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Entstellte Leichen werden entdeckt in Monstrum © 2019 Koch Films

Monstrum

Ein koreanischer Genre-Mix, der zwischen Horror, Monster und Martial-Arts Film balanciert. Ob dieser gewagte Drahtseilakt bei Monstrum gelungen und ob er am Ende vielleicht sogar mehr als die Summe seiner Teile ist, das und mehr klären wir in unserer Rezension.

TitelMonstrum (OT: Mulgoe)
Jahr2018
ProduktionslandSüdkorea
RegieJong-ho Huh
DrehbuchJeong-uk Byeon, Heo-dam, Jong-ho Huh
GenreAction, Drama, Horror
DarstellerMyung-Min Kim, In-kwon Kim, Hyeri Lee, Woo-sik Choi, Sung-woong Park, Hee-soon Park, Kyeong-yeong Lee, Kyu-bok Lee
Länge105 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihKoch Media
Das Cover zu Monstrum © 2019 Koch Films
Das Cover zu Monstrum © 2019 Koch Films

Worum geht’s in Monstrum?

Monstrum spielt im Korea des 16. Jahrhunderts und damit mitten in der Joseon-Dynastie, die über 500 Jahre die Geschicke des Landes bestimmte. In einem kleinen Bergdorf vor den Stadtmauern von Hanyang (dem heutigen Seoul) bricht eine pestartige Seuche aus und rafft die Bauern dahin. König Jung Jong, gespielt von Hee-son Park, erlässt daraufhin den Befehl, dass alle Dorfbewohner, ob infiziert oder nicht, zum Wohle der Hauptstadt exekutiert werden sollen. Da die beiden Soldaten Jin Yong (Sung-woong Park) und Yoon Gyeom (Myung-Min Kim) es nicht über das Herz bringen, ein kleines Mädchen namens Myung (Hyeri Lee), welches offensichtlich gesund ist, zu töten, schickt sie der König mitsamt dem kleinen Mädchen ins Exil.

Einige Jahre später geschehen am gleichen Ort grausame Morde. Laut Innenministerium soll ein in den Bergen lebendes Monstrum dafür verantwortlich sein. Um dies zu verifizieren ordnet der König an, dass das Monster ausfindig gemacht werden soll. Jin Yong, Yoon Gyeom und das mittlerweile erwachsene Mädchen schließen sich der Suche an und entdecken bald, dass ein vermeintliches Monster nicht die einzige Bedrohung darstellt.

König Jung Jong und sein Gefolge in Monstrum © 2019 Koch Films
König Jung Jong und sein Gefolge in Monstrum © 2019 Koch Films

Was haben wir hier eigentlich?

Monstrum lief im Jahr 2019 im Rahmen der Fantasy Filmfest White Nights erstmals in Deutschland. Dort mauserte sich der Film von Regisseur Jong-ho Huh zu einem der Publikumslieblinge und bekam daher im April 2019 eine Veröffentlichung für das Heimkino durch Koch Media spendiert.

Dabei handelt es sich bei Monstrum um eine Mischung aus Horror- und Fantasyfilm, mit einer gesunden Portion asiatischer Martial-Arts-Action. Zu dieser spannenden Genre-Melange gesellen sich noch Einblicke in das politische und gesellschaftliche Gefüge Koreas zur Zeit der Joseon-Dynastie und, zugegebenermaßen, eine Menge Pathos. Ob diese interessante Mischung überzeugen kann, das klären wir in den nächsten Kapiteln.

Entstellte Leichen werden entdeckt in Monstrum © 2019 Koch Films
Entstellte Leichen werden entdeckt in Monstrum © 2019 Koch Films

Action und Horror

Eine gewisse Zeit können die Charaktere der Geschichte und wir als Zuschauer nur raten, ob das titelgebende Monstrum existiert oder ob es sich dabei doch nur um ein Gedankenkonstrukt der Politiker handelt, um das Volk mit Angst in die gewünschten Bahnen zu lenken. Da sowohl das Filmplakat als auch der Trailer das Geheimnis bereits lüften, ist es kein wirklicher Spoiler: Ja, das Monstrum existiert und macht nach der ersten halben Stunde Jagd auf die Menschen des beschaulichen Bergdorfs. Das sorgt für ein paar schön-deftige Splattereffekte, die das Herz eines jeden Genre-Fan höherschlagen lassen. Alles in allem ist der blutdurstige CGI-Antagonist auch kompetent in Szene gesetzt. Allerdings gibt es sowohl beim Monstrum selbst als auch an manchen anderen Stellen des Films einige Computereffekte, die leider nicht gänzlich überzeugen können und damit im sonst sehr opulenten Setting seltsam deplatziert wirken.

Auf der Suche nach dem Monster in Monstrum © 2019 Koch Films
Auf der Suche nach dem Monster in Monstrum © 2019 Koch Films

Typisch asiatisches Kino?

Wie bei so manchem asiatischen Film, so gibt es auch bei Monstrum ein paar Details, die für europäische Augen zumindest ungewohnt wirken können. Dazu zählen beispielsweise ein ausgeprägtes Schauspiel mithilfe von Gesichtsmimik und auch ein starker Fokus der Geschichte auf gesellschaftlichen Status der Protagonisten und die politische Hackordnung. Bei Monstrum werden diese Besonderheiten aber so geschickt in die Story eingewoben, dass sie mit ihr zu einem großen, in sich stimmigen Ganzen verschmelzen. Zudem fußen viele der handelnden Figuren auf realen Vorbildern und auch das Monstrum ist analog zu einem in Korea verbreiteten Mythos entworfen worden. Und genau diese Mischung aus realen Gegebenheiten und fantastischen Zudichtungen funktioniert in den meisten der 105 Minuten Spielzeit überraschend gut. Nur beim Schlussakkord meint es das Drehbuch von Jeong-uk Byeon, Heo-dam und Jong-ho Huh dann etwas zu gut und webt ein arg konstruiert anmutendes Finale aus Zufällen und Kitsch.

Das namensgebende Monster in Monstrum © 2019 Koch Films
Das namensgebende Monster in Monstrum © 2019 Koch Films

Mein Fazit zu Monstrum

Monstrum ist ein sehr kurzweiliger, weil unterhaltsamer, Mischmasch aus Horror, Asia-Action und Gesellschaftsdrama. Lediglich im letzten Viertel muss man schon mindestens ein Auge fest zudrücken um nicht die Logik-Frage stellen zu müssen. Bis dahin bekommt man bei Monstrum allerdings so viel geboten, dass auch eher vom westlichen Kino geprägte Zuschauer einen Blick riskieren sollten.

Seit dem 25. April als Blu-ray und DVD erhältlich.

Unsere Wertung:

 

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© Koch Media

Patrick Krämer

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