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Mr. Robot – Digitale Revolution 2.0 wird installiert

Der psychisch kranke Elliot gerät in den Kampf eines Hackerkollektivs gegen ein allmächtiges Konzernkonglomerat.

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TitelMr. Robot
Jahr2015
ProduktionslandVereinigte Staaten
RegieSam Esmail
DrehbuchSam Esmail, Adam Penn, Kate Erickson u.a.
GenreThriller, Drama
DarstellerRami Malek, Carly Chaikin, Portia Doubleday, Christian Slater, Martin Wallström
Länge44-65 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihNBC, Amazon Prime

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Bist du da? Liest du diese Zeilen? Ist es für dich ein komisches Gefühl wenn der Artikel dich direkt anspricht? Dann hast du vielleicht noch nicht genug Mr. Robot gesehen um dich daran gewöhnt zu haben.

Der Held in Mr. Robot ist Eliott Alderson (kongenial gespielt von Rami Malek). Wobei Held das falsche Wort ist, Protagonist trifft es eher. Weil Eliott ein Problem mit Nähe und eine Sozialphobie hat, diskutiert er sein Leben und sein Verhalten mit einem imaginären Gesprächspartner. Diese Rolle nehmen wir als der Zuschauer ein. Eliott erwartet gar nicht das wir antworten. Was er in Richtung des Zuschauers sagt, ist eher eine Form von Selbstgespräch, mit dem Elliot reflektiert was vor sich geht.




Gegen seine Panikattacken und Angststörung medikamentiert sich Eliott großzügig selbst mit einer Kombination aus Opiaten und den dazugehörigen Entzugsmediakementen, Suboxne. Tagsüber arbeitet er für eine IT-Sicherheitsfirma namens AllSafe, während er nachts die Menschen um sich herum hackt und in ihrer Schmutzwäsche herumstochert. Teilweise greift er direkt in die Leben der Menschen, die von ihm gehacked werden, ein.

Passend zu seiner Angst, hat Eliott das Gefühl verfolgt zu werden. Manchmal sieht er Männer in Anzügen, die ihm im Auge zu haben scheinen. Andere Male spricht ihn ein abgerissener Typ (Christian Slater)kryptisch in der U-Bahn an. Auf der Jacke des Mannes prangt ein Aufnäher mit dem Schriftzug: Mr. Robot.

Rami Malek und Christian Slater in "Mr. Robot"
Rami Malek und Christian Slater in “Mr. Robot” von ©Amazon Prime.

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Sein Stress potentiert sich, als AllSafe in die Dienste des Konzernkonglomerats E-Corp tritt. E-Corp, immer wieder liebevoll auch Evil Corp genannt, ist mitverantwortlich für den Tod von Eliotts Vater. Auch der Tod der Mutter seiner besten Freundin und Arbeitskollegin Angela Moss, geht aufs Kerbholz des Konglomerates. Mr. Robot nimmt erneut Kontakt zu Elliot auf und rekrutiert ihn für eine Hackerzelle, die sich f-society nennt und sich die Zerschlagung von Evil Corp zum Ziel gemacht hat.

Je tiefer Eliott in den Kampf von f-society eintaucht, umso klarer wird, wie verstört sein Geisteszustand eigentlich ist. Wir als sein unsichtbarer Gesprächspartner erleben seinen Verfall, genauso wie die messerscharfen Momente seiner Klarheit. Manchmal belügt uns Eliott sogar, um sich vor sich selbst zu schützen.

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Mr. Robots Handlung und Stil sind die Synthese vieler Inspirationsquellen. Elliots seelische Leiden, die Ziele und die politische Einstellung von f-society erinnern an Fight Club. Die Isolation in die sich Elliot begeben hat, beschwört Bilder aus Taxi Driver. Sein Gegenspieler bei E-Corp der Konzernposterboy Tyrell Wellick, entlehnt sich seinen Namen aus Blade Runner und sein Auftreten aus American Psycho. F-Society teilen ihren Look gewissermaßen mit der Anonymousbewegung. Die ganze Serie bedient sich den Gefühlen, die mit dem arabischen Frühling und Occupy Wallstreet verbunden waren und traf dadurch beim Erscheinen den Zeitgeist wie den Nagel auf den Kopf.

Einer der gelungensten Aspekte der Serie ist tatsächlich das Hacking selbst. Wenn die Mitglieder der f-society ihr Vorgehen besprechen, erinnert das an Hackervorträge auf der Messe DEF CON. Hacking ist eine dieser Geschichten, bei der sich Filme und Serien in der Vergangenheit sehr schwer taten, es einigermaßen realistisch darzustellen.

Rami Malek in "Mr. Robot"
Rami Malek in “Mr. Robot” von ©Amazon Prime.

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Man erinnere sich nur an den populären Film Hackers – Im Netz des FBIs, in dem animierte Viren in der Gestalt von Weißen Kaninchen oder dem Vitruvianischen Menschen über die Bildschirme flackerten und Angelina Jolie einigermaßen zusammenhangslose Computerbegriffe um sich warf. Viele Autoren nutzten Hacker eher als eine Art Datenmagier, der auf mysteriöse Weise den Helden beim erreichen seiner Ziele unterstützte und dabei als Figur auf verschiedene Klischees reduziert wurde (Kevin Smith als Hacker Warlock in Stirb Langsam 4.0 oder Chris Hemsworth als Held in Blackhat). Was im Wesentlichen daran lag, dass sie Hacken an sich nicht verstanden oder man es für unmöglich hielt, es dem Zuschauer zu vermitteln.

Mr. Robot unterschätzt sein Publikum nicht. Vieles was die Protagonisten tun, kommunizieren sie, z.B. erzählt Eliott es gern seinem imaginären Gesprächspartner, also uns. In anderen Fällen, muss ein weniger IT-versierter Mensch von einer Figur gebrieft werden. Natürlich wird nicht alles bis ins Detail ausgeführt, aber wer sonst stolz auf sich ist, eine odt-Datei im richtigen Ordner gespeichert zu haben, der lernt hier, dass es eine dumme Idee ist, einen Datenträger von der Straße in den Firmenrechner zu stecken.

Damit das Hacking stimmt, arbeiten die Macher der Serie mit IT-Securityfirmen wie Kaspersky, Avast und Avira zusammen. Auch Jeff Moss, der Gründer der oben erwähnten DEF CON Konferenzen, zählt zu den Beratern der Show.

Christian Slater in "Mr. Robot"
Christian Slater in “Mr. Robot” von ©Amazon Prime.

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Mr. Robot ist eine gelungene Mischung. Die Serie ist Charakterstudie, Sozialkritik, Mindgame und Spionagedrama. All das passt mühelos ins Konzept der Handlung. Da die Serie weniger auf Action, sondern eher auf clever erzählte Wendungen setzt, ist der Zuschauer selbst gefragt. Mr. Robot ist nichts, was man irgendwie nebenbei gucken kann. Wer Elliot nicht seine ganze Aufmerksamkeit schenkt, der geht schnell verloren.

Das macht Mr. Robot nicht unbedingt zu zugänglichsten Serie. Doch wer ein wenig Geduld mitbringt, den belohnen die inzwischen drei Staffeln der Hackerserie.

Alle Bildrechte liegen bei Amazon Prime.

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© Amazon Prime

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