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Jake Gyllenhaal in der Rettungszentrale vor zwei Flachbildschirmen mit Headset. Im Vordergrund sieht man eine rote Lampe leuchten

Netflix Empfehlungen Oktober 2021

In unserem neuen Format Netflix Empfehlungen des Monats werfen wir einen Blick auf die interessantesten Neustarts des vergangenen Monats. Zusätzlich empfehlen wir euch noch einen Klassiker und einen Geheimtipp beim Streamingdienst.

Maid | Offizieller Trailer | Netflix

Netflix Empfehlungen Oktober 2021

Ab sofort bekommt ihr einmal im Monat einen kompakter Überblick auf das, was von den unzähligen Titeln, die jeden Monat neu bei Netflix starten, Watchlist-worthy ist. Dabei nehmen wir in erster Linie die Neustarts des Vormonats unter die Lupe, die leider keinen eigenen Beitrag bekommen haben, aber trotzdem in jedem Fall sehenswert sind. Zusätzlich zu den aktuellen Serien und Filmen empfehlen wir in diesem Format aber auch jeweils einen Klassiker, der es wert ist, ihn mal wieder anzuschauen. Zu guter Letzt runden wir die Netflix Empfehlungen des Monats mit einem Geheimtipp ab. In diesem Sinne nun also viel Spaß beim Entdecken neuer Inhalten und dem Ergänzen eurer Watchlist!

Margaret Qualley hält ein kleines Mädchen mit blonden Haaren in den Armen. Sie stehen vor einem Auto.
Margaret Qualley als junge Mutter in der Miniserie „Maid“ © Netflix

Maid

Die Miniserie Maid erzählt die Geschichte einer jungen Mutter Alex, die sich als Reinigungskraft – mehr schlecht als recht – über Wasser hält. Sie ist gerade einer missbräuchlichen Beziehung entkommen. Anschließend muss Alex ihre Obdachlosigkeit überwinden, um letztlich ein besseres Leben für sich und ihre Tochter zu schaffen. Margaret Qualley spielt die alleinerziehende Mutter, die für diese Produktion erstmalig auch mit ihrer eigenen Mutter, Hollywood-Größe Andie MacDowell, vor der Kamera zu sehen ist.

Über alle zehn Folgen hindurch begleiten wir Alex, an deren Beispiel sich die großen Lücken im Sozialsystem der Vereinigten Staaten offenbaren. Das Ganze ist einerseits so nah an der Lebenswirklichkeit vermutlich tausender junger Frauen in den USA dran, sodass man beim Zusehen einige Male einen Kloß im Hals hat. Maid entblößt vor allem schonungslos die Art und Weise der gesellschaftlichen Ächtung, den Umgang mit Scham und auch den Teufelskreis des sozialen Abstiegs. Das sorgt dafür, dass diese Serie alles andere als leichte Kost ist.

Schauspielerisch bekommt man allerdings vor allem von Qualley und MacDowell Leistungen geboten, die sich so echt anfühlen, dass man ihnen auch abkaufen würde, diese Situationen selbst schon durchlebt zu haben. Zwischen all den dunklen Momenten gibt es in der Verfilmung des Bestsellers von Stephanie Land aber auch immer wieder Lichtblicke der Hoffnung. Diese Serie sticht aus der Masse durch ihren Realismus und ihre extrem wichtigen Botschaften hervor. Eigentlich ein Must-See im Serienjahr 2021.

Unsere Wertung:

 

Das Poster zum Thriller The Guilty zeigt das Gesicht von Jake Gyllenhaal stilisiert durch zahlreiche Wörter.
Das Poster zum US-Remake von „The Guilty“ © Netflix

The Guilty

Dass US-Amerikaner gern mal erfolgreiche europäische oder asiatische Filme neu auflegen, da man sich mit Untertiteln und Synchronisation schwertut, ist kein Geheimnis. Im Fall von The Guilty handelt es sich um ein Remake eines gleichnamigen dänischen Überraschungserfolgs aus dem Jahr 2018. Für die Neuauflage verantwortlich zeichnet Regisseur Antoine Fuqua, der beim Drehbuch auf die Hilfe von Nic Pizzolatto vertraute. Für die Hauptrolle dieser One Man Show hat man mit Jake Gyllenhaal ungleich mehr Starpower vor der Kamera als im dänischen Original.

Wer die Ursprungsvariante gesehen hat, der wird mit diesem 1:1-Remake eigentlich keine Erkenntnisse hinzugewinnen. Denn die Geschichte wurde lediglich nach Los Angeles verlagert, der Rest bleibt dem Original treu: Während einer morgendlichen Schicht in einer Notrufzentrale nimmt ein Polizist einen Anruf an und muss feststellen, dass die Anruferin am anderen Ende der Leitung offenbar entführt worden ist. Aus der Ferne versucht der Cop alles, um zu helfen. Doch schon bald findet er heraus, dass der Schein trügt und er der Wahrheit auf die Spur kommen muss.

Das Kammerspiel funktioniert genauso gut wie in der dänischen Version. Wer noch nicht weiß, wie der Fall am Ende ausgehen wird, der wird den selben Aha-Moment bekommen. Gyllenhaal spielt seine Rolle routiniert und überzeugend. Auch die Rahmenhandlung, die eigenen Probleme, die den Polizist zusätzlich belasten und auch mit dem Fall kollidieren, überzeugt. Der Film spielt sich zu einem Drittel in der Rettungszentrale, zu einem Drittel im Kopf des Protagonisten und zum letzten Drittel vor dem inneren Auge des Zuschauers ab. Dieses Konzept geht in The Guilty sehr gut auf, ob man nun das Original oder das Remake schaut. Die Wahl muss jeder selbst treffen, denn alle beide muss man definitiv nicht sehen.

Unsere Wertung:

 

Helsinki (Darko Peric) in rotem Overall und Schutzweste gekleidet mit einem Feldstecher vor dem Gesicht.
Helsinki (Darko Peric) ist immer noch in der Bank © Netflix

Haus des Geldes – Staffel 5.1

Eine der erfolgreichsten Netflix-Produktionen geht noch in diesem Jahr zu Ende. Haus des Geldes wird allerdings die Ehre zuteil, dass man die finale fünfte Staffel in zwei Hälften aufgeteilt hat. Die ersten Folgen davon sind nun Anfang September online gegangen. Die Geschichte setzt nahtlos dort an, wo die vierte Staffel mit einem Cliffhanger ausgestiegen ist. Inzwischen sind die rotgewandeten Gauner 100 Stunden in der spanischen Zentralbank und es hat sich eine Art Belagerungszustand entwickelt. Der Professor ist nach dem Auftauchen von Sierra weiterhin aus dem Spiel. Tokio & Co müssen erstmal eigenständig mit internen und externen Bedrohungen zurecht kommen. Doch die Zeit läuft unerbittlich gegen sie.

Wer bis zum Ende der vierten Staffel durchgehalten hat, der bekommt auch in den neuen Episoden genau das, was zu erwarten war. Die Heist-Momente spielen schon länger keine große Rolle mehr. Stattdessen geht es von einem Schusswechsel zum nächsten und die Geschütze, die aufgefahren werden, gestalten sich immer absurder. Logik ist schon lange kein Bestandteil des Gangsterthrillers mehr. Doch da man inzwischen zig Stunden mit Helsinki, Denver und Konsorten verbracht hat, funktionieren zumindest die Telenovela-artigen Verwicklungen auf emotionaler Ebene noch ganz gut. Ihren Zenit hat die Hit-Serie längst überschritten und ist damit in Guilty-Pleasure-Gefilden gestrandet.

In der ersten Hälfte der finalen Staffel wird in Rückblicken quasi durch die Hintertür noch eine neue Figur eingeführt, die dann vermutlich in den letzten Folgen im Dezember in der Jetzt-Zeit in Erscheinung treten wird. Das zeigt symptomatisch, dass die Macher vom eigenen Erfolg überrascht waren und das Gesamtkonzept wohl nie über den damaligen Status Quo hinaus entwickelt hatten. Ob das Ende dann auch wirklich befriedigend ausfällt, darf zumindest bezweifelt werden. Der Stimmung wegen kann man aber nun auch bis zum Ende dran bleiben.

Unsere Wertung:

 

Die Ermittlerin mit Taschenlampe vor einem Stromkasten kniend, aus dem unzählige Kabel herausschauen.
In „Der Kastanienmann“ ermittelt Danica Curcic als Naia Thulin © Netflix

Der Kastanienmann

Der Kastanienmann spielt in einem ruhigen Vorort von Kopenhagen. Eines stürmischen Morgens im Oktober macht die Polizei eine grauenhafte Entdeckung: Eine junge Frau wird ermordet auf einem Spielplatz aufgefunden. Eine ihrer Hände wurde abgetrennt und neben ihr liegt ein kleiner Kastanienmann. Die ehrgeizige, frischgebackene Kommissarin Naia Thulin (Danica Curcic) wird zusammen mit ihrem neuen Partner Mark Hess (Mikkel Boe Følsgaard) mit der Lösung des Falles betraut. Die beiden entdecken schon bald eine mysteriöse Verbindung zwischen dem Kastanienmann und der seit einem Jahr vermissten und tot geglaubten Tochter der Politikerin Rosa Hartung (Iben Dorner).

Wer ein Faible für skandinavische Krimis hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. Die Serie basiert auf dem Roman vom Autor von Kommissarin Lund und steht der berühmten Ermittlerserie in Sachen Spannung in nichts nach. Die Atmosphäre ist gewohnt düster, die Charaktere vielschichtig und die Geschichte weiß bis zum Schluss zu fesseln. Es handelt sich hierbei dazu noch um einen abgeschlossenen Fall. Man kann der Serie also auch dann eine Chance geben, wenn man nicht direkt wieder in eine neue Reihe einsteigen will. Ob der Fall gelöst wird, wird natürlich hier nicht verraten, aber an Überraschungen mangelt es diesem Skandi-Thriller definitiv nicht.

Unsere Wertung:

 

Netflix Klassiker Oktober: Bodyguard

Bodyguard | Offizieller Trailer | Netflix

Die Politthriller-Serie Bodyguard ist im Sommer 2018 in Großbritannien eingeschlagen wie eine Bombe. Von Folge zu Folge fieberten mehr Zuschauer mit Richard Madden, der den unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidenden Polizisten David Budd bei einer Spezialeinheit spielt, mit. Der Ex-Militär kann zu Beginn der Geschichte einen Terroranschlag verhindern und empfiehlt sich mit seiner Leistung für Höheres. Kurz darauf engagiert ihn die eigenwillige Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) als ihren Leibwächter. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine Verbindung, die über die reine Professionalität hinausgeht. Gleichzeitig gerät Budd durch seinen neuen Job jedoch auch in ein Komplott, das bis in höchste Regierungskreise reicht.

Kurz nach der Ausstrahlung bei BBC sicherte sich Netflix die internationalen Vermarktungsrechte des Überraschungserfolgs. Und so feierte Bodyguard schon wenige Wochen später ihre Deutschlandpremiere auf der Streamingplattform. Die Serie hält über die sechs Folgen die Spannung permanent aufrecht und steigert sie bis zum finalen Akt gar noch. Für Fans von Verschwörungsthrillern, zum Beispiel von John Grisham, ist diese Mischung aus Krimi und Drama eine absolut zeitlose Empfehlung. Auch an emotionalen Tiefschlägen wird nicht gespart und das Herzschlagfinale wird man lange nicht aus dem Gedächtnis bekommen. Nicht umsonst gilt Richard Madden seither auch als möglicher Nachfolger von Daniel Craig als nächster 007.

Unsere Wertung:

Eine Schwarzweißaufnahme mit Muhammad Ali in der Mitte zwischen zwei weiteren Afroamerikanern. Alle haben Nationaltrikots an und Medaillen um den Hals
Medaillensieger Muhammad Ali in der Mitte © Netflix

Netflix Geheimtipp Oktober: Blood Brothers: Malcolm X & Muhammad Ali

Der Geheimtipp dieses Monats ist eine Dokumentation über zwei der bedeutendsten Amerikaner des 20. Jahrhunderts. Denn zwischen Muhammad Ali und Malcolm X entwickelte sich ein Bündnis, das nicht sie selbst, sondern auch die Welt veränderte. Blutsbrüder: Malcolm X und Muhammad Ali handelt von der außergewöhnlichen Freundschaft – und den späteren Differenzen – zwischen den beiden ikonischen Persönlichkeiten. Nur wenige Menschen verstehen das enge Bündnis zwischen ihnen, die fast zur gleichen Zeit an Berühmtheit gewannen.

In der neuen Dokumentation des Produzenten Kenya Barris zeigt der Regisseur Marcus A. Clarke anhand von Gesprächen mit Insidern und bisher unveröffentlichten Aufnahmen die überaus komplexe Freundschaft zwischen dem charismatischen und freimütigen Olympiasieger, der die Nation verzauberte, und dem Ex-Häftling, der zum intellektuellen Revolutionär wurde und als Bürgerrechtler gegen die Unterdrückung der Schwarzen ankämpfte, aus einem neuen Blickwinkel. Im Film wird durch Interviews mit Vertrauten beider Männer – darunter Malcom Xs Tochter Ilyasah Shabazz, Alis Bruder Rahman und seine Töchter Marum und Hana – sowie kulturellen Urgesteinen wie Cornel West und Al Sharpton rekonstruiert, wie sich die beiden kennenlernten, anfreundeten und schließlich aufgrund von Uneinigkeiten in der Führungsriege der Nation of Islam zerstritten.

© Netflix

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