Kids auf eine ältere Dame. Die Golden Lords bemerken aber den ungeplanten Zeugen und nehmen mit der gesamten Bande die Verfolgung auf. Jefferson kann entkommen, aber wird unmittelbar nach seiner erfolgreichen Flucht von dem grün aufleuchtenden Meteor, der zu Beginn durchs Bild glitt, regelrecht gejagt und getroffen.

Das Bild zeigt Jefferson Reed (Robert Townsend) in "Meteor Man". Er trägt einen weißen Anzug mit bunter Krawatte. Er hat die Arme und Hände in offener Haltung als wenn er etwas mit offenen Armen erwartet hat. Sein Blick richtet sich in Richtung Himmel, wo ihn etwas türkis-grün erleuchtet.
Jefferson Reed (Robert Townsend) sieht seinem Schicksal entgegen © justbridge entertainment

Die 90er – Als Superheldenfilme noch nicht so beliebt waren

Wenn der kräfteverleihende Meteor erscheint, zeigt sich, dass die Effekte in Meteor Man schwach gealtert sind. Selbst als charmant lassen sich diese leider nicht wirklich beschreiben und sogar für 1993 wirkt manches Ergebnis nicht sonderlich gelungen. Dabei ist Meteor Man allerdings kein Einzelfall, denn auch Shadow und der Fluch des Khan, Darkman, oder auch Blankman versuchten gewissermaßen auf der Welle mitzuschwingen, die die Tim Burton Batman-Filme kurzzeitig auslösten. Obwohl die genannten Beispiele mit ihren unterschiedlichen Ansätzen durchaus eine Daseinsberechtigung besitzen, konnte keiner vollends überzeugen. Selbst wenn Meteor Man mehr als Komödie denn als Superheldenfilm verstanden wird, gestaltet sich der Film altersbedingt als schwierig.

So sind ein paar Szenen sicherlich nicht komisch angedacht gewesen, wirken aber heute aufgrund ihres Alters nicht nur überholt, sondern wahrlich lächerlich und laden unfreiwillig zum Lachen ein. Dennoch enthält Meteor Man ein paar gute Lacher, die ihre Wirkung erzielen, wenn man dem speziellen 90er-Humor (noch) etwas abgewinnen kann. So zum Beispiel, wenn sich Jefferson mit dem Anführer der Golden Lords gegen Ende in ungewohnter Weise duelliert.

Das Bild zeigt vier Mitglieder der Golden Lords in Meteor Man. Einer von ihnen ist Don Cheadle, der ganz links im Bild ist. Alle vier tragen schwarze Kleidung und haben die Haare gelb gefärbt.
Die Golden Lords machen das Viertel unsicher © justbridge entertainment

Gute Ansätze, aber zu viele Ungereimtheiten

Darüber hinaus punktet Meteor Man mit den originellen Kräften, die Jefferson erhält. Sicherlich sind Superkräfte wie übermenschliche Stärke, fliegen zu können oder durch Wände zu sehen nicht neuartig. Dennoch sind einige Fähigkeiten vielfältiger und erfrischender als die vieler anderer Comic-Superhelden. So zum Beispiel, dass er Wissen aus Büchern mit einer Berührung aufsaugt, oder dass er nun seinen Hund verstehen und mit ihm kommunizieren kann. Dennoch gibt es bei den Kräften, wie im gesamten Drehbuch, einige Ungereimtheiten, die nicht vollständig geklärt oder auserzählt werden. So zum Beispiel, warum einige der Kräfte nur zeitlich limitiert sind oder diese nachlassen.

Neben der Darstellung des Titelhelden führte Robert Townsend nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch. Dieses beinhaltet einige tolle Momente, die tiefgehender und sehr gefühlvoll erzählt sind. Diese starken Szenen sind allerdings auch zeitgleich die Schwächen von Meteor Man. Townsend hat viele tolle Ideen, die er allerdings nicht stimmig in seinem Film unterbekommt und außerdem nur oberflächlich ankratzt. Dadurch wirken die Szenen teilweise wie Fremdkörper, die zwar in die Handlung passen würden, aber eben nicht anständig mit dieser verknüpft werden. Hierdurch entsteht der Gedanke, dass Meteor Man hätte gewichtiger sein können, wenn man die Inhalte sorgfältiger miteinander kombiniert hätte.

Die große Breite der 90er Film- und Serienlandschaft

Als Jefferson Reed bzw. titelgebenden Helden Meteor Man stellt Robert Townsend einen sehr sympathischen Charakter dar. In einigen Situationen gestaltet er alleine mit seiner Mimik sehr witzige Situationen. Diese laden allerdings mehr zum Schmunzeln ein, als dass schallend gelacht werden muss. Genauso Jeffersons Nachbar Mr. Moses, der von James Earl Jones gespielt wird. Dieser wirkt mit seinen wilden Perücken und seinem jugendlichen Kleidungsstil wie ein übergroßes Baby, erzielt aber nie die Ausstrahlung, die man aus anderen Filmen mit ihm kennt.

Darüber hinaus spielen viele weitere bekannte Namen und Gesichter der 90er Jahre aus der Film- und Serienlandschaft mit. Dazu gehören Eddie Griffin, Sinbad, Bill Cosby sowie Musiker wie Luther Vandross oder Cypress Hill, die kleinere bis größere Rollen übernahmen. Ebenfalls zum Cast gehört Don Cheadle, der hier noch am Anfang seiner Karriere stand, und besonders zu Beginn des Films einiges an Screentime erhält.

Das Bild zeigt Robert Guillaume und Maria Gibbs, die Hauptfigur Jeffersons Eltern spielen. Guillaume sitzt dabei im Rollstuhl und hat ein großes weißes Pflaster auf seinem Kopf. Der Rollstuhl wird geschoben bzw. festgehalten von Mr. Moses, den James Earl Jones spielt. Dieser trägt ein Baseball-Shirt und ein Toupet, dass einer Afro Turmfrisur ähnelt. Gemeinsam mit ihnen steht noch eine weitere Dame aus der Nachbarschaft. Alle vier machen große Augen und schauen vom Bürgersteig in Richtung Straße.
Jeffersons Eltern und Mr. Moses (James Earl Jones) können ihren Augen nicht trauen © justbridge entertainment

Unser Fazit zu Meteor Man

Zwischen erwachsener Komödie und kindlichem Superheldenfilm versucht Meteor Man auch Themen wie die Stärke des Zusammenhalts und die Kehrseiten des Heldentums aufzuzeigen. Leider ist der Film ein Opfer der Zeit und seiner viel zu vielen Ideen, die bedauerlicherweise unstimmig und sehr oberflächlich in die Handlung gepresst wurden. Die visuellen Effekte sind größtenteils nicht sehr ansehnlich und sind nicht mal als charmant zu beschreiben. Alleine wegen dieser aufgezählten Faktoren hinkt der Vergleich mit Black Panther sehr.

Dennoch trägt Meteor Man das Herz am rechten Fleck. Dem Film wohnt eine Menge Zeitgeist inne und zeigt weniger fremdschämende Szenen als viele Filme sowohl aus dem Genre als auch aus dieser Zeit. Wenn es gelingt, dem speziellen 90er-Humor (noch) etwas abzugewinnen, dann ist Meteor Man eine spaßige und kurzweilige Superhelden-Komödie mit einem sympathischen Hauptdarsteller.

Meteor Man gibt es seit dem 29.09.2020 in Deutschland erstmals als DVD & Blu-ray zu kaufen.

Unsere Wertung:

 

 

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© justbridge Entertainment

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